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Der Israelit · 1932-09-22 · Heft 39 (22.9.1932) · page 14

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Journal
Der Israelit
Volume
73 (1932)
Issue
Heft 39 (22.9.1932)
Date
1932-09-22
Page
– (sequence 14)
Language
German
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Seue 14 Nr. 39 Der Israelit 22. September 1932 Umstrittene Steinschriften und Schrifksteine. Bon A Mannheimer in Dettelbach. Die Besitznahme des Heiligen Landes durch Israel, der offizielle Einzug in Palästina durch das gesamte Volk vollzog sich in einer Form, die ihresgleichen in der Geschichte aller Zeiten und Nationen nicht hat. Das Gesetz, die heilige Thora zog voraus. Beim Ueberschreiten des Jarden mußten aus diesem Grenzflüsse, der wunderbarer sich teilte wie einst das Schilfmeer, Steine ausgehoben werden, die man drüben in Ebal zu einem Altar formte, überlalttc, dann mit Gesetz es sch r ist versah und später in Gilgal, der ersten Kastsiätte der neuen Heimat zum bleibenden Gedächtnis aufstellte. Wie uns genauer im Buche Josua — Kap. 4, 2—8 — berichtet wird, hatte Josua schon vor dem Hineinschreiten in den Jordan (daselbst 3, 12) durch das Volk zwölf Männer bestimmen lassen, je einen Mann aus jedem Stanun, zum Ausheben und Mitnehmen der Steine für Gbal und Gilgal. Dort mögen sie stumme und durch die Beschriftung, mit dem Thoragesetze doch lebendige Zeugen sein, pi'7i ’»’» 171132 1B?« 'n Tina pix ’jsa. daß vor der G e s e tz e s l a d e des E'ttesbundes die Fluten des Jordans zurückgewichen waren, nicht etwa vor Israel. Die Priester mit der Bundeslade standen still mitten im Jordan, bis das ganze Volk hinübergezogen war. Der Thora verdankt ihr das Land, nur für das Gesetz, für dessen Erforschung und Erfüllung erhaltet ihr den heiligen Boden. Aber auch eine nach außen gewandte Tendenz hatte die Steinschrift. Sie sollte aa'n ixa sein, wohl erklärt, d. h. nach dem Worte der Talmudweisen mit einer erläuternden Uebersetzung versehen, um so die Thora in öffentlicher Denkmalssorm dem Verständnis der Weltenvölker nahe zu bringen. Lehrt doch in ähnlichem Sinne der Midrasch, daß der Osfenbarungsakt deshalb, in freier Wüste stattfand, weil dort jedermann offenen Zutritt gehabt, ja daß man darüber hinaus die heilige E'tteslehre damals direkt den Nachkommen Esaus, Jischmaels und anderen zuvor angetragen habe, diese jedoch die Aebernahme der nun unter allerlei Bedenken und Einwänden ablehnten. So ist auch die G'ttesschrist aus den talkübertünchten Steinen am Jordanufer unauslöschliche und für ewig erhärtete Wahrheit, daß Israel feine Mission in der geistigen und sittlichen Erlösung der Gesamtmenschheit von vornherein begriff und den Einzug des gütlichen Gesetzes in deren Mitte zur Begründung des Zukunftsheils upd der Heileszukunft erwartet und ersehnt. Wenn wir die Kommentare zu diesem Thoragebote lesen, so sehen wir, daß dieselben inbezug aus die Zahl der Steinschichten wie der Beschriftung weit auseinander gehen. Als Josua das Volk über den Jordan führte, setzte er zwölf Steine im Flusse selbst fest, rinn pi’n -pna ll'man 'i-ai ax»/ an der Stelle, wo die Priester festen Fuß gefaßt hatten. (Kap. 3, 9) 1B?