Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 73 (1932)
- Issue
- Heft 34 (18.8.1932)
- Date
- 1932-08-18
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
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hing bleiben muß, erkennen Leute wie Emanuel Neudroht seien, aber leider in ihrer Fähigkeit gelitten haben, mann und F a r b st e i n an, daß die Bedeutung der der Gesamtjudenheit beizustehen. Es sei eine Verkettung zionistischen Fonds von Tag zu Tag zurückgeht gegentragischer Umstände, die dazu geführt haben, daß die über der eminenten Rolle, welche das P r i v a t k a p i t a l Agency leider wenig leisten konnte. Grund des Entwurfes von Hugo Preuß schließlich die freieste Verfassung der Welt der Selbstgesetzgebung des deutschen Volkes zugrunde legten. Einheit, Freiheit, und Recht, die drei Grundideen des Gesetzgebungswerkes forderten noch manche Ergänzung, und damit im Zusammenhang die Mittelstandseinwanderung und die Kleinindustrie in Palästina spielen. Neumann legte in seinem hochinteressanten Referat dar, daß insbesondere der Andrang amerikanischer Mittelstandskreise, von denen jede Familie noch über ein Vermögen von Lst. 1000.— verfügt, enorm sei und daß auf diesem. So ko low brachte zum Ausdruck, daß der neue Kodie gerade wir Juden von der Zukunft erhoffen. Statt lonialminister ebenso wie der neue High Commissioner solcher Ergänzung hat die Zeit eher ein Zurückweichen ' imv or tund eine Schwächung der Grundkrafte gebracht, mit ganz anderer Warme und 2lufrichtlgkeit als alle fruj Unter diesen schmerzlichen Erfahrungen konnte die Heren Instanzen den Aufbau des jüdischen Nationalheimes Freude an der Verfassung nur gedämpften Ausdruck finzu fördern entschlossen seien. j den, wie es Irmgard Offenbacher durch das Dehmel'sche Auf Grund einer Eingabe des Berliner Weltverban- Gedicht „Wie immer andeutete. * Um den Geist, m dem die Versüßung entstanden und Wege Millionen von Dollar in der nächsten Zeit in Bedes für Sabbatschutz Schomre Schabbos wurde das Direk- | hgm fjß mie wir hoffen wieder und ftärker erstehen .. ~ ~ ‘ ~ ~ 1 torium des Nationalfonds beauftragt, gemeinsam mit der ' wird, wenigstens lebendig zu' erhalten, hat die Schule die Gesamtexekutive die Frage der Sicherung der Sabbatruhe Feier auf den Namen Goethes gestimmt, aus den Ländereien des Keren Kajemeth zu behandeln ' . Der Redner, St. R. I. Kaufmann, wies zu Anfang und zu erledigen. W°- dieser °r°k°lh°ste Beschluß b.deu-! fc&TÄ -S, tet, ist zunächst nicht verständlich. Das Gesamtbudget der öes Dichters Leben, Werden und Wirken fallen lassen wegung ‘ gesetzt würden. Das Newyorker Palästina-Amt habe täglich 20—30 Interessenten dieser Art zu beraten. Auch Färb st eins Referat, das sich mit den für den Mittelstand heute wichtigsten beiden Siedlungsarten Orangenbau und Grapefruit beschäftigte, legt das Hauptgewicht auf die Förderung der Mittelstandseinwanderung. Hierbei ist die Industrie mindestens ebenso wichtig wie die' Landwirtschaft. Während in den Kwuzos und Maschaj woth im Jahre 1930 nur etwa 6090 Seelen tätig waren, j finden in der Industrie und im Handel heute schon etwa ■ 20 000 Familien Beschäftigung. Syrien, Libanon, Aegyp- \ ten, Zypern und Mesopotamien, die heute 90 Millionen! Pfund Waren einführen, könnten bei der Anknüpfung richtiger Beziehungen ein kaum erschöpfbares Exportgebiet für Palästina werden. Allerdings muß erreicht werden, daß für Kleinindustrielle nicht an der Minimal-Kapitalziffer von Lst. 500.