Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 74 (1933)
- Issue
- Heft 9 (2.3.1933)
- Date
- 1933-03-02
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
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2. März 1983 Der Israelit Nr. 9 Seite 5 schewismus" zu zeigen, war zu-erwarten. Weniger vielleicht, daß man auch das Ritualmordmärchen aus dem Staube des Mittelalters als Wahlmittel hervorziehen würde. Auch das ist geschehen, und zwar in dem Wahlaufruf einer „Nationalen Frauenliga" in Dresden. Vielleicht ist aber solch blühender Unsinn gerade dazu angetan, die Unsinnigkeit und Unhaltüarkeit der ganzen Kampagne zu zeigen. Adar-Aktion der Palästina-Zentrale der Agudas Jisroel. Frankfurt a. M., 28. Febr. Die diesjährige Adar-Aktion dient zunächst der Erchaltung und dem Ausbau des palästinensischen Schulwerkes, welches über 1500 Kinder umfaßt und nunmehr durch zwei wichtige Institutionen -vergrößert wird: Ein Kindertagesheim in Petach Tikwah, unter Leitung zweier; geprüfter Kindergärtnerinnen aus Deutschland und ferner einer Abteilung für verwahr l o st e jüdische Kinder, die bisher ohne jüdische Erziehung und ohne rituelle Verpflegung von Seiten der Regierung gemeinsam mit den Kindern anderer .Konfessionen in Tut Kerem untergebracht waren. Es ist erfreulicherweise gelungen, die Genehmigung der Regierung dazu zu erlangen, daß diese Kinder von Seiten der Aguda unterrichtet und rituell verpflegt werden. Außerdem sollen aber durch die Adar-Aktion dem Keren Hajischuw die nötigen Mittel zur Verfügung gestellt werden, um jungen deutschen Agudisten die Möglichkeit zu geben, sich zunächst in der agudistischen Lehrsarm in Mlawa auszubilden, und dann in Erez Jisroel mit Hilfe der dortigen Arbeiterorganisation Beschäftigung zu finden. Es sind bis jetzt im Laufe der letzten Monate 80 Arbeitsstellen vermittelt worden. Die Agudagruppen werden gebeten, Sammelk u p o n s, Bedingungen des Preisausschreibens (die beiden ersten Preise sind Schiffskarten nach Palästina und zurück) bei dem Büpo der Palästina-Zentrale der Agudas Jisroel, Frankfurt a. M., Schwanenstraße 12 anzufordern, ebenso Sammeltäschchen für die Kindersammlungen. Es wird gut fein, die Schlachmonaus-Abl.ö s u n g s k a r t e n rechteckig zu bestellen. Diese haben sich im Lause der letzten Jahre sehr gut'eingebürgert. Selbstverständlich ist es zunächst Pflicht, Schlachmonaus zu senden, wie es den religiösen Vorschriften entspricht, darüber hinaus ist es eine schöne jüdische Gepflogenheit, seinen weiteren Bekanntenkreis am Purim zu erfreuen. Welche Freude aber wäre jüdischer, als dem Beschenkten das Bewußtsein zu verschaffen, daß auf seinen Namen ein Kind in Erez Jisroel ideell und materiell verpflegt wird. Die Kosten hierfür betragen für einen Monat Mk. 10.—, für zwei Wochen Mk. 5.—, für eine Woche Mk. 3.—. Bis Samstag den 13. Adar, 11. März, können der Palästina-Zentrale der Agudas Jisroel Adressen ausgegeben werden, an welche rechtzeitig aus Purim die künstlerisch ausgesührten Schlachmonaus-Karten gesandt werden. Die Karten können auch direkt von der Palästina-Zentrale bezogen werden. Mitten in der Schwere der Zeiten wird die Adar- Aktion ein leuchtendes Denkmal der Zedokobereitschaft deutscher Juden sein. Ihr S'chus wird jedem, der sich daran beteiligt und sei es auch nur mit einem symbolisch kleinen Beitrag, innere Kraft und materiellen Beistand verleihen, wird in Wahrheit ein