« O'aaxn niB?y awr? nxi -babaa ytznn» o’pn pi'n s» inpb Und die zwölf Steine, die sie aus dem Jordan weggenommen, stellte Josua in Gilgal auf. Von einer Beschriftung wird nicht gesprochen; ebenso nicht von dem Altar, den Israel in Ebal errichten und darauf Ganzopfer bringen sollte. Waren das vielleicht andere Steine, die dem Altarbau dienten? (Deuter. Kap. 27, Vers 5—7). Der Talmud spricht von drei Steinschichten. In Sota, fol. 35 b lesen wir: axia p«a ne?» D’pnB? in« ,im D’Ja« m»» 7iB?l-B? i»ix nn« 7i«2M iai« «in ^ns>i /in ixa nv» b'«in axia p«3 pi’n iava ia«)B? inxi /ixa ixa «'n«i in nxm nnnn 'iai ba n« D'iaxn by nanai qina yvin' »'pn v'2a« niB?5 D'7iB?i laxiB? pi'n qi7ia 5B?in' D’j?nt7 'in inp> iw« D’aasn imy dvie? n«i v'j?iv5 inxi pim „Wir müssen von dreierlei Steinschichtungen reden. Sinnvergleichend nach dem-in Kap. 1, Vers 5 vorkommenden Wort ixa habe Most-, auch in a«i» 711315, in Moabs Steppen Steine auferrichtet, wie Josua später im Jordanbette und am Ufer des Flusses in Gilgal." Die nwoin dortselbst — fol. 35 b — weisen noch auf Jeruschalmi hin, wo man gar von vier Steinschichtungen spricht ,nin D’aax 'na 'i Ditya pn2’ 'i i»x R. Jizchak meint, es ist klar, daß es viererlei Steine gewesen; ihm stimmt i’ai ia p’o 'i bei. Uebereinstimmend bleibt in dieser Kontroverse, daß Denksteine im und am Jordan von Josua aufgestellt wurden, nach '»^ptv allerdings am Ufer eine eigene Schicht außer den p^an 'ia«, die nur vorübergehend da standen und eingezogen wurden. Auch die nach der ms? ni’n von ~ixa von Mosche in den Steppen Moabs ausgestellten Steine bleiben für die Erklärung des Kap. 27, 2—s^autzgr Betracht. Was ist aber mit den naian '»»/ den toteinen des Altars, welchen man in Ebal errichten sollte? Nach dem Wortlaut der Thora ist es unklar, ob man die beschrifteten Steine -zum Altarbau verwendete oder nicht, d. h. ob der Altar aus Ertrasteinen erstand. Malbim neigt zu letzterer Ansicht. Abgesehen davon, daß es im Vers 5 in beziehungsloser Anreihung an Vers 4 heißt: nai» ob? 7Piai/ und du sollst dort einen Altar bauen..., nicht etwa »na v'iai/ du sollst von ihnen einen Altar errichten, spricht auch noch der Umstand für Malbims Annahme, — und wai?» .hebt es hervor — daß eigens betont wird, den naia nicht aus behauenen Steinen zu bauen, i>na cm^y fpn im Gegensatz zu den Denkmalsstcinen, die im ovinio», behauen gewesen, um auf der glatten Fläche besser schreiben zu können. Nach der Ansicht von b-'T '"eh, sind aber die Steine, welche in Gilgal ihre Aufstellung fanden, die gleichen, welche man in Ebal zuvor zum Altar verwendetes naian nx nno D’»i>E?m 7iii>iyn il>57iB? inxi" sie rissen den Altar nieder, nachdem sie die Ganz- und Friendsopfer dargebracht hatten. Das entspräche auch dem Wortlaute der Mischna: 71« vby 137131 Toa 1711101 naian 71« 1131 D’33Xn 71« IK’371 1» 171«1 D’ia«n 71« il>vn /3V'71 1«3 1DX1B? pB?b D'53B?a 71117171 '131 >3 .pipaa iii>i i«ai . Noch deutlicher sagt dies ’"e?i fol. 35 b: naian ona iiae? inxV -DB? Diyapi bibzb oiK’am Dibvp Va’y ina . nachdem sie von ihnen den Altar aus dem Berge Ebal gebaut, legten sie die Steine wieder zusammen, brachten sie nach Gilgal und setzten sie dort definitiv auf. *) — Auch betreffs der auszutragenden Schrift gehen die Meinungen auseinander. Im Talmud — Sota 35 — fragt 7iii7i' 'i: Wie wurde damals die Thora ausgeschrieben? Auf die Steine selbst; denn es heißt: 7137131 71X171 .11171,1 '131 k>3 71« ta'aa«,i bi?, schreibe auf die Steine alle Worte dieser Lehre. Dann erst strich man Kalk darüber. Dem hält Rabbi Simeon entgegen: wie hätten dann die Völker jeder Zeit die Thora lesen und lernen