Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 73 (1932)
- Issue
- Heft 42-43 (13.10.1932)
- Date
- 1932-10-13
- Page
- – (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
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Seue 10 Nr. 42 43 Der Israelit 13. Oktober 1932 er brauche sie für das viele Volk, das hinaufgezogen I Kampf mit Amalek, der zweite war Iehoschuah, dem vor. Männer, Frauen und Kinder umstanden ihn und sei zum Jeste. Island die Sonne still bei Gibeon, als er gegen die „Ich will dir zu« Zeit, die du bestimmst, gewiß kanaanitifchen Könige stritt; und der dritte war Rak wieder all das Wasser zurückgeben," sagte Rakdimon dimon b. Gorion, der aus G'tt vertraute und dem zum Statthalter, „und sollte ich dir nicht pünktlich jauch G'ttes Hilfe beigestanden hat. zum festgesetzten Tag das Wasser zurückerstatten können, so will ich dir für die 12 Brunnen 12 Zentner Oer letzte Zaumtauw im Leben unseres Lehrers Mosche. Dem Hebräischen nacherzählt von ... Das hundertzwanzigste Lebensjahr unseres Lehrers Silber bezahlen." Damit war der Statthalter einverstanden und er lieh dem Rakdimon das Wasser. So konnte jeder Wallfahrer seinen Durst löschen und in sorgloser I^eude und großem Jubel wurde von allem Volk! Mosche neigte sich seinem Ende zu. Das Sukkausfest nahte das Sukkothfest begangen. Kux Rakdimon betete mit heran, als Mosche am Tage vor Jaumtauw wie jeden doppelter Inbrunst die Tefillo für den Regen, den Morgen im Ohel Moed weilte, da verkündete ihm G'ttes c y f i J -nwr Stimme von der Bundestade, zwischen den beiden Che- G tt IN seiner Gute senden möge, sobald alle Wall- Mein Di-n-r Mosche, wisse. dnh dieser sahrer wohlbehalten wieder zu Hause angelangt seien. Jaumtauw der letzte deines Lebens sein wird; zur Früh- Aber die Wallfahrer waren längst heimgekehrt lingszeit, wenn Israel das Pefsachfest feiert, dann wirst und noch war kein Regen gefallen. Es i aherte j ch Adar, an dem Tage, an welchem du geboren wurdest, wirst ^eit, in der Rakdimon das Wasser zuruckgeben sollte, aus dem Leben scheiden." aber noch immer hatte es nicht geregnet. Run kam Wunderbar schön war der Morgen jenes Erew Sub auch der festgesetzte Tag und noch immer strahlte ein laus. Der Himmel strahlte in wolkenloser Bläue und unter wolkenloser Himmel über der Stadt. Da erschien auch ihm, in das goldene Licht der Herbstsoune getaucht, breischon Lo.e des S.n-.hal.ers bei Rakdimon Mi. L"LM°°b^S.°-p°n - der Forderung, er solle ihm entweder das Wasser oder Norden schlängelte sich des Jardens Silberband. Jen das Silber geben. seiis aber erstreckte sich das Land Kenaan mit seinen Bei Rakdimon erwiderte: „Ts ist noch nicht Abend, ^nb J^ncn fucTIc.n . gu.« rfteuÄÖ! Wenn M. Nach. bereinbrich. »n» »Je mbÄÄ Zwölf Brunnen des Statthalters sind Nicht gefüllt, meben der Zeltteppiche. Plötzlich jedoch veränderte sich das so will ich ibm wohl abgewogen die Zwölf Zentner Bild. Ein Schluchzen und Wehklagen ließ das Lager Silber lckicken " erbeben. Mit Windeseile hatte sich die Kunde, die soeben ... ' ‘ ... ..... r .. . Mosche geworden, in dem ganzen Lager verbreitet. Ahnte Als der Statthalter diese 2lntwört horte, spottete das 33oII es nur, daß sein treuer Hirte es verlassen sollte, ec des Rakdimon und sprach