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Der Israelit · 1932-07-28 · Heft 31 (28.7.1932) · page 10

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Journal
Der Israelit
Volume
73 (1932)
Issue
Heft 31 (28.7.1932)
Date
1932-07-28
Page
– (sequence 10)
Language
German
Belongs to
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Seite 10 Nr. 31 Der Israelit 28. Juli 1932 Die vergleichende Sprachforschung, führte Dr. Uehuda weiter aus, fei ebenso wie die Archäologie von hoher Bedeutung für den Nachweis des Alters und der Authentizität der Bibel. Eine linguistische Durchforschung des Pentateuchs weise unmißverständlich auf einen engen Kontakt zwischen Israel und Aegypten hin; der Einfluß des Aegyptifchen sei selbst in jenen Teilen des Pentateuchs, die einen assyro-babylonischen Einfluß zeigen, feststellbar; vollends spiegeln die Erzählungen über Joseph und den Auszug in größter Klarheit den Geist der ägyptischen Umwelt wieder und zeigen deutlich Spuren des ägyptischen Einflusses auf die Sprache. Dr. Pehuda gab einige Beispiele ägyptischer Worte und Satzbildungen in den biblischen Texten. Es gebe eine enge ägyptische Parallele für die Erzählung von Joseph und Potiphars Weib; ferner lasse sich das Gefängnis, in das Joseph geworfen wurde, nach den in der Bibel angegebenen Einzelheiten als eine bekannte ägyptische Festung, in der politische und andere Schwerverbrecher eingekerkert wurden, identifizieren. An Hand von Abbildungen zeigte Dr. Iehuda, wie genau die biblischen Beschreibungen sind und daß die Erzählung von Pharaos Traum und feine Auslegung durch Joseph einen durchaus ägyptischen Hintergrund und eine außerordentliche Vertrautheit mit ägyptischen Verhältnissen und ägyptischer Ausdrucksweise verraten. Die in der Bibel angeführten Einzelheiten über die Joseph erwiesenen Ehrungen stimmen völlig mit ägyptischen Bräuchen überein: ägyptische Grabinschriften beweisen ebenfalls die Genauigkeit der biblischen Erzählung. Auch die Schilderung der Vorbereitungen zur Bestattung Josephs verraten eine innige Vertrautheit mit ägyptischen Begräbnisgebräuchen und Bestattungsordnungen. So stimmt die Angabe, daß für das Einbalsamieren des Leichnams 40 Tage erforderlich sind und daß die Aegypter eine 70tägige Trauer nach Jakob hielten, genau mit den damaligen Gebräuchen bei Einbalsamierung und Trauer im Falle des Ablebens hochgestellter Persönlichkeiten überein. Der gesamte biblische Abschnitt enthalte eine Unmenge von Anzeichen dafür, daß der Autor eine Kenntnis ägyptischer Bräuche und ägyptischer Sprache aus erster Quelle besaß. Jede Entdeckung in Palästina, Syrien, Mesopotamien und Aegypten habe die biblischen Angaben bestätigt und nun werde dieser archäologische Nachweis auch noch durch die Ergebnisse der linguistischen Forschung bestätigt und ergänzt. Sir Flinders Petrie hielt ein Schlußwort, in dem er dem Vortragenden dankte, und itzrßerte die Ansicht, daß die Anfänge der Niederschrift der Josephs-Erzählung in der Zeit der Hirtenkönige zu suchen seien. Er stützte diese Ansicht auf die biblische Angabe, den Aegyptern seien Hirten verhaßt. In der Zeit des Auszugs, zwei Jahrhunderte nach den Hirtenkönigen, sei jede Erwähnung dieses Regimes „Tabu" gewesen. ■BBHBBBBKHBnBBOHHBMHnMBBa Ainderecke. Iehuda Halevi. Ihr kennt doch alle das wundervolle, wehmütige Zionslied, das wir am Morgen des sagen, das mit den Worten beginnt: 7»tok 'chxVr, ,]y>x Zion, fragst du nicht nach dem Wohl deiner Gefesselten -. In diesem Liede klagt unser größter Dichter, Iehuda Halevi, um die verlorene Stätte von G'ttes Herrlichkeit, um die zerstörte Schönheit des geliebten Zion. Doch, wenn auch nur verödete Ruinen an der Stelle von G'ttes Heiligtum jetzt aufragen, so fühlt er doch die innigste Sehnsucht, das Land der Väter zu sehen: „Wenn ich auch nur bloß und barfuß über deine Trümmer wandern dürfte, wie glücklich wäre meine Seele", so ruft Iehuöa Halevi aus. Rennt Ihr die Sage, die sich an dieses Zionslied knüpft? Ich muß Tuch zuerst ein wenig aus dem Leben