können? Daraus erwiderte R. Jehuda: im nivp nra ,711«'B?711 TD71 71« löVpi p^B? pi'Dl3 111E?1 n"3pn D713 der Allheilige stattete sie mit einer besonders feinen Verstandsgabe aus, sie schickten ihre Schreiber, diese schälten die Kalkhülle ab und übersetzten den Tert in die Sprache der Völker. Rabbi Schimeon meint also im Gegensatz zu R. Jehuda niana to ’aa by, erst übertünchen, dann beschriften. Malbim sucht nun beiden Ansichten — ii>«i ii>« D”n D'pVx '131 — mit einer scharfsinnigen Erklärung gerecht zu werden. Zunächst weist er auf die Tertvariationen hin: pi'.i Ti« 113571 iE?« di’3 ,1',11, „am Tage, da ihr über den Jordan zieht," und pasa „bei deinem Hinüberschreitsn." Sodann glnapi und isi 71« itt'pn, richte „dir auf", und „ihr sollt ausstellen". Endlich der Zusatz 3D’7i i«3 bei der zweiten Aufforderung 7137131, (Vers 8). Malbim glaubt nun, es sei vor dem Durchzug durch den Jordan eine lose, provisorische Schichtung der Steine vorgenommen worden, — napni — ähnlich der Gepflogenheit der Bauleute. Dies geschah am Tage, da sie den Durchzug vorhatten und zugleich wurde eine Kalktünche angebracht, — 113571 ie?« ova — nicht vorher, damit die Vertrocknung nicht zuweit oorschreite. Zur Stunde des Durchziehens konnte man dann bequem auf dem etwas angehärteten Kalk die Schrift anbringen. Die Steine wurden dann auf Ebal aufgestellt, aus andern Steinen ein Altar errichtet, geopfert, nachdem vorher schon ein zweiter Anstrich vorgenommen war, der während der Opferzeit genügend antroünete, um darauf dann die abermalige Niederschrift anzubringen, dem av'n ixa gemäß; denn die zweite, oben ausgetragene Schrift könnte von späteren Generationen betreffs ihrer Echtheit angezweifelt werden. Ein Abschälen des Kalkbelags bei dem die untere Beschriftung ans Tageslicht tritt, beweist dann das Gegenteil. Zum Schluß möchten wir noch darauf Hinweisen, daß die Erklärer die Meinung, auf den Steinen sei die Thora pB?^ D'yaE73, in 70 Sprachen erläutert gewesen, nicht wörtlich nehmen. Hirsch b"igeht darauf nicht ein. Nach Saadjas Ansicht — auch von Nachmanides angeführt — sei unter dem av'n ixa nicht eine eigentliche Erläuterung zu verstehen, sondern eine genaue Auszahlung der einzelnen 71112a der Thora. Die drei Tore. (Aus allen Mufsarbüchern.) Von Dr. phil. Theodor Weiß in Breslau-Alir (Polen.) Ein Mensch stand am Versöhnungstag im Gebet, und die Not seines Herzens hatte ihn alle Worte mit großer Inbrunst und Innigkeit sagen lassen. Und als er zu den Worten kam: „Und Buße, Gebet und gute Tat wenden das böse Verhängnis ab", und das ganze Haus voll war von der Stimme der Rufenden, da kam die Stille der Andacht über ihn, und seine Seele ward verzückt und erhob sich zu Kraft der inneren Schau und ihn dünkte, er sähe drei Tore, und ein unbezwinglicher Drang nötigte ihn, näherzutreten und die Tore zu besehen und zu durchschreiten. Er kam zum ersten Tor und gewahrte zwei Säulen, er wandte sich zur rechten, da bemerkte er, daß sie aus Stein war, und allerlei Figuren ausgehauen waren. Er trat hinzu, um sie näher zu besehen, da sah er, daß aus dem Stein > ihn Gesichter ansahen, die er längst vergessen, Menschen, die er einst gekannt und verlassen hatte, denen er Unrecht getan hatte durch Wort und Tat und auf allen Gesichtern dünkte ihm ein Zug der Kränkung zu liegen und des Schmerzes, den er allein verursacht hatte, und alle Gesichter waren anklagend und schienen ihn