Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 73 (1932)
- Issue
- Heft 48 (24.11.1932)
- Date
- 1932-11-24
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 8 Nr. 48 in der Verwaltungskommission mit aller Kraft für die! Interessen der, Schule einsetzt. Auch der Rektor nennt noch einmal die Namen derer, die geistig und: finanziell an der Gründung und Erhaltung der Schule mitgermrkt haben. Wir sind in einer Zeit des Umbruches, her, geistigen Unsicherheit glücklich, im Gesetz und Glauben Halt und Bindung zu haben. Darin liegt auch die Ausgabe'de? Schule, gekennzeichnet durch das alte Wort wi'n rri>x. Freiheit aus Ehrfurcht geboren. Freiheit als letztes, nicht als erstes Wort der Erziehung. Der Lehrer hat das Recht und die Pflicht, zu handeln auch da, wo das Kind nicht ruft. Der Weg zur Freiheit geht über die Autorität. Die modernen Anschauungen von der Gleichheit in der Schule, von dem Recht aller, auch der Aermsten. auf Wissen und Bildung sind die ältesten jüdischen Anschauungen, die sich im Worte der Schrift D'K'ai 't Dy '’m in» »n und in der Mahnung der Mischna -121 D"is »122 »nmn deutlich ausdrücken, die ein Josua Sohn Gamlas schon in ältester Zeit zur Durchführung gebracht hat. Nur die V e k e n n t n i S s ch u l e , darin der jüdische Geist sich nicht auf den Religionsunterricht beschränkt, sondern alle Fächer befruchtet und den ganzen Menschen erfaßt, kann den Luftkreis bilden, in dem mit dem Juden auch der gute Mensch und gute Staatsbürger gedeiht. Redner gedenkt zum Schluß aus Anlaß des Totentages der 12 000 jüdischen Kriegsgefallenen und schließt mit einem frohen Ausblick in die Zukunft. Ein Klavierkonzert, achthändig prächtig gespielt, beschließt die Feier, die erhebend und erbauend, aufschlußreich und aufrichtend zugleich war. Die Veranstaltung am Samstag abend. Am Vorabend der Hauptseier fand in der Aula der S. R. Hirsch-Schule ein Bunter Abend statt, in dessen MMelpuntt eine Symphonie und eine von Herrn Lehrer Käste rich einstudierte Kindervorstellung stand: Der Andrang war so groß, daß das Programm!■ im Laufe der Woche noch ein paar Mal wiederholt werden mußte. Zwischen den bunten sinnigen Dekorationen auf der Bühne sah man prachtvolle Kindergestalten. Eine Kinderoper führten sie auf. Alte Geschichte von einer Prinzessin, die von einem Zwerg entführt und einem Prinzen wieder erlöst wird. Aber man mußte sich in eigene Jugend, in eigene Kindheit versetzen, um das Glück und die Freude dieser kleinen Darsteller, unter ihnen welche mit prachtvollen Stimmen und erstaunlicher Grazie, gang mitgugemeßen. Wir taten es ' alle und freuten uns mit den Kindern und den Lehrern, die mit Recht stolz auf ihre Leistung fein durften. Rach einer längeren Pause, die gut und nutzbringend mit reichem Büfett, Tombola (viele jüdische Geschäfte haben gute Sachen gespendet) ausgefüllt war, fetzte der zweite Teil ein mit der Kapelle F- M. Kuttner, die sich mehrmals am Abend Lorbeeren erspielte. Ein Ansager trat mit Max F e d e r l e i n auf, der, ein merkwürdiger Zufall, wirklich Humor hatte und die von solchem Anlaß gezogene Grenze im Ganzen einzuhalten wußte. Vortrefflich in Form war an diesem Abend Herr Lazar F i nkelstein mit einigen bekannten jüdischen