des Dichters erzählen, damit Ihr sie versteht. Iehuöa Halevi lebte im Anfang des l2. Jahrhunderts als angesehener Arzt in Spanien; aber auch der Ruhm seiner hebräischen Gedichte und Lieder drang schon zu seiner Zeit weit über die Mauern seiner Heimatsstadt Toledo hinaus. All seine religiösen Gedachte sind durchdrungen von seiner tiefen Frömmigkeit und der Verehrung G'ttes und doch fühlt er, daß ihm noch etwas fehlt, um G'tt ganz nahe zu kommen, und er meint, daß er nur im heiligen Lande, wo die Schechina weilte, die Rähe G'ttes spüren könnte. Immer mächtiger ergreift ihn die Sehnsucht und gegen Ende seines Lebens faßt er den Entschluß, nach Crez Iisroel zu ziehen, voll Liebe warnten ihn die Freunde, welche die schwere und gefahrvolle Reise für ihn fürchteten, Fast wäre es gelungen, ihn schwankend zu machen, aber immer wieder kam mit Macht die Sehnsucht über ihn, „Zion, die Krone der Schönheit", zu sehen. (Er wollte nicht nur mit den Lippen dieses Sehnen ausdrücken, er wollte auch in Wirklichkeit das heilige Land betreten. Cr verließ Toledo (um 1140), verließ seine einzige Tochter, sein Enkelkind Iehuöa, seine Freunde und Jünger. Cr zog durch die Städte Spaniens, wo er überall von seinen Verehrern empfangen wurde, gelangte schließlich an die Küste und schiffte sich dort nach Palästina ein. Eine stürmische Seefahrt beginnt, aber sie kann, wie er in seinen Seelieöern dichtet, die Freude seiner Seele über das Herannahen des Reisezieles doch nicht stören. Endlich, viel zu langsam für seine sehnsüchtige Ungeduld, winkt das Land — da bricht ein stürmischer Ostwind los, der das Schiff zwingt, in den Hafen von Alexandria einzulausen. Unmutig und mit dem festen Vorsatz, so kurz wie möglich dort zu verweilen, geht er in Aegypten ans Land. Kaum jedoch hatte sich unter den Juden Alexandrias die Rachricht von seinem Kommen verbreitet, da wollte schon jeder den großen Dichter sehen und sprechen. Der angesehenste Jude der Gemeinde lud ihn zu Gaste und überhäufte ihn so mit Beweisen von Liebe und Verehrung, daß er sich zum Bleiben überreden ließ. Die wenigen Tage, die er verweilen wollte, wurden zu Monaten, aber dann packt ihn die Sehnsucht nach Erez Iisroel wieder mit der alten Kraft und er will endlich weiterziehen. Doch noch einmal wird er aufgehalten: der jüdische Fürst Abu Klausur lädt ihn ein, zu ihm nach Kairo zu kommen. Er kann nicht ablehnen, hofft er doch durch die Empfehlungen des Fürsten auf seiner Reise leichter vorwärts zu kommen. Aber nun wird er wieder zum Bleiben veranlaßt, neue Verehrer und Freunde suchen ihn zurückzuhalten. Sie weisen ihn darauf hin, daß doch auch in Mizrajim G'tt erschienen sei — er könne also auch in Aegypten sich G'tt näher fühlen. Er aber erwidert ihnen in einem Gedicht, daß die Schechina sich nur wie ein „flüchtiger Gast" in Mizrajim aufgehalten habe. Die Größe und Heiligkeit G'ttes habe nur in Zion gewohnt! Und er reißt sich endlich los von seinen Verehrern und dem prunkvollen Hause des Fürsten und zieht nach Palästina. Endlich erreicht er den Boden des Landes, nach dem er stch sehnte. Cr singt sein Zionslieö, jene herrliche Zionide und er beugt sich nieder und er küßt den Staub der Erde, die ihm bester dünkte als „duftende Myrrhe" — und — so sagt die Sage — da überreitet den Knieenden ein daherstürmenöer Araber und Iehuöa Halevi stirbt in Crez Iisroel, im Angesicht der heiligen Stätten. Sein Lied aber ist nicht aus dem Munde Israels geschwunden, diese — vielberühmte Klage Die gesungen wird in allen Weltzerstreuten Zelten Jakobs. An dem neunten Tag des Monats Der geheißen Ab, dem Iahrstag Von Jerusalems Zerstörung Durch den Titus Vespastanus. (Heine.) Die Stimme. Es war einmal an der großen Straße zwischen Jerusalem und Schechem ein altes halbzerfallenes Haus, das war zur Zeit der Verwüstung Jerusalems zerstört worden. Seine Mauern hatten noch standgehalten, aber sie waren geborsten und abgebröckelt und drohten einzustürzen. Eines Tages wanöerte Rabbi Jose auf dieser Straße und ging in dieses Haus, um