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Der Israelit · 1932-09-22 · Heft 39 (22.9.1932) · page 10

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Israelit
Volume
73 (1932)
Issue
Heft 39 (22.9.1932)
Date
1932-09-22
Page
– (sequence 10)
Language
German
Belongs to
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Seite 10 Nr. 39 Der I s r a e.! i t 22. September 1932 F '■■■■■■ ■■■— - " - Tragen Sie „die gute C ARSCH-Kleidung“ Spezialität '"ItPD-Verarbeitung Dr. Hamburger — den die Königin von Holland aus Anlaß ihres Geburtstages zum Ritter des Ordens Oranje- Nassau ernannt hat — läßt es sich nicht nehmen, von Zeit zu Zeit nach Montreux zu kommen, um den Aufstieg „seiner Jeschilvoh" zu beobachten. Herr Rabbiner Covar — auch Professor an der Dever Universität — hielt bei uns einen Bortrag über Erez Israel und gab ein lebendiges Bild vom heiligen Lande, das er besucht hatte. — Mögen alle dazu beitragen, die Jeschiwoh „Ez-Chajim" in Montreux in die Lage zu versetzen, in noch höherem Maße den Söhnen des westeuropäischen Judentums ihre Tore zu öffnen. Walmö (Schweden), 14. Sept. Rabbiner Dr. W o h l - st e i n ist, wie schon mitgeteilt, in den Ruhestand getreten, da das Amt eines Lehrers mit dem des Rabbiners kombiniert werden soll. Die hiesigen Zeitungen heben das hohe Ansehen in allen Kreisen der Bevölkerung hervor, das seinen Mitgliedern oft zustatten kam. Man kann sagen, daß das gute Einvernehmen zwischen den Juden und den andern Konfessionen in Malmö zum großen Teil Dr. Wohlstein zuzuschreiben ist, da er es wie wenige verstanden hat, in Vorträgen, die er auch in christlichen theologischen Kreisen hielt, die Wahrheiten seines Glaubens ins Helle Licht zu stellen. Möge ihm ein schöner Lebensabend befchieden sein, begleitet von den aufrichtigen Wünschen seiner Freunde und Verehrer. M. Subolica, 13. Sept. Eine seltene und erhebende Doppelfeier wurde in der Suboticaer orthodoxen jüdischen Gemeinde unter großer Beteiligung begangen. Herr Eugen Guttmann ließ eine Sefer-Thora schreiben, welche am Jahrzeitstage seiner Mutter eingeweiht wurde. Zur selben Zeit hielt die hiesige Schaß- Chewra einen Sijum auf Traktat „Eruwin". Bei Beendigung des Thoraschreibens sprach Herr Samuel Guttmann, Vater des Spenders, vom Herzen kommende Worte, worauf das Sefer in die Synagoge überführt wurde. Nun übernahm Herr Rabbiner Samuel Deutsch mit einer eindrucksvollen namens der Gemeinde die Sefer-Thora. Der darauf folgende Sijum bot Herrn Hermann .Biedermann Gelegenheit zu einer tiefen halachischen Abhandlung. Beim Festessen eröffnete den Reigen der Reden Herr Rabbiner Samuel Deutsch. Diesem folgte eine gedankenreiche Rede des Herrn Rabbiner Simon Guttmann aus Sombor, Bruder des Spenders. Es sprachen noch die Herren Samuel E h r m a n n und Michael Adler. Die schöne Feier wurde mit min 'im des Herrn Wolf Klein in gehobener Stimmung geschlossen. Shanghai, 15. Sept. In dem bekannten Erbschaftsprozeß wegen der Hinterlassenschaft des vor einigen Jahren verstorbenen Millionärs Aron H a r d o o n ist Mitte Juli die Entscheidung des Gerichtshofes zu Gunsten der Witwe des Verstorbenen, einer chinesischen Dame, ergangen. Verschiedene jüdische Verwandte des Heimgegangenen hatten das Testament angefochten und der Witwe, die ihren Mann seinerzeit unter sensationellen Umständen gleichzetici nach jüdischem und nach chinesischem Ritus hatte bestatten lassen, die Erbschaft von etwa 4 Millionen Pfund streitig gemacht. Sie wurden mit ihren Ansprüchen abgewiesen, da der Richter das Testament als rechtsgültig