Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 73 (1932)
- Issue
- Heft 50 (8.12.1932)
- Date
- 1932-12-08
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 8 Nr. 50 :-h!* liMMj i-m Der 3 s r a el i i 8..^ Dezember 1932 Personalien. Wiesbaden, 4. Dez. Frau Jakob Klaus Ww., Franziska gab. Heyum, ist in Rülzheim (Pfalz) im Alter von 74 Jahren gestorben. Die Trauer um diese treffliche fromme Frau ist allgemein. n"3Lw. _ Sulzburg, 5. Dez. Im Alter von nur 52 Jahren ist Berthold Dukas, einer der Würdigsten unserer Gemeinde, verschieden. Eine tückische Krankheit hat ihn, den immer Ärbeitsfrohen, trotz aufopferndster Pflege der Gattin, jäh dahingerasft und eine unersetzliche Lücke geschaffen. Sein wunderbares Familienleben war durchtränkt von tiefer und echter Frömmigkeit, und fein jüdisches Heim war jedem Armen weit geöffnet. Das Wohl der Gemeinde war ihm heilig. Seine orthodoxe Einstellung (er war ein glühender und treuer Verehrer von S. R. Hirsch V'r. und dessen Schriften), die er mit einer Entschiedenheit vertrat, ging Hand in Hand mit aller gewinnenden Versöhnlichkeit und Menschenliebe. Musikalisch und stlmmbegabt. war er ein begeisterter Freund des nun und beherrschte zahleiche o'äia'j- Ergreifend war es, wie er an den v'nin w»' vorbetete. In der p"n betätigte er sich an erster Stelle. Zu seiner fanden sich zahlreiche Freunde von Nah und Fern ein, auch die gesamte nichtjüdische Einwohnerschaft erwies dem allbeliebten Manne die letzte Ehre. An der Bahre schilderten Kantor Strauß, Freiburg, der Schwager des Verstorbenen, swoie Kantor A l p e r o w i tz , Sulzburg, das segensreiche Leben des Verewigten und den schweren Verlust, den seine Familie und Gemeinde erlitten. .N"32U1 Die Woche. Anmeldungen in der S. R. Hirsch-Schule zu Ostern 1933. Die Anmeldungen von Kindern für die S. R. Hirsch- Schule werden bis Montag, den 19. Dezember 1932, jeden Tag von 10—11 Uhr, Freitag von 11—12 Uhr, in der Kanzlei der Schule angenommen. Geburtsschein und schein sind mitzubringen. Zur Erhaltung der S. R. Hirsch-Schute. Der Ausschuß zu r Erhaltung der Samson Raphael Hirsch-Schule veranstaltet am Mittwoch, den 28. Dezember, abends 8 Uhr, in. fämt- V-chen Räumen der Frankfurt-Loge einen großen S p i e U und Gesellschaftsabenü zu Gunsten der Schule. Bridge und Skatpartien: Unterhaltungsspiele aller Art und sonstige Darbietungen. Eintrittskarten a Mk. 1.— zu bestellen Vi Frau Ludwig Strauß. Palmstraße 9. Tel. 44 773. Chanukah-Fest-Konzert. Anläßlich Chanukah veranstaltet Max N e u m a n n Dienstag, den 27. Dezember, abends 8.15 Uhr ein Festkonzert im Saalbau. Zur Mitwirkung wurden gewon-. nen: Hauptkantor W. L e w i, Mannheim (Tenor); Benno Ziegler vom Frankfurter Opernhaus (Bariton); Hugo K o l b e r g, 1. Konzertmeister am Frankfurter Opernhaus (Violine); Ernst Wolfs, Kapellmeister am Frankfurter Opernhaus (am Flügel) und das Frankfurter T o n k ü n st l e r o r ch e st e r. Künstlerische Gesamtleitung: Max N e u m a n n. Eintrittskarten sind in den bekannten Vorverkaufsstellen Lina Schott, B. Firnberg, Joh. Andre, Kaufhaus Wronker sowie in den hebräischen Buchhandlungen Rachelsohn, Sandweg 6c und Bergmann,. Ällerheiligenstraße erhältlich. Agudistische Frauen-Orlsgruppe. Vor einer sehr zahlreich erschienenen Zuhörerschaft sprach am Montag, den 5. Dezember Herr Dr. Karl Landauer über: „Psychoanalyse und Pädagogik". Redner begann damit, daß er erklärte, daß zwischen den Menschen Interessengegensätze bestehen, deren Ausgleich nur möglich ist, wenn man vorher ehrlich sich mit diesen Gegensätzen befaßt hat. Da der einzelne Mensch innerhalb verschiedener Lebenskreise steht, so sind auch in ihm Interessengegensätze, deren Vertuschung von schlimmen Folgen sein kann. Im gewöhnlichen wagt man sie nicht zu überdenken. Die Analyse dagegen deckt sie auf und macht so das Unbewußte bewußt. An Hand mannigfacher Beispiele von Aussprüchen kleiner Kinder im Alter von 4—6 Jahren illustriert