lachend: „Jetzt hat es oder hatte Josua die Nachricht verkündet, Josua, der solange nicht geregnet — nun soll es gerade in dietreu bewährte Diener Mosches, der doch immer in seines s°n wenigen Stunden regnen!» Er M.e sich seiner ÄÄÄ Same schon ganz sicher und freute sich schon gewal- MmSlWgen, daß er das böse Verhängnis von ihrem tig auf den reichen Schatz, den er gewinnen sollte, geliebten Lehrer abwende. In bester Stimmung ging, er ins Badehaus, um sich Da erhob sich ein glühender Wind von der Wüste vorzubereiten st. das Gastmahl. das er am « gÄ MW Ä zu Ehren seines großen Gewinnes veranstalten wollte, einigte sich ein starker Westwind mit jenem östlichen Während nun der Statthalter ins Bad gegangen Wüstenwinde zu einem orkanartigen Sturme. Die uralten war. ging Rakdimon ins Bethhamikdasch, nahm sei- Baumriesen Baschans erzitterten, Berge erbebtem und Vmi;« .v rau*. ' wankten, schwarze Wolken bedeckten den Hrmmek, Donner nen (Lallis um mrd betete ju ® ‘ . erschütterte die Erde, und Blitze zuckten. Strömend ergoß „Herr der Welt, ries er, „es tst bekannt und stch ber Regen. Es trauerten Moabs Steppen, und es offenbar vor deinenr heiligen Ramen, daß ich nickt klagten die Berge, der Jarden trat verzweifelt aus seinen mir zur Ehre dies tat oder zur Ehrung meines Da- Ufern; stöhnend rauschten feine Wogen Kenaans Berge ters.^nur deiner Ehre wegen geschah es, daß »ein zu Dolk Israel Wasser zu trinken hatte, als es hinaufdem Allmächtigen, daß es ihm zum mindesten vergönnt zog zum VjH! werde, das Land seiner innigen Sehnsucht für die kleinste kann, hatte er dies Gebe, gesprochen, da. °f-L es auch schon dunkel, der Himmel überzog sich mit Gebet ist vergebens. Das Verhängnis ist nicht abzu^ Wolken und es begann mit großen Tropfen zu regwenden. Doch ein tröstendes Geheimnis enthüllt ihm nen. Die Brunnen füllten sick mit Wasser und auck G'tt: Einst werden Israels Söhne aus dem Lande < - .. r. , ’ vertrieben werden, denn sie werden G'ttes Gesetzen noch darüber hinaus fiel reicht,cher Regen. Lumft,er ba„beln. jjetn in &einbKTn„be meibt„ 2lls nun der Statthalter das Badehaus verließ, Grabstätten finden. Voll verzehrender Glut werden sie kam gerade Rakdimon aus dem Bethhamikdasck und sich da nach dem Lande ihrer Väter sehnen, werden gerne sie begegneten sick auf der Straße. ‘ ' ^5 Leben geben um nur einmal das Rauschen der Baum- . „ ' ' , u r . < Wipfel tm Heimatlande zu vernehmen, um nur Grabstatte „Run, es regnet, sagte der Statthalter. finden in der heiligen Erde der Väter. Dann wird es „Ja, G'tt sei Dank, cs' regnet," erwiderte Rakdas Angedenken an ihren Lehrer Mosche sein, daß sie die dimon, „und eigentlich müßtest du mir Wasser heraus- Hoffnung Nicht verlieren und nicht vor Verzweiflung geben, denn deine Brunnen werden nun voller seinA "'^ergehen läßt. Mosches Gebeine ruhen zwar in fremdem J r, „ o ,u ' ' Lande G'tt aber hat die Verheißung, die ihm zuteil als sie .cs zuerst gewesen. geworden, aufrecht erhalten, und Israel nahm das Land „Das mag schon sein," sagte der Statthalter, Kenaan in Besitz; so wird auch nach dem Geschlechte des „und ich sebe wobl, daß dieser starke Regen nur um Golus einst wiederum ein Geschlecht erstehen, das leben deinetwillen kam. Trotzdem aber mußt du nur