— festgehalten werde. Was die Kollektivkolonifation betrifft, so trat S o s -. k i n wieder als Gegner Ruppins auf. Die Kolonifations-! frage sei unlösbar, wenn der Staat nicht selber mit seinen größeren Mitteln eingreife. In organisatorischer Hinsicht ist das wichtigste Ergebnis der Tagung der Beschluß, daß die Revisionisten (allerdings nur mit einer Stimme Mehrheit) als zionistischer Sonderverband anerkannt wurde. Sie behielten sich aber dennoch ausdrücklich das Recht vor, politische Sonderaktionen auch gegenüber der Regierung zu veranstalten. Auf politischem Gebiete kam die mit der Behandlung des French-Börichtes betraute Unterkommission zu dem Ergebnis, daß der French-Becicht in Bausch und Bogen abzu lehnen sei, da er den Bestim- : mungen des Mandates und dem Inhalte des Macdonaldbriefes widerspreche. Das Aktionskomitee beauftragte die Exekutive, nichtsdestoweniger auf die Einzelheiten des French-Berichtes einzugehen und auf diese Weise das ablehnende Votum sachlich zu begründen. Kulturell ist von einer allerdings nur formellen Agency für 5693 wurde auf Lst. 300.000 festgesetzt. ValüMna Zur Bekämpfung des Lhillul Schabbos im heiligen Lande. Jerusalem, 4. Aug. Die Automobilgesellschaft „Hamahir" hat infolge des vom orthodoxen Rabbinat gegen sie verhängten Boykotts zunächst versucht, sich durch Herabsetzung ihrer Preise um j in Frankfurt, Leipzig und Straßburg, hebt da 25 Proz. zu helfen, indem sie hofft, daß zahlreiche ortho-. dichtende und zeichnende Talent hervor, geht weiter zu d°k° Jude., um der Verbilligung willen den °°m R°b-> L,°b° mch zu^semem innigen Berstundmbinat ausgesprochenen Jssur übertreten werden. Hoffent-! schließlich das darauf entwickelte Kllnstlergenie auf dem lich wird diese Spekulation fehlschlagen. weiten Gebiete dichterischen Schaffens. Goethes indivi- Jnzwischen beginnt auf einem noch viel wichtigeren \ Quelle Künstler- und Meisterschaft, Selbsterlebtes und von G-bi-teine Im höchsten Grude berechtigte Boytuttbe- °uß°n Herunkummendedichterisch zu empfinden und in könne. Aber in der Folge gestaltete sich seine Rede zu einer eindrucksvollen, jedem Schüler in feiner Art verständlichen Darstellung des Menschen und Dichters. In gelungener Anknüpfung an die den Kindern bekannten räumlichen Beziehungen zu Goethe und die geistigen Fäden, die, in ihrem Anschauung«;- und Fassungskreis liegend, bereits durch den Unterricht zu ihm gezogen seien, geht er auf die überragende Stellung des Dichterkünftlers und Menschen ein. Cr streift die Jugenderziehung im Elternhaus und die Enidrcküe feiner Jugend schon früh wegung wirksam zu werden, die sich gegen die Gesellschaft „ Tenuwo " wendet. Die Gesellschaft „Tenuwo" ist eine Genossenschaft, welche die landwirtschaftlichen Produkte der neuen Kolonien, also Früchte, Gemüse, Milch, Butter und Käse vertreibt. Nachdem die latente Empörung über den in diesen Kolonien fortgesetzt herrschenden Chillul-schabbos über die öffentliche Verletzung der Speisegesetze, den Ehomezgenuß am Pesach, durch das letzte Vorkommnis in En Chaj (öffentliche Traubenlese am Sabbat) zur Hellen Flamme angefacht worden ist, will man versuchen, durch eine allgemeine Boykottierung, der Tenuwo-Produkte durch die gesamte orthodoxe Judenheit Palästinas die Respektierung der Sabbat- und Speisegesetze in diesen Kolonien zu erzwingen. Das ist um so berechligter, als es sich ja bei dem Bezug einer großen Anzahl dieser Produkte tatsächlich um Gegenstände des religiösen Vertrauens handelt und daß man wirklich nicht verlangen kann, die Bevölkerung solle dieses Vertrauen solchen Krei- Bedeutung der Beschluß" die vi-Hörterte Uebertragüng >°" -ntg-genbringen. die mit brutaler Rücksichtslosigkeit degesamten Schutwerks an den Waad ,-umi zu geneh. 