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Der Israelit · 1932-12-15 · Heft 51 (15.12.1932) · page 9

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Journal
Der Israelit
Volume
73 (1932)
Issue
Heft 51 (15.12.1932)
Date
1932-12-15
Page
– (sequence 9)
Language
German
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Nr. 51 Seite 9 15. Dezember 1932 wiesen werden. Die deutschen Juden aber Hätten während des Krieges bewiesen, wie sehr sie sich als Deutsche fühlen und. zum Deutschtum stehen. Von den 550 000 jüdischen Deutschen waren 96 000 Soldaten. Ueber12 000 sind gefallen. Das deutsche Judentum müsse es auch ablehnen, für die Verfehlungen Einzelner in seiner Gesamtheit verantwortlich gemacht zu werden. Es sei absurd, bestimmte politische Richtungen und Weltanschauungen als typisch jüdisch zu bezeichnen. Großen Eindruck machten zum Schlüsse Ansprachen des Universitätsprofessor Är. Heimberger, des katholischen Geistlichen' Dr. Kaufmann und des evangelischen Geistlichen Direktor Melle, die sich alle gegen Haß und Verhetzung aussprachen. Einweihung des attneuen Gemeindehauses in Frankfurt a. M. — Huldigung an die Rothschilds. Mit einer schlichten Feier wurde am Sonntag, den 11. Dezember, das von Grund auf umgestaltete und erweiterte Verwaltungsgebäude der Israelitischen Gemeinde Frankfurt a. M. eingeweiht. In dem geschmackvollen Sitzungssaal der Repräsentanz hatten sich sämtliche Gemeindekörperschasten und viele geladene Gäste eingefunden: die Feier gestaltete sich zu einer großen Huldigung für die „Rothschilds", die den Umbau ermöglicht hatten. Nach Chor- und Psalmgesängen folgten Ansprachen von acht Vertretern der Gemeindegremien und Organisationen. Justizrat Dr. Blau huldigte als Redner des Vorstandes dem dahingegangenen Vorstandsmitglied Julius Goldschmidt, der sich ebenso wie der zur Feier erschienene Rudolf von Goldschmidt-Rothschild als Vertreter der Familie Rothschild um die Durchführung des Baues verdient gemacht hat. Dr. Rich. M e r z b a ch sprach für die Gemeindevertretung. Es folgten Ansprachen von Dr. Caesar Seligmann und dem konservativen Gemeinderabbiner D,r. I. Hasfmann, Otto Bonwitt sprach für die Baukommission, der Architekt Richard Kausm a um und Dr. Felix K a u s f m' a n n sprachen für die Gesellschaft zur Erforschung jüdischer. Kunstdenkmäler. D er I s r a e.l i t Syndikus Dr.. M a y e r lieh zum Schluß als Sprecher der Beamtenschaft in einer launigen Rede altsranksurter historische Reminiszenzen aüklingen. Mit einem Schlußchor schloß die Feier. Das neue Gemeindehaus befindet sich im alten Bankgebäude der Rothschilds, also in einem Alfrankfurter Patrizieryause, das nach dem großen Brand in der „Judengasse" (1796) für das aufstrebende Unternehmen gebaut wurde. Es blieb Bankhaus bis 1901: die Erbin, Frau Baronin Edmond de Rothschild in Paris, machte es im Jahre 1912 der Israelitischen Gemeinde zum Geschenk, die es nach dem Kriege als Verwaltungsgebäude in Benutzung nahm. Trotz der Ungunst der Derhältnisse wurde es durch eine Stiftung der Familie Rothschild er-- möglicht, das Haus im vergangenen Jahre einer inneren Umgestaltung zu unterziehen und es durch einen Neubau auf dem benachbarten Anwesen Börnestraße 54 zu erweitern. Vom alten Bankhaus Rothschild sind nur das Privatkontor der beiden letzten Inhaber, der Freiherren Mayer Carl und Wilhelm Carl von Rothschild, der Treppenaufgang und das Aeuhere des Hauses vollständig in der ursprünglichen Form erhalten geblieben. Im Erdgeschoß ist jetzt die große Gemeindebibliothek mit Lesesaal und das Gemeindearchiv untergebracht. Das „Rothschild-Museum" — so heißt von jetzt ab das demnächst wieder zur Eröffnung gelangende „Museum jüdischer Altertümer" — hat wieder im ersten Stock Platz gesunden. Die zwei Rothschild-Zimmer sind unverändert geblieben, der übrige Museumsraum wurde verdoppelt. Die Büro- und Verwaltungsräume der Gemeinde befinden sich im