Volksliedern (man wird am Samstag abend in der Frankfurt-Loge mehr davon zu hörenv bekommen). Eine turnerische Glanzleistung boten Schüler unserer Volksschule mit einem Reigen und einer Pyramide, die größten Jubel auslöste. Ein würdiger Abschluß war das den Charakter der Schule und des Festes zeichnende Lied, verfaßt von Herrn Referendar M. Neuberger und mit bewährter Kunst vorgetragen von Herrn Erwin Offenbach. All den genannten Künstlern, die sich unentgeltlich in den Dienst der guten Sache stellten, wie zuallererst den Damen und Herren des Lehrerkollegiums, die keine Müde scheuten, das Fest vorzubereiten, sei auch an dieser Stelle der Dank der Schule und Gemeinde ausgesprochen. . (Line Schule gab sich und der Gemeinde ein Fest. Die Gemeinde feierte ihre Schule. Alögen all die in diesen Feierstunden gefallenen guten Worte das zeitigen, was wir alle erhöben: Erhöhtes Interesse, tätige Liebe und kräftige Mithilfe zur Erhaltung und zum Ausbau unseres gesamten Schulwerkes. was wir für unsere Schulen tun, tun wir für usts, für unsere Kinder, für unsere Zukunft! Unser Rabbiner in Trauer. Unser Gemeinderabbiner, Rabb. Joses Horovitz, wurde am Dienstag morgen telegraphisch an die Bahre seines Vaters nach Hunkooen (Slov.) gerufen. Ein Mann von großer Klugheit und Gelehrsamkeit, als Kaufmann einer der nvvn »virri v»i'vn, war Jehuda Horovitz V'st Führer in seiner Gemeinde. Wir haben auch hier in ■_jv e r ,J s r a e l i 1 Frankfurt den aufrechten Mann voll Geist und Kraft und durchglüht von minn mns zu schätzen und zu lieben gelernt. Die Trauer um diesen trefflichen Menschen gesellt 'sich zu der ttefeti- Teilnahme unserer, ganzen Gemeinde am Schmerze ihres geistigen Führers, om» mpnrv ' ' Geschichksvortrag im Mekor Chajim. Der.'zweite Geschichtsvortrag im Mekor Chajrm findet «nächsten Sonntag, 27. Nöüember, abends 6 Uhr im Vereinslokale Langestraße 18 statt, und zwar über das Thema „Ein Amsterdamer und ein Frankfurter Cherem". Vom Cherem gegen Spinoza ausgehend und den W i l n a e r Cherem gegen den Chassidismus berührend, sollen in her Hauptsache auf Grund historischer Urkunden, die Frankfurter Vorgänge um Rabbi Nathan Adler behandelt werden. Benno karpel n"y- Unsägliche Tragik wohnt dem Heimgang des lljährigen Knaben Benno Karpel inne. Sein Vater ist Rabbi Moses Karpel, der wegen seines mächtigen Thorawissens allbekannt ist. Das Kind wpr von Natur lebendig geartet, Hellen, wachen und klaren Geistes, adlig feinen und zarten Gemüts, trotz seiner Jugend rastlos hinstrebend zu den Quellen unseres Lebens, der Thora. Was an Geheimnissen der Heilkunst von dem König der Aerzte seinen irdischen Boten offenbart wurde, was an Hingabe und Opferfähigkeit in der jüdischen Seele zum Ausbruch drängt, wurde in der traditionellen Pflegestätte individualisierter psychisch-physischer Behandlung, dem R o t h - schildschen Hospital,'dem Kranken.monatelang bis zum letzten Augenblick gewidmet. Die tiefste' Teil-, nähme einer großen/Gemeinschaft wird vielleicht den El-! tern ein wenig über ihren unermeßlichen Schmerz hinweghelfen und sicherlich auch dazu beitragen, ihren stets schweren und dornigen Weg zu ebnen. n-asafl- Agudislische Arauen Ortsgruppe. Bei den im Hause von Frau