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Der Israelit · 1932-11-24 · Heft 48 (24.11.1932) · page 6

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Journal
Der Israelit
Volume
73 (1932)
Issue
Heft 48 (24.11.1932)
Date
1932-11-24
Page
– (sequence 6)
Language
German
Belongs to
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Seite 6 Nr. 48 Der I s r a e l i t 24. November 1932 religiöse jüdische Gemeinden und nationaljüüischs-Organisationen. ,Jch ermächtige die ITA., in meinen? Namen wie im Name^ljder gesamten persischen Regerung, zu erklären, daß im modernen Persien ,eine, ^Judqnseindschaft nicht geherrscht hat, auch jetzt nicht herrscht undmuch ,in Zukunft keine Basis haben wird. .Irgendwelches, in Zeitungen erschienenen Nachrichten über Judenverfolgungen in Persien entbehren jeder Grundlage. Auf die Bemerkung des JTA-Vertreters, daß die jüdische Oeffentlichkeit seinerzeit erschüttert wurde durch die Mitteilung über den Vollzug der Todesstrafe an dem jüdischen Mitglied des persischen Parlaments Chajim, den man für vollkommen unschuldig hält, erwiderte Außenminister Firoughi Khan, Chajim sei nicht als Jude, sondern als Spion hingerichtet worden. Die Beziehungen der Regierung zu den Juden seien nach wie vor die besten. . ' (Man darf den Angaben des Ministers über die Tragödie Chajim berechtigte Zweifel entgegensetzen. D. Red.). Mandschurei. Juden in- Aden ermöglichen sollen, nach Palästina' auszuwandern. Der Appell klingt ^n die Worte aus: „Retten wir wenigstens Zeinen Teil unserer verfolgten Brüder in Aden!" .. ' Die yeMnitischen Juden Palästinas haben eine Institution geschaffen, die solchen: Palästinensischest Einwphnern, die ihren Verwandten'in Aden zur Uebersiedlung nach Palästina verhelfen wollen, Darlehen gegen Ratenzahlungen gewährt; mit diesen Darlehen werden die Reisekosten der Wanderer bestritten und diese so länge unterstützt, bis..sie in Palästina. Arbeit gefunden haben. Die Wiederbesetzung des orthodoxen Gberrabbinats in Jerusalem. .. F r a n k f u r t a. M., 23. Nov. Die ITA. veröffentlicht unterm 19. November eine Nachricht aus Prag.'wonach Oberrabbiner,.Duschinski. in. Hust, der bekanntlich als Nachfolger Rabbi Chajim nenfelds b«8r, zürn Oberrabbiner der aschkenäsischen-Gemeinde in Jerusalem gewählt worden ist, wegen der großen Schwierigkeiten, „die Ihm von Seiten seiner Gegner gemacht werden," seine Kandidatur zurückgezogen -habe. Oie Nöte der Iudenheit in der Mandschurei.; Cha r b i n, 14. Nov. Die Judenheit Chardins und der übrigen Mandschurei . hat unter den Kriegswirren und dem Banditenunwesen sehr zu leiden. Insbesondere erhöhen die sich häufenden Fälle von Menschenraub ein Gefühl der Unsicherheit. Die jüdische Gemeinde erhielt die verbürgte-Nachricht, daß der vor einigen Monaten von Banditen entführte hochangesehene jüdische Kaufmann und Gemeindeführer Miron Wladimirowitsch (Meir Ben Zeew) Kaufmann nach dreitägiger Peinigung durch die Banditen gestorben ist. Trotzdem gelang es den Banditen noch in der letzten Zeit, von der Familie Kauffmanns unter dem Versprechen, den Gefangenen freizugeben, 30.000 Dollar herauszulocken. Kauffmann war Vizepräsident der Charbiner jdüischen Gemeinde, Präsident der jüdischen musikalischdramatischen Gesellschaft und Leiter mehrerer jüdischer Institutionen. Die jüdische Gemeinde veranstaltete in der Neuen Synagoge, deren Gründer und Ehrenvorsitzender Kauffmann war, eine Trauerversammlung. Vor der Charbiner großen Synagoge wurde vor kurzem der 26jährige Jizchak Scherl, Sohn des Charbiner Exportkaufmanns und Direktors der großen Gesellschaft „Asiatska Transport Company" Aba Scherl, von russischen Banditen gewaltsam in einem Auto in unbestimmte Richtung entführt. Einige junge Leute, die mit Scherl die Synagoge verließen und ihm beistehen wollten, wurden von den Banditen durch Schußwaffen in Schach gehalten. Ein bewaffneter früherer russischer Unteroffizier, der sich in der Nähe der Synagoge aufhielt, wurde als der Mitwisserschaft verdächtig verhaftet, es stellte sich aber heraus, daß er zu der Leibwache eines reichen Charbiner Juden, der sich in der Synagoge befand, gehört. , Die Frag Sarah Grünberg, die sich, freiwillig in-das . Ehugggsm-BMdUenlager als- Geisel fürihren dort! ge- .