erachtete. In dem Prozeß traten eine ganze Reihe der berühmtesten Advokaten als Anwälte auf, u. a. war der bekannte, ehemals in Jerusalem tätige, jetzt in London, Sir Hoxrace Samuel, eigens von London nach Shanghai gekommen, um ein Plädoyer zu halten. Vermutlich werden die Kläger nun an den britischen höchsten Gerichtshof in London appellieren. Die Woche. Einweihung des umgrbnuten Rothschikd'jchen Krankenhauses. Zu einer schlichten Feier fand sich am Sonntag vormittag eine größere Anzahl geladener Gäste im Garten des Spitals zusammen. Mit guten Reden wurde das Werk geweiht. Unter den Güsten sah man neben Vertretern der Gemeindeverwaltung und des Rabbinats auch die der städtischen Behörden und der ärztlichen Instanzen u. a. auch Herrn Eeheimrat Professor Schmieden. In einem anmutig zu diesem Zwecke hergerichteten Zelte ging die Feierlichkeit die über eine Stunde dauerte, vor sich. Als erster Redner begrüßte Herr Jacob Rosenheim im Namen des Hospitaloorftandes die Behörden, die Vertreter der verschiedenen Vereine und Institutionen und die Gäste. Der Rückblick aus die Geschichte des Krankenhauses seit seiner Gründung im Jahre 1870 wurde zu einem packenden Charakterbilde der Persönlichkeit des Gründers, des Freiherrn Wilhelm Carl von Rothschild. Ursprünglich ein kleines Heim mit sechs Betten, gegründet mit einem Kapital von 50 000 Gulden, erhält das Haus schon nach acht Jahren vom Baron Rothschild einen schönen Neubau und außerdem eine Zwcimillionenstiftung zum Zwecke der Unterhaltung. Der Geist des Barons, gekennzeichnet durch tiefe, im Thoralernen wurzelnde Religiosität und^ allumassende Nächstenliebe, blieb und bleibt in diesem Hause lebendig. Aus Intervention des unvergeßlichen Salomon Eutmann b"7, erhielt das Spital von der Tochter des Stifters, Baronin Adelheid von Rothschild in Paris, einen Teil der Mittel zum jetzigen zweckmäßigen Umbau. Redner spricht den Dank an alle aus, die zur Ermöglichung des Werkes beigetragen haben, u. a. auch an Herrn Regierungsbaumeister Nathan, an die Baukommission unter der tatkräftigen Führung von Herrn Siegfried L ö w e n t h a l, den Aerzten und der Schwesterschast. Er schließt hinsichtlich der Patienten mit dem Segensspruch des Wochenabschnittes untren rinn -pm* Darauf ergreift der Chefarzt, Herr Dr. Sally R o s e n b a u m , das Wort, um auf Grund der Urkunden einiges aus der Geschichte des Krankenhauses vorzutragen. Geheimrat Dr. Rosenbaum y'xr» war es, dem es kraft seines Einflusses auf den Baron Rothschild gelungen war, das ursprüngliche kleine Heim durch Angliederung eines Operationssaales in ein Krankenhaus modernen Stiles zu verwandeln. Es überbringt nunmehr Magistratsrat Dr. A l t - heim die Grüße und Glückwünsche des Oberbürgermei st e r s und der Stadtbehörden. Jede private Tätigkeit auf dem Gebiete der Wohlfahrt und der Krankenfürsorge werde von den Behörden als wertvolle Ergänzung der städtischen Einrichtungen empfunden und begrüßt. Es sei auch zu begrüßen, daß in einer Zeit der politischen Zerrissenheit sich die Konfessionen mit der Stadt im harmonischem Wohltun treffen. Herr Sanitätsrat Dr. M e h l e r bringt ebenfalls seine Freude über das friedliche Zusammenarbeiten im Namen der Arbeitsgemeinschaft der städtischen und privaten Krankenhäuser zum Ausdruck. Der Prroatkrankenanstalteu feien so viele in unserer Stadt und sie stehen in ihren Einrichtungen hinter den städtischen nicht zurück, haben aber das vor jenen voraus, daß in ihnen eine individuelle Behandlung des Patienten möglich ist und auch eine psychische Einwirkung