Rechtsanwalt Klibansky theoretisch und praktisch vorgeführten Turnmethoden gewannen alle Anwesenden einen anschaulichen Ueberblick über die drei verschiedenen Methoden der Gymnastik. Frau Inge Vrändeis sprach über die Methode Mensendiek und erklärte, daß das System Mensendiek sich auf die genaue Beachtung der anatomischen und phystkalkschen Gesetze, denen der menschliche Körper unterworfen ist, stützt. . Frau Lotte Stern-Marcus y führte mit plastischer Erläuterung mit Hilfe ihrer Schülerinnen die Methode Loheland-Gymnastik vor. deren Hauptziel die Vereinigung körperlicher und seelischer Harmonien bilden. Zum Schlüsse erklärte Frl. Bella Stern die tänzerische Gymnastik und Bewegungslehre Rudolf von Labans. Das Charakteristische dieser Methode bekundet sich darin, daß schon im kindlichen Alter das Spiel zum Tanz hinführt und so die Lust und Liebe zur Gymnastik geweckt wird. Auch Erwachsenen gilt diese Ausdruckgymnastik der Ueberwindung der technischen Schwierigkeiten. Besonderer Dank gebührt den großen und kleinen Schülerinnen aller drei Systeme, die in anmutiger Weise die Methoden ihrer S ch u Le veranschaulichten:. Das Konzert Finkelstein. Das Synaqogale Konzert Lazar Fink elfte ins findet Samstag abend in der Frankfurt- Loge statt. Es kommen Synagogenstücke und fiddische Volkslieder zum Vortrage. Am Klavier Herr Firnberg. Beginn 8.30 Uhr. Eintrittskarten zum Preise von 80 Pfg. ßfe Mk. 2.50 sind zu haben in den jüdischen Buchhandlungen, den jüdischen Restaurationen und Konditoreien, auf dem Expeditionsbüro des „Israelit" und an der Abendkasse. Das Repertoir verspricht erlesenen Kunstgenuß. konservalivjüdifcher Jugendverein. Das Programm des konservativ Mischen Jugendvereins für das Winterhalbjahr 1932—33 sieht wieder Arbeitsgemeinschaften vor, die von den Herren Dr. Ernst F r e i m a n n, Rechtsanwalt Dr. K l i b a n s k y und Akiba Hof f m äst n geleitet, werden. Vorträge werden halten: Hans.H ack e r, Wien, Eine Reportage: „Als jüdischer Vagabund durch Spanien. Portugal, Marokko" am Montag, den 21. Nov. 32, 8.30 Uhr ln den Räumen der rabbinischen Lehranstalt, Theobaldstraße 6 und Herr Gemeinderabbiner Dr. Hosfmann (Zeit und Ort wird noch bekanntgegeben.) Es finden ferner Sprachkurse statt. Wanderungen und andere gesellige Veranstaltungen sind vorgesehen. Jüdische Vereinigung für TrüchskenNebe. Obige Vereinigung bittet, die ihr zügedachten Postscheckbuchungen bei Frau Selma Stern, Friedberger Anlage 24, anzumelden. «. 24. November 1932 i ‘ Frankfurter Bereinskaleuder. Verein Mekor Chajim. Freitag abend nach Schul im Hörsaal: Mikrooorstag, Herr Dr. R. Rothschild — abends 8 Uhr bei Herrn I. .'Lewist',: Uhlandstr. 58 III, Chumisch mit Raschi. s : Samstag morgen nach Schul im Hörsaal: Dinim, Herr D. r. E. Posen nachmittags ^/Sstmde vor - Mincho im Vereinslokal brr»^,, Herr Dr. W! Höfmann. — 4 Uhr im Vereinslokal (ebenso Sonntag morg. 8 Uhr) Gemoro, Herr I. Soffer. — 8y2 Uhr abends 'N'vv», Herr Dr. M' Lange. Sonntag morgens nach Schul im Hörsaal (ebenso- Mittwoch), oi« »»n, Herr S. Schachnowitz. Sonntag abends 6 Uhr im Vereinslokal: Geschichtsvortrag des Herrn Red. S. Schachnowitz, „Ein Amsterdamer und ein Frankfurter Cherem". Montag morgen nach Schul (auch