Käufer ne fesch, eine Lösung der gepreßten Herzen und Gemüter darstellen. Das Licht, die Freude und die Hilfe, die durch diese Adar-Aktion an arme Menschen vermittelt wird, wird wiederum an allen Spendern das Megillawort bewahrheiten: povi nnvvi nmn NNW Gesellschaftsreisen der Palästina-Zentrale der „Agudas Jisroel". Frankfurt a. M., 28. Febr. Die Adar-Aktion der Palästina-Zentrale der Agudas Jisroel wurde eingeleitet durch eine Gesellschaftsreise nach Erez Jisroel auf dem Dampfer „Augustus", an welcher 48 Reisende aus Deutschland, Tschechoslowakei, Holland, Polen und Schweiz teilnahmen. Die Reise erfolgte unter Leitung des Mitglieds der Exekutive der Palästina-Zentrale der A. I., Herrn Simon M u g d a n. Es wird noch Gelegenheit genommen werden, über den Verlauf dieser Reise zu berichten. Heute sei darauf hingewiesen, daß sich bereits eine Anzahl von Interessenten für eine zweite Gesellschaftsreise auf Pessach angemeldet haben. Um eine möglichst verbilligte Gesellschaftsreise arrangieren zu können, ist es notwendig, daß weitere Anmeldungen s o - fort erfolgen. Die Hinfahrt erfolgt mit dem erstklassigen Dampfer „Vulkania", der ab Newyork kommt. Die Hinfahrt mit der „Vulkania", ab Neapel, Rückfahrt mit der direkten Palästina-Linie kostet in der III. Klasse Mk. 250.—, in der II. Klasse (Touristenklasse) Mk. 330.—. Es ist ein Aufenthalt von 17 Tagen in Palästina geplant. Die Kosten des - Aufenthalts, sowie das nähere Programm wird noch bekannt gegeben. Anmeldungen, auch Anfragen find erbeten an die Palästina-Zentrale der Agudas Jisroel, Frankfurt a. M., Hanauerlanöftrahe 15. Tagung des Rates des preußischen Landesverbandes. Berlin, 20. Febr. Am 19. Februar trat der Rat des Preußischen Landesverbandes jüdischer Gemeinden zu seiner ersten Tagung im lausenden Jahre in Berlin zusammen. Der. Präsident, Kammergerichtsrat W o l f f, besprach die Lage. Bei der Feststellung des Haushaltsplanes ergab sich die Notwendigkeit, die Ausgaben des Landesverbandes soweit wie möglich einzuschränken. Die Ursache liegt in der schwierigen finanziellen Lage aller Mitgliedsgemeinden, die ihnen die Aufbringung der Umlage für den Landesverband nur mit den größten Opfern gestattet. Dem Rate lag der Entwurf eines Haushaltsplanes vor, dessen Festsetzung im einzelnen dem Kollegium der Berliner Dezernenten übertragen wurde. Es wurde beschlossen, die Umlage für 1933/34 in der bisherigen Höhe von 1 Proz. des Reichseinkommensteuersolls zu erheben. Daneben sollen diejenigen Gemeinden, denen Zuschläge zur Vermögenssteuer zufließen, auch von diesen einen Teilbetrag an den Landesverband abführen. Die Bestimmung des Zeitpunktes für die Einberufung dse Verbandstages wurde dem Kollegium der Berliner Dezernenten übretragen. Dieses soll auch auf Grund der vorliegenden Unterlagen und der im Ausschuß erfolgten eingehenden Durcharbeitung die Verträge zum Abschluß bringen, welche zwecks Gründung von Pensionskassen für die jüdischen Beamten mit den in Betracht kommenden Versicherungsgesellschaften einzugehen sind. Siedlung sabbattreuer Juden. Borlin, 21. Fetm Wie bereits gemeldet, wurde auf der im Januar ds. Js. stattgehabten Zentralkomitee-Sitzung des Welt- -perbandes Schomre Schabbos eine Resolution gefaßt, in der die Bestrebungen zur Siedlung sabbattreuer Juden auf dem Lande begrüßt werden und das t Präsidium beauftragt wird, die nötigen Arbeiten alsbald in Angriff zu nehmen unter