das Söhnen in al Silber bezahlen, denn es war ja schon ganz dunkel Mut und Kraft geben geworden, bevor der Regen zu fallen begann!" Inzwischen war es Mittag geworden. Das Unwetter nT, vi ^hatte aufgehört. Die Berge erhellten sich, der Jarden Als Aardimon das horte, kehrte er sofort ins TOiei,ev ruhig. Die Natur glich in den Strahlen Bethhamikdasch zurück, hüllte stch noch einmal in seider hervorbrechenden Sonne einem Kinde, das unter nen Tallis und betete. Tränen lächelt. /r\ ,t>ux « t ti u <l . u~n Mosche schritt ruhig aus dem Ohel Moed und begab „(D, G tt, kferr der Welt, sagte er, „du hast I Lager. Dort tröstete er das Volk mit zu mir so großes Wunder getan und den Regen ge- Herzen gehenden Worten: „Bald ist Jaumtauw, und es sandt, um den ich dich anslehte; nun tu mir noch ein Unrecht, G'ttes Festtag mit Trauer zu entweihen, ein 02 und zeige, daß der Tag noch nicht zu Ende Beschlüsse sind gut und gerecht. Kein Schmerz war und verschaffe mir Recht in den 2lugen dieses Freude sollt ihr den Jaumtauw begehen. Es wird dies Ungläubiaen!" der letzte Festtag meines Lebens sein, und heilig sei er t v> c e -v- , r , G'tt und seiner Lehre, die ihr durch meine Hand em- Kaum hatte Rakdimon diese Worte gesprochen, p^ngen. Stets seien die Worte dieser Lehre in eure da teilten stch die Wolken und die Sonne schien noch I Herzen eingegraben und in die Herzen eurer Kinder, damit einmal, bevor sie untecging. Da sagte der Statteure Tage und die Tage eurer Kinder lange dauern auf haltet: „Hätte ich es nickt gesehen, daß die Sonne Tätern zu geben geschworen. ‘ f r csr t-W r? [ ‘ t c r Da horte Israel auf die Worte ihres Lehrers und bald noch einmal schien, so hattest du mir das Silber bezerstreute sich alt und jung. Sie brachen sich schöne Aeste zahlen müssen, so aber bist du frei von aller Schuld." in den Wäldern der Berge und bauten sich Sukkoth und Und es sagen unsre Weisen: drei sind es gewesen, Palmzweige und feierten das Sukkothfest deretwegen die Sonne schien. Der eine war Mosche ^Unh an £bcm 2age des Festes las Mosche einen Rabbenu, dem verweilte die Sonne länger beim > Abschnitt aus der Wiederholung der „Thora" dem Buche i lauschten seinen Worten. Am achten Tage, dem Schlußfeste umringte das Volk Mosche schon.am frühen Morgen. An diesem Tage las er ihnen. den g'ttschauenden Gesang vnun. Besonders stark und mächtig ertönte heute Mosches Stimme. Bis in weite Entfernungen war sein Wort zu hören. Tausende von Seraphim und heiligen Erelim waren herniedergestiegen um aus Mosches Munde die Worte des lebendigen G'ttes zu vernehmen. Die Feuersäule ließ sich hernieder und' beleuchtete Israels Lager; sodaß es auf weite Fernen gleich einer prachtvollen Feuerslamme erschien! Viele Völker sahen diese Wunder und näherten sich, den heiligen Worten G'ttes zu lauschen, die kraftvoll aus Mosches Mund ertönten, und schlossen sich zuletzt Israels Gemeinschaft an. Mit vor Liebe bewegter Stimme las er ihnen vrrii vor, als er jedoch zur Stelle gelangte „da starb Mosche" da konnte das Volk nicht mehr an sich halten, sondern brach in gewaltige Tränen aus, sein Schluchzen ertönte gleich dem Getöse des rauschenden Meeres. Auch in Mosches Augen traten Tränen, doch er bezwang sich und voll Ruhe beendete er die