Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 73 (1932)
- Issue
- Heft 42-43 (13.10.1932)
- Date
- 1932-10-13
- Page
- – (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
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13. Oktober 1932 Der Israelit Nr. 42/43 Seite 11 Auflösung des Rätsels in 7fr. 35. Letztes Mal gelangte irrtümlicherweise eine längst gedruckte Auflösung in die Kinderecke. Die richtige Lösung heißt m»j?»~ ein Wort, das im Tnach nur in dsm Vers »i-i'p» zan vorkommt, den Namen i»j?» trug der Lehrer Naschis. Richtige Einsendungen kamen von Leo Katz, Nürnberg; Jakob und David Sohlberg, Basel; Aron Weichselbaum. Frankfurt a. M.; Aron Silberstrom, Boulogne s. S. (dessen Lösung der letzten Ausgabe leider nicht erwähnt wurde). Hermann und Josef Tayer, Frankfurt-M. Reue Aufgabe für die Kleineren: Sagen wir im kommenden Jahre öfter Gang- Hallel oder Halb-Hallel? Personalien. Amtseinführung des neuen Rabbiners. kisjingen, 3. Okt. Die feierliche Amtseinführung des neuen Rabbiners Dr. Max Ephraim fand am msrn c?in any in der Synagoge statt. Außer der sehr zahlreich versammeletn Gemeinde nahmen hiesige Vertreter des Staates und der Stadt, der Kirchen- und Schulbehörden an der Feier teil. Sie wurde mit einem Chorgesang eingeleitet. Der Vorstand der israelitischen Kultusgemeinde, Stadtrat Vretz fe ld er, begrüßte die Gemeinde und die Ehrengäste. In seinen weiteren Ausführungen wies der Redner auf die Bedeutung der Stunde hin und dankte zugleich dem neuen Rabbiner für feine bereitwillige Mitarbeit bei notwendigen Entscheidungen, die während der Vakanz getroffen werden mußten. Namens der Bezirksgemeinden und der hiesigen Kultusgemeinde hieß Redner den neuen Rabbiner herzlich willkommen. Oberbürgermeister Dr. Po Hw ein hob in seiner Ansprache hervor, daß der neue Rabbiner einmütig zum geistlichen Führer der Israelitischen Kultusgemeinde bestellt worden sei. Im Namen der Stadtverwaltung und der übrigen bei der Feier vertretenen Behörden könne er zusichern, daß sie den neuen Rabbiner nach jeder Richtung hin unterstützen würden. Den besonders gearteten Verhältnissen der Badestadt möge er seine besondere Aufmerksamkeit zuwenden und dahin wirken, daß das friedliche Zusammenarbeiten der Konfessionen wie bisher auch in Zukunft so bleiben möge. In seiner Antrittsrede gab Herr Rabbiner Dr. E p h r a j m zunächst den tiefen Gefühlen des Dankes gegen G'tt Ausdruck für die Gnade, an dieser Stätte, an der große Männer gestanden hätten, im Mittelpunkt der Israelitischen Gemeinde stehen und sprechen zu dürfen. Weiter dankte er dem Vorstände der Gemeinde und aller Bezirksgemeinden, sowie dem Herrn Bürgermeister für das besonders ehrende Vertrauen. Diese Ehre wisse er zu würdigen. Denn aus diesem Vertrauen entspringe die ganz große Verpflichtung für das Wirken in der Zukunft. Redner streifte dann kurz die jüdische Geschichte der Stadt Kissingen, die nur aus das 17. und 18. Jahrhundert zurückreiche, doch sei erwiesen, daß Juden schon vor vielen Jahrhunderten hier gewohnt hätten. Bedeutende Rabbiner hätten hier gewirkt und ihren Namen durch ihr gediegenes Wissen zu Weltruf gebracht. Nur die Vergangenheit könne hier den Weg zeigen. Es gebe kein anderes Mittel, als sich wieder zurückzusinden zu den alten heiligen Grundsätzen des Volkes und des religiösen Lebens. Drei Forderungen des Propheten seien zu erfüllen: „Recht tun, Güte lieben und in Demut wandeln vor dem