allein anzusehen und ihm das Mal ihres wunden Herzens zu weisen. Und er sah tiefer hinab, da sah er sich abgebildet in allerlei Tätigkeiten, und alle Handlungen seines ganzen Lebens und alle Worte, die er gesagt hatte, waren verzeichnet und mahnten ihn, denn sie waren nicht gut gewesen und viele sehr schlecht, und was er vergessen hatte, sah er nun wieder, an was er sich erinnert hatte, sah er nun schärfer, und ein großes Weh überkam ihn, als er sein Unrecht dergestalt abgebildet sah, und Reue kam über ihn wie ein scharfer Schmerz, der ihn unerträglich peinigte. Er sah die Säule hinauf und hinunter, da waren die anklagenden Gesichter allerorten und er selbst in lauter Verfehlung, in Stein gehauen, unverrückbar fest und unabänderlich. Der *) In 71117,71 by ’"c?i scheint sich Raschi zu widersprechen. Er wird vom Misrachi und ip' 'i>a angegriffen. D’asn 'TisB? rechtfertigen '"B?i, die Ausdrucksweise sei allerdings unkorrekt, Raschi meine nur dreierlei Orte der Aufstellung, nicht dreierlei Steine, da man in zwei Orten die>.e.lben Steine verwendete, in l>3'5 und bxbv Die Bezugnahme auf Sota-ist hier unkorrekt. -- -- Anblick quälte ihn sehr, und er trat hinzu und, wollte die Bilder zerschlagen, aber sie waren wie aus Eisen, und sie sahen ihn drohend an. Da schauderte ihn vor dem Abbild seines bisherigen Lebens. Er wich zurück und wandte sich zur linken Säule. Die war wie eine Frauengestalt gebildet, dieganz mit dunklen Tüchern verhüllt war, nur ihr Angesicht war bloß und von geisterhafter Blässe, und aus ihren Augen rannen Tränen ohne Aufhören. Da dünkte ihm, das sei seine Seele, und er ward bekümmert, weil er sie in Tränen sah, und ihr Schmerz war ohne Maß. Ihr Weinen tönte leise durch die große Stille, und er hörte die Seele zu ihm sprechen: Was hast Du mit mir getan?! Ich war rein, und mein Gewand war weiß, und mein Gesicht war schön und voller Fröhlichkeit, und ich war voller Kraft. Aber Du handeltest wider G'tt, und jede schlechte Tat und jedes böse Wort haben mein Gewand besudelt und mich häßlich gemacht und meine Kraft geschwächt, und viele Male hast Du meine innerste Natur zerbrochen. Oft habe ich Dich gemahnt, aber Du hast nicht gehört, und von Mal zu Mal hat meine Stimme an Klang und Kraft verloren, und ich stand unbeachtet und verlassen. Da ist meine Kraft und Fröhlichkeit von mir gewichen, ich legte dunkle Gewänder anwie eine Witwe, die verlassen ist, und ich weine über meine verlorene Schönheit, und meine Augen sind matt von allen Tränen, die ich geweint. Und die Seele erhob ihre Hände und rief: Was hast Du mit mir getan?! — Der Mensch sah nach links, da war unermeßliches Weh und lauter Tränen, er sah nach rechts, da war quälende Reue über jeden Fehl, und beide Säulen waren sehr hoch. Er wandte sich nach links und rechts, und Neue mahnte ihn, und Weh und Tränen ließen ihn weinen, und er blieb hilflos zwischen beiden Säulen. Wie von ungefähr wandte er in seiner Not das Gesicht nach oben, da sah er die Verbindung beider Säulen, so daß ein Tor gebildet ward, das er durchschreiten konnte, und die Verbindung beider- Säulen war der gute Vorsatz und der Wille zur Aenderung, und das Tor hieß das Tor der Buße oder der Rückkehr. Und wie er die Verbindung beider Säulen ansah. da fühlte er von dort Kraft in sich niederrinnen und Willen und Vorsatz, und seine Ratlosigkeit war beraten. Er sah nach rechts, da waren alle Bilder verschwommen