Thora. Als das letzte Wort verklungen, erfaßte er die Hand Josuas, seines treuen Dieners, der nicht von seiner Seite wich, und trat unter Lied und Jubelgesang einen Reigentanz mit ihm an. Als Israel dies sah, da taten sie es ihrem Lehrer nach, und schritten gleich ihm unter Gesang und Jauchzen in Reigen daher, und alle versammelten Völker tanzten mit und die Serafim jubelten und alles Geschaffene schien zu jauchzen und zu frohlocken. Die ganze Erde erstaunte über diese unendliche Freude beim Sijum der Thora durch unserem Lehrer Mosche. Danach erschien G'tt Mosche und sprach: „Mein Diener Mosche, weil du am letzten Jaumtauw, den du auf Erden weiltest, nicht betrübt warst und ihn nicht durch Klagen und Weinen entweihtest, sondern ihn geheiligt hast als Freudenfest für die Thora, die du aus meiner Hand auf dem Berge Sinai empfangen, so soll dies Fest stets ein Freudenfest für Israel bleiben. Am letzten Tage, am Schlußfeste sollen sie alljährlich die Thora beschsteßem Wohl werden sie an diesem Tage von deinem Tode lesen und traurig sein, aber die Freude über die Thora, die sie durch deine Hand empfangen, wird sie jubeln lassen, daß sie in Heiligkeit deinen Namen erwähnen und in Tanz und Gesang dahinschreiten." Und so ward es denn auch heiliger Brauch in Israel, alljährlich am Simchas Thora unter Gesang und Tanz die Thora zu beenden. Nie durste Leid und Not die Festesfreude zerstören, und nach dem Beispiel unseres Lehrers Mosches wollen auch wir in diesem Jahre am Jaumtauw diese unsagbar schwere Zeit vergessen und: mwn nxn vvri : mutt Ti? üV rrm ’D Simchas Loire Lidel. Kinderlach, mer hob'n Simchas Toire Simchas Toire oif der ganzen Welt Toire is die beste S'choire Asoi Hot der Rebbe mit uns geknellt *) Oi, oi, ojojojoi Frelach Kinderlach asoi Rendlach schitten sich von die Säck' Frelach ohn a Eck! (Ende) Simchas Toire, vun G'tt a Matone Soll Euch ewig heilig sein Selbst die Sterne un die Lewone Sin gegangen trinken Wein Oi, Oi, usw. Ein Schabbos m Bad Oürrheimer Livderhospiz. Ich war neugierig, wie ein Schabbos in Bad Dürrheim sein würde. Am Freitag Nachmittag, als wir vom Spaziergang nach Hause kamen, wechselten wir unsere Schuhe. Schabbosanzüge hatten wir schon vorher angezogen. Dann gingen wir in den G'ttesdienst. Er war im Spielsaal. Ein Sefer war auch da. Ein junger Herr betete vor. Wir sangen Lecho Daudi und noch manches andere. Die Melodien kannte ich noch nicht. Zum Schluß sangen wir Adon Olom. Nach dem Kidduschmachen aßen wir ein gutes Schabbosessen. Wir langen Schirhamalaus. Nach dem Benschen gingen die Kleineren ins Bett. Am Schabbosmorgen wurde gelaient, wenn Minjan war. Im Heim waren auch Junges, die Barmizwoh waren. Dann kamen noch Kurgäste vom Herrn Frant. En Kelohenu sangen wir auch zusammen. Nach dem G'ttesdienst gingen wir zum Frühstück und zum Spaziergang. Am Nachmittag waren zwei Ruhestunden. Für uns war der schöne Schabbos um halbacht schon zu Ende, weil wir ins Bett mußten. Deshalb konnten wir beim Harodvloausmachen nicht dabei sein. Wein bekamen wir keinen. Denn für hundert Kinder hätten wir viele Flaschen gebraucht. Aber es war doch schön, und wir hatten beinahe immer feines Schabboswetter. i Heinz Zach. Darmstädter, Mannheiin. (6 Jahre). *) geknellt — gelernt.