Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 73 (1932)
- Issue
- Heft 34 (18.8.1932)
- Date
- 1932-08-18
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
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Der Israelit Nr. 34 Seite 5 18. August 1932 |t 1932 m s von : Schützten und Schutz- :rechtigte ren vion zu allen an all glaubt» tionalen n k-reis i s ch e n L n L e.- en Vort in den i kleiner in den semitis- Iuöenllhnische sen. Die mö das oon öer rnd dieeiten zu ß deren Sinne hoffenten Terutisemie nichts >eschi's» Nichts- H viellag bei lmzugekönnte. Fehler veiteres 2lgitasorgen rn Anich verzepräqe Judenraöiestunö in vunsch» lcht des > an öer )n öen u Lrez :r keine stch um ge und roel in :iß alle r Jahr en päfu» aus Inseln bilden, tte» öie Gegenus den md oft ' gegen lliseren reliten geen ferünnert, ron an -ok Clen öie leiteten n Teil iö gilt. Freilich war damals der Anlaß zu öer Aktion ein Judenpogrom auf Korfu» woraus man die Konsequenz zog» daß es nicht lohne» jüdisches Geld für religiöse Zwecke in öie Tasihen derer fließen zu lassen» die der jüdischen Religion^ Blutmärchen anhängen und'ihre Träger mißhandeln. Aber aus dem Inhalt jener Kundgebungen ist zu ersehen, daß nicht zuletzt innere, halachische Gründe und Befürchtungen bezüglich öer Jucht gerade der schönsten Lsrogim auf jenen Inseln bei der Aktion mitspielten. Zwanzig Jahre spater, im Jahre 1900, gab Salomo Marcus aus Krakau (Sohn des bekannten Gelehrten Ahron Marcus) unter dem Titel nn yv ns eine Sammlung von rabbinischen Gutachten gegen die fremden Lsrogim und warmen Empfehlungen der Crez IisroelFrüchte heraus (zu beziehen in öer Buchhandlung S. Marcus, Marburg (Llbe), Wilstorferstr. 20), öie heute noch größte Be achtung verdienen. Unter den 28 Gutachten finden wir solche von Rabbi Samuel Galant in Ierusa lem, Rabbi Iizchok S ch m e l k e s in Lemberg, Rabbi Hirsch R a b i n o w i tz , Sohn von Rabbi Iizchok Elchonon» Ln Kowno» Rabbiner Dr. Schiffer in Karlsruhe u. v. a.) Kapazitäten aller Länder sind vertreten, und alle führen sie eine Sprache: „Laßt euch von öen schönen Früchten unbekannter Herkunft nicht bestricken! Unterstützt die jüdische Arbeit in Palästina und verbindet mit der Festesfreude den Gedanken an Zion und Jerusalem! . ." All dieses gilt jetzt in noch weit höherem Maße. Daß der Lrez Iisroel-Heimatschein allein heute nicht mehr ohne weiteres für zweifelfreies xvnuD verbürgt, haben wir bereits in einer Rotiz in Rr. 30 vom 21. Juli ausgesprochen. Aber noch haben wir G. s. D. in Palästina zuverlässige Rabbinen genug, die die Sache überwachen. Man soll auch bei Bezug von Lrez Iisroel-Csrogim auf ein Hechscher achten» aber ausschließlich Lrez ILsroel-Csrogim kaufen! Ostjuden und Agudoh. Von S. Oskerseher in Duisburg. (Schluß.) II. Solange öie Haupthindernisse aber nicht aus dem Weg geräumt sind, ist an eine aguöistische Tätigkeit in öen Reihen öer Ostjuden in Deutschland nicht zu denken. Andererseits sah man aber ein, daß unbedingt etwas unternommen werden muß» wenn nicht alles Jüdische und vor allem die Jugend unrettbar verloren gehen soll. Hier parteifanatisch sein, wäre ein verbrechen. Und so wurde auf der Berliner Konferenz beschlossen, öie Arbeit zu neutralisieren. Für öie Arbeit an öer Jugend sind die KerenHator a h u n ö B e i s I a k o w - G r u p p e n , für die sonstigen religiösen Belange öer Gstjuöen die Aguöas Horabonim und die Aguöas Hachredim zu gründen beschlossen worden. Der Erfolg ist auf diese weise um so aussichsreicher» als man» auf unpolitischer Basis arbeitend» keine Gegnerschaft und keine Erschwerung der Arbeit zu befürchten hat und andererseits auch Kräfte zur Mitarbeit gewinnen kann, öie sich sonst nicht hätten beteiligen können oder wollen. Der Anfang wurde in Rheinland-Westfalen gemacht. Schon in der verhältnismäßig kurzen Zeit sind irm beträchtliche Erfolge zu verzeichnen. Die gegründeten Keren Hatorah-Gruppen haben sich sehr gut entwickelt. Cs gelang» öie Cltern für öie Sache zu interessieren und ihre Mitarbeit zu gewinnen. So ist eine ganze Anzahl junger Menschen aus den Klauen öer