der Redner nun!die Schwierigkeiten, die sich in der Erziehung des Kindes zeigen. Redner hebt besonders hervor, daß unter den Aufklärungen nicht etwa die sexuelle in der Erziehung des Kindes den Hauptpunkt bilden müsse, sondern vielmehr noch die bei dem Kind zuerst auftauchende Frage des: „woher" und: „was dann" im Vordergrund stehen muß. Die allerschwierigste Aufklärung aber ist für die Eltern die Frage nach den Grenzen des Erwachsenen, nach der Autorität. An die klaren Ausführungen des Redners schloffen sich eine Menge Fragen aus dem täglichen Leben von Müttern an, denen der Redner mit unermüdlicher Geduld zur Verfügung stand. Der Dank aller Anwesenden für die überaus anregenden Ausführungen sind ihm gewiß. Gemorohschiurim im Bes Hamidrasch Ostendstraße. Die Gemorohschiurim des Herrn Rabbiner Mosche Karpel im Bes Hamidrasch Ostendstraße 18, werden nach einiger Unterbrechung wieder ausgenommen. Es wrd gelernt N2v w», und zwar Sonntag, Montag und Mittwoch abend von 8.45 bs 10 Uhr. Für thorakundige Baalebattim und junge Leute bedeutet das Lernen unter Führung dieses anerkannt großen Talmudgelehrten ungemein reichen Gewinn. Ein Denkmal der Liebe. Im Adar ds. Js. verstarb Sarah H o r o v i c z, die Frau des Herrn Rabbiner Jonathan Horooicz, Jerusalem. die stille, aufopfernde Teilhaberin seines häuslichen Glückes und seiner segensvollen Wirksamkeit in und für Palästina. Sie hat in Frankfurt ihre reine Seele ausgehaucht, fand aber, wie es stets ihr glühender Wünsch war, in der eigentlichen Heimat, in Erez Israel, ihre letzte Ruhestätte. Es ist seinerzeit in unserem Blatte über die allgemeine Trauer und Teilnahme bei ihrem Ableben, auch über die. Ehrungen, die ihr auf ihrer letzten Fahrt in Palästina und in Jerusalem zuteil geworden sind, berichtet worden. Wehmutsvoll spricht nun all jene angehäufte Pietät aus einem Büchlein von 32 Seiten zu uns, in dem der .Gatte der Gefährtin seines Lebens ein Denkmal setzt. Alle in Frankfurt und Jerusalem gehaltenen Reden, unter ihnen am erschütterndsten die Gedenkrede des Gatten, sind darin wiedergegeben, ebenso die meisten aus aller Herren Ländern eingelaufenen Beileids- und Txostschreiben. Es sind auch zwei . Briese von Rabbi Josef Chajim Sonnenfeld wohl zu den letzten aus seiner Feder zählend, abgedruckt. Das Bovderblatt zeigt den Grabstein mit der Inschrift auf dem Oelberge. Das Buch ist mit Liebe und Kunstsinn vom Hormon - B e r l a g hergestellt und wird 'den Freunden und Verehrern der Familie ein liebevolles Andenken sein. Eine Reise nach der Riviera. Das bekannte Reisebüro Reiseautobetrieb in Frankfurt veranstaltet eine Gesellschaftsreise nach dem Süden, die vom 25. Dezember bis zum 3. Januar den Teilnehmern Gelegenheit gibt, Teile der Schweiz, M a iland, Genua, San Remo, Monte Carlo', Nizza, und viele andere Städte und Gegenden, die zu den schönsten Punkten der Welt gehören, genau zu besichtigen.. Die Fahrt geht vor sich in einem geheizten Wagen, mit Klubsesseln und Rauchsalon, mit fließendem kaltem und warmem Wasser und eingebauter Küche. Die streng rituelle- Verpflegung liegt in den Händen von Herrn Salomon Wolf, Besitzer der Pension de l'Etoile, Cannes A. M. und V i t t e l, die beide unter Aufsicht des Vereines zur Förderung ritueller Speisehäuser stehen. Die Besichtigungen vollziehen sich hinter facsimännischer Leitung. Es befindet sich in der Reisegesellschaft auch ein ■’ jüdischer Gelehrter, dem die Führung durch die historische und Kunststätten von jüdischem Interesse.obliegt. Die Reise verspricht bei mäßigen Preisen körperliche und geistige Erholung und seelische Bereicherung. Näheres im Inseratenteil der heutigen Nummer und bei Herrn S. Wolf, Frankfurt a. M., Obermainanlage 21. (Tel. 47 331) zu erfahren. Freundlich leuchten die Chanukablichter durch die kommenden Tage. Hell muh es am Chanukah im warmen Heim sein, um die. rechte Feststimmung zu schassen. 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