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Der Israelit · 1933-01-19 · Heft 3 (19.1.1933) · page 5

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Journal
Der Israelit
Volume
74 (1933)
Issue
Heft 3 (19.1.1933)
Date
1933-01-19
Page
– (sequence 5)
Language
German
Belongs to
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Nr. 3 Seite 5 19. Januar 1933 Der Israelit zustellen versuchen, was in 6er Gedankenwelt des Meisters „Empfangenes" und was darin (Originelles sei, und wie er auch das von ihm „Empfangene" modifizierte, verarbeitete, seinem Systeme anpaßte, asstmilicrtc. Wie er aus ihm gewordenen Gedanken keimen ganze Gedanken weiten voller Schönheit und Pracht, Erhabenheit und Wahrheit, voll des L'ttlichen Abglanzes, die tiefinnerste Wesenheit der Thoralehren wiederstrahlend, hervorzulocken vermocht hatte, wie an dem Systeme des Meisters selber sich die Wahrheit der Lehren exemplifizieren lasse, die er mit solch unvergleichlicher Genialität in seinen „Grundlinien einer jüdischen SMbolk" von dem Lichtbaume der Menorah herabzulesen verstanden hat: daß nämlich der „goldene Baum" der Wahrheit „von der Wurzel bis zur Blüte golden, in jedem Teile und auf jeder Stufe der Entfaltung golden — goldrein und gediegen wahr und gut," in den heiligsten Ueberlieferungen Israels verwurzelt fei! Und dieser Umstand wird uns womöglich die'22 i^ni'die geistige Erbschaft des Meisters noch tausendmal teurer machen! . . . Ja, ein solches Unternehmen wäre des Schweißes der Edelsten wert. Doch ist der Schreiber der Schranken allzusehr bewußt, die seinen Kenntnissen und Fähigkeiten gesetzt sind, daher maßt er sich nicht im Entferntesten an, etwas Vollständiges, dem Angestrebten auch nur sich Annäherndes leisten zu können. Dessen ungeachtet glaubt er, gelegentliche Aufzeichnungen, worin er einige (Duellen und parallelen zu Gedanken und Lehren des Meisters festgehalten hat, der (Öffentlichkeit nicht vdrenthalten zu dürfen. Vielleicht werden diese schwachen unzulänglichen Versuche einen Berufeneren unö Reicherbegabten anregen, um ein Standard-Werk nach der angedeuteten Richtung hin z u sch a ff e n.' Und so mögen nun m. G. H. einige solcher Aufzeichnungen in einem demnächst erscheinenden Buche zur Veröffentlichung gelangen. Korrespondenzen « Dacbricftten. .521% Dsuksches Reich. Tagung des Verbandes orthodoxer Rabbiner Deutschlands. Frankfurts. M., 10. Jan. Die Tagung des Orthodoxen Rabbinerverbandes, die vom 1. bis 3. Januar in Frankfurt a. M. stattfand und von über 30 orthodoxen Rabbinen besucht war, wurde am Nachmittage des 1. Januar durch den Ortsrabbiner, Gemeinderabbiner Josef Horowitz, Frankfurt, eröffnet. Im Aufträge des Vorstandes der Synagogengemeinde „Israelitische Religionsgesellschaft" begrüßte Herr Jacob Rosenheim die Versammlung und wünscht den Beratungen einen guten Verlauf. Der vom Vorstand erstattete Tätigkeitsbericht ermähnte, daß seit vier Jahren keine Generalversammlung mit Rücksicht auf die wirtschastliche Lage und mit Rücksicht auf die noch im Fluß befindlichen Verhandlungen betreffend die Reinerhaltung des Jichus stattgefunden hätte. Dagegen wurden in 10 Vorstandssitzungen und. in Korrespondenz mit dem Vorstand und den Mitgliedern sowie in einer Bezirkstagung der in der Nähe Frankfurts wohnenden Rabbinen, die der gemeinsamen Behandlung halachischer Punkte diente, die nötigen Arbeiten geleistet. In der Berichtsperiode habe der Verband eine Zahl schwerster Verluste führender Persönlichkeiten erlitten. Rabbiner Dr. Jonas Bondi, Mainz, der einige Zeit als stellvertretender Vorsitzender den Verband führte und lange Jahre im Vorstand war, Rabbiner Dr. Raphael Breuer, Achaffenburg, der an der Seite seines Vaters lange Jahre das Schriftführeramt des Verbandes versah, Rabbiner Dr. Jacobson, Hamburg, der noch auf der letzten Generalversammlung anwesend und Mitarbeiter in Kommissionen gewesen ist, Rabbiner Dr. Isaak Auerbach, Halberstadt, der Hauptreferent der letzten Generalversammlung, und zuletzt der Vorsitzende des Verbandes, Dajan Gerfon