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Der Israelit · 1932-10-27 · Heft 44 (27.10.1932) · page 8

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Journal
Der Israelit
Volume
73 (1932)
Issue
Heft 44 (27.10.1932)
Date
1932-10-27
Page
– (sequence 8)
Language
German
Belongs to
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Seite 8 Nr. 44 Der Israelit 27. Oktober 1932 30. Oktober, abends 20.30 Uhr, in der Aula der S. R. Hirsch-Schule, bei welchem Herr Rabbiner Dr. Elie Munk- Ansbach über „Probleme jüdischer Jugenderziehung" sprechen wird. Gäste (Jugendliche) herzlich willkommen. Vom Liwjath Chen. Vom Vorstande des Liwjath Chen wird uns geschrieben: Mit Winterbeginn belebt sich der Lernbetrieb in allen Vereinen. So halten wir es für angebracht, den ä l t e st e n Lernverein in unserer Kehilla, den „Liwjath Chen", in Erinnerung zu bringen. Der Liwjath Chen dient einer Aufgabe, die den anderen Lerninstanzen weniger obliegt, indem er bei T r a u e r f ä l l e n im Hause seiner Mitglieder während der ganzen Trauerwoche durch seinen Dozenten und unter Beteiligung seiner Mitglieder Lernoorträge abhalten läßt. Außerdem bietet der Verein jeden Sabbat nachmittag Gelegenheit, religöse Vorträge im großen Nahmen anzuhören (Sabbat mittag nach Minchoh, im Hörsaale Friedberger Anlage). Zu den öffentlichen Vorträgen haben, so weit der Raum stattet, auch Gäste Zutritt, doch steht der Genuß der an-, deren, von den Vereinsstatuten gewährten Rechte nur den Mitgliedern zu. Der Jahresbeitrag ist gering bemessen. Anmeldungen nimmt der Vorstand (Vorsitzender Herr Isidor Benjamin, Uhlandstr. 58) oder der Beamte des Vereins, Herr M. Glücksmann. Fifcherfeldstr. entgegen. Bei der Gelegenheit fei noch mitgeteilt, daß der Sabbatvortrag jetzt bis auf weiteres 4.15 Uhr im Hörsaale Fredberger Anlage stattfindet. Simchas Thora in Frankfurt. Simchas Thora ist in Frankfurt in üblicher weihe- und freudvoller Weise gefeiert worden. Je nach Tradition und Temperament rauschte der Jubel in den verschiedenen G'tteshäusern mehr oder weniger brausend, der Simchas Thora-Charakter war aber überall in den schönen gegebenen Formen gewahrt. Erfreulich war allerorts die starke und ehrliche Beteiligung der Jugend an der Freude um die Thora. Inder Synagoge Friedberger Anlage, die abends und morgens voll besetzt war, erfreute wieder einmal der Synagogenchor unter Leitung von Max Neumann, mit Hilfe der herrlichen Soloeinlagen des Herrn Lazar Finkelftein und einiger besonders stimmbegaüter Knaben, die Gemeinde. Man bekam von Herrn Finkelstein u. a. ein paar Kabinettstückchen östlichen Chasonus bei vollendeter Technik zu hören. Im Me kor Chajim wie in der Agudas Jisroel-Jugendgruppe fanden Frühg'ttesdienste statt, die Gelegenheit boten, verdiente Dozenten und Mitglieder mit der Würde des min ^nn und rrwsna ]nn zu ehren. Beide G'ttesdienste waren trotz der sehr frühen Stunde gut besucht und vollzogen sich, von jugendlichen Mitgliedern geleitet, mit aller Würde und Freudigkeit, wie sie der Tag erfordert. In den Räumen der Agudas Jisroel wurde nachmittags das Fest noch mit einer geselligen Zusammenkunft gekrönt, bei der mehrere Ansprachen gehalten wurden. In der I e s ch i w a war nachmittags der große Hörfaal bis auf den letzten Sitz- und Stehplatz von