( ,sangen-!'gehaltenen Mann .b.etzab, wurste.von den Banditen' -freigelassen, nachdem ihr. Mann das Lösegeld außer für^sich auch noch,!für sie aufgebracht hat. •>>:. . - .In Chardin trafen'Mehrere, jüdische Familien''aus Anda und' anderen! Orten, an'der Specke -her ostchinesischen Eisenbahn e.iN, henen es gelang, sich.'aus dem-Bereich der Rebellen, die Teile der Eisenbahn besetzt halten, zu retten. Sie erzählen, daß die Juden in diesen Orten unter ungeheurem Terror, leiden und ebenso wie sie, die Flüchtlinge, durch Banditen ihrer ganzen Habe beraubt wurden., •,!>., ‘ ’ Sehr viele jüdische Familieü in Charbin, die durch. Ueberschwemmung und Bür,g,exkriegswirren wirtschaftlich .ruiniert worden sind, wandern nach Shanghai aus. Meh- rere von ihnen, die in Shanghai keine Unterkunft finden konnten, wunderten weiter nach den südchinesischen Hafenstädten. In vielen südchinesischen Hafenorten entstanden kleinere jüdische Gemeinden. (ITA.) Palästina. 1 jemenitischer Appell zugunsten der Aden-Juden. Jerusalem, 8. Nov. Das Zentralkomitee yemenitischer Juden in Palästina veröffentlicht einen Appell an die Juden in der ganzen Welt, Mittel zur Verfügung zu stellen, die es. den unter dem antijüdischen Terror der Araber schwer leidenden Aus Grund einer telegraphischen Mitteilung.vonRabbiner Duschinski, die dem hier weilenden.,,Repräsentanten der aschkenäsischen Gemeinde in Jerusalem zugegangen ist, sind wir ermächtigt, die Prager Tartarennachricht aufs entschiedenste zu dementieren. Rabbiner Duschinski, dein diese Nachricht unterbreitet wurde, denkt nicht daran, sich durch die Jntriguen der Jerusalemer Gegner, die offensichtlich auch die Prager Notiz inspiriert haben, von dem als recht erkannten Wege abdrängen zu lassen. Damit entfallen auch die ebenfalls aus Prag stammenden Nachrichten, Rabbiner TeitelbauM aus Satumare habe sich bereit erklärt, das Rabbinat zu übernehmen. Legislative Council. Jerusalem, 14. Nov. Die vom High Eommissioner General Sir Arthur Wauchope in der Sitzung der Permanenten Mandatskommission des Völkerbundes «gegebene.' Erklärung, daß die Regierung Schritte zur Bildung eines Legislative Council in. Palästina unternehmen werde, sobald die neue Verordnung über die lokalen Selbstverwaltungsorgane (Local Government Ordinänce) zu Beginn des Jahres 1933 in Kraft getreten sein wird, hat in Palästina größtes Interesse hervorgerufen. Die allgemeine Stimmung in dev jüdischen Bevölkerung Palästinas ist entschieden gegen einen. Legislative Council, in.dem die' Juden eine hoffnungslose' Minderheit fein sollen. Sämtliche jüdischen Zeitungen des Landes sprechen sich mit größter Entschiedenheit gegen die Schaffung eines solchen Legislative Council aus. Wie die ITA. erfährt, verharrt die I e w i s h Agency bei der Entschließung des Baseler Kongresses, die dahin geht, daß eine Körperschaft,- m der die jüdische Vertretung! dur-ch eine arabische Majorität an die Wand gedrücsi werden könne, nicht in Betracht gezogen werden dürfen ..■ Oandentwicklungädirektor OewisFrenck zurückgetreten. .9yi-*’ •- 'Jer'ujalem, 17. Nov. "' Wie der ITA. aus' stluelle mitgeteilt wird, ist der DirecW Döveloprstent in Palästina, Lewis French, bereits, am 8. November d. I. von seinem Posten z u r u ck g e t r e t e n; sein Rücktrittsgesuch wurde genehmigt. Lewis French wurde int Juli 1931 vom damaligen Kolonienminister Lord. Paßfield züm Dstector. of Development für Palastista ernannt mit dem ljestimmtest Ziele, einen Landentwicklüngsplan aufzustellen uf?tz,ihn mit Unterstützung des damaligen High Commisfioner Sir John Chancellor' durchzuführen. French hatte, vor längerer Zeit seinen Plan der Regierung überreicht und ihn nach Rücktritt von Lord Paßfield''auf Ersuchen des Co? lonial Office einer: Umarbeitung unterzogen, wodann die Regierung diesen modifizierten' French-Bericht der. Jewish Agency und der arabischen Exekutive zur'Begutachtung unterbreitete. Während der jetzige High Commissioner für Palästina, Sir Arthur Wauchope, vor seiner Weiterreise nach Genf in London weilte, hatten sich zwischen ihm und Lewis French starke Meinungsverschiedenheiten in Bezug auf den Landentwicklüngsplan ergeben. Der High Commisfioner versagte mehreren