Ausnutzung der von den Organisationen für jüdische Siedlung gemachten Erfahrungen. Das Präsidium fördert nunmehr alle Interessenten auf,' sich beim Sekretariat des Weltverbandes Schomre Schabbos, Berlin NW. 40, Thomafiusstraße 7, zu melden. Den Bewerbungen von Siedlungsanwärtern ist ein kurzer Lebenslauf beizufügen. Es wird ausdrücklich darauf hingewiesen, daß verheiratete Bewerber und solche, die in absehbarer Zeit zu heiraten beabsichtigen, besonders erwünscht sind. Tagung -er württembergischen israelitischen Landesversammlung in ernster Stunde. S t u t t g a r t, 22. Febr. Am 19. Februar tagte in Stuttgart die Württembergische Israelitische Landesversamml u u g unter dem Vorsitz ihres Präsidenten, Nschtsanwalt Dr. H a y u in, Tübingen. Im Vordergrund der Beratungen stehen wirtschaftliche und Steuerfragen. Aus der den Mitgliedern überreichten Zusammenstellung der Finanzverhältnisse der jüdischen Großgemeinden in Deutschland ist zu entnehmen, daß es keine größere Gemeinde in Deutschland gibt, deren Finanzlage günstiger und deren Steuerbelastung durch Landes- und Ortsumlag e zusammen geringer wäre als in Stuttgart. Nach längeren Ausführungen über die Höhe des Steuersatzes und den Haushaltsplan für das Rechnungsjahr 1933/34 schloß Dr. Hirsch mit dem Hinweis darauf, daß die Ziffern dieser Haushaltspläne die Betätigung der Laudesorganisation verkörpern und daß es heilige Dinge feien, denen diese Betätigung gilt. Die darauffolgenden Beratungen konzentrierten sich in erster Linie auf die Beitragsleistung an die leistungsschwachen Gemeinden und für Wohlfahrtszwecke. Schließlich wurde einstimmig der Haushaltsplan für das Rechnungsjahr 1932/33 und 1933/34 genehmigt. Die Ausgaben betragen in beiden Jahren etwas über Mk. 400.000, die Einnahmen über Mk. 210.000. Die zur Deckung des Abmangels 1932/33 zu erhebende Landesumlage wurde auf 4,4 Proz. aus der Reichseinkommensteuer und aus der dreifachen Vermögenssteuer 1931 festgesetzt. Ueber die Landesumlage für das Rechnungsjahr 1933/34 soll erst später, wenn die Ergebnisse der Neichseinkommen- und Vermögenssteuer 1932 bekannt sind, Beschluß gefaßt werden. Weitere gleichfalls einstimmig gefaßte Beschlüsse betrafen die Herabsetzung der Stolgebühren und die Erhöhung der Pflichtstundenzahl für Rabbiner und Religionslehrer. Schächtkontingentierung in Hessen undurchführbar. Gießen, 23. Febr. Die auf Antrag der NSDAP, vom Hessischen Landtag beschlossene Kontingentierung der Schächtungen im Freistaate Hessen nach dem Bedürfnis der jüdischen Bevölkerung hat, das Ministerium veranlaßt, für die dafür zuständigen Behörden eine dahingehende Polizeiverordnung zu erlassen. Nach einer sehr eingehenden Beratung aller beteiligten amtlichen Stellen über die Durchführung einer solchen Polizeiverordnung, bei der auch die Giehener Metzgerinnung gehört wurde, sind die Behörden zu dem Schluß gekommen, daß die Kontingentierungsmaß-, nahmen nicht durchführbar sind, und, wie die Verhältnisse liegen, zu einer großen Schädigung für das hessische Metzgergewerbe führen würden. Man war sich klar darüber, daß eine Kontingentierung des Schächtens dazu führen würde, daß speziell im Kreise Wählt Zentrum Feld 4 denn: Das Zentrum kämpft seit seinem Bestehen für religiöse und politische Befreiung aller Unterdrückten. 7pn9i*iim ,si gegen Klassenhaß und Rassenhaß und steht unter allen Umständen zur Volksgemeinschaft. Darum wählt Zentrum Feld 4