und undeutlich, und sie zerfielen allmählich vor der Kraft seines neuen Willens; er sah nach links, da sah er die Gestalt seiner Seele mit einem Schein von neuer Hoffnung auf ihrem Angesicht, und eine Spur von ihrer ursprünglichen Fröhlichkeit und Schönheit war zu sehen. Da durchschritt er mit dem Blick nach oben das erste Tor. Und fand sich vor einem zweiten. Da besah er das zweite Tor, seine rechte Säule war aus zahllosen edlen Steinen gebildet, die hell erglänzten und in mannigfaltigen Farben strahlten. Jeder der edlen Steine hatte eine Spitze, die war nach oben gekehrt und glänzte in besonderer Helligkeit. Da erkannte er, daß dies die Säule des täglichen Gebetes und der täglichen Bitte war, die an G'tt gerichtet waren. Der Glanz der strahlenden Spitzen dünkte ihm überaus lieblich, und als er sie länger betrachtete, fand er Trost in ihnen und Vergessen von allem Leid, und jede war Linderung für irgend eine Betrübnis. Da berührte er die edlen Steine und ihre glänzenden Spitzen mit seiner Hand und ihm wurde wohl. Er wandte sich nach links, da sah er die zweite Säule wie eine Flamme, und ihre Glut stieg nach oben und wollte nicht unten verweilen, um keinen Preis, und ständig erneuerte sich die Glut, und ihre Flammenzungen pleiten stets nach oben, dort verloren sie sich und wurden zunichte. Da empfand er im Anfchaun eine starke Begierde, dieser Glut teilhaftig zu werden, denn ihr Aufstieg und ihr Nach-oben-gekehrt-sein erfüllte ihn. Da wußte er, daß dies die Säule der ewigen Sehnsucht nach G'tt war und der ständigen Bangigkeit nach ihm. Da hielt er sein Gesicht in den Schein der Glut, so daß sie ihn anstrahlte, und mit seinen Händen berührte er die edlen Steine und die strahlenden Spitzen auf der Säule des Gebetes, und so, im Anschaun der Glut und in der Berührung der Säule, empfand er große Befriedigung, eine Glut schien ihm jetzt fester und von Materie erüllt, und seine Bitte war mit mehr Kraft erfüllt, und ihr Wunsch ward stärker und brennender, derart, daß Sehnsucht und Bitte im Gebet zusammenflossen. Und Bitte und Sehnsucht zwangen seinen Blick nach oben, da sah er die Verbindung beider Säulen, so daß ein Tor gebildet ward, das er durchschreiten konnte, und die Verbindung beider Säulen war Erhörung und Aufnahme, und das Tor hieß das Tor des Gebetes. Und im Anschaun der Verbindung empfand er starke Zuversicht und große Freudigkeit. Da durchschritt er das zweite Tor. Und fand sich vor einem dritten. Er fühlte sich gut beraten und mit Kraft erfüllt und wollte handeln und seinen Kräften zum reichsten und g'ttgefälligsten Ausdruck verhelfen. Er trat zum dritten Tor und wandte sich nach rechts, da war eine Säule, die war wie aus unzähligen Lauten und Tönen gebildet, die von G'tt und seiner Lehre geredet und gesungen hatten. Und alle Worte der Weisheit und der Erkenntnis strömten in einen' gewaltigen Chor zusaminen, der war wie ein Lied, das "G'ttes z Herrlichkeit und Weisheit pries. Das Lied hatte zu Ur-! zeiten begonnen, da war es breit und tönend gewesen und von starker Klangfülle, und viele Sänger hatten in * diesem Chor ihr Lebenslied gespielt und gesungen. Dann war das Lied schwächer geworden, es fehlten die Sänger, und die Instrumente, G'ttes Worte und Satz^ungen, standen ledig, und wenige spielten darauf, aber die wenigen. Töne, die. er hörte,, das .schmale Band .des Liedes

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