auf religiöser Basis, die heute in der vielfältigen Not der Zeit dringender denn je ist. Für den Aerzteverband für freie Arztwahl hebt Herr Dr. Gustav Oppenheim lobend hervor, daß das Rothschild'sche Krankenhaus als eines der ersten den Segen der freien Arztwahl erkannt und diese eingeführt hätte. Herr Julius Werner überbringt die freundnachbarlichen Grüße und Glückwünsche des Mathilde von Rothschilds chen Kinderhospitals. An Stelle des üblichen Einlernens hält nun Herr Dr. Willy Hofmann, der Chirurg des Hauses, ein Kolleg über die Stellung der jüdischen Weltanschauung zu Krankheit und Arzt. Die interessante Abhandlung beweist mit zahlreichen Zitaten aus der talmudischen Literatur, wie man die Krankheit stets als Schickung vom Himmel empfunden und als eigentlichen letzten Heilbringer immer nur G'tt angesehen hatte, was aber keineswegs ausschließt, daß man die Inanspruchnahme der ärztlichen Hilfe nicht nur gestattete, sondern als Religionsgebot empfahl. Eine Stelle aus Rabbi Jacob ben Äscher über die Pflichten des Arztes illustrierte deutlich die Denkart des jüdischen Mittelalters über diesen Punkt. Diese Stelle spricht auch von der Verwerflichkeit der Kurpfuscherei und der Haftpflicht des Kurpfuschers. Ergänzt werden diese Zitate durch die Wiedergabe eines Status der Frankfurter Gemeinde aus dem Jahre 1631, das bestimmte mit Namen aufgeführte Aerzte auch als Armenärzte verpflichtet. Niemals durfte der Gemeindearzt ohne Genehmigung der Vorstände die Stadt verlassen; auch durfte er, solange er Praxis ausübte, vor dem 60 ten Lebensjahre, keine Ehrenämter in der Gemeinde bekleiden, um sich ganz auf seinen Beruf zu konzetrieren. Krankenheilung ist - nach jüdischer Auffassung etwas ganz Individuelles, wobei es keine Schulfälle gibt, da jeder Mensch eine kleine Welt für sich ist. Als letzter Redner gab Herr Regierungsbaumeister Nathan einige Erläuterungen zu der Änlage des Hauses. Es galt bei dem Neubau, die alte Tradition zu wahren in Verbindung mit der modernen Technik. Er gibt den ihm gewordenen Dank an all seine Mitarbeiter, auch an Vorstand und Baukommission weiter, und übernimmt die Führung durch das Haus, der die Gäste mit größtem Interesse folgen. Ueber das Haus und seine medizinisch-technischen Neueinrichtungen haben wir jüngsthin eine eingehende Schilderung, veranschaulicht durch Illustrationen, gebracht. Gedenkblätter zum fünfundzwanzigjährigen Bestehen der Synagoge Friedbrrger Anlage. Der Vorstand der Rabbiner Hirsch-Gesellschaft überreicht ihren Mitgliedern zum 19. Elul eine Broschüre, die das Ereignis der Einweihung unserer Synagoge vor 25 Jahren in unserer Erinnerung aufleben läßt und ein paar wichtige Dokumente aus der damaligen Zeit und früheren Zeiten der Gemeindegeschichte veröffentlicht. An erster Stelle lesen wir die Grundsteinurkunden der Synagoge S chü tzenstraße (Grundsteinlegung 30. September 1852) und der Synagoge-Friedberger Anlage (datiert vom 21. November 1905). Es folgen drei Reden von Herrn Rabbiner Dr. Salomon Breuer bei der Grundsteinlegung in der Fried berger Anlage, beim Abschied von der Synagoge Schützen straße Papeterie H. OPPENHEIM Inhaber BERNHARD RUBIHSTEIH FRANKFURT R. M., OBERMAI NSTRASSE181 Fernsprecher 48005 gegründet 1864 SPEZIALITÄT; Besuchskarten, Dankkarfen in Lithographie, Buchdruck u. Steindruck und sämtliche Familienanzeigen Auf telefonischen Anruf komme sofort mit Muster ins Haus Gleichzeitig Annahmestelle von sämtlichen Familien- Anzeigen für sämtliche Zeitungen speziell Frankfurter Zeitung zu Originalpreisen und bei der Einweihung