Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 73 (1932)
- Issue
- Heft 48 (24.11.1932)
- Date
- 1932-11-24
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
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■TfS- , . ....... J'- -/ K-'l Seite 2 Nr. 48 D e r Israelit 24. November 1932 i Vochenrundschau. Wie sie sich selber zeichnen aus Frankfurt, ist noch jung und hatte schon die echtjüdische Kühnheit, sich auf juristischem Gebiete mii grundlegenden Büchern Namen und Ruf zu erwerben, Grund genug, mit T r . ä n e n g a s b o m b e n aller Augen über jolche Schmach für das teure Vaterland überfließcn zu lassen und sich Universitätsschluß, damit Zeit und Rluße zu verschaffen, die vom Schreien und Singen heiser gewordenen Kehlen in der Kneipe zu netzen. Wie heißt es doch in ihrer alten Bibel, — die, nebenbei bemerkt, im Religionsunterricht der Schulen jetzt abgeschafft werden soll: — „Der eine, er Das; in Amerika auf den bedeutendsten Posten,, den die Union neben der Präsidentschaft zu vergeben; kam hierher Qlufentbalt zu nehmen, und wirft si ch hat, auf den des Gouverneurs des Staates Rewyork, ^' ch o n als Richter auf," will uns über Sitte ein Jude mit Rainen Lehmann berufen wurde And Recht belehren, womöglich sogar über die Unzu- und sonst nock einige bohe Äemter in die Hände von' längllchkeit des sodomitischen Lettes referieren. „Und Juden gelegt wurden, daß außerdem mehrere jüdische «die Männer am Eingang des Hauses schlügen sie mit Rainen in der Liste der Senatoren figurieren, bringt 1 Blindheit von Klein bis Groß" heißt es in dem Zudic nationalsozialistische Presse in Deutschland in fammenhange weiter. Mit Blindheit geschlagen Harnisch. Der „Angriff" findet es in einem rüden I waren diese jungen Männer, die Kutturträger von Ausfall, der sein Niveau kennzeichnet, sehr merkwürdig, daß diese Männer in der politischen Presse als Die Ankündigung der „stabilen Wohnhäuser^ ulmorgen, bevor sie noch daran gingen, die Türen zum vorlcsungssaal des Herrn Lohn zu stürmen. Alle Juden bezeichnet werden, während man in prozeßberichtcn den vollen jüdischen Namen verschweige und nur von „Polen" oder „Rüsten" spreche. Roch nie haben Menschen ihre eigene Physiognomie so gezeichnet wie die Angriffs-Leute mit dieser Bemerkung. Gerade sie sind es,' die in ihrer Presse geflissentlich und mit vorbedacht jeden jüdischen Ramen bei großen und kleinen Skandalaffären zu einer wüsten Hetze gegen die jüdische Gemeinschaft ausschlachten, während sie Verdienste jüdischer Männer und Frauen, wo sie sich nicht verschweigen lassen, ganz losgelöst von ihrem Ramen und ihrer Abstammung und diese unterschlagend behandeln und bewerten, von Albert Einstein kursiert der wehmütige Ausspruch: „Gelingt meine Theorie, so bin ich in Deutschland der „Deutsche" und in Frankreich der „Turopäer". Gelingt sie nicht, dann schimpft man in Frankreich auf den Deutschen und in Deutschland auf den Jude n." Linstein bat freilich das Gelingen seiner Theorie nicht davor geschützt, als Jude verunglimpft zu werden. Aber im Allgemeinen trifft jene Anekdote die Wahrheit und die Stimmung unserer Zeit. Jene hämische Bemerkung im „Angriff" bestätigt dieses. Und bedürfte es noch einer weiteren Bestätigung: In B r e s l a u wird von der Meute gegen einen Professor Sturm gelaufen, einzig und allein deswegen, weil er Lohn heißt. Wir