3«™&u"9 aller religwsen Bmdungen den indischen migen, wobei jedoch genau wie bisher die Agency durch J amen entehren. eine Jahressubvention von Lst. 40.000 die Kosten des .* Schulwerks zu tragen hat. j SjJttfCfjfCIClL In religiöser Hinsicht gab es eine ziemlich milde; Kofcher-Oele. verlaufene Auseinandersetzung zwischen dem Arbeiterfüh-! Wir nehmen Bezug auf die an dieser Stelle in Ihren j So hat er orri ax iiaa'm » in frühester Jugend geübt, inr~ui n, j-xor r.-it. dem er mit seltener Kinderliebe und Aufopferung seinen allgemeingültige Form zu gießen, wird ins richtige Licht gestellt, seine „Beichten" werden erwähnt und die entscheidenden Phasen seines Aufenthaltes am Hofe zu Weimar und in Italien, die ihren Niederschlag in Iphigenie und Tasso, in Hermann und Dorothea und vor allem im Faust gefunden haben. Mit dieser Dichtung wendet sich der Redner dem universellen Charakter' Goethe'schen Schaffens, feiner Bedeutung als Menfchheits- und Völker' erzieher zu. um von da aus zu einer kurzen Würdigung des in seinem Geiste angestrebten Verfassungswerkes zu gelangen. In Hinsicht auf diesen Geist sangen die Anwesenden ihr „Deutschlandlied", mit dem die schlichte, durch Musik, Gesang und Vortrag verschönte Feier ihren Abschluß fand. Vezirkslagung der Freien Vereinigung. Auf die Bezirkstagung der Freien Vereinigung am Sonntag, den 21. August (19. Am 5692), in Bad Mergentheim, nachm. 2.30 Uhr im Hotel Viktoria wird hier noch einmal hingewiesen. Anselm Schwabacher Nach kurzer Krankheit verstarb im Alter von 78 Jahren Anselm Schwa bacher. Ein Stück vom alten, guten, frommen Frankfurt sinkt mit ihm ins Grab. Sein Vater war einer der elf Gründer unserer Kehillo und seine Mutter die Tochter von Juda und Adelheid Kulp Er selbst lebte ganz im Geiste der frommen Eltern. Ein imaa pnpn? wandte er sich mit Vorliebe all den Guti taten zu, von denen es heißt ."an na’p npm mn nfnya DrrnwD fov [ „deren Früchte man schon in dieser Welt genießt,indes das Kapital für die zukünftige Welt aufbewahrt bleibt." rer Ben Gurion und Rabbi Meir Berit n. Erfterer beiden letzten Ausgaben gemachte Ausführung, versicherte, die Arbeiter hätten den tiefsten Respekt vor' Wir können die Behauptung der Firma Höchster der Beobachtung religio,er Vorschriften, oerlangten aber■ üHSS Nach m der Vater, der viele Jahre seines Lebens krank dalag, pflegte. Er war eines der fleißigsten und tätigsten Mitglieder der uns von unserer Oelmühle aus zugegangenen Erklärung , C h e w r a schel Gemilus Chassodim. Noch bis für die Nichtreligiösen genau dieselbe To - ^werden nach wie vor ausschließlich pflanzliche Rohstoffe leranz, wie für die Religiösen. Auch ohne zur Gewinnung unserer seit Jahrzehnten vertriebenen religiös zu fein, betrachten sich die jüdischen Arbeiter Pa-, koscher Tafelöle verwandt. Die Behauptung, daß Wal- , ®a^^^rüspro6Iem0I^—' neuertlin^^3Iu^^Sp*e1feB^fQbdfa^^Dn ötgie dem Idealismus und der Opferfreudigkeit der iudi- > verwandt wird, ist nach Aussage aller Fachleute, sowie schen Arbeiterschaft, gab jedoch der Besorgnis über gewisse ' aller von uns angefragten Fabriken aus der Luft geirreligiöfe Manifestationen insbesondere über die Sabbat- Griffen. stimmt lediglich, daß eine gewisse Menge entmeikmno Ausdruck i Waltran im letzten Jahre importiert wurde. Dieselbe or; f * . ... . j konnte nur zur Margarineherstellung verwandt werden. Außerdem beschwerte sich der Misrachi darüber, daß hg öas Waltran erst im gehärteten Zustand genußfertig die religiösen Chaluzim bei den Zertifikaten benachteiligt gemacht