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Der Israelit · 1932-12-15 · Heft 51 (15.12.1932) · page 7

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Journal
Der Israelit
Volume
73 (1932)
Issue
Heft 51 (15.12.1932)
Date
1932-12-15
Page
– (sequence 7)
Language
German
Belongs to
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Nr. 51 Seite 7 15. Dezember 1932 D e r J .s r a e t i t Weife behandelt und die vitale Notwendigkeit all der vorgesehenen Posten überzeugend nachgewiesen wurde, war für die Annahme entscheidend. Dagegen konnte die zionistische Opposition nicht aufkommen. Daß der zionistische Dosor Kirschenbaum mit schwersten Beschimpfungen gegen die Orthodoxie hervortrat, war noch zu verstehen, weniger aber, daß auch der Misrachivertreter M i t l ander in den Chorus mit einstimmte undsein Veto gegen die Posten für dieJeschiwottz einlegte. Nach Beendigung der Sitzung hielten die Zionisten, eine Art Protestmeeting.ab. Es kam zu Unruhen auf der Galerie, die durch die Polizei geräumt werden mußte. - Das Budget ist definitiv angenommen. Es berücksichtigt, wie bereits wiederholt mitgeteilt, in ausgiebigem Maße alle religiösen Belange und streicht die Subventionen für Keren hajessöd und Keren kajemeth. Eine neue Sensation in Lemberg. Moses kah ist nicht der Mörder Grolkorvskis. L e m b e r g, 9. Dez. Die polizeilichen Untersuchungen in der Mordaffäre G r o t k o w s k i, die der Ausgangspunkt zu den mehrtägigen pogromartigen Ausschreitungen in Lemberg gewesen ist, haben zu einer Sensation geführt. Während bisher die die Untersuchung führenden Polizeistellen den Beteuerungen des verhafteten Moses K a tz und der Mitverhafteten Keller, Schmer und Thune, daß sie zwar in der Nacht zum 26. November vom Studenten Grotkowski und seinen Kommilitonen angerempelt worden waren, daß sie sich aber a n d e r M e s serstecherei nicht beteiligt hätten und an dem Tode Grorkowskis nicht die geringste Schuld trügen, keinen Glauben schenkten, wurden in der letzten Phase der Untersuchung neue Momente zutage gefördert, die keinen Zweifel darüber lassen, daß unter den vier erwähnten verhafteten Juden keiner den tödlichen Stoß gegen Grotkowski geführt hat. England. Einigung in der Schechitofrage. London, 9. Dez. Dem englischen Parlament liegen zur Zeit zwei Gesetzentwürfe vor, die sich mit der Regelung des Schlachtwesens befassen. Der in Aussicht genommene allgemeine Betäubungszwang soll, wie früher ausführlich gemeldet, für .die rituelle Schechito im-Einklang mit den religionsgesetzlichen Bestimmungen in Wegfall.kommen, wobei bedingt wird, daß ,die Schechito von einem durch die offizielle „rabbinische Kommission" autorisierten Schächtbeamten vorgenommen ist. Ueber die Zusammensetzung dieser rabbinifchen Kommission schwebten langwierige Verhandlungen zwischen dem Chief-Rabbi einerseits und der Union orthodoxer Gemeinden, die aber nun glücklich zu einer Einigung geführt haben. Darüber hinaus haben Chief-Rabbi, United Synagogues, . sfardische Synagoge und Federation oi Lynagogues zusammen mit der Union orthodoxer Gemeinden, dem Londoner Schechito-Doard, dem Board of Deputies und dem- Schechito- Board von Manchester ein Uebereinkommen getroffen, das in detaillierter Weife die Anstellungsbedingungen und Anstellungsverhältnisse der Schochtim überall regelt und sich für die Sicherung einer einwandfreien Schechito in England als überaus wertvoll erweisen wird. Dabei ist ängstlich vermieden, in die Kompetenz der einzelnen Rabbiner einzugreifen, soweit es sich wirklich um ordnungsmäßig angestellte Rabbiner handelt, die ntoan mnn besitzen und ihre ganze Zeit einer Gemeinde widmen. Für eine