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Der Israelit · 1932-10-06 · Heft 41 (6.10.1932) · page 3

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Journal
Der Israelit
Volume
73 (1932)
Issue
Heft 41 (6.10.1932)
Date
1932-10-06
Page
– (sequence 3)
Language
German
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Der Israelit Nr. 41 Seite 3 932 Lmme :n in weite unfct und was was t dir eöertferin isten, ßung rtger, s in beu- :rtan leeren >lzen uns t ift, tägverung. sich nner G'tt laßt Äse. ines sich rtzen chen G'tt leßt. I rssi-M Iber an und röer ist: ere, zur ch" oieun, npierder an ert- 6. Oktober^ 1932_ Zch. 'wenn es heißt: w»» npiL dann mag man das Wort vielleicht auch so verstehen dürfen, daß npis vor der todesähnlichen Vereinsamung schützt, iin Sinne des bekannten Wortes: irr J^rvrntt IX rrnin'»- In der Gemeinschaft mit den andern sollen leben, ihnen dienen, aber auch ihrer uns geneigten Hilfsbereitschaft uns nicht entziehen. „Oben geliebt und unten geschätzt", das ist ein Wort, das seinen hoben Sinn hat. Und wenn man sagt, ich brauche nicht der Menschen Gunst, dann ist das eitel Selbsttäuschung.. Die Beziehung Snian1? cnx pu ist eine gewaltig wichtige Beziehung, G'tt gewährt niemals Verzeihung, bis wir das, was aus diesem Verhältnis noch unbeglichen ist, geordnet haben-' Ja, das wort n:m!? »irr pn kennzeichnet schon den Begrif f. Alle Menschen, gewiß aber ganz Iisroel, sollen einen Bund bilden, »'nnn ^>XW Vd- Ich und Du, besser noch, du und ich, das ist die Formel, unter der allein menschliches Wirken sich vollziehen kann. '»Stf*? ':x ist das Todesurteil, das Her Mensch sich selber spricht. - Dieser Weg zu den andern, er lehrt uns die Schätzung des Fremden, die Heiligkeit der Gastfreundschaft, lehrt uns Wohlwollen und Hilfsbereitschaft,-daß des andern Ehre uns so teuer sei wie die eigene 1122 v Tnn “jinh- Ihren klassischen Ausdruck findet diese Forderung, dem andern Freund zu sein in dem Wort der Täuroh: p»2 K2NX1, vertraut ist sie uns auch in der Fassung, in der Hillel sie dem Heiden als Inhalt der ganzen Tauroh lehrte: „Was du nicht willst, daß man dir tu, das füg auch keinem andern zu." Dieser Weg zu den andern, das ist der Weg zu G'tt. G'tt, Du und ich — da unsere Ahnen einst im Heiligtum zu Jerusalem sich an den D'Vrn züsammenfanden, da war diese große Cinigung vorhanden. Und aus meiner Jugendzeit erinnere ich mich eines Wortes des seligen Vberrabbiner Hirsch *?"XT der in den Wundern, die unseren Vätern -im Heiligtum erwiesen wurden, dies angedeutet fand: trB'Bü! Dnaiy standen sie, so war ihnen eng. Kennt ein jeder nur sich,'dann ist ihm eng, wieviel er hat, er hat zu wenig. ‘ cnn d'irimp»i fand man aber im Gebet sich selbst, warf man vor G'tt sich nieder, das winzige Ich fand überall genügend Lebensraum. Standen sie dort vor G'tt, ihrer jüdischen Aufgabe sich recht bewußt niemals verwundete sie das Schlangengift des Aeides und der Eifersucht, der eine sah in dem Andern den Bruder, den Weggenossen, mit dem er brüderlich alles, auch das Lager teilte: i^xw mpan ’V ns •nnnV cnx i»x x^n Bringt unsere Tschuwo uns zu G'tt zurück, daß wir wieder sicher weilen im Bezirke seines Heiligtums, dann erleben auch wir solche Wunder, w ir erkennen unser Ich und wir lieben den Bruder. Verstehen wir so den'dreifachen Aufruf als den Ruf zu G'tt, >d vn R uf zu uns selber, den Ruf zu mR äWstÄsiI