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Der Israelit · 1932-11-24 · Heft 48 (24.11.1932) · page 4

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Journal
Der Israelit
Volume
73 (1932)
Issue
Heft 48 (24.11.1932)
Date
1932-11-24
Page
– (sequence 4)
Language
German
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Seite 4 Nr. 48 Der Israelit 24. November 1932 Lei der männlichen Jugend dürfte es'sich zunächst Harum, handeln, eine orthodoxe I u g DU d - o rgan sis ation seitens eines akademisch/ und ' talm'udisch hervorragend gebildeten, rednerisch/ und organisatorisch begabten, begeisterten ünd begeisterndesi orhodoxen jüngeren Alannes zu begründen. Die Lösung dieses Problems ist eine Geld- und eine per-- sonenfrage.. . ' Wege sind, schon vorhanden. 7Tiögc nur der höchste seinen Segen geben, sie erfolgreich zu beschulten! rmm KomspoBflenze» « KaOricdte«. Deutsches Reich. Ein Gedenkbuch für jüdische Gefallene. Berlin, 18. Nov. In einer feierlichen und außerordentlich eindrucksvoll verlaufenen Kundgebung im Plenarsaal des Reichswirtfchaftsrates in Berlin überreichte die Bundesleitung des Reichsbundes jüdischer Frontsoldaten den Vertretern der Behörden, der Verbände und der Presse das Gedenkbuch für die jüdischen Gefallenen des deutschen Heeres, der deutschen Marine und der deutschen Schutztruppen. Reichs- und Staatsregierung waren vertreten: u. v. a. auch die Bundesleitung des Stahlhelms. Der Bundesvorsitzende, Dr. Leo L ö w e n st e i n, hieß die Erschienenen willkommen. In ausführlicher Rede legte er den Anteil der deutschen Juden am Kriege dar und wies nach, daß dieser Anteil nicht geringer war als der der deutschen Bevölkerung überhaupt. Im Namen der Frontsoldaten erhob er die Forderung nach unbestrittener Gleichberechtigung der jüdischen Bevölkerung. Aber, fügte er hinzu, selbstverständlich können Gleichberechtigung und Gleichachtung nur darauf beruhen — unö sie werden auch nur dann von den deutschen Juden und zumal den jüdischen Frontsoldaten entgegengenommen — wenn jeder einzelne von uns deutschen Juden in jeder Beziehung frei und aufrecht sein Judentum bekennen und sein Leben leben kann, wie er es auf Grund seiner innerer Ueberzeugung auffasse. Stehend, in tiefstem Schweigen, ehrte die Versammlung das Andenken aller gefallenen deutschen Soldaten. Dann überreichte Dr. Löwenstein dem Vertreter des Reichswehrministers ein Exemplar des Gedenkbuches mit dem Hinweis darauf, daß die Reichswehr vor allem berufen fei, die Tradition der alten deutschen Wehrmacht zu wahren und weiter zu führen zum Segen des deutschen Vaterlandes. Esre bemerkt der Kommentar ssvu im Siddur: nii-sna ujj« iDK:*]Kiy ni'a« non -rotn^ ijpri ■ nuri 202 inVwa'n’afc'.ivoT ri~jr : Der Tur und L'wusch meinen, es sei deshalb die; non nm im Zusammenhang mit der erwähnt, unn zu sagen, die Erlösung bleibe fest beschlossen, auch, wenn M2« jvdt aufhörenu sollte."' Hier könnte man. auch an den ewigen BestaiMder Thora-denken, den G'tt "zugesichert hat über jedes, pflichtvergessene, g'ttentfremdete Geschlecht hinaus: in •>sn näwn r1? •>> 'fte wird nie vergessen aus dem Munde von Israels Samen. (5. B. M. 31, 21.) Drei Dinge sind ewig: G'tt, Seine Lehre. Sein