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Der Israelit · 1933-03-23 · Heft 12 (23.3.1933) · page 8

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Journal
Der Israelit
Volume
74 (1933)
Issue
Heft 12 (23.3.1933)
Date
1933-03-23
Page
– (sequence 8)
Language
German
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Seite 8 Nr. 12 Der Israelit 23. März 1933 NVL 1172 [unsere anerkannten IQuaÜfätsmarken I für den rituellen Haushalt I Hergesreiff unter Aufsicht des Hobfeinott 6er Israel Religionsqesellsdiofl Frankfurt 7n Gen.-Vertr. für Süddeutschland: Hobert Aron, Fraukfurl 3. M.. Osfendslr.41 Telefon 48469. Statt Karten Zu der H"JT3 am tnp’1 'S p"V~l. April 1933 im?T3 Rechneigrabenstr. 12, II. stattfindenden mSÖ “13-Feier unseres Sohnes Emil laden wir Verwandte und Freunde herzl. ein. _ mVaa VblR 'S nern 17 Uhr im Hause. j L, Teichler und Frau, Hölderlinstr. 14 Unser innigstgeliebter Herr Marcus Hlrscli V'st ist uns heute entrissen worden. Frankfurt a. M., Berlin, Köln, den 20, März 1933 Uhlandstr. 52 In tiefem Schmerz: Lina Hirsch Samson Hirsch und Frau Moritz Hirsch Die weltberühmte Mirer Ieschiwa, die sich in der allerdrückendsten Notlage befindet, schickt fol genden Verzweiflungsschrei in die jüdische Welt' Mir, Polen, im März 1933 An die Herren Rabbiner und Vorsteher der Kultusgemeinden und jüdischen Institutionen in Deutschland Die Talmud-Hochschule zu Mir, Polen, begründet im Jahre 1817, ist beute mit ihren ca. 600 Schülern die bedeutendste der Gesamt-Judenheit. Schon viele Generationen berühmter Rabbinen und großer Führerpersönlichkeiten sind aus der alten „Mirer Ieschiwa" hervorgegangen. Ihre Jünger rekrutieren stch aus den fähigsten Köpfen der thora-beflissenen Jugend, die stch aus allen Ländern des Ostens sowie auch aus West- Europa und Amerika zusammengefunden haben, um stch ihrem heiligen Studium zu widmen. Unter der Leitung anerkanntester Talmudkayazitäten arbeiten ste in unermüdlichem Fleitze an der Vervollkommnung ihrer Thora- Kenntnisse und der Entwicklung ihrer jüdischen Persönlichkeit. - Auch aus Deutschland haben viele hochbegabte junge Menschen, die der Durst nach jüdischem Wissen dazu trieb, den Weg nach Mir gefunden. Seit dem Jahre 1929 sind folgende Herren in unseren Listen als Schüler unserer Anstalt verzeichnet. Aus Berlin: S. Auerbach. S. Bickel. Fr. Calvari, L. Ebner, Lehrer Fr. Nußbaum, S. Offenberg. Aus Breslau: W. Gradenwitz, Dipl. Agr. H. Hoffmann, Dr> phil. N. Hoffmann, E. Königshöfer, Dr. Phil. Th. Weiß, S. R. Weiß. Aus Frankfurt a. M.: M. Eroßmann, H. Kahn, F. Rosenheim, S. Schwab, heute Rabbinatsasfefsor in Darmstadt, G, Schwab. Aus Hamburg: M. Blau. D. Kohn, Dr. M. Schlesinger, heute Rabbinatsassessor in Frankfurt a. M., E. Weißfisch. Aus Halberstadt: E. Königshöfer. Aus Homburg: Th. Wreschner. Aus Köln: B. Ungar. Aus Leipzig: L. Grotznas, M Isaak, M.Schiffmann. Aus München: Dr Fr. E. Bloch, heute Bezirks- Rabbiner in Aschafienburg. Fast alle dieser erwähnten Herren stehen mitten in ihrem Studium oder haben es zulieb ihrem Aufenthalt in Mir vis zu ihrer Rückkehr nach Deutschland verschoben. Ein Teil dieser unserer deutschen Schüler erhalten von unserer Anstalt die üblichen Lebensmittel-Stipendien, Brot und Fleisch, sowie auch geldliche Zuwendungen, um ihnen das Studium in Mir zu ermöglichen. Ferner haben wir schon des öfteren einigen unserer deutschen Schüler größere Darlehen auf lange Termine gewährt. Auch Reisekosten, sowie teilweiser Kuraufenthalt wurden verschiedentlich von unserer Kasse bestritten. Das Budget der Talmud-Hoch schule zu Mir ist gänzlich auf freiwillige Spenden unserer Gönner und Freunde aufgebaut. Infolge der Wirtschaftskrise haben sich nun unsere Eingänge buchstäblich dezimiert, und unsere Schüler leiden furchtbarste Not. Es mangelt am Notwendigsten, an Speise und Bekleidung. Die Existenz der über hundertjährigen „Mirer Ieschiwa" ist aufs Schwerste bedroht. In dieser verzweifelten Situation wenden wir uns an unsere Glaubensbrüder in Deutschland mit der herzlichen Bitte,dieses alte Bollwerk der Thora und ihres Studiums, diese Festung des jüdischen Geistes, nicht an materieller Not zugrunde gehen zu lassen, während das geistige Niveau dieses auch für das deutsche Judentum so wichtigen Institutes einen selten zuvor erreichten Hochstand erklommen hat. Wir hoffen, daß unser Hilferuf seine Wirkung nicht verfehlen wird und danken denen, die unserer Not zurseite stehen wollen, von tiefstem Herzen. In vorzüglichster Hochachtung Rabb. L. Ä. Ftnkel chule zu Mir Sederschiisseln in echt Silber und schwer versilbert SederpIailen,Sedergarniiuren,Sederbecher POSEN & POSEN SILBERSCHMIEDE Inhaber: PHILIPP & EU POSEN Frankfurt am Main Kaiserstrasse 5 nächst Salzhaus iasV asm’nVm msaV Opier der Zeitströmung bedroht - auf die Straße geworsen zu werden. - Bedürftiger, streng rel. Familie ist vor Wochen per 1. April plötzlich die Wohnung gekündigt worden. Räumungsklage und Pfändg. der Möbel. Für rückständ. Miete, Umzugskost, in billigere Wohnung u. Anzahlung der Miete für neue Wohnung find sofort 400 Mark dringend erforderlich. Redaktion empfiehlt schnelle Hilfe. Spenden unter 337c an die Expedition erbeten. r Ich offeriere ia MaB-flnzajtÄ''8 “StlflO.-120.-135.- la Regenmäntel und Paletots »„„ Mk. 95.- -» Anzüge und Mäntel "aoh "u6m ™„V65.- a„ SONDERANGEBOT! 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