cher Synagoge Friedberger Anlage am 19. Elul. Die hebräischen Texte der zwei Grundsteinurkunden bilden den Abschluß der schön ausgestatteten Eedenkblätter. Eine offizielle Feier der Israelitischen Religionsgesellschaft aus Anlaß des Synagogenjubiläums wird, wie schon gemeldet, am Chanukkah stattfinden. Glückwunsch-Ablösungen. Von der Palästina-Centrale der Agudas Jisroel wird uns mitgeteilt: Glückwunsch-Ablösungen zu Rausch-Haschono zu Gunsten des Schulwerkes in Erez Jisroel möge man bis spätestens Montag, den 26. September 1932 (25. Elul 5692), an die P. Z. unter gleichzeitiger Ueberweifung des Betrages auf unser Postscheckkonto 53 900 Ffm. gelangen zu lassen, damit die Veröffentlichung rechtzeitig erfolgen kann. Auf vielfachen Wunsch ist auch dieses Jahr dafür Sorge getroffen, daß am Jaum Hakipurim an der Kothel Maarowi im» nir rch nj’siwm mp» für alle diejenigen eine Tefillo gesprochen wird, welche bis Mittwoch, den 27. Elul 5692 (28. September 1932) für das Schulwerk der P. Z. in Erez Jisroel einen Mindestbeitrag von Mk. 2.— einsenden und dabei gleichzeitig den eigenen hebräischen Namen und denjenigen der Mutter mitteilen. Die P. Z. bittet, von dieser Einrichtung weitgehendst Gebrauch zu machen. Das Büro der Palästina-Centrale der Agudas Jisroel zu Frankfurt a. M. befindet sich Schwanenstr. 12. Warme Kleider. Die Jüdische Frauenvereinigung E. V. bittet herzlich um Zuwendung von warmer Ober- und Unterkleidung für ihre Schützlinge, Erwachsene und Kinder. Auch für Bett- und Leibwäsche liegt große Nachfrage vor. Schicken Sie bitte, was Sie an noch brau chbaren Stücken entbehren können. Gerne ist die Jüdische Frauenvereinigung E. V. (Kleiderdepot Schützenstraße 1 pt. Tel. 44 217) auch zur Abholung bereit. Ausstellung von Handarbeiten aus Erez Jisroel. Anläßlich der Elul-Mtion der Erez Jisroel-Amts der Agudas Jisroel Jugendgruppe werden im Heim (Schwanenstratze 12) Handarbeiten aus der B e t h Jako b - S ch u-I e und dem Kindergarten in Tiberias ausgestellt. Die Arbeiten wurden dem Erez Jisroel-Amt, das für diese Schule sammelt, als Proben der Leistungen der Kinder gesandt. Jüdischer Turnerbund. Am 15. September fand auf dem Ostpark ein Sportfest unserer Knaben-Abteilung statt, das bei einer Beteiligung von ca. 35 Knaben einen schönen Erfolg zu verzeichnen hatte. Die Leistungen waren teilweise über Durchschnitt, dank des guten Trainings unter der bewährten Leitung der Herren Eisenhut, Reich und Haar. Sieger wurden (Unterstufe): 1. Sieger: James Kimche, 2. Sieger: Heini Emanuel, 3. Sieger: Paul Breuer; (Oberstufe): 1. Sieger: Erich Eitler, 2. Sieger: Jacob Wolf, 2. Sieger: Kurt Oppenheim, 3. Sieger: Ben Bamberger. Die Ueberreichung der Diplome findet am Sonntag, den 2 5. September, nachm. 4 Uhr, im Heim Langestraße 55, 1. bei Kaffee und Kuchen statt. Konservativ Jüdischer Gemeindeoerein. Anläßlich des 50 jährigen Jubiläums der Synagoge am Börneplatz veranstaltet der Konservativ Jüdische Eemeindcverein am kommenden Sonntag, den 25. September 1932, 20 Uhr, in sämtlichen Sälen der Frankfurt- Loge eine Festveranstaltung. Die Festansprachen halten die Herren Rabbiner Dr. Jacob Horovitz, Frankfurt a. 'M., und Prof. Heinemann, Breslau. Herr Rabbiner Dr.j Jakob Hofsmann wird ein Schlußwort sprechen. Oberschwester Anna Sang („Schwester Anna"). In weiten Kreisen wird die Kunde vom Ableben der Schwester Anna Trauer und Bestürzung auslösen. Sie, deren ganzes Leben den Kranken gehörte, deren Kraft in einem ganzen Lebensalter darauf ver-

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