Bachurim, Dozenten, Mitgliedern des Kuratoriums und Freunden gefüllt. In guten Reden wurde die Jeschiwa wie das Tharoleben in Frankfurt gefeiert. Geist und Humor strahlten in allen Farben auf und verklärten das Fest weit über die festgesetzte Machtgrenze hinaus. In den ö st l i ch e n Bethäusern ging es, wie immer, hoch her. Helles Festtreiben herrschte besonders in der großen Synagoge aps” Vip in der Rechneigrabenstraße. Hier wie in allen anderen mvnn ma sind die wopn keine vorgeschriebenen Rundgänge, sondern ein Sichank 1 ammern an G'tt und sein Heiligtum, in Tagen der Not und der Sorge, an der Schwelle eines Winters! des Mißvergnügens. Endlos bewegt sich der Zug mit den Thorarollen um das Almemor, ohne Halt, ohne vorgeschriebene Liturgie. Und wer kein Sefer in der Hand hat, trägt sein Kind auf dem rechten Arm (wie sinnig: Thora und Kindl). Das Talis ist weit über den Kopf gezogen.' oft bis zum Kopfe des auf dem Arm sitzenden Kindes, das seinerseits noch ein gemaltes Fähnchen schwingt. Und immer und immer wieder erklingt es im Chore, wie das Gebet der Zeit, wie das Vertrauen und die Gewißheit der Stunde: s1?® nm DY>n nV’xa rrapm ins- Wer das nicht gesehen hat, der kennt eine echte ehrliche östliche Simchas-Thorafreude nicht. Möge die Festesfreude nachklingen in einem Winter, der Besserung und Entspannung, Frieden und Freude, Kraft und Licht bringt, misi ny. Ein »Buch des Lebens". Wer kennt nicht den „Hohen Rabbi Löw", den „Maharal von Prag"? Weniger bekannt ist.dessen kongenialer Bruder, Rabbi Chajim, Sohn des Rabbi Vezalel, der als Kommentator, Dezisor und Kabbalist, ebenfalls einer der Größten des siebzehnten Jahrhunderts war. Dessen Standardwerk a”nn nao/ ein Buch der Lehre, der Moral und Lebensweisheit, war in früheren Jahrhunderten in aller Hand, diente Generationen als Licht und Wegweiser durch das .Leben. Eine neue lichte Ausgabe hat nun Rabb. Jechiel Zwi Klein hergestellt, ausgestattet mit Glossen, Bemerkungen. Register, einer Einleitung und einer ausführlichen Biographie des Verfassers. Der Herausgeber befindet sich zur Zeit in unserer Stadt, um Freunde für den kostbaren Schatz, den er aus der Vergangenheit gehoben hat, zu werben. Wir können ihn und sein Werk nur bestens empfehlen. Das Werk ist zum Preise von Mk. 2.50 geb. auch bei Herrn W. Rosenzweig, Frankfurt a. M., Ostendstr. 80 (Postscheckkonto 36475)' zu beziehen. Aus Flörsheim a. M. Es dürfte wohl ein einzrg dastehender Fall sein, daß ein alter Herr von fast 79 Jahren alle Tefillos am Jom Kippur, von Kolnidre bis Ausgangs-Mauriw, auch Leinen allein besorgt hat. So hat in diesem Jahre wieder der langjährige ehrenamtliche Chasan unserer kleinen Gemeinde, Herr Josef Altmaier, 'am Jom- Kippur durch seine schönen alten Nigunim uns gehoben und erfreut. Herr Altmaier wird im nächsten Monat 79 Jahrs und in bewundernswerter Frische leitet er mit feiner schönen Stimme hier immer den ganzen G'ttedienst. Möge Herr Altmaier noch lange Jahre in solcher Frische und Gesundheit seines heiligen Amt walten. -Eryiny Druckfehler-Verzeichnis. In dem in der „Literarischen Warte" zur letzten Nummer erschienenen Artikel „Rambam oder Maimonides ufw." Seite 1, Spalte 2, Zeile 5 sind zwischen den Worten „absolute Verpflichtungskraft der p-mn und „der Ursachen usw." irrtümlicherweise die Worte: „unabhängig von unserer Erkenntnis" weggeblieben. Frankfurter Vereinskalender. Verein Ittekor Chajim. Freitag abend nach Schul im Hörsaal: Mikro-Eröffnungsvortrag, Herr Red. S. Schachnowitz — abends 8 Uhr bei Herrn I. Lewin, Uhlandstr. 