Schöpfer", das sei das Verhalten, das der Mensch seinen Mitmenschen entgegenbringen müsse. An diesen drei Punkten kennzeichnete Redner seine Tätigkeit innerhalb der Gemeinde und im Rahmen des Gesamtlebens der Stadt und des Bades. Mit Gebet und Segen schloß Redner seine gehaltvollen Darlegungen. Ein Schlußchor beendete die eindrucksvolle Feier. Zum 98. Geburtstage von Rabbiner Dr. Kahn Wiesbaden, 4. Oktober. Zum 90. Geburtstage von Rabbiner Dr. Kahn, über den wir bereits berichtet haben, erhalten wir von Herrn Rabbiner Dr. Ansbacher, Wiesbaden, noch folgende Würdigung: Zwar hat sich dieser Jubilar alle öffentliche Ehrungen in seiner Bescheidenheit, und in Anbetracht der ernsten Zeit verbeten, aber in einem Organ der deutschen Orthodoxie darf wohl dieses seltene Ereignis nicht still übergangen werden. Wir wollen und können hier nicht auf die mannigfachen Kämpfe zurückgreisen, die der junge Wiesbadener xi vor 63 Jahren gegen die heißspornigen Reformer zu kämpfen hatte, Interessenten kennen es vielleicht aus dem vor längerer Zeit von ihm veröffentlichten Büchlein über die „Geschichte der altisraelitischen Kultusgemeinde." Pflicht ist es aber, die Gnade von '"ri an diesem Tage wieder von Neuem anzuerkennen, daß er dem kühnen Streiter die Kraft gab, über ein halbes Jahrhundert über den Institutionen einer taurotreuen Kehilloh zu wachen, bis er sie vor 7 Jahren seinem Nachfolger zur Weiterführung im gleichen Sinne übergab. Wie es damals in den neologen Kreisen um das jüdische Leben bestellt war, möge man daraus ersehen, daß im neuerrichteten Tempel, wo Orgel und Damenchor die Attraktion bilden sollte, am Freitag Abend kaum sich ein Minjan fand, hätte man nicht noch eine nichtjüdische Sängerin aus dem Staatstheater zur „Verschönerung des G'ttesdienstcs" engagieren. Man war so entrüstet über die „Verwegenheit" der paar Abgesplitterten, daß der „liberale" Seelsorger den Hildesheimer - Schüler bei der Behörde denunzierte, weil ec rnn "n und angeblich wv v-mx nena wvipi unterrichte. Daß der Seelsorger, der ja nur für Seele und nicht für Körper zu sorgen hatte, die Einrichtung einer koscheren no’np, Koschermetzgereien und, was für den Weltkurplatz doch besonders wichtig war, zeitgemäße Restaurants dem orthodoxen Rabbiner überließ, ist ja fast selbstverständlich. Durch eine schöne Synagoge mit immer mehr sich ausbauendein Religionsunterricht brach sich die Allisraelitische Kultusgemeinde unter ihrem Raw immer mehr Bahn und wenn heute auch in den anderen Kreisen der Zug nach Rechts immer stärker wird, so ist es nicht zuletzt das Verdienst des kleinen orthodoxen Häufleins, das überall seine begeisterten Vertreter fand, und hier in Wiesbaden das besondere Glück hatte, 50 Jahre von einem Manne geführt zu werden, und ihn heute das 9. Jahrzehnt in geistiger und körperlicher Frische abschlicßcn zu sehen. Ausdrücklich hatte er sich auch die Erwähnung dieses Ereignisses in der v^-Deroschoh verbeten, nur behielt er sich vor, wie seit Jahren au seinem Geburtstag n’Vrt ms Selichaus zu sagen. Und mit jugendlicher Kraft stellte er sich pünktlich vor Tagesanbruch ein an dem n»y, zu dem sich sein Auge und Herz in väterlich e r H u I d 6 3 Jahre gerichtet, und schmetterte sein nawn *y-n mm hinaus, rief seinem andächtigen Kahal wie bei Beginn seiner Tätigkeit noch sein iirwinva s'a zu. Uns aber drängt es, dem Nestor der deutschen Rabbaim auch au dieser Stelle zu danken für das, was er seiner