jüdische ivelt-Mrtschaftsionferenz. London, 9. Dez. Das Exekutivkomitee der Föderation jüdischer Hilfsorganisationen Englands hielt unter dem Vorsitz von Dr. D. Jochelmann, Präsidenten der Föderation, eine Sondersitzung ab, die dem Problem der Stärkung der jüdischen wirtschaftlichen Positionen in den verschiedenen Ländern, in denen durch die den jüdischen Berufen abträgliche neue wirtschaftliche Entwicklung und infolge des wirtschaftlichen Antisemitismus große jüdische Mästen ins Elend geraten sind, gewidmet war. . Es wurde eine Resolution angenommen, in.der hie Einberufung einer jüdisch Welt-Wirtschaftskonserenz zur Beratung über Mittel, wie die Ursachen der zusätzlichen jüdischen Writschaftskrise - beseitigt .werden können, ins Auge gefaßt wird. Zur Erwägung der Einberufung einer solchen Konferenz wurde ein Komitee eingesetzt, dem Dr. Jochelman, Chefredakteur. Morris Myer, der Sekretär der Weltorganisation Agudas Jisroel, H. A. Goodman, Dr. M. Behr, Rev. H. Maxrowitsch und W. P. Williams angehören. Das Komitee wird , sich mit dem in Genf gebildeten Komitee zur Vorbereitung des Jüdischen Weltkongresses, bezw. mit dem Berliner Kongreßbüro, in Verbindung setzen und auch einen Kontakt mit allen jenen Organisationen herzustellen versuchen, die sich mit' jüdischen Wirtschaftsproblemen befassen. Morris Myer, der die Resolution einbt achte, wies darauf hin, daß in verschiedenen Ländern immer mehr jüdische Massen deklassiert werden und unterzugehen drohen. $). A. Goodman erklärte, die Exekutive der Agudas Jisroel habe ihn ermächtigt, den Plan einer Weltwirtschaftskonferenz zu fördern. Sprechsaal. Die Ecken des Haupthaares. In dem Umstande, daß die aman in Polen und Galizien sehr lange oirrs stehen lassen, erblickt der gsch. Einsender den Grund dafür, daß diesem Verbot der Thora auch in manchen gesetzestreuen Kreisen nicht vollwertige Wichtigkeit zuerkannt' wurde. Ich möchte daraus Hinweisen,daß die Juden in Peinen, ausnahmslos, von frühester Kindheit an, lange, sehr lange nnw tragen. Diese waren bekanntlich niemals in Polen und Galizien. Die historische Ueberlieferung weiß es, daß die versprengten jüdischen Reste in den Ländern des Pemen aus der ersten Verbannung stammen. Sie wollten nicht mit Esra nach Erez Jisroel zurückkehren, weil sie von einer Ueberlieferung Kenntnis.Hätten, daß nur das dritte Beth Hamikdafch ewigen Bestand haben werde. Mit einer harten Drohung Esras wird auch die historische Tatsache in Verbindung gebracht, daß die Jemeniten dauernd in unsäglicher Armut und Galutbedrückung leben. Andererseits wird aber auch darauf hingewiesen, daß es Esra nicht beschieden war,, im Heiligen Lande die letzte Ruhe zu finden. Seine Grabstätte befindet sich in pxV rin' Merkwürdigerweise vermeiden es Pemeniten auch in Erez Jisroel und auch heutzutage noch, ihren Kindern den Namen „Esra" zu geben. Dies alles nur nebenbei bemerkt, zur Erhärtung dessen, daß auch die Sitte deC längen mso keineswegs als östliche Observanz, wohl aber als uralter, auf herkömmliche Tradition, auch, wie der g. Einsender sich ausdrückt: auf mman nw, beruhende Norm zurückzuführen sei. Mit dem völligen Abschneiden der vrrin nina scheint es sich so zu verhalten, wie mit der „Barhäuptigkeit", die auch in - manchen orthodoxen Kreisen von der leichten Seite genommen wird. In den jüngsten Jahren hat sich in diesen Belangen,allerdings eine Aenderung zum guten vollzogen. Es wird aber sicherlich in Schule und Haus auch noch bester kommen. In diesem Zusammenhänge möge auch von einem anderen Haarschmuck einiges gesagt sein. Ich meine die Stirnlocke, die gerade an der Stelle von vrri Vv> pVan hervorragt. Der Ort