Volk. Demnach ist es leicht denkbar, daß einmal mar w2ir außer Kraft und Wirksamkeit treten kann. Wir ’ fühlen uns nicht dar ab gebunden wie an ein Dogma. Und dennoch sind die Gestalten der Patriarchen in unserer Vorstellungs- und Gefühlswelt so tief verwurzelt, daß wir nicht davon loskommen, daß wir uns ohne sie wie entwurzelt fühlen müßten in unserem geschichtlichen Dasein. Wenn wir in diesen Wochen die allsabüatlichen TtMaabschmtte. verlesen Hören, so wird unser Erkenntnis-, Gefühls- und Willensoermögen gleichstark angeregt und befruchtet. Ideale und deren Vertreter haben immer noch suggestive Wirkung auf normal veranlagte Seelen, auf natürlich empfindende Menschen. Als noch "das jüdische Nationalheiligtum den Zionsberg schmückte, bestieg täglich im Morgengrauen ein Priesterdie Tempelzi'nne. Gen Osten ließ er den Blick streifen, nach Hebron hin, zur Ruhestätte der Ahnen. Erst wenn von dorther der erste Strahl den jungen Tag kündigte, begann der heilige Dienst. Kein Tagesdienst ohne diesen Blick zuvor.. Und wenn wir im Gebet noch heute so häufig den geistigen Faden nach Hebron spinnen, wenn uns die Patriarchengestalten dabei vor die Seele treten wie besonders in diesen Wochen, werdürfte uns verübeln, daß wir mit einem gewissen Stolz uns als Epigonen Es sprach nunmehr Oberstleutnant Ott und, zum Schluß Dr. Ludwig Fr s u n d. Die Feier schloß - mit dem - Deutschlandliede. - - •" ';|f. ..;;- ... " Das Schächiverbotgesetz vor dem 'thüringischen Landtag. Weimar, 18. Nov! Der thüringische Landtag, der nach mehrmonatiger Unterbrechung am Donnerstag, den 17. November, wieder zusammengetreten ist, behandelte als einen der ersten Punkte das von der neuen nationalsozialistischen Regierung eingebrachte „Tierschutzgesetz", das ein Schächtverbot für Schlachttiere wie für Geflügel Vorsicht. In der Begründung wies der Minister darauf hin, daß dieses Gesetz in früheren Jahren bereits sämtliche Instanzen des Landtags beschäftigt habe und im Oktober vorigen Jahres vom Plenum abgelehnt würde. Es sei deshalb nicht nötig, in eine ausführliche sachliche Debatte einzutreten: er bittet den Landtag, das Gesetz anzunehmen. In der Debatte erklärte ein Vertreter der Sozialdemokratischen Partei, es fei seltsam/ daß die nationalsozialistische Regierung mit so großem Eifer bemüht sei, das Schächtverbot unter Dach und Fach zu bringen. Läge wirklich, wie der Minister behauptete, ein dringendes Bedürfnis vor, so hätten die nationalsozialistischen Abgeordneten bereits im vorigen Jahre die Möglichkeit gehabt, die Annahme des Gesetzes herbeizuführen. sie blieben aber der betreffenden Sitzung fern. Es sei auffällig, daß die Regierung als erstes Gesetz der Bevölkerung nichts anderes zu bieten habe als ein Tierschutzgesetz. Das Volk erwarte Erfüllung der ihm gegebenen Versprechen: hierzu scheine die Regierung aber außerstande zu sein. Die sozialdemokratische Fraktion beantrage Ueberweisung der Gesetzesvorlage an den Rechtsausschuß, in welchem die gesamte Rechtslage und die wissenschaftlichen Unterlagen eingehend geprüft werden müßten. Insbesondere weise er darauf hin, daß das Reichsgesundheitsamt neuerdings entgegen der Behauptung des thüringischen Staats- Ministeriums