Gemeinde mit dein von tiefstem Herzen dringendem Wort, der aus reinster nun' quillenden Tat und der aus echtem Arwusgsist sprudelnden Liebe und Freundlichkeit über ein Menschenalter hindurch geleistet. Gleichzeitig fügen 'wir den flehentlichen Wunsch an, '"n möge ihm die Sechijoh geben, noch viele Jahre so rüstig in unserer Mitte zu weilen. Wenn wir statt einer Feier am naiv nav den Vers lasen uj? Tjr» ncto, steht sein Bild vor unseren Augen, der stets mit Adlerflügeln über seiner Kehilloh wachte, ja noch mehr, sie auch weckte, qm» i>y und vorbildlich den ihm anvertrauten Jungen und Alten vvranschritt. ima« mnv' und die Gemeinde mit den Schwingen seiner Kraft immer höher hob. Wie aber konnte ihm dies nur gelingen?'w:» -na m Weil er sich nur von seiner ^höchsten Jiroh und . Ahawas hatauroh geführt fühlte. Und wenn es der Jubilar schon seit Jahren gewohnt ist, an seinen Ehrentagen in althergebrachter Weise durch einen ms der zu feiernden Jahre erfreut zu werden, so möge es ihm niv isaa m» das Psalmwort sagen: qo» imarm. Möge Hascham mit seiner unendlichen Kraft ihn weiter — *ro» — über sein 90. Lebensjahr hinaus beschützen und stärken, daß er an dem Gedeihen seiner Gemeinde in seinen; Sinne sich stets erfreuen und verjüngen möge «ryi»y> Reichensachsen, 5. Oktober. Unsere Gemeinde hat einen außerordentlich schweren Verlust erlitten. Unserer früherer Lehrer Bacharach, der über 35 Jahre als Lehrer und Vorbeter hier wirkte und nachher noch 7 Jahre hier im Ruhestand lebte, ist plötzlich im 72. Lebensjahre gestorben. Von der großen Wertschätzung, die er überall genoß, legte die große Beteiligung bei seiner Beerdigung Zeugnis ab. Herr Rabbiner Dr. Baßfreund aus Eschwege schilderte in ausführlicher Rede die Einzelheiten aus dem Leben und Wirken des Heimgegangenen, der das seltene Glück gehabt habe, daß nicht nur seine Kinder, sondern ein großer Teil seiner Schüler in seinem Geiste ihr Judentum weiter pflegten. Cs sprachen noch Rabbiner Dr. C a h n, Fulda, der die freundschaftlichen Beziehungen des Verstorbenen zu dein verewigten Fuldaer Rabbiner an dessen wöchentlichen Schiurim er jahrzehntelang teilgenommen habe, hervorgehoben. Was diese beiden Männer einte, sei die Ueberzeugung und der Wille gewesen, die Enninoh jederzeit hochzuhalten. Dann die Lehrer R o s e n b u s ch , Bebra und Schiratzky hier, die im Namen der Lehrerschaft und der Gemeinde dem Kollegen warm empfundene Abschiedswort nachriesen. -maxan Vermischtes. Bratislava, 8. Oktober. In der alten Jcschiwostadt Preßburg hielt die M a ch s i k e H a j e s ch i w oth ihre zweite ordentliche Generalversammlung ab. In einer mit Diwre Thora durchwirkten Ansprache eröffnete der Präses H. Herzog die Sitzung und schilderte die mühsame aufreibende, aber durch Liebe und Begeisterung beflügelte Arbeit der Vereinsleitung, die Ziegel nach Ziegel heranschaffte, um den mächtigen Bau der Chewra aufzuführen. In pietätsvollen Worten gedachte er der Toten des Vereins. Dank und Anerkennung zollte er deu Leitern der Ortsgruppe, die durch ihre selbstlose, hmgsbungsvolle Arbeit die segensreiche Tätigkeit des Vereines ermöglichten. In zündenden Worten pries Herr Oberrabbiner Schreiber die Chewra, die eine Hoffnung für die Jeschiwoth, ein Ruhm für ihre Mitarbeiter und ein Vorwurf für die Fernstehenden ist. Die kühnsten Erwartungen hat der Verein übertrosfen, der Wunsch ist zur Tat, die Utopie zur Wirklichkeit geworden. Er spornte