Posen, Frankfurt. Es gelang auf der änderen Seite, eine große Anzahl neuer Mitglieder dem Verbände zuzuführen. Es traten in den letzten vier Jahren dem Verbände bei die Herren Rabbiner Dr. Bamberger, Kissingen, Bamberger, Mainz, Bamberger, Stuttgart, Baß freund, Eschwege, C a r t e b a ch, Köln, Findlingen, Elberfeld, Cohn,' Berlim H o r o v i tz, Frankfurt, Mayer früher Heidelberg, M i ch a l s k i, Karlsruhe, Munk, Burgpreppach, Ochs, Königsberg, Schwab, Darmstadt. Der Verband umfaßt zurzeit 57 Mitglieder. Eines der Hauptarbeitsgebiete der letzten vier Jahre war das der Reinerhaltung des Jichus. Es konnten die Arbeiten auf diesem Gebiete wesentlich vorwärts gebracht werden. Der Schächtkampf hatte den Vorstand wiederholt im Laufe der Jahre beschäftigt und wiederholt Vorstandssitzungen, zum Teil gemeinsam mit den bayrischen Rabbinen, veranlaßt. Die entsprechenden Beschlüsse und Aufrufe wurden in Gemeinschaft mit dem Büro für Schächtangelegenhellen in Berlin gefaßt. In Rundschreiben an die Mitglieder wurde zur Erteilung von Kabbolaus und zur Nachprüfung derselben Stellung genommen. Von den in den meisten Punkten intern und vertraulich vom Vorstand behandelten Angelegenheiten sind für die Oeffentlichkeit herauszugreifen die Unterstützung der Schochtim- Schule bei der Frankfurter Jeschiwa, die Stellungnahme zu den Prüfungsbestimmungen akademischer Religionslehrer seitens der preußischen Staatsregierung, die Einsetzung eines öfsentlichen Taanis am 7. Adar in Gemeinschaft mit dem traditionell gesetzestreuen Rabbinerverband, die Stützung des Kölner Lehrerseminars, Aktion zur Verbilligung der Mazzaus und Beschaffung von Erez Jisroel-Esraugim, Behandlung einer größeren Zahl Lokalangelegenheiten, Erhaltung der orthodoxen Gemeinde in Jeruscholajim usw. Bei den Tagungen des Schaumre Schabbos-Vereins, des Schochtim-Verbandes, des Speise- Vereins, des Keren Hatauroh war der Verband jeweils vertreten. Die erste Sitzung behandelte ausführlich wie auch eine spätere Sitzung die Frage der Kabbolauserteilung. Es wird darüber Klage geführt, daß vielfach Schochtim, die keine ausreichende Kabbalo besitzen, die Schechito versehen und außer internen Beratungen beschlossen, die Gemeinden aufzufordern, sie sollten nur solche Schochtim an stellen, die von zwei gesetzestreuen Rabbinen Kabbolo besitzen. Das Recht des Ortsrabbiners als Moro deaßro wird davon nicht berührt. Die öffentliche Versammlung, über die in den Zeitungen schon berichtet ist, brachte nach den Begrüßungsworten des Frankfurter Rabbiners zwei inhaltsreiche Referate von Rabbiner Dr. Klein, Berlin „Die ideelle Lage der deutschen Orthodoxie" und Rabbiner Dr. Ansbacher, Wiesbaden „Die Mitarbeit der Gemeinden an unseren Ausgaben". Am Montag, den -‘‘2., erstattete zunächst Rabbiner H o r o w i tz, Frankfurt ein Referat „Ueber die Anwendung des C h au s ch e n M i s ch p o t in der heutigen Praxis", das über die Grundlage und die Anwendbarkeit des Din Tauroh-Verfahrens berichtete. Im Anschluß daran wurde beschlossen: „Der orthodoxe Rabbinerverband ruft die jüdischen Gemeinden dazu auf, ihre Gemeinde Mitglieder zu veranlassen, ihre bürgerlichrechtlichen Streitigkeiten im Wege des Schiedsgerichtsoerfahrens vor dem Din Tauroh a u s z u t r a g e n." Bei dem Rabbinat der Israelitischen Religionsgesellschaft Fanksurt wurde zur Vermittlung des Erfahrungsaustausches eine Zentralstelle für Rabbinatsschiedsgerichte eingerichtet. Herr Rabbiner Dr. Klein, Nürnberg erstattete ein umfassendes Referat über „Vorschläge zur Abwehr der Angriffe auf die Ehegesetze". In sehr ausführlicher Diskussion wurden alle mit diesem Thema zusammenhängenden Fragen erörtert und im Anschluß beschlossen: „Die G e n e r a l v e r s a m m l u n g n i m m t m i t sviedigUNgKenntnisvondenvorbereitenden Maßnahmen zur Sicherung der Familienreinheit. Sie beauftragt den Vorstand, die bisherige Arbeit in gleicher Art zu Ende zu führen." Rabbiner Dr. Klein, Berlin gab internen Ergänzungsbericht über die ideelle Lage der deutschen Orthodoxie. Der