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Der Israelit · 1932-08-04 · Heft 32 (4.8.1932) · page 7

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Journal
Der Israelit
Volume
73 (1932)
Issue
Heft 32 (4.8.1932)
Date
1932-08-04
Page
– (sequence 7)
Language
German
Belongs to
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4. August 1932 Der Israelit Nr. 32 Seite 7 dringende Aufforderung, in Zukunft für bessere Behandlung der ausländischen Arbeitergruppen zu sorgen. Neue Abmachungen des „Ort" mit der Sowjetunion. Moskau, 26. Juli. Durch die vom Weltverband Ort zur Förderung von Handwerk und Landwirtschaft unter den Juden organisierte „konstruktive Verwanütenhilfe" wurden bisher über 6000 jüdischen Familien in der Sowjetunion neue Existenzmöglichkeiten gegeben, durch die sie vom sicheren Untergang gerettet wurden. Angehörige sowjetrussischer jüdischer Familien haben diesen durch Vermittlung von Ort aus fast allen Ländern der Erde Werkzeuge und Maschinen, wie Schreib- und Rechenmaschinen, Zeichenapparate, Strickmaschinen und andere zur Verfügung gestellt. Den Besitzern solcher Maschinen wurde die Erlangung einer staatlichen Anstellung oder der Eintritt in eine gewerbliche Kooperative wesentlich erleichtert. Nunmehr hat Ort begonnen, die konstruktive Verwandtenhilfe auch auf andere Gebiete auszudehnen. Der Bevollmächtigte des Ort-Verbandes in Sowjetrußland, Agronom I. Zegelnitzky, hat mit der Sowjetregierung eine neue Vereinbarung getroffen, die den jüdischen Handwerkern die Ueberwindung des Mangels an Rohstoffen erleichtern soll. Den neuen Vereinbarungen zufolge werden jüdische Handwerker in Sowjetrußland künftighin durch Vermittlung von Ort zollfrei Rohstoffe aus Regierungsvorräten gegen Erlag des Preises durch ihre Angehörigen im Ausland beziehen können. Die jüdischen Handwerker in Sowjetrußland werden dadurch den Vorteil haben, nicht erst auf das Eintreffen der Rohstoffe aus dem Ausland warten zu müssen, sondern sofort mit deren Verarbeitung beginnen zu können. Auch der jüdischen landwirtschaftlichen Bevölkerung werden die neuen Vereinbarungen zwischen Ort und Sowjetregierung zugute kommen. Schon mit Beträgen von 30,60 oder 100 Dollar wird es möglich sein, jüdischen Landwirten das notwendige lebende und tote Inventar zur Einrichtung von Nebenbetrieben, wie Gärtnerei, Milchwirtschaft, Geflügelzucht und Schafzucht, zur Verfügung zu stellen. Ort hat jetzt begonnen, solche Kleinwirtschaften für deklassierte Juden einzurichten und eine rationelle Führung der Wirtschaften zu organisieren. Ferner wird es auf Grund der neuen Vereinbarungen möglich sein, im Wege der konstruktiven Verwandtenhilfe Mittel für Wohnungsbau flüssig zu machen, was im Hinblick auf die drückende Wohnungsnot in den großen Städten von besonderer Bedeutung ist. Die notwendigen Baumaterialien werden von staatlichen Lagern ausgegeben werden. In eigenen „Wohnungsbaugenossenschaften" sollen alle diejenigen, die durch die konstruktive Verwandtenhilfe Mittel zur Errichtung von Häusern und Wohnungen erhalten haben, zusammengefaßt werden. Einen Teil der zur Anschaffung von Material und zur Bezahlung von Arbeitslöhnen erforderlichen Gelder werden die Baugenossenschaften durch die Hilfe und/Mitwirkung von Ort von den staatlichen Kreditgenossenschaften erhalten, ein anderer Teil wird ihnen von Ort selbst in Form von langfristigen, 10 bis 20 Jahre lausenden Krediten zur Verfügung gestellt werden. Palästina. Jerusalemer Brief. Automobil-Chillul-Schabbos. — Hunger und Not. — Ein Aufruf zum Zmus. — Konsum von unriluellem Fleisch. — Neues aus pekhach Likrva. — Die Austrittsbewegung in Liberias. Jerusalem, 14. Juli. Man erinnert sich des Entrüstungssturmes, der vor einiger Zeit entstand, als die Automobilgesellschaft Ha - m a h i r am Sabbat 13 Automobile von Jerusalem abgehen ließ. Die Gesellschaft verpflichtete sich damals, um sich vor den Folgen einer für sie vernichtenden Boykottbewegung zu schützen, künftig ihren Betrieb am Sabbat gewissenhaft ruhen zu lassen. Dessen ungeachtet erneuerte sich der Skandal an einem der letzten Sabbate und es bleibt nun, wie sich aus einem von Besdin der a schien a f i f ch e n Gemeinde soeben