bemerken gleich: wir kennen diesen Herrn Professor Lohn, obwohl er von Frankfurt den Dornenweg nach Breslau nahm, von der jüdischen Seite nicht, und wissen nicht, was er außer dem Ramen noch vom Judentum an und in sich trägt. Das wissen ganz gewiß die Herren Studenten von Breslau und ihre Drahtzieher in den „höheren" wissenschaftlichen Sphären auch nicht. Aber er heißt Lohn und kommt Kabinetts- und Wirtschaftskrisen bedrohen Deutschlands Zukunft nicht so sehr, wie' diese Vorgänge in den Hallen der Wissenschaft. Deutschland darf weinen um diese seine mit Blindheit geschlagenen Söhne — auch ohne Tränengasbomben. Indem wir aber im Stande sind, mit ältesten Belegen aus unserer heiligen Lehre für die Situation von heute zu dienen, leuchtet aus jenen Sätzen auch schon ein Schimmer von Trost auf. Ls war immer so und wird zunächst noch so bleiben, so lange die Menschen bei all ihren elektrischen Birnen und Flugzeugen zu wenig L i ch t i n i h r I n n e r e s leiten und künstlich den h o ch f l u g ö e s G e i st e s hemmen. Der Präzedenzfälle in der Geschichte sind übergenug. Man lasse sich warnen! Was ist mit Btto Bidschan? Widerspruchsvoll, wie alles, was man aus und über Rußland, hört, sind die Nachrichten, die B i r o Bidschan, die große jüdische Siedlung im Lande der Sowjets, betreffen, von offizieller kommunistischer Seite^eröen jetzt große Fehlschläge zugegeben, aber auch große Erfolge — ob richtig oder falsch, wissen wir nicht — gebucht. Von den von Januar bis August 1952 eingewanderten 8000 Juden sind 50—60 proz. zurückgewandert. Dessen ungeachtet werden Vorbereitungen getroffen, um bis Ende l955 weitere 26 000 Juden nach Biro-Biöschan zu bringen. Die nächsten drei Monate sollen dem Bau stabiler Wohnhäuser zur Aufnahme der Einwanderer gewidmet sein, Berufs- und Parteiorganisationen wurden ver- J pflichtet, an diesem Ziele mitzuarbeiten. j die neuen Siedler klingt in diesem Zusammenhänge wie eine Rechtfertigung derer, die die Flucht aus jenem roten paradieswinkel ergriffen haben. Ls waren doch also nicht allein■■— wie man oft in Rußland und im Auslande hörte Unfähigkeit und Arbeitsunlust, die mehr als die Hälfte von 8000 Einwanderern eines Jahrganges wieder zum Wanderstabe greifen ließ. Cs f e h l t e an st a b i l e n und überhaupt an W o h nungen. .Ls ist doch also wirklich so, wie sie selbst, ohne Glauben zu finden, in bic Welt hinausschrieen, daß sie mit ihren Kindern bei Frost und Regen unter freiem Himmel kampieren mußten, daß es ihnen am allernötigsten zu einem einigermaßen menschenwürdigen Dasein fehlte. Jetzt sollen ihre bitteren Erfahrungen ihren Nachfolgern — gleich 25 000 müssen es im Lande, wo -sich alles nach bestimmten Plänen vollzieht, und oft mißlingt, sein — zu Gute kommen. Daboi hätten wir alles Interesse daran,.daß Biro Bidschan wirklich zu eitler Rettungsinsel iiz.den Fluten der russischen Iudennot wird. Schon aus dem Grunde, damit eine Iudenmasse, weitweg von der Reichweite Rloskaus und der Iewsektia, unbehelligt von. der'mit Gesetz und Verordnung, Schule und Lebensmittelkarte arbeitenden bolschewistischen Himmelsstürmerei, im Schutze einer eigenen r e l i g i ö s e n A u t o n o nr i c, ihr eigenes jüdisches Leben führen kann. Unter diesen — nur diesen — Voraussetzungen wollen wir den neuen Sieölungsplänen in Biro Bidschan alles Glück wünschen. Ansere geistige Existenz in Erez-Zsraei. Von Saly Geis in Tel-Awiw. Die im „Israelit" vor einigen ' Monaten erfolgte Auseinandersetzung zwischen Schachnowitz und D. Birnbauni über die neue Welle -der Palästinaliebe verdient aufmerksamste Beachtung. Es ist tatsächlich Pflicht der Orthodoxie Erez Israel gegenüber: „ . . .