werden kann und steht außer allem Zweifel, daß würden und daß wenn es ans Sparen gehe, in allererster i die Verwendung zur Speiseölfabrikation eine Unmöglich- R-ihe immer die Institutionen der relig-o.n Teile Jischuws betroffen wurden. : Ia Koscher-Speife-Oelen zu versorgen, sind somit unver- Angesichts des absolut beherrschenden Einflusses des ändert geblieben. zionistischen Teiles der Jewifh Agency auf deren Ge- I Es sollte uns sehr freuen, mit diesem Artikel den weij Bei dem jäh in die Ewigkeit abberufenen Salomon schäfte bot die formelle Sitzung des Agency-Rat es'ien Kreisen Ihrer gesch. Leserschaft sowie den vielen An-, S te i g e rwald, der in allen Kreisen nnd Schichten kurz vor seinem Tode war ent ein regelmäßiger Besucher der Synagoge am Hermesweg waivi minv. Mehr als ein Vierteljahrhundert war er Vorstandsmitglied der Israelitischen Krankenkasse „Kippe st u b e". 1222 mir-23on frühester Jugend an war eines seiner Hauptbeschäftigungen das Lernen der Tauroh. So gwg der fromme tätige Mann, durch Rührigkeit, Tatenfreude und mxaa nn-ni über fein Alter hinwegtäuschend, unter uns, von allen geehrt und geachtet. Sein Heimgang löste allgemeine Trauer aus. Sein Andenken wird Kindern und Kindeskindern zum Segen gereichen. . , ... . , -n-asm Salomon Sleigerwald Man schreibt uns: Wenn eine Lebenslampe heruntergebrannt, ein Lebenslicht erloschen ist, so sucht man unwillkürlich nach dem, was ihnen hre besondere Leuchtkraft verliehen hat. selber nur ein begrenztes Interesse, obgleich dort W e i zmann das Wort ergriff, nachdem er in den Sitzungen des Aktionskomitees beherrlich geschwiegen hatte. Weizmann suchte insbesondere der jüdischen Jugend, soweit sie zum Kommunismus neigt, den Vorzug der palästinensischen Aufbauarbeit vor der sozialen Neuordnung in Sowjetrußland klar zu machen. In Palästina werde ein Tempel gebaut, während man in Sowjetrußland einen babylonischen Turm errichte. Politisch halte er es für nötig, die Frage der Erschließung Transjordaniens für die jüdische Einwanderung aufzurollen. Oskar Wassermann hielt eine große Rede über die deutschen Juden, die zwar nicht an Leib und Leben ernsthaft befragern der letzten Woche die gewünschte Aufklärung gejedes Glaubensbekenntnisses höchstes Ansehen genoß, war geben zu haben. Hochachtungsvoll Flörsheim u. Daube, Frankfurt a. M., Langeftr. 13 Die Woche. es eine Paarung von spornender jüdischer Tatkraft und weicher jüdischer Herzensgute, die ihn Formen edelster Art für seine jüdische und menschliche Lebensgestaltung finden ließ. Mit einem ihm selbst anfänglich wohl kaum bewußten Hang und Drang nach Ausreifung und Vervollkommnung ausgestattet, wollte es das Glück, nein wollte es die Fügung, daß er, aus schlichten dörflichen Verhältnissen stammend, in einer Zentrale jüdischen Lebens, in Frankfurt, landete. Und wollten es weiterhin das Glück und die Fügung, daß ihm ein — jetzt leider längst Heimgegangenen Lehrers begegnete, der stets unvergeßliche Rabbi Salomon S a l z m a n n f. A., der Verfassungsfeier der S. R. Hirsch-Schule. Die Zeit hat dafür gesorgt, daß die Weimarer Verfassung noch nicht so zur Selbstverständlichkeit wurde, daß sich die Erinnerung erübrigte an die Bedeutung des Tain seiner einfachen und die G'ttesliebe und G'ttessurcht ges, an dem — das drohende Chaos im Llngesicht — nach' doch wundervoll anfeuernöcn Weife zum Blühen brachte, monatelangem Ringen voll Selbstverleugnung und Ver-' was im Schüler keimte. Eisern war dieser auch noch antwortungsbewußtsein die damaligen Mittelparteien auf späterhin aus den Ausbau feines inneren jüdischen We-