ausdrücklich erklärt habe, daß in dem Gesamtschächtakt, also auch in allen seinen Vorbereitungen, keine Tierquälerei zu erblicken sei. Der Wortlaut dieser Erklärung ist im Landtag in einer Eingabe der öffentlich anerkannten israelitischen Religionsvertretung enthalten. Der Vertreter der Kommunisten warf ebenfalls der Regierung vor, daß sie in einer Zeit, in der die Masse hungert und die Arbeitslosigkeit in erschreckendem Maße sich mehrt, nichts anderes dem Landtag vorzulegen habe, als ein Gesetz, das sich mit Tieren, nicht den Menschen, befaßt und geeignet sei, dem Lande wirtschaftlichen Schaden zu bringen. — Nach einer weiteren Debatte, in' welcher es zu heftigen Zusammenstößen zwischen Nationalsozialisten und Demokraten kam, wurde schließlich der Gesetzentwurf dem zuständigen Rechtsausschuh zur Weiterberatung überwiesen. Der Allgemeine BabbkneWxWsid'Ünd die Not der BeMcheW Zu dentüms./ », ( > / Mai n z , 20. Nov. Die ordentliche Haüpsveüsämmiüng des All gern e i ri e n D e.uck s ch e n - R a b b i n e-vv e r b a n ü e s fand am -15*. unb 16. - November in M a i n z' statt. Die Beratungen begannen am Abend des 15. November mit der Erstattung des umfangreichen Geschäftsberichtes durch Rabb. Dr. D i e n e m a n n, Offenbach. Das Hauptreferat hielt Rabb. Dr. Wiens rBerlin über „Jüdisches Lehre und jüdische' Theologie^ Der . Referent und die zahlreichen Diskussionsredner bemühten sich um eine systematische Grundlegung des jüdischen Lehrinhaltes in Auseinandersetzung mit den Mannigfachen Richtungen und Anschauungen im -Judentum der Vergangenheit und den Strömungen innerhalb der christlichen Theologie der Gegenwart. Der als Gast.anwesende Prof. Dr. Jsmar E l b o g e n, Berlin berichtete im Namen der Anstalten, die der wissenschaftlichen Erforschung des Judentums und der Ausbildung der Rabbiner gewidmet find, über die katastrophale Lage dieser Institute und die zur Abhilfe unternommenen Schritte. Unter dem Eindruck des Berichtes beschloß die Versammlung eine Resolution, mit der Mahnung an die eigenen Mitglieder, ihre Gemeinden auf den eingetretenen Notstand nachdrücklich hinzuweisen und ihnen die Verpflichtung gegenüber den Stätten der jüdischen Wissenschaft zum Bewußtsein zu bringen. .Die eingehende: Diskussipn bezog sich sowohl auf die Erörterung praktischer Hilfsmaßnahmen für die Gemeinden und die Einzelnen als auch auf die Erörterung der Gefahren, die den Gemeinden und dem Judentum aus dem Abfall ringender und erregter Jugend erwachsen. Zum ersten Vorsitzenden des Verbandes wurde Dr. Baeck, Berlin wiedergewählt. Wachsende Wirtschaftsnot unter den Juden Münchens. München, 21. Nov. Vor kurzem tagte in München der Soziale Ausschuß gemeinsam mit den gemeindlichen Kollegien. Der Vorsitzende, Oberstlandesgerichtsrat Dr. N e u m e y e r, erklärte, daß die Gemeinde auch im kommenden Jahre dem Wohlfahrtsamt aus ihrem Etat nur einen Teil der erforderlichen Mittel wird zur Verfügung stellen können. Man stehe daher wieder vor der Notwendigkeit, eine Winterhilfe-Sammlung zu veranstalten. . Justizrat Dr. Straus wies auf das stete Ansteigen der Not'hin. Das Wohlfahrtsmat wird heute auch aus Kreisen in Anspruch genommen, die früher selbst zu