geamte Montag Nachmittag wurde der ausgiebigen internen Diskussion in den verschiedenen Angelegenheiten gewidmet. Es wurde eine Reihe von Resolutionen beschlossen. „Der orthodoxe Nabbinerverband st eilt mit Bedauern fest, daß in jüngerer Zeit im Leben der jüdischen Oefsentlichkeit Vorgänge stattgefunden haben, die mit dem Kewaud H a - tauro nicht vereinbar sind. Es steht mit dem Kewaud Hatauro und dem jüdischen Religionsgesetz in unversöhnlichem Gegensatz, unantastbare rabbinische Persönlichkeiten nach jahrzehntelangem Wirken gegen ihren Willen in den Ruhe st and zu versetzen. Vollends zerstörend und zu unermeßlichem Schaden des gesetzestreuen jüdischen Lebens muß es wirken, wenn interne G e m e i nd e v e r h ä l t n i s s e in einer den Rabbiner herabsetzenden Weise in die Presse getragen werden. Die Judenheit muß dessen eingedenk sein, daß der Zerstörung der Kewaud Hatauroh die Z'erstörung der Tauroh selb st folgt." Eine weitere Resolution betrifft die Arbeit für E r e z I i s r o e l. Es wirb beschlossen: „Der orthodoxe Rabbinerverband erachtet es angesichts der Aufbauarbeit in Erez Jisroel als dringend geboten, daß von orthodoxer Seite alles M ö g l i ch e a u f g e b o t e n werde, um orthodoxe I e h u d i m zur möglichst gruppen weisen Ansied l u n g i n Palästina zu veranlassen.und ihnen bei der Ansiedlung die weitg e h e nd ste materielle und moralische Unterstützung? utell werden zu .mssen. Rur durch tatkräftige Mitarbeit um Ausbau des Landes seitens bewußter orthodoxer Jehudim kenn es gelingen, dort eine geistige Atmosphäre zu schaffen, die den Sieg des Souveränitätsgedanken der Thora in allen privaten und öfsentlichen Unternehmungen verbürgt". In Anbetracht der wirtschaftlichen Nöte der Zeit beschließt die Generalversammlung: „Der orthodoxe Rabbinerverband sieht mit Besorgnis und Mitfühlen die in den gesetzestreuen Kreisen besonders drückende La st der wirtschaftlichen Not. Es darf die Oeffentlichkeit versichert sein,daß er es als eine der dringendsten Amtspflichten des Rabbiners an sieht, an den Lebenslüsten der Einzelnen mitzutragen und für die Existenz eines jeden tätig zu sein. Er ruft die Oefsentlichkeit auf, das Vertrauen auf G'tt auch in schweren Zeiten nicht zu verlieren und sich der alles zum Guten lenkenden Vorsehung anzu vertrauen. Er bittetun d beschwört aber auch die deutsche Judenheit, das heilige Erbe unserer Väter, die lebensnotwendigen I n st i t u t i o - neu der deutschen orthodoxen Gemeinden trotz der Not der Zeit mit allen Kräften erhalten zu h e l f e n." Einen weiteren wesentlichen Tagungsteil, Kaschrusangelegenheiten, behandelte das Referat von Rabbiner D u k e s z , Altona. Im Interesse eines einheitlichen Verfahrens wurden eine Reihe Beschlüsse hier gefaßt. In der Wahl zum Vorstand wurden die bisherigen Vorstände wieder gewählt, und neu gewählt die Herren Rabbiner Josef H o r o w i tz , Frankfurt, Dr. Josef Breuer, Frankfurt, Dr. Munk, Ansbach. Der Vorstand konstituierte sich noch mährend der Generalversammlung und beschloß, die Leitung der Geschäfte einem dreigliedrigen Direktorium zu übertragen, das aus den Herren Rabbiner Horowitz, Frankfurt, zugleich Vorsitzender, Rabbiner Dr. Klein, Nürnberg, zugleich stellvertretenderDorsitzender und Rabbiner Dr. Merzbach, Darmstadt, zugleich Schriftführer des Verbandes, besteht. Eine Reihe weiterer Beschlüsse wird erst demnächst der Oefsentlichkeit übergeben. Zum Schluß wird folgende Resolution angenommen: „Der Orthodoxe Rabbinerverband fühlt sich verpflichtet, die Aufmerksamkeit der Elternhaus die Gefahren zu lenken, die der religiösen Erziehung der Jugend aus den Strömungen der Gegenwart drohen. Besonders zerrüttend wirkt die Ueberfchreitung der Zenius-Grenzen,die von dem Religionsgesetz in tiefer Kenntnis der menschlichen Natur errichtet worden sind. Nachdrücklichst warnt der Orthodoxe Rabbinerverband vor Benutzung der sogen. Familie n b ä d e r, die eine glatte Verletzung klarer. Religionsgesetze dar stellt.

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