dann ist uns deutlich, warum m“>nn yn nx fn’ny» njnxi n'jsn nnwn- Sind wir in G'tt geborgen, halten mir unser Herz fest in unfern Händenj um es G'tt entgegen zu heben, bilden wir eine Seelen- und Schicksalsgemeinschaft mit allen, denen unser brüderlicher Ginn gehört, was kann uns da noch fürchten machen. Erleben wir als eine große Gemeinschaft unsere innige, unlösbare Verbundenheit mit G'tt, . was kann uns da noch schrecken: xi'x i6i'V Ti- - Iü, so pflegte mein Vater zu übersetzen: XN'X 01' Raht ein Tag, da ich fürchten müßte, 'jx *]’^X da binde ich m i ch g a n z a n G ' t t und so: NV2X ist mein Vertrauen in ihn unerschütterlich! Dies ist das große .Geschenk dieser heiligen, hoheitsvollen Tage, da G'tt uns Sündern seine Hand reicht, ergreifen wir diese Hand, dann ist unser weiterer Weg durchs Leben ein Wandeln auf der Höhe. w. S.I. lvochenrundschau. ': Eine Gemeinde hat beschlossen Roschhaschono zu halten. vom Vorstand einer S^nagogengemeinde in der Rheinprovinz erhalten wir ein offizielles Schreiben folgenden Wortlautes: „Es wird für Sie von Interesse sein, zu erfahren, daß die Mitglieder der Synagogen-Gemeinde N. in der Versammlung am 26. d. M. beschlossen haben, ihre Geschäfte ain Roschhaschono und Jomkipp u r st r e n g z u s ch l i e ß e n. Hochachtungsvoll der Vorstand I. L., Vorsitzender." Schon wollten wir mit einem Lächeln den Brief zu den Akten mit der Aufschrift „Kuriosa" legen, als uns doch der tiefere Sinn dieser Zeilen aufging. Sie sind von einiger Bedeutsamkeit für die Geistesrichtung unserer Zeit; ein Zeitd.oknment, das von Verfall, Ricdergang und — Au f,d ä mm e ru n g neuer Erkenntnisse spricht. Ts darf in der Rüsiezeit zum Versöbnungstcrge nicht ohne kurze Bemerkung ad acta gelegt werden. CAR SCH-Kleidung Spezialität HttO-Verarbeitung Dreitausend Jahre schon, daß Israel in seiner Gesamtheit einstimmig und einmütig mit dem Ginaigebot insgesamt die G a b b a t h a l t u n g beschlossen hat. Genau so alt ist die g'ttliche Institution des Roschh ä f ch o n-o , Iomkippur und aller anderen Feste. S a b b a t steht über r h n e n , an ihm muß sogar das Widderhorn des Roschhaschonoh verstummen. Und nun bedarf es des Beschlusses einer Gemeindeversammlung zu N., daß dort am Roschhaschono und Iomkippur die jüdischen Läden geschlossen werden! Und am S a b b a t, an jedem Sabbat, der, nicht in Begleitung des heiligen Festes, je am Freitagabend zu uns kommt? Zu einem Beschlüsse der Sabbathaltung schlechthin hat sich die Gemeinde in R. —und viele anderen Gemeinden — noch nicht aufraffen können. Der Sabbat als solcher stand noch gar nicht auf der Tagesordnung ... So weit und so tief also wären wir schon in Deutschlands jüdischen Gemeinden gekommen, daß man den Roschhaschono erst beschließen und genehmigen muß; so weit beinahe, wie zu Zeiten Ioschij a h u s, da man eine Thorarolle a u s g r u b und dabei weinte . . . Und dennoch achten wir den Gemeindebeschluß von U. nicht gering. Cs ist eine Zeit der schweren Rot. Die Stürme reißen die Pforten jüdischer Herzen auf, aus denen Wille zum Judentum, Wille zum Roschhaschono und Iomkippur quillt. Bleiben die Herzen eine Weile offen und es erschließen sich an den Tagen des Ladenschlusses die Schalter der jüdischen Seele dem höheren Lichte — wer weiß! vielleicht kommt dann das große Besinnen, wie es die heiligen Tage mit sich bringen, vielleicht ist bald