für-Kopftefillin ist üekannllich vom Anfänge der Haarwurzeln bis da, wo des Kindes Gehirn weich ist. Nun.handelt es sich um das Verbot der nysn zwischen der ©sn V© nVan und dem Kopfhaar. Das Kopfhaar an sich verursacht ferne nx’m Die maßgebenden Dezisoren, wie anaa na und Vp©n rnsna bestimmen jedoch ausdrücklich, daß dies nur beim gewöhnlichen, bezw. gleichmäßigen Haarwuchs der Fall sei. jvnytf.i jik wawa pVrrn nnan nypavan’aaV nniVa pinaan |tn» VaN pa nwaV-nvaVn rnycn prv> kV© .ns’spn orvtyi ©*nn bv nVy»V •wwiri «räW nana ,a»ava Jene aber, die sich eine: Stirnlocke wachsen lassen und beim Tefillinlegen die Lockenhaare, hinaufschieben, damit diese nicht zwischen den Augen-hinuntergleiten, haben es sicher mit dem vx xn-Verbot zu tun. Das kann man nicht mehr gewöhnlichen Haarwuchs nennen, mVv.i ^ny hält auch großgewachsenes Haar für erlaubt, fügt aber ausdrücklich hinzu: . ~ rmanaipaV *irm aipa V© iy©.i ms aa aaaa© nmVn iV v> bk ’Vik pi -ntn aipaa Vnan ■>yaan iy©n kV Vbk »nysn ©v>kyi nta ,pVsn •nn papaV pna viva anaan Wenn aber die Haarlocke eine solche Ausdehnung hat, daß an die Tefillinstelle auch. Seitenhaar hinzukommt, das nicht zum natürlichen örtlichen. Haarwuchs gehörtz so verursacht das, wohl verbotene ns'sn An diesem richtigen Brauch sei nicht zu zweifeln. Ich gestatte mir deswegen jenen unserer Charedim, die nasaä mpipia sind, insbesondere unseren vorbildlichen awan rnaVv. und niin »aa, die-bisher entgegengesetzter Meinung waren, zu empfehlen, ihr bisheriges Verhalten in dieser Frage einer halachischen Revision zu unterziehen, um pin w Vy festzustellen, ob und welche Art von Stirnlocke hei dem, so liebgewonnenen Herrnscheitel von dem in Rede stehenden mrsn tiok . als einwandfrei gelten können. H. Vermischtes. Eine neue Gesellschaftsreise. der Palästina-Zentrale der Agudas Iisroel. * Frankfurt a. M., 12; Dez. Wie aus den „Blättern" zu dieser Nummer sich ergibt, wird von der Palästina- Zentrale der Agudas Jisroel eine Gesellschaftsreise nach Erez Jisroel vorbereitet. Die Preise werden noch bekanntgegeben. Das Programm wird im wesentlichen wie im vorigen Jahre ausgeführt. Burgpreppach, 10. Dez. Herr Rabbiner Saul Munk aus Berlin, Mitglied einer bekannten hochangesehenen Rabbinerfamiiie, übernahm am 5. Dezember das B e - zi'r.ksrabbinat Burgpreppach und die Leitung der damit verbundenen Talmud Thora-Schule. Mit Rücksicht auf den Ernst der Zeit sah die Gemeinde von einer größeren Feier ab und beschränkte sich auf einen schlichten aber herzlichen Empfang. Am Freitagabend wurde der Herr Rabbiner mit Gesängen im G'tteshause empfangen und am Sabbatmorgen durch eine Reihe Chorgesänge.während des G'ttesdienstes geehrt. Mit großer Hingabe und viel Geschick hatte Herr Lehrer Linz seinen Knabenchor geschult, dessen Leistungen uneingeschränkte 'Anerkennung aller Zuhörer fanden. In einer geistvollen Antrittspredigt verstand es sodann Herr Rabbiner Munk, sich die Herzen der Gomeindemitglicder zu gewinnen. Cr erinnert auch daran, daß die Gemeinde Burgpreppach und die Gemeinden des Bezirksrabbinats sowohl um die Erhaltung des Rabbinats gekämpft haben, als auch darum, einen Rabbiner zu bekommen. der Thorageist verbreitet. Diesen Geist in Verbindung mit ihrem Rabbiner in die Tat umzusetzen, muß das Bestreben der Gemeinde sein. In seinen Schiurvorträgen, die im Laufe des Schabbos weiter stattfanden, ließ der neue würdige Raw seinen begeisterten Zuhörern einen Blick in das weite Feld seines talmudischen Wissens und seiner hervorragenden ^nn-Kenntnis tun. Möge der Gemeinde Burgpreppach und dem Rabbinatsbezirk das bestimmt segensreiche Wirken eines solchen Führers auf viele Jahre erhalten bleiben. Bechhofen- 10. Dez. Am 25.