Vorschlägen von French seine Billigung und verlangte weitere Modifikationen, zu denen sich French, wie es heißt, nicht verstehen wollte. Auf diese Meinungsverschiedenheiten wird der Rücktritt Frenchs zurückgeführt. ..... -ii Von. anderer informierter Seite wird. üer^H^LA. erklärt,' * French fei zurückgetreten, weil feinem Plan die eigehjlichen Grundlagen entzogen worden waren. Der Plan war darauf aufgebaust! die depösfedierten Araber aus den Mitteln der 2% Millionen-Anleihe für Landentwicklung, die aufgelegt werden sollte,^ anzusiedeln. French selbst fand aber, daß die Zahl der sogenannten depossedierten Araber weit geringer war, als anfänglichangenommen, andererseits bestaub keine-Aussicht, in der gegenwärtigen Zeit die 'Anleihe unterzubringen,, so daß für die Durchführung des Planes kein Geld verfügbar ist. Amerika. - •..!ii". Auch der neue amerikanische Präsident tritt für die fünftägige Arbeitswoche ein. Newyork, 17. Nov. . Der neue Präsident: der Vereinigten Staaten und bisherige Gouverneur'des Staates Newyork, Roofevelt, hat kurz vor seiner Wähl anläßlich einer Tagung des Amerikanischen Gewerkschaft^bundes. in einer Botschaft zum Ausdruck gebracht, daß die Verkürzung der Arbeitszeit . notwendiger Weise Gegenstand eines jeden Programms zur Bekämpfung der Krise sein müsse. Auch die Handelskammer der Vereinigten Staaten hat sich in einem Bericht für die Einführung der 40-Stunden-Woche ausgesprochen., ' K ' ‘ ‘ Brafllien. Die wöchentlichen Arbeits- und Ruhezeiten.in Brasilien. — Bestimmung des- Sabbats als Ruhetag durch Abmachung, zwischen Arbeitgeber und Arbeit- , nehmern. Rio de. Janeiro, 10. Okt. Wie dem Weltverband Schvmre Schabbos mitgeteilt wird, hat jüngst die provisorische-Regierung in Brasilien einen Erlaß zur Regelung der wöchentlichen Arbeits- und Ruhezeiten in Handelsunternehmungen und Büros veröffentlicht. Der Erlaß fetzt, die. tägliche Arbeitszeit auf grundsätzlich 8 Stunden und die wöchentliche auf 48 Stunden fest, wobei jedoch eine andere Einteilung der Arbeitswoche unter Einhaltung eines Maximal-Arbeitstages von 10 Stunden zugestanden.wird. Für jede Periode von 6 Tagen täglicher Arbeit ist ein Ruhetag vorgesehen. Er soll üblicherweise auf den Sonntag fallen, doch ist eine gegenteilige Abmachung zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern zulässig. Der jüdische Arbeitgeber, der jüdisches Personal beschäftigt, hat demzufolge die Möglichkeit, ohne Schaden füü seine Wettbewerbsfähigkeit den Sabbat in feinem Betriebe als Ruhetag. zu wahren. . ■ . \ ,<.«.Die wenige Wochew später veröffentlichte,^Verordnung über die Regelung^der rvösth'entlichen Arbeitszeit, und deslüöch^nttj'chen Mhetägss in dev Industrie verfolgt diegleiche Tendenz. ' ' '' PeksoNÄken , -j Bad Homburg, 21. Nov. Am vergangenen Freitagverstarb Hiernach kurzem, aber, schwerem Kramten lagen Frau'Ella Holzmann, geb. Metzler. Eineni Frankfurter Hause echt iüdischeiN-Gerftes: entstammend, . verstandsie''^s^in^.,ganz^hsrvo^r^-ggsndsp!.^We^se, die Traditionen ihres Elternhauses inihr eigenes-. Heim/ das sie mi^ ihrem ihr. vor Zech^.jJahren im Tode vorausgegangenen iDatten in 'Bad HoMjürg jgründete, zu verpflanzen. Unter ^ihrem Einfluß, de,n > .sie. verständnisvoll in nicht' aufdrinjßlicher Weise geltend zu machen wußte, wurde auch ihr Wamilierileben zu einem,., wahrhaft jüdischen. Jahrzehnte; hindurch stand sie neben der erst';vor wenigen Monaten Heimgegangenen Frau /Ackermann ■ rr? an -der Spitzt des Hümbürger, Fräuenvereins>!.in dem sie sich in Hingebung sind Aufbpferüng ber.-rm« bsinon mbwr mxa 'widmetell ' In kluger. BornHWert kämpfte..sie''gemeinsam mit,-iHrem Gatten den,Kämpf des;Lebens, und in bewundernswertem G'ttverträuen und aufrechtem Sinne umsegelte sie dieh geahrlichsten" Klipper? des menschlichen Daseins, nkchtzachend der. Stürme, die sie umtobten. Die BeerdigüNg getastete sich" so sd'enn auch zu einer Kundgebung, die alve Teile der'Hamburger Bevölkerung umfaßte. Ein fast mjnübersehbarer Leichenzug bewegte sich nach dem FriedhPse. Herr Rabbiner Dr. W re schwer schilderte in großen Zügen Frau-Ella Holzmann als Jüdin, als Gattin, »lls Mutter und als Wohltäterin. msidA

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