ergehenden Aufruf ergibt, nichts anderes übrig, als der Gesellschaft durch einen entschlossenen und solidarischen Boykott durch alle gesetzestreuen Elemente zu zeigen, daß die Zeit immerhin noch nicht gekommen ist, um mit rücksichtsloser Frechheit über die Gefühle der jüdischen Bevölkerung der heiligen Stadt aus reiner Gewinnsucht hinwegzuschreiten. Die ökonomische Lage der seit Jahrhunderten auf die Unterstützung von außen angewiesenen Kreise der jüdischen Bevölkerung der heiligen Städte hat sich in der letzten Zeit geradezu verzweifelt gestaltet. Zu der Wirtschaftskrise, die in Amerika und Europa den Spendeneingang für das heilige Land enorm herabgedrückt hat, tritt noch die Devisenpolitik der meisten europäischen Staaten, die hemmend auf die Ueberweisung der gesammelten Gelder wirkt und in einer großen Zahl der besten Familien Jerusalems, die es nicht wagen, ihre Lage nach außen zu offenbaren, unmittelbaren Hunger heraufbeschworen hat. Es wäre höchste Zeit, daß durch eine energische Aktion die an der Spitze stehenden Persönlichkeiten Abhilfe schaffen würden. Die Stadtverwaltung von Tel-Awiv, der man übertriebene Prüderie gewiß nicht nachsagen kann, hat sich gezwungen gesehen, einen Aufruf an die Bevölkerung zu erlassen, worin dringend gebeten wird, in der Kleidung auf die Gesetze des Znius größere Rücksicht zu nehmen und nicht am hellen lichten Tage in Badeanzügen in den Straßen von Tel-Awiw herum zu spazieren. Es ist beschämend, daß die Stadtverwaltung sich dabei auf die Sittlichkeit und die Schamhaftigkeit, die „in der ganzen Welt und insbesondere in den Ländern des Orients" gelten, bezieht und nicht auf das jüdische Sittengesetz. Ein Gegenstück zu diesem Erlaß ist ein Aufruf des Oberrabbiners in Tel-Awiw gegen den immer mehr überhand nehmenden Konsum von trefenem Fleis ch. Nach Zeitungsmeldungen stellen zur Kundschaft der tresenen Fleischläden die Beamten der nationalen Organisationen, die von öffentlichen Geldern leben und sonst für „jüdische Arbeit" schwärmen, ein beträchtliches Kontingent. Solange sich die Spender, welche die zionistischen Kassen füllen, diesen Skandal gefallen lassen, kann man den nun einmal weltanschaulich radikal orientierten Beamten ihr Verhalten kaum übel nehmen. Sie glauben eben, daß die Emanzipation vom jüdischen Gesetz die beste Anwartschaft auf nationale Ehrenstellungen verleiht. Die Quelle des Uebles liegt natürlich im Schulsystem, das die Jugend in ganz bewußter Weise zum Abfall vom Judentum erzieht. In P e t h a ch T i k w a h ist Herr Salomon Stampfer zum Vorsitzenden des Kolonievorstandes gewählt worden, neben ihm 5 Mitglieder als Exekutive. Zu ihnen gehört als Vertreter der Orthodoxie auch Herr Elias Münk. Der Raw hat in Pethach-Tikwah einen neuen Abendfchiur eingerichtet, in dem gründlich gelernt und der von den tagsüber beschäftigten Bewohnern stark frequentiert wird. Aergernis erregt die Einrichtung von zwei Kaffeehäusern in unmittelbarer Nähe der Synagoge von Pethach-Tikwah. In Liberias sind 150 neue Austritte aus der Kneses Israel erfolgt, wovon jedoch bisher vom Waad leumi nur 105 formell anerkannt wurden. Neuregelung der Palästina-Einwanderung. — Die neue 500 pfund-Einwandererkategorie geschaffen. Ierusale m, 1. August. Durch die soeben veröffentlichte Einwanderungsverordnung werden alle Bestimmungen für die Einwanderung nach und die Deportation aus Palästina neu geregelt. Die Einwanderung aus Transjordanien ist frei. Allerdings wird niemand ohne Visum und ausdrückliche Erlaubnis des Eniwanderungsdepartements ins Land gelassen. Die neue Verordnung sieht, entsprechend den Zusagen des High Eommissioners, eine neue Kategorie von Personen mit kleinem eigenen Kapital von mindestens 600 Pfund vor. Oie am 13. August/i»m V2V stattfindende in unseres jüngsten Sohnes ERNST zeigen an Rabbiner Dr. JULIUS SIMONS und FRAU Verona geb. Mohl Köln-Deutz, Reischplatz6 «WI ED IE „EUROPA" UND. DER„GRAE: .1E PR E L I N" ist - eine deutsche Hochleistung der Nachkriegszeit/ die vollste Bewunderung verdient." schrieb Herr K. S. in O., einer der Besitzer des „Großen Brodchaus", und ersprach damit aus, wasTausende denken. 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