auch der Sabbat gerettet und mit ihm die alte jüdische weihe des Werktages, der zwischen Tefillin b i n d u n g und Abendschina in Arbeit und G'ttvertraucn verläuft. Wer weiß? Die Wege der jüdischen Geschichte sind oft wundersam. ■ Wir begrüßen den Gemeiudebeschluß von R. als erfreuliches Svmptom in einer wenig erfreulichen Zeit, mit dem alten prophetischen Gruß: -nx» nw W'inxi nvx» qwwxn ",N1 Mißverstandene LrMk. Das Organ des „intrausigeuteu" Flügels der unabhängigen Orthodoxie, Rachalas Zwi, veröffentlicht einen polemischen Aussatz aus der Feder des Ieschiwo- Dozenten Dr. Tlieser Posen in Frankfurt, der ein cen cht, wir ifte enmit uir ich- 1!" che «einn gern, die n? M-;erch -aeil er >ir ig ig nnte '1t m Kleines Feuilleton. Zwei Gedichte. Von Karl Darmstädter, l. Gebet ... Zu einer Schale wölbe ich die Hände. Ich bete. Die Worte fallen hinein. Ich will es nennen: die Opferspende — und will es nennen: Dein Priester sein. Ich stehe Mal um Mal vor dunklen Wänden und weiß es nicht: bist Du fern oder nah. Dann möchte ich nicht mein Beten beenden, bis Du mich anrufst.* Ich bin und bin da. In kleinen Kreisen umgibt mich die Stille. Da stehen sie einsam im großen Raum. Aber ihr Sprechen ist Weite und Fülle, ist stolzes Erinnern, ist Gestern, ist Traum. Es suchen Dich viele in prächtigen Hallen und nahen Dir im feierlichsten Kleid. Doch sieh, ein jeder ist oft fern von allen und fühlt es sehr: der Weg zu Dir ist weit — Und fühlt sein Straucheln auf den steilen Stufen zu Dir und Deines Heiligtums Altar, und wird, von wirren Stimmen fortgerufen, sein Schweigen und sein Stummsein jäh gewahr . Zu einer Schale wölbt er leis die Hände und betet. Die Worte fallen hinein ... Er trägt sie zu Dir als Opferspende — und will es nennen: Dein Priester sein. II. Zeit der Rückkehr ist es . . . Ich lehre heim zu euch. Einst war ich euch begegnet und las in alten Schriften euer Leid. Lag schwer ein Fluch auf euch? War ich gesegnet?... Ihr sänket, ich vergaß euch, hin ins tiefe Meer der Zeit. Doch Seltsames geschieht. Aus Trug und bunten Träumen erwache ich. Rings starrt es mich, drohend Gemäuer, an. Ich bin in fremd gewordenen Räumen... Bilder, die gestern noch allzu vertrauten, rücken ins Ferne. Es schleicht sich von dannen,, höhnisch und kalt. Aber da stammelt es in mir von heiligen Lauten, und die Vergessenen gewinnen Gestalt. Zwischen ihnen und mir sind leine Klüfte, sind leine Mauern mehr. Zwischen ihnen und mir ist ein ewig Begegnen. Auftaucht aus dem Meere der Zeit ihr Schicksal, ihr Leid und ihr Sein. Herströmt zu mir ihre Kraft, ihr gewaltiges Segnen. Zeit der Rückkehr ist es, ‘ Rückkehr zu Ahnen und Vätern. Weit sind die Tore geöffnet. Nehmt, Väter und Mütter, mich auf... Wochenkalender. vom 8. - 18. Okt. 1932,8. - 16. Ttschri 6893 '»1' q*7 -—- nx’3 Samstag Okt- 8 »ipji 8 n» nai» nav Sonntag 9 9 v» *7123 Dl’ 3iy Montag 10 10 3 1123 07» Dienstag 11 11 K3 Mittwoch 12 12 33 Donnerstag 13 13 33 Freitag 14 14 *73 N13V 3iy Samstag 15 15 03 '« Dl» niDO Verantwortlich für den allgemeinen Teil und das Feuilleton S. Schachnowitz, Frankfurt a. M.; Inserate i. SB.: S. Scha chnowitz, ebenda. — Für die pädagogische Beilage: Lehrer L. Kaufmann, in Sprendlingen (Kr. Offenbach). — Verlag oes Israelit und Hermon G. m. b. H., Frankfurt a. M. — Druck Hermon Druckerei, Frankfurt a. M.

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