Donnerstag): Mischna- Mitgliederlernen, abends 7 Uhr im Vereinslokal (auch Mittwoch) Gemoro Herr Rabb. Dr. I. Breuer,, abends 8‘f4 Uhr im Vereinslokal (auch Donnerstag) :Gemoro, Herr Dr. E. Posen. . - / Dienstag (auch Freitag) nach Schul: Mischna. Herr Dr. E. Posen. Jeden Morgen nach Schul im Sitzungszimmer,.Gemoro Herr Dr. S. Ehrmann. Sonntag, Dienstag und s Mittwoch abends 8.15. « Uhr, im Vereinslokal Schaßlernen. Herr Herz Holpern. Iß! Jahrzeitsstiftungen. Dienstag,, den 29. November: Julie Lißmann, geb. Kallmann-Stiftung. . - Mittwoch, den 30. November: Pauline Lehmann geb. Ephraim-Stiftung. Donnerstag, den 1. Dezember: Louis Golde-Süftung. Agudas Iisrocl-Ortsgruppe. Schiurim des Herrn Herz Hctlpern: Täglich von 9—12;, Uhr: Lernen ^gleicher Art. 12 — 1 Uhr: Das Iomi — Am« Ji2v anschließend am Das Iomi agadischer Vortrag. Liwjalh. Ehen. Samstags nach Mincho, 4.15« Uhr, im Hörsäale Friedberger. Anlage, Vortrags des. Herrn S. Schachnowitz. „Die Machpela-Höhle damals und heute." Jüdische Irauenvereinigung. und Agudislische Frauengruppe. Ortsgruppe Frankfurt a. 2IL Sonntag, den 27. November, nachm. 6 Uhr im Hörfaal, Friedberger Anlage. Vor rag des Herrn Nervenarzt. Dr. Arnold Merzbach : Von Mischen Asozialen und Kriminellen. Agudas Jisroel-Jugendgruppe Schrvanenstr. 12. »-insn .d»* -vnpti -,]wV nxsn^ ]mn -Vrr'ri' 26.30 NM3 -NHV "n p'nv arm; mnstirr NNAVN7 RV12N bv Hebräische Arbeitsgemeinschaft tjW" . Am Mauzoe Schabbss, den 26. Nonember 20.30 Uhr findet im Heim der nächste Vortrag statt. Es sprich^: Herr L.. Ehrenfeld über: „Vorsehung und Schicksal".. ' Gäste willkommen. . Gebetzeiten. Freitag abend 4.05 Samstag n»3vn 6.45 Samstag morg. 8.00 Predigt Samstag nachm. 1.00 und 4.00 Samstag abend 5.20 Wochengottesdienst: : Morgens 6.45 Nachmittags 4.00 Montag Morgens 6.25 Hörsaal 1.15 Tefillin-Legen am Morgen 6.45 Briefkasten. H'. Die stüher vorhandenen Übersetzungen sind leider vergriffen Familiennachrichten. Vermä.hlic«, Israel Weber, Bella Weber, Jerusalem. :rsifl i>vs -ni 'i di»2 n'»K- , . Statt Karten n"2 Frau Dr. JACOB LANGE, Frankfurt a- M. Herr u. Frau BENNO SECKBACH, Würzburg beehren sieh, Verwandte, Freunde und Bekannte zu der n">K am Mittwoch, den 30. November 1932 — ibo3 V2N wn '2 Dl’ Stattfindenden Trauung ihrer Kinder LEAH und LUDWIG ergebenst einzuladen Trauung und Empfang, 1.30 Uhr, Volksbildungsbeim Saal V, Eschenheimer Anlage Rasieren ohne Messer mit bestem Rasterpulver v. AllnUlllds Oe steiler, NürnhexgA. Färberstk. 13. 5ns teress.Prvbeieubuns gratis min nso neu od. gebraucht, aber noch sehr aut erhalten, mit nachweislich, Ävchschee -u raufcu gesucht. Off. UNt. 4393c Eru. s?ür Dame, Mitte der 30. äußerst tüchtig, mit großer Herzensbildung und feinem Wesen wird paffender Safte evtl. Witwer gesucht. Off. unter 4393c an die Exped. n?3 noasn Erstkl. Ehen vermittelt streng reell und gewissenhaft mit Erfolg. Offerten mit Rückporto erbeten unt. 535 an d- (£xp. Glückliche Heirat nach der Schweiz. gesucht für jungen Mann, 28 S.r v. statt!. Figur. Inh. ei», ältren. gutaeh. Lebensmittelgesch. in schon. Stadt. Tochter a. str. rel.Hause mit ca. 36000^. Nur aussührl. Off. erb. u. 4347c an d.;E»p. 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