^ Marcheschwan 5493 (1732), also vor genau 200 Jahrer^chflt der Künstler und Schriftgelehrte Elieser S u h m a n n die Ausmalung und Ausstattung unserer weltberühmten Scheunensynagoge vollendet und damit ein einzigartiges Denkmal jüdischer Kunst den späteren Generationen hinterlassen. Weil in Anbetracht der schweren Zeit von einer größeren Feier abgesehen wurde, gedachte Herr Lehrer G o l d b e r g am daraufolgenden Schabbosg'ttesdienst in einer kurzen Ansprache dieses großen Künstlers mit dem Wunsche, '"©ri möge unserer Gemeinde dieses „kleine Heiligtum" auch weiterhin beschützen und erhalten für alle Zeiten. Köln a. Rh., 8. Dez. Am Sonntag den 4. Dezember fand die diesjährige ordentliche Mitgliederversammlung der Talmud Tauroh-Hohenstaufenring - statt. Aus den Berichten über die ideelle und materielle Leistung ist folgendes hervorzuheben: In denn Jugendunterricht der Talmud Tauroh-Lehranstalt erhalten täglich 125 Jugendliche beiderlei Geschlchts in 12 Abteilungn Unterricht in allen Disziplinen. Hinzu kommen Schiurim für junge Kaufleute und Studenten und die regelmäßigen Abendschiurim für Erwachsene und die Sabbatvorträge. Mehrmals im Jahre wurden die Eltern zu öffentlichen Prüfungen eingeladen und konnten sich von den Leistungen und erzielten Erfolgen überzeugen. Im Berichtsjahr haben zwei Abiturienten unserer Anstalt das Rabbinerseminar in Berlin bezogen, die wie sämtliche Schüler..die von der.Kölner Talmud Tauroh in früheren Jahren dorthin gegangen sind, sofort in , die Oberstufe ausgenommen werden konnten.. Zu beklagen ist es, daß viele Eltern unserer Schüler init dem Lehrerkollegium ihrer Kinder keine Fühlung suchen und ohne Ueberlegung die Kinder Kreisen zuführen, die mit dem, was sie in der Talmud Thora sehen und lernen, sich nicht in Uebereinstimmung befinden. Die Eltern, die ihre Kinder höheren Schulen zuführen, während sie selbst solche nicht besucht haben, täten gut daran, die Vorträge der Talnmd Tauroh zu besuchen in denen die. Probleme der Wissenschaft und des Lebens vom Standpunkt der Tauroh erörtert werden, die die Herzen der Jugend heute bewegen. Die Eltern könnten dann ihren Kindern bei deren inneren Kämpfen ganz anders beistehen, als sie es heute vermögen. Der Kassenbericht stand unter dem Zeichen der Not der Zeit. Die Gehälter liegen unter dem Existenzminimum und auch diese können nicht ausbezahlt'werden. Angesichts der großen Zähl der Kölner Judenhöit weist die Talmud Tauroh. die schon 72 Jahre besteht, die winzige Zahl von 250 Mitgliedern auf. Durch die geldliche Notlage und die engen Räume, die der Talmud Tauroh zur Verfügung stehen, ist sie nicht in der Lage, in der Oefsentlichkeit durch Vorträge und Veranstaltungen für ihre Ideen zu werben. Bei der Neuwahl in den Vorstand wurde Herr R o s e n z w e i g wieder und Herrn Ernst Stern neu gewählt. Telschi, 10. Dez. .Am Dienstag, den 7. Kislev, fand die Einweihungsfeier des neuen Gebäudes für den Wia B’am der Telscher Ieschiwah statt. Der Neubau, aus einer Stiftung von Frau Nahe! Lea K a tz ‘my Johannisburg S.-A. errichtet befindet sich unmittelbar neben dem Gebäude der Jefchiwah und enthält in seinein Erdgeschoß eine geräumige Mensa für ihre Bachurim. Zu der für heutige Zeiten ungewöhnlichen Festlichkeit hatten sich zahlreiche Gäste, ehemalige Schüler und Gönner der Jefchiwah wie frühere Mitglieder des VVo eingefunden, um mit der gesamten Jefchiwah und ihrer Leitung die Stunde, festlich zu begehen, in der die vor 9 Jahren noch von' Rabbi Josef Löb Bloch V"st gegründete „krönende Spitze" der Jefchiwah auch äußerlich ihre

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