dort zu beten, denn die Zeit der Tefillas Mincho war gekommen. Als er mit dem Gren fertig war und wieder aus dem Hause trat, fand er den Propheten Elia vor dem Eingänge stehen. Elia Hanowi schien auf ihn gewartet zu haben und begrüßte den Rabbi freundlich: „Friede mit dir, Rabbi!" Rabbi Jose erwiderte: „Friede mit dir, mein Rabbi und mein Lehrer!" Da sprach der Prophet: „Ich sah dich in dieses alte Haus gehen und bewahrte den Eingang, daß die Mauern dich nicht begraben sollten. Aber sage, mein Sohn, warum betratst du das verwüstete Haus? Du darfst dich doch der Gefahr nicht aussetzen, in ein solches Gebäude zu gehen, dessen morsche Mauern so leicht einstürzen können. Wenn du beten wolltest, konntest du ja dies auch auf dem Wege tun!" „Ich wollte nicht auf dem Wege beten," erwiderte Rabbi Jose, „es gehen^hier so viele Leute hin und her, die hätten mich leicht irre machen können." „Dann hättest du eine kürzere Tefilloh oren sollen," antwortete Elia Hanowi. „Aber nun warst du ja in dem Hause, das sonst niemand betritt, nun sag an, was du darinnen gehört hast." „Ich hörte eine Stimme von oben," sagte Rabbi Jose, „die sprach: „Wehe, daß ich mein Haus verwüstete! Weh, daß ich meinen Palast verbrannte, weh, daß ich meine Kinder in das Golus gehen lassen muß unter fremde Völker!" Da sprach Elia Hanowi: „Du hast recht gehört, mein Sohn; aber eben ist die Stimme wieder verstummt; sie schreit nur zur Zeit, wenn das Volk Iisroel in Schul steht und ruft: Omen, es sei sein großer Rame gelobt! Zu dieser Zeit schüttelt der Heilige, gelobt sei Cr, oben im Himmel sein Haupt und spricht: Wohl dem König, den man lobt in seinem eigenen Hause. Und wehe dem Vater, dessen Kinder ins Golus vertrieben wurden unter andere Völker. Und wehe den Kindern, die da vertrieben sind vom Tische ihres Vaters!" Und mit diesen Worten verschwand der Propbet Elia. (Talmud, Tr. Berochaus.) Der arme Elias. Elias war ein armer kränklicher Jude, der mit seinem Karren von Dorf zu Dorf, von Stadt zu Stadt fuhr. Er versuchte sich sein Geld zu verdienen, indem er Zwirn, Nadeln, Knöpfe usw. verkaufte. In vielen Häusern wurde er unfreundlich abgewiesen, in manchen kaufte man ihm etwas ab, aber meistens zog er vergeblich durch die Straßen. Eines Tages kam er in ein kleines Dörfchen. Es hieß Hainsbach. Als er auf die Dorfstraße kam, liefen die Kinder hinter ihm her, zupften ihn am Rock und riefen: „Ein Jud', ein Jud', seht mal ein Jude!" Der arme Elias wußte nicht, was er machen sollte, als ein Junge namens Heinz, von ungefähr 12 Jahren herangelaufen kam, und rief: „Mein Vater hat vom Fenster aus gesehen, wie ihr den armen Mann belästigt habt. Und er läßt euch sagen, wer ihn noch mal anfaßt, bekäme es mit ihm zu tun. „Und Sie," wendete er sich an Elias, „sollen jetzt mit mir nach Hause gehen, mein Vater will Sie sprechen." Elias war sehr erstaunt, und erfreut ging er mit. Heinzens Vater sprach lange mit ihm. Heinz wartete ungeduldig an der Türe. Endlich wurde seine Neugierde befriedigt. Der Vater eröffnete ihm, daß Elias bei ihnen bleiben dürfe, er wolle von jetzt ab für ihn sorgen. Der arme Elias verbrachte noch viele Jahre bei den freundlichen Leuten. Und als er verschied, waren alle sehr traurig, denn er hatte ihnen nur Dankbarkeit und Gutes erwiesen. Elementine Eisemann. Die Auflösung des hebr. Rätsels. Das Wort heißt Richtige Lösungen sandten ein: I. H. Tempelhof, Köln; A. Davidsohn, Rastenburg; Otto Lichtenstein, Mayen; Abraham Weichselbaum, Frankfurt a. M.; Karl und Marianne Rosenthal, Berlin; David Wilder, Dresden (der alle Kindereckenleser herzlich grüßen läßt); Hermann Tayer, Frankfurt a. M. Dieses Mal gibt es kein neues Rätsel, dafür eine Aufgabe die Ihr aber ganz allein lösen sollt. Ihr wißt doch, daß man im Hebräischen viele Abkürzungen gebraucht. Wer weiß, was die folgenden, bunt durcheinander gewürfelten Abkürzungen bedeuten? (Aber nicht helfen lassen!) 1) 6) 2) n"2 7) 3) 8) Q'HSS 4) 'Wl 9) ->"8 5) 2"' 10) Erp i

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