- die vorhandenen Kräfte zu sammeln/ das; die neu zuströmenden einen Grundstock und ein Sammelbecken finden. Mehr als die Organisationen mii ihren Millionenbudgets hat die Privatinitiative im Lande zuwege gebracht. Diese Privatinitiative beleben und fördern und ihr durch Beratungsstellen die Wege weifen, der Einwanderung helfend und beratend zur Seite stehen, die hachfchara. . erleichtern, Mej Arb eite cmaffen im Lande organisatorisch erfassen, dcift eingewanderten Familien mit Schulen . . . helfen. — das kann und muß heute die orthodoxe Weltj Organisation, so sie den in der Rot ringsherum utif> | der von dieser neu geweckten Crez Israel-Liebe deut- Herr und Diener. Von Rabbiner De. M. Lewin in Hamburg. Mit Recht hat man das erste Buch der hl. Schrift mit all seinen lieblichen, so ansprechenden Erzählungen die Bilderschrift unserer Bibel genannt. E i n Bild reiht ' sich da an das andere. In den herrlichsten Farben, Licht und Schatten angemessen verteilt, so wirken diese Bilder auf Herz und Seele anregend, aneifernd, häufig aber auch mahnend und warnend. In dem gleichen Maße wie besser als die eindringlichste Mahnung das lebendige Beispiel und Vorbild Einfluß gewinnt, werden auch wir durch all die Geschichten, die wir im 7i'2?8i2 120 lesen, immer von neuem belehrt, wie wir unser Leben zu gestalten haben, daß wir dieses tun und jenes lassen müssen, um G'ttes Wohlgefallen'zu erringen. Wir hören hier nicht: „Du sollst" oder „Du darfst nicht" —, die herrlichsten Tugenden werden uns vielmehr in diesen Lebensbildern gezeigt, bisweilen auch menschliche Fehler und Irrtümer so frisch und so lebendig, daß der Wille zum Guten in uns gestärkt wird und wir auch die Kraft gewinnen, das Böse zurückzudrängen und die menschliche Schwäche zu überwinden. Das ist wohl auch der Sinn des Midrasch, der im Leben unseres Stammvaters all das verwirklicht sieht, was König David in so herrlichen Tönen als das Idealbild eines wahrhaft Frommen besingt:c>ip"aviii2ibr7"a naiab s?2sw kVi ’b?23 ki2?V st?i kV 12?» 32V 121 epüs ’p3?itnp aipa2 „2Ber besteigt den Berg des Herrn und wer steht auf seiner heiligen Stätte? Wer rein an Händen und lauteren Herzens ist, dessen Seele nicht nach Eitlem verlanget und der nicht schwöret zum Trug." Alle diese Vorzüge hat der Patriarch, so sagen unsere Lehrer, in vollkommenster Weise sein eigen genannt und in seinem Leben mit und unter den Menschen in allen Lagen und Verhältnissen seines so ereignisreichen wechselvollen Wanderlebens bekundet, und darum ist er auch gewürdigt worden, daß sich auch an ihm das Glück zeigt desjenigen, der 121282?’ wo' 'pVsa np-TSi n vrw„der Segen erhält von G'tt und Hilfe vom Herrn seines Heils." „Wie der Herr, so der Knecht." Dieses Volkswort findet in der heiligen Schrift gerade im . Hause Abrahams seine volle Bestätigung. Hier im Patriarchenzelte ist Elieser der Knecht zugleich -fr n?8 V22 bvm wa p: „der Aelteste seines Hauses, der über alles Seine schaltete." Was Abraham nach dem Heimgange seiner geliebten Gattin in allen seinen Gedanken und Wünschen unendlich beschäftigte, was er in seinem tiefen Sehnen und Hoffen erfüllt sehen möchte, daß in das verwaiste Zelt Sarahs eins ebenbürtige, mit den gleichen weiblichen Tugenden ausgezeichnete Frau als seines Sohnes und Erben Gattin einziehen möchte, das legte er voll Vertrauens in die Hände Eliesers. Er konnte sich keinen Besseren und Würdigeren vorstellen für die Ausführung seines Auftrages: pi2'i> '32V ivrr nnp'n 1V71 wiVia Vrri '»irr Vrr '2 „daß du ja in mein Land gehst und zu meiner Verwandtschaft und eine Frau freist meinem Sohne, dem Iizchak." Und der Diener hat seinen Herrn in dessen Erwartungen und Hoffnungen nicht enttäuscht. Mit welcher Vorsicht und Umsicht geht er ans Werk. Alles, was er nun tut, zeigt, wie sehr er von Verehrung und Bewunderung für seinen Herrn und dessen Haus erfüllt ist. Er bewährt sich vollends als w>2 fpr als einen ]pr im Haufe Abrahams, als einen, der dessen Lebensweisheit in sich ausgenommen, ib nan i’i2? daß der Knecht seinem Herrn ähnlich ward und wirklich einV2?a„ein Herrscher" war.112'2 v'bv im»2 indem er diesem gleich Herr war über seine Triebe. Die Gattin eines Iizchak, das wußte Elieser und darin liegt vor allem die Verehrung, die in seinem Herzen für seinen Herrn lebte, mußte als größten Schatz echte innige Menschenliebe besitzen, wie er sie in Abrahams Hause durch alle Jahre walten und Glück und Segen stiften sah. Daraus erklärt es sich, daß Elieser am Brunnen die bedeutsamen von seinem G'ttvertrauen und seiner Hingabe für seinen Auftraggeber zeugenden Worte sprach:pVs 'i ,D112K ’318 £3J? 1VN 7127371 Dl’l ’3sV 83* np.i 071128 Nlül „Herr, G'tt meines Herrn Abraham, füge es doch heute f vor mir und übe Huld an meinem Herrn Abraham." D'a 28vV 7182' T571 '2738 711321 man fS? 5-37 223 '238 ovl „Hier stehe ich am Wasserquell und die Töchter der Leutes der Stadt kommen heraus, Wasser zu schöpfen." O31 71712? TliaRl 71712781 *]13 83 'Ü71 1'i>8 1B8 1278 71137371 N'M .'318 D5? 10N 71’2737 ’D 3718 7121 pN2'V qi23?V 71N217I 7ip278 T^3 „Das Mädchen nun feils, dem ich sage: Neige doch deineni Krug, daß ich trinke und sie spricht: Trinke, und auch! deine Kamele will ich tränken, die hast deinem Knechte Iizchak bestimmt, und an ihr werde ich! erkennen, Huld hast du an meinem Herrn geübt." Liebe,! die nicht beim Menschen Halt macht, die auch Erbarm:" mit dem Tiere bekundet, macht Elieser zum ausschlaggstl benden Prüfstein für die Wahl einer Lebensgefährtin füll den Sohn seines Herrn. Es ist dies ganz und gar i"1 Sinne und Geiste Abrahams und auch Jizchaks, der das Bild seiner Mutter als Ideal von einem Weibe in feinemI Herzen trägt und nach der Verwirklichung dieses feines Ideals sich sehnt. Unsere Weisen allerdings meinen:! 24. N lick mc sehen ii vielieich Die geführt, gende 2 lingehcr ibcrüef des Lai vorherr der Ass über di Um seit des Bildes nensisch nur aus bens in werden. Die beweist Cr schci Juden" prozen rig geg eine v( sickerlic Jugend Wc dadurst icn Ta kalend tat dür seitens über d können wah ui die sch: die opt Dil Teilen Iischur religiös Iischur märe, verhäl werden Juöenh Dieser ist übe: neu R seiner 11312 lb nicht u Bei doch D< hastet üp2i i": Ribka; g'ttlichk der Kr sich sei dem B Zu erni wuchs. Auc trifft v wir de Gesinn Rede i P3Nt , Große Lebens Jung g haben und P Mensst Nöte i eine A Ham u schätzm schließt vom i£