deu Gebenden gehört haben. Es müsse daher eine Winterhilfe-Sammlung veranstaltet werden, deren Ergebnis dem Wohlfahrtsamt und den Wohltätigkeitsvereinen die Fortarbeit ermöglichen würde. In der darauffolgenden Aussprache wurde die Notwendigkeit der..Sammlung,; für. die Winterhilfe 1932/33^ allgemein anerkannt,..wobei; yerschiehenen.Vorschläge gentächt' Äürden.. Die Sitzung faßte/ dann die entsprechenden Beschlüsse.V.;! -; - / ,... Die Mandatskommission beginnt mit der Formulierung ihrer Bemerkungen zum Palästina-Bericht. Gen f, 21. Nov. Die Manda t s k o m m i s s i o n des Völkerbundes hat am 21^Ahpembev'.mit'der- Abfassung ihrer „Bemerkungen" zu dem. Palästina-Bericht der englischen Regierung für dgs /Jahr 1931, den mündlichen Darlegungen des Bevollmächtigten: der englischen Regierung High Commissioner.Sir Arthur W a u ch o p e, dem Memorandum der Jewäsh Ag'ency und den Petitionen der übrigen Interessenten begonnen. Die Sitzungen der Mandatskommission sind bekanntlich geheim. Ihre-„Bemerkungen" zu den Mandatsberichten werden nicht von ihr selbst veröffentlicht, sondern dem V ö l k e r b ü n d s r a t übergeben, der sie zum Gegenstand von Entschließungen macht und sie dann veröffentlicht. Einen wichtigen Raum in den diesmaligen „Bemerkungen" zum Palästina-Bericht nimmt die Frage des Legislative Council für Palast in a ein, über die der High Commission er im Namen seiner Regierung eine klär umrissene Erklärung abgegeben hat. fühlen? Mir triebest nie Mißbrauch mit diesem' Stolze und treiben ihn heutenicht. > Wir'sehen in den Erzvätern nur die Begründer des G'ttesoolkes.das bald nach ihnen vom flammenden Sinai das Zehngebot erhielt, das heute noch die Grundlage" aller wahrep Kultur und Zivilisation childet. - v ' ' . (Auktion von Hebraica und Iüdaica.)' JÄ Lause des' Monat Januar 1933 veranstaltet die Firma J.Klsuffmann in Frankfurt a. M. eine Auktion von Hebraica und Judaica (Handschriften und Drucken). Zur Versteigerung gelangen nicht nur von der Firma in den letzten Jahren übernommene Bibliotheken, sondern auch Bestände anegsehener Privatsammler, die wertvolle Stücke durch das Frankfurter Auktionshaus ausbieten lassen.. Eä gelangen zür Versteigerung nehen Inkunabeln, und wertvolleü'i PergaNitzVlt-Mänuskripten (Mit und ohne - Miniaturen) bedeutende^Erstdrücke"italienischer, konstäü'tinöpeler und salonicer Druckereien sowie sonstige' bedeutsame Seltenheiten. . ■ - s Es wird Interessenten geraten, sich schon jetzt an die Firma I. Kaufmann, Frankfurt a. M., Schillerstr. 19 zu wenden, damit sie-rechtzeitig den Vevsteigerungskatalog erhalten. ' Briefkasten. Itavö. Ar. W. Der Autor dankt Ihnen für das seinem Werke erwiesene Interesse, das sich in solchen Kleinigkeiten am deutlichsten bekundet, und wird die Anregung bei der Buchausgabe befolgen. Gruß. Veranlwortlich.für den allgemeinen Teil und das. Feuilleton S. S ch a ch n o w i tz, Frankfurt a. M.; Inserate i. V.: S. S ch a chnowitz, ebenda. — Für die pädagogische -Beilage: Lehrer L. Kaufmann, in Sprendlingen (Kr. .Offenbach). — Verlag des Israelit und Hermon,®. tit. b. H., Frankfurt a. M. — Druck Hermon Druckerei,-Frankfurt a. M '

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