verderblichen Iugenövereine gerettet worden. Leider existieren solche Gruppen nur in einigen wenigen Städten. Die meisten'Städte haben keine geeigneten religiösen Führerpersönlichkeiten. Ein schweres Problem ist öie Lektürefrage dieser Jugend. In Berlin wurde zwar die Gründung einer Bezirksbibliothek beschlossen» die aber infolge Geldmangels noch nicht verwirklicht werden konnte. Für Spenden guter Imgendbücher wären wir deshalb fehF dankbar! Die bisherigen Erfolge berechtigen jedenfalls zur Hoffnung» daß die tu diesen Gruppen erzogene Jugend später, wenn ernstere Fragen an sie herantreten, selbst den weg Zur selbständigen Orthodoxie finden wird. Bevor wir zum Bericht über die Tätigkeit der Agudas Horabonim übergehen» müssen wir einige Worte über die Lntstehung und die Lage der kleineren ostjüdischen Gemeinden in Deutschland sagen: Cin großer Teil der eingewanderten Ostjuden haben stch in den mitleren und kleineren Städten Deutschlands niedergelassen. In den meisten dieser Städte existierten nur liberale Gemeinden» deren religiöse Institutionen öie religiösen Bedürfnisse der Ostjuden keineswegs befriedigen konnten. Die Ostjuden waren deshalb gezwungen» selbst ihre mVnp von Grund aus aufzubauen. Daß ihnen nur sehr spärliche Geldmittel zur Verfügung standen» braucht wohl nicht gesagt zu! werden. Die liberalen Gemeinden zeigten meist recht > wenig Verständnis für die Sonöerwünsche der Ost- I juden. So haben es viele ni^np nur bis zu einem eigenen Betlokal und zu einem sehr mangelhaften jüoischen Unterricht für ihre Kinder gebracht. Andere haben das Glück» schon eine Talmud-Thora und einen urw oder gar eine Mikwe ihr eigen zu nennen. Rur wenige aber haben es bis zu einem eigenen Rabbiner gebracht, was wunder» daß der größte Teil dieser Gemeinden in religiöser Beziehung sehr im argen liegt: das ivnws läßt viel zu wünschen übrig, der jüdische Unterricht — wenn überhaupt einer vorhanden ist und die Kinder nicht auf die geistige Rahrung öer liberalen Lehrer angewiesen sind — ist meist sehr mangelhaft und die nunpa sind oft — da eine fachmännische Aufsicht fehlt — nicht einwandfrei. So steht das Erreichte in keinem Verhältnis zu den erheblichen Opfern, die diese meistens um ihre Lxistenz kämpfenden Menschen für ihre religiöse Ueberzeugung gebracht haben und zur Lrhaltung ihrer Institutionen noch immer bringen. Hinzu kommt noch» daß in den allermeisten ivftnp die ordnende Hand einer autoritativen Persönlichkeit fehlt und deshalb unter den Mitgliedern dieser Gemeinden — öie von Menschen verschiedenster Schichten, aus den verschiedensten Gegenden und Kreisen zusammengesetzt sind — jene Linmütigkeit fehlt, die für das Gedeihen und die Lntfaltung religiösen Lebens unbedingt notwendig ist. Hier Abhilfe zu schaffen, ist das ideale Ziel der Aguöas Horabonim» die die wenigen in Rheinland-Westfalen amtierenden ostjüdischen Rabbinen vor wenigen Monaten gegründet haben. In jeder ostjüöischen n'wp dieser Provinz wird eine Agudas Hachareidim organisiert, die die moralische Grundlage der Agudas Horabonim bilden soll. Jede n^npdie in der Agudas Hachareidim organisiert ist, untersteht der Agudas Horabonim und wird von ihr mitbetreut. In der kurzen Zeit ihres Bestehens ist ihr schon gelungen, mehrere rn^np zu organisieren und in manchen ein wenig Ordnung zu schaffen. Der Anfang ist gemacht und die Arbeit nimmt einen befriedigenden Verlauf. Das Programm der Agudas Horabonim ist groß und die Arbeit vielseiig. Cs gilt, das irntPS und die rvwipa in all den Gemeinden zu beaufsichtigen, öie Iüöischkeit zu heben» den mv» nmh bei Jung und Alt zu fördern und zu festigen, religiöse Iugenövereine zu gründen und schließlich Zwietracht und Uneinigkeit aus den jv^np zu verbannen. Der Vorstand der Aguöas Horabonim besteht aus öen Herren Rabb. Horowitz-Düsseldorf, Bereifch-Duisburg und Findling-Elberfeld. Herr Rabb. Findling, öer mit öen deutschen orthodoxen Rabbinern in engerem Kontakt steht, hält die Verbindung der Aguöas Horabonim mit den einzelnen orthodoxen Rabbinern aufrecht und wirkt für eine einmütige Zusammenarbeit in Fällen, wo eine solche notwendig werden sollte. Diese Arbeit der rheinisch-westfälischen Aguöas Horabonim möge öen anderen in Deutschland lebenden ostjüöischen Rabbinern und Führern ein Vorbild sein und sie zur ähnlichen Arbeiten aneifern, Wir hoffen, daß bei dieser idealen Arbeit öer Erfolg nicht ausbleib en wird. S>* in ZS. Zürich, gegeben. Briefkasten. sss. 25.