zweiten Stock, die Vorstandsbüros, Sitzungssäle für die Repräsentanz und die anderen Gremien im dritten Stock. Am Eingang des Hauses wurde eine Gedenktafel angebracht, deren Inschrift in kurzen Sätzen die schicksalsreiche Geschichte des Rothschild-Hauses erzählt. Die Umgestaltung des ganzen Gebäudekomplexes unterstand der Planung von Architekt 'Richard Kaufmann, während die örtliche Bauleitung Ernst Schragenheim innehatte. Sijum-Yagodcrul der „Chewra-Schaß. Von der Leitung der Chewro-Schaß, Ostendstraße 18, wird uns ungeteilt, daß der S i j u m - H a g o d a u l am 1. Januar, wie bisher in der Frankfurt-Loge stattfinden wird. Näheres werden wir in der nächsten Nuuuner des „Israelit" Mitteilen. Verein Rlekor Ehajim. Am Freitag, den 23. Dezember, abends (1. Tag nznsn) veranstalten wir eine geinütliche Freitag-Abendzusammentünft im Vereinslokal, Langestr. 18. zu der wir Mitglieder und Freunde, insbesondere junge Leute, herzilchst einladen. Näheres veröffentlichen wir in der nächsten Nuuuner an gleicher Stelle. Wohnräume der Weiblichen Fürsorge. Sonntag, den 13. Noavember. fand im Noxy-Palast eine Filmaufführung „Der Jazzfänger" zu Gunsten der Wohnräume der Weiblichen Fürsorge statt. Ein zahlreiches Publikuin hatte sich eingefunden, das mit Anteilnahme der Handlung folgte. Es ist anzunehinen, daß auch der wirtschaftliche Erfolg ein guter war. dank zum Teil auch dem Entgegenkommen des Eigentümers des Roxy-Palastes, Herrn Margulies, und der Filmverleih-Anstalt, des Herrn Lachmann, die der Weiblichen Fürsorge weitgehendst entgegengekommen waren. Die Wohnräume der Weiblichen Fürsorge, Bäckerweg 26, die Frauen und Mädchen jeglichen Alters zu billigem Preise behagliche Wohn- und Schlafräume bieten (Heizung, elektrisches Licht, fließendes Wasser) können von Interessenten jederzeit besichtigt werden. Jüdischer Turnerbund. Für die an den Weihnachtstagen angekündigte Tour ist folgende Wanderung geplant: Wiesbaden-Chausseehaus—Zacke—Kloster Eberbach—Rüdesheim. Die Kosten für Fahrt und Uebernachtung betragen ca. Mk. 4.50. Anmeldungen sind bis spätestens kommenden Montag auf dem Turnboden Annaschule, Rechneigraben erbeten. 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Die Schulkommisston beabstchtigt unter Vorbehalt der Genehmigung des.Budgetpostens durch hie nächste.Gemeindeversammlung aus Pefsach'lWS die Stelle eines l.- . I; V r'" ’ ) •'. )•• ‘ | ,r.3 IIi - . "i.’l'i: neu zu besetzen. GesuchLwird ein erstklassig., gesetzestr. jüng. Pädagoge (nicht Rabbiner) mit' pbgeschl .seminär. Lehrgänge, der eine erfolgr.'pavagüg. Tätigkeit Nachweisen kann, oder Oberlehrer mib enispt.^BefähitzttNtz. Gehalt nach Übereinkunft. Penflon,geregelt. Bei Konventenz Lebensstellung Beiverbg^stnd mit,ausführlich, curriculum vitae und Angabe von Refer. bis spätestens 15. Januar 1838 zu richten an den Schulprästventen: Nechtsantvatt Dr. Edmond Goetschel Gerbergasse 42 in Basel. Zeitgemäße Preise I Pauschalpreis von Mk. 100.— pro Woche G-OLDSCH MIOT, BAD HOMBURG Leitender Arzt: Dr. Leibowitz Rechtzeitige Anmeldung erbeten fs» Inhaber Eckhard Mod e r n e Hüte und Mützen Hauptgeschäft: 119 Fahrgasse 119 (Konstabler Wache) Filiale: 52 Taumisltraße 52 (Induslriehaus) Diabetiker! Torten, Gebäqk und Teegebäck , Pralinen und Schokolade empfiehlt , i; Konditorei Schneider, Zeit 86 Analysen liegen zur Emsickt offen. 'd lliarnang. Da in mehreren, Zeitungen ein Concurs! erschiene« ist betreffend Aufnahme eines nn in der Synagoge m,i machen wir die Herren Kandidaten aufmerksam, daß der Vorstand keinerlei Verantwortung übernimmt für irgendwelche Vereinbarung mit den Herren a’Kaa Der Vorstand der Gemeinde mn 'p'm» Antwerpen. . In streng rituell geführtem^ - ' Altersheim in Frankfurt a. M. i einige* JPleilze für Herren lind Damen frei. Offerten unter Ä. 2s an das' Ännoüc.Äurö Julius! Schmidt» -Frankfurt a. M., Dstehdstr^'83. 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