die Leitung zur Weiterarbeit und die Führer der Gemeinden und alle Thoraliebenden zur Mithilfe an. Die Rede wurde mit Begeisterung aufgenominen. Oberrabbiner E cf fl c i n erstattete im Rainen der Vereinsleitung einen Tätigkeitsbericht über das verflossene zweite Bereinsjnhr. Mil Freude berichtet er, daß die Einnahmen des Vereines sich fast verdoppelt haben, und daß es möglich war, auch die Subventionen auf eine doppelte Höhe zu bringen. Der Verein funktionierte tadellos und während des ganzes Jahres geriet seine Tätigkeit nicht in Stockung. Herr Sekretär K o r n s e i n erstattete den Kassabericht. Er wies darauf hin, daß der Verein im verflossenem Jahre tatsächlich 200 000 Kronen aufbrachte. In der Debatte stimmen alle darin überein, daß der Verein das geeignete Hilfsinstrument für die notleidenden Jeschiwoth sei und daß die Leitung des Vereines Großes und Bleibendes geschaffen. Der Leitung wurde Entlastung gewährt. Herr Präses Herzog dankte für das wiederholt bekundete Vertrauen. Herr Oberrabbiner Schreiber ersucht alle Anwesenden,, daß sie die erhebenden Eindrücke, die sie bei der Sw sammlung gewonnen, in ihr Herz schließen und jeder in seinem Kreise bestrebt sein möge, neue und weitere Mitglieder und Förderer um die Fahne des Vereines zu sammeln. Berlin, 4. Oktober. Zunr Leiter der Poliklinik für Hals-, Nasen-, O h r e n - K r a n k h e i t e n im Krankenhaus der jüdischen Gemeinde zu Berlin ist Herr Dr. Josef L a ch m a n n gewählt worden. Herr Dr. Lachmann wird die poliklinische Behandlung und Betreuung der im Krankenhaus selbst aufgenommenen Patienten übernehmen. Wir machen unsere gesch. Leser daraus aufmerksam, daß die hiesige bekannte Kohlenhandlung S. M o s e s u. Eo., Z e i l 2 5, schon über 50 Jahre hier ansässig und handelsgerichtlich eingetragen ist. Gerne stellt solche ihre langjährigen reichen Erfahrungen in den Dienst ihrer Kundschaft, so daß deren Einkauf erleichtert wird. Sie erfreut sich des Rufes großer Leistungsfähigkeit, nebst guter und reeller Bedienung. Ihr stetiger Aufstieg gibt hierfür Beweis. An Samstagen und israelitischen Feiertagen hat dieselbe streng geschlossen. Machen Sie Ihre Bestellungen bei der Firma S. Moses u. Co., Sandweg 30, Tel. 46990 und Sie werden für den Winter ausgesorgt haben. Siehe Inserat im Inseratenteil. SABBAT-ANFANG U. AUSGANG n*DO 'n dr» ar» mm nnat? ms» tqw 0 r t Ani Uhr ang Min. Datum Av Uhr isg. Min. Datum Ani Uhr ang Au Uhr sg- Min. Frankfurt a. M. 5 05 15. 6 20 22. 4 50 6 05 Berlin 5 10 Oktober 5 53 Oktober 4 55 5 39 München 5 15 1932 6 05 1932 5 00 5 53 Köln 5 25 15. 6 25 22. 5 10 6 10 Stuttgart 5 20 •nizm 6 20 mem 0 00 0 00 Breslau 5 10 jrsm 5 39 4 55 5 25 Nürnberg 5 15 6 06 5 00 5 52 Hamburg 5 15 6 08 5 00 5 53 Würzburg 0 00 0 00 0 00 0 00 Wir sind in der Lage, erstklassige Sehafobos-Schaltuhren mit 14 tägiger Gangzett zum selbsttätigen Ein- und Ausschalten des Lichteszum Preise von J17.50&u liefern u. sind für Betriebstüchtigkeit eine 12 monatl.G arantie gegeben. Versand erfolgt prompt gegen Nachnahme. Elektrizitdts-Zähler- Vertrieb, Hamburg Elbstraße 31. Rasieren ohne Messer mit bestem Rasterpulver v. Mathilde Desteller,Nürnberg A, Färberstr. 13. Interest. Probesendung gratis Basierpulver vBBPr.fl. ii. Dr. fl. Weil Priv. Schwanen-Apoiheke Friedberger Anlage 9 neben der Synagoge Die rituellen Vorschriften finden gewissenhafte Berücksichtigung. 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