— für Abonnement eingegangen, ffs. 6.15 für angegebenen Zweck weiter- ^onrrps»Se»re» « nacbricbUi. Deutsches Reich. Reichsverband der deutschen Landesverbände. Berlin, 9. August. . Der Preußische Landesverband jüdischer Gemeinden teilt mit, daß die Finanzdezernenten der größeren Landesverbände in Oberhof zusammengekommen seien, um über die finanziellen Grundlagen einer Reichsorganisation der deutschen Landesverbände zu beraten. Der preußische Landesverband legte Material vor, auf Grund dessen festgestellt wurde, welche Institutionen durch einen künftigen Reichsverband unterstützt werden müßten und welche Mittel hierfür erforderlich seien. Alsdann kam man mit Vertretern des thüringischen Landesverbandes zusammen, aus deren Darlegungen sich die Notlage dieses Verbandes ergab. Zahlreiche Kinder wachsen ohne jeden Religionsunterricht auf, eine rabbinische Autorität fehlt fast vollständig und Verstorbenen kann mitunter keine rituelle Bestattung zuteil werden. Es bietet sich hier also für den künftigen Reichsverbaud eine Gelegenheit, finanziell zu helfen. Inwieweit unter den heutigen Umständen eine solche Hilfe durch den Reichsverband überhaupt herbeigeführt werden kann, liegt allerdings vorläufig im Dunkeln. Der Reichspräsident gegen nationalsozialistische Entrechtungspläne und antisemitische Ausschreitungen. Berlin, 15. Aug. Die Erfahrungen, insbesondere der letzten Wochen, machten es dem Centralverein zur Notwendigkeit, dem Herrn Reichspräsidenten ein Weißbuch vorzulegen, in welchem neben der Schilderung des judenfeindlichen Programmes der Partei lediglich rein aktenmähigund in jedem Fall urkundlich belegt, alle jene Drohungen, Beschimpfungen und Herabwürdigungen wiedergegeben sind, die maßgebende Nationalsozialisten gegenüber der jüdischen Gemeinschaft in Presse und Versammlungen ausgesprochen haben. Den Drohungen seien die bekannten Terrorakte gefolgt. Der Herr Reichspräsident hat durch Herrn Staatssekretär Meißner hierzu folgendermaßen Stellung genommen: „Das Schreiben des Centralvereins deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens und die diesem beigefügte Materialsammlung hat dem Herrn Reichspräsidenten Vorgelegen. Der Herr Reichspräsident, der jeden Versuch einer Einschränkung der verfassungsmäßig politischen und religiösen Rechte deutscher Staatsbürger und die von Ihnen mitgeteilten Ausschreitungen jüdischen Neichsangehörigen gegenüber lebhaft mißbilligt und bedauert, hat das Schreiben und die Anlagen dem Herrn Reichsminister des Innern zur Nachprüfung zugeleitet. Mit dem Ausdruck vorzüglicher Hochachtung gez. Meißner." Delegiertenkollegium des Synagogenverbandes. Hamburg, 16. Aug. Das Delegiertenkollegium des Synagogenverbandes behandelte in seiner gestrigen öffentlichen Sitzung den Konflikt des Vorstandes mit dem Oberrabbiner. Die Sitzung stand unter dem Eindruck eines Rundschreibens, das, aus allen Kreisen und Parteirichtungen der Jugend unterzeichnet, gegen die Attacke auf den Oberrabbcher in der lokalen Presse protestierte, weil diese Angriffe jedes Anstandsgefühl verletzten und die religionsgesetzliche Autorität der eigenen Gemeinschaft vor der breitesten Oeffentlichkeit herabgesetzt hätten.!i In der Sitzung berichtete der Vorstand durch seinen Vorsitzenden Dr. Zuntz und den stellvertretenden Vorsitzenden, Alexander L e v y, über den äußeren Anlaß des Konfliktes und führte aus, daß der Vorstand dem Artikel in der Hamburger Lokalpresse vollkommen fern stehe. Der Inhalt dieser Artikel sei jedoch bis auf einen Punkt objektiv richtig. In der Diskussion suchte die Opposition nachzuweisen, daß der Vorstand selber direkt oder indirekt hinter den Veröffentlichungen des Familienblattes stehe, was von Vorstandsseite bestritten wurde. Darauf-