58 III, Chumisch mit Raschi (für Anfänger). Samstag morgen nach Schul im Hörsaal: Dinim, Herr Dr. E. Posen — nachmittags 3/4 Stunde vor Mincho im Veretnslokal Herr Dr. W. Hofmann. — 4 Uhr im Vereinslokal (ebenso Sonntag morg. 8 Uhr) Gemoro, Herr I. Soffer. — 8lf2 Uhr abends m'rv', Herr Dr. 1' Lange Sonntag morgens nach Schul im Hörsaal (ebenso Mittwoch), oik "n, Herr S. Schachnowitz. — abends 6 Uhr im Vereinslokal.- Midrasch Herr I. Soffer. (Alle anderen Schiurim wie üblich.) Jahrzeitsstiftungen. Sonntag, den 30 Oktober: Maximilian Bier-Stiftung. Dienstag, den 1. November: Benny Jsidor-Stiftnng. „ den 1. November: Meier Selig-Stiftung. Agudas Iisroel-Jugend. und Mädchengruppe. ' Am Sonntag, den 30. Okober, abends 20.30 Uhr, spricht in öffentlicher Versammlung inder Aula 'der Samson Raphael Hirsch-Schule (Tiergarten 8) Herr Rabbiner Dr. Elie Munk-Ansbach über „Probleme jüdi- , scher Jugenderziehung". Jugendliche Gäste herzlich willkommen! Das Winterprogramm wird bekanntgegeben. Agudas Iisroel-Ortsgruppe. Schiurim des Herrn Herz Holpern .- Täglich von 9—12 Uhr: Lernen jegleicher Art. 12—1 Uhr: Daf Jomi — Am nae? anschließend am Daf Jomi agadischer Vortrag. Liwjath Chen. Samstag nach Mincho 4l/4 Uhr im Hörsaal Friedberger Anlage, Vortrag des Herrn S. Schachnowitz: (Etwas über n’pmai min -ann). Jüdische Frauenvereinigung und Agudistifche Frauengcuppe, Ortsgruppe Frankfurt a. M. Am Dienstag, den 1. November wird Frau Dora Edinger im Hause von Frau Salomon Stiebel, Palmstr. 9, abends 8.45 Uhr einen Vortrag halten über: Was ich vom jüdischen Leben in Rußland sah. Gäste, Damen, willkommen. Agudas Jisroel-Jugendgruppe Schwanenstr. 12. "‘min aw" wipn nisn win» ni^nn >8.30 rrpwmi 's p"w 'nxi»2 :8V11N rtT mb -rpnn niip!? jnsnn.nw’tf’ •DTim D’nTix 'hin™ nnrr Hebräische Arbeitsgemeinschaft GV?" Die Zusammenkünfte unserer Arbeitsgemeinschaft beginnen aufs neue am 29. d. Mts. um 8.30 Uhr. Herr I. Laudau spricht über das Ahema: Judentum und Kuliur. Gäste willkommen. Jüdischer Tucnerbund C. V. Wir haben der Zeit entsprechend den Mitgliedsbeitrag für Erwachsene auf 1. Mk. pro Monat ermäßigt, woraus wir besonders aufmerksam machen. — Am Samstag, den 5. November abends 8.30 Uhrfindet unsere Heimeinweihungsfeier im Iüd. Heim Langestr. 55 I statt, wozu wir unsere Mitglieder sowie Freunde des Vereins herzl. einladen. Beshamidrasch npy» Rechneigrabenskr. 12, 2. Rabbiner B. Seltzer, dessen Vorbeten an den Feiertagen allgemeinen Beifall fand, hält am Freitag Abend jVENna nvio. 8 Uhr eine Abschiedsdrosch st. Gäste willkommen. Gebetzeiten. X jv>ip*n:i \ Freitag abend 4.40 \ Samstag 6.45. Samstag morg. 8.00 Samstag nachm. 1.00 u. 4.00; Samstag abend 5.55 \ Wochengottesdienst:! 1.15 (im Hörsaal) und 4.30 U^hr Morgens 6.30 Nachmittags 4.30 T efillin-Legen am Morgen 6.0Z Statt Karten HANS GLASER N"a LINA GLASER geb. Gans Vermählte Frankfurt a. M-, Hermesweg 14 Trauung u. Empfang den 30. Okt. 1932 — 30.Tischri 5693 1 Uhr Synagoge Hermesweg Silberne Chanukahleuchter Kle Kaudesch . 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