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Der Israelit · 1932-07-28 · Heft 31 (28.7.1932) · page 8

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Journal
Der Israelit
Volume
73 (1932)
Issue
Heft 31 (28.7.1932)
Date
1932-07-28
Page
– (sequence 8)
Language
German
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der polnischen Linken gegenüber der Regierung machten ihre alten Trabanten Grünbaum und Genossen, mit besonderem Eifer mit.' Aber Pilsudski und die Sozia listen gingen rasch auseinander, und im Nu wechselten auch die Warschauer Zionistenführer ihre Gesinnung Auch ihnen ward das Mai-Regime zu wenig demokra tisch, als daß es noch ihre Unterstützung verdienen sollte Sie begannen also das im Anfang noch nicht so bittere Brot der Opposition zu kauen. Es schmeckte ihnen scheinbar ganz gut, ist aber mit der Zeit recht verdrieß lich geworden. Jetzt ist es schon unverdaulich, aber sie kauen es der Konsequenz wegen doch in einem fort . . Und die neutralen galizischen Zionisten, die bei allen wesentlichen Abstimmungen sich absentierten und dabei gar fleißig das Sejm-Buffet besuchen? Sie orientierten sich schnell, noch vor den Wahlen im Jahre 1928, daß Opposition zu führen kein leichtes Handwerk ist, trenn ten sich also von dem der Regierung trotzenden Minori tätenblock ab und begannen eine opportunistische Po litik zu führen.-Der frühverstorbene Dr. Leon Reich war übrigens ein ausgezeichneter Politiker und konnte es mit seinem guten jüdischen Gewissen und gesunden Verstand nicht vereinen, daß er das Mai-Regime be kämpfen sollte. Leider erbten seine Nachfolger nur seine Stellung und nicht seine Geistesvorzüge. Deswegen wan deln sie im Schatten seiner Größe und irren oft auf dem mit Steinen und Dörnern belegten Pfade der Par lamentspolitik herum. . Jsak Lewin. Rumänien. Daendgültige Resultat der Aammerwahlen in Rumänien. B u k a r e st, 23. Juli. Das endgültige Ergebnis der am 17. Juli vorgenommenen Wahlen in die rumänische Kammer stellt sich nach den soeben veröffentlichten endgültigen Berechnungen des Innenministeriums folgendermaßen dar: Es wurden insgesamt 2,981,453 Stimmen abgegeben, von denen 1,203,458 oder 44,371 Proz. den Nationalzaranisten (Regierungspartei), 401,931 oder 14,819 Proz. den Liberalen, 195,129 oder 6,545 Proz. den „Georgisten" (Liberalen unter Georg Bratianu) zufielen. An fünfter Stelle stehen die Cuzisten mit 159,080 Stimmen (5,86 Proz.) und 11 Abgeordneten. Die Eiserne Garde Corneliu Eelea Codreanus erhielt 70,889 Stimmen (2,613 Proz.) und 5 Deputierte. Die Jüdische Partei (Jüdische Reichsliste) erhielt insgesamt 66,308 Stimmen (2,44 Proz.). Bei der Berechnung des prozentuellen Anteils der Jüdischen Partei an den in einzelnen Wahlkreisen abgegebenen Stimmen haben sich gegenüber den ersten inoffiziellen Kalkulationen kleine Verschiebungen ergeben. Demzufolge wird die Jüdische Partei neben den sicheren Mandaten in Marmorosch, Czernöwitz und Chotin nicht, wie ursprünglich berechnet, in Belz und Storojenetz, sondern in Soroca und Radautz Mandate erhalte.:. Gewählt erscheinen neben Dr. Fischer, Dr. Mayer Ebner und Michael Landau, in Soroca Adv. Misu Weißmann und in Radautz der bisherige Deputierte Dr. Manfred Reifer. Auf den Listen anderer Parteien wurden folgende Juden gewählt: Nandor Hegedus, Mitglied der Jewish Agency, auf der Liste der magyarischen Partei Kolomon Rosenberg - Kischineff, (Nationalzaranist), Aureliu Weiß, Präsident der Loge „Nova Fraternitate" in Bukarest (Nationalzaranist) und Lotar Radaceanu-Czernowitz (Sozialdemokrat). In den Senat werden auf Grund des Ergebnisses der am 20. Juli durchgeführten Wahlen neben dem dem Senat als Virilist angehörenden Vertreter des jüdischen Kultus Dr. I. Niemirower, Oberrabbiner von Altrumänien folgende jüdische Vertreter einziehen: Moise Zipstein-Tighina (Nationalzaranist) und Emil D. Fagurs, Redakteur der Bukarester Abendzeitung „Lupta" und Mitglied der Jewish Agency, ebenfalls als Angehöriger der nationalzaraniftischen Regierungsmehrheit. Als Vertreter der Moldauer Handelskammern wird entweder Generaldirektor W. Dinermann oder Großindustrieller Many Fildermann-Vacau fungieren. Früher bereits wurde, wie schon gemeldet, der bisherige Senator Großindustrieller Max Auschnitt, der in der zweiten Galatzer Jndustriesektion ohne Gegner kandidierte, zum Senator proklamiert. - Palästina. Handel und Industrie in Palästina. Jerusalem, 11. Juli. Die Jaffaer Handelskammer, die sich in Zukunft Handelskammer Jaffa-Tel-Awiw nennen wird, hat vor kur-' zem ihre Jahresversammlung abgehalten, in der ihr Vorsitzender, der Direktor der Anglo Palestine Bank, Hoofien, die wirtschaftlichen Ereignisse des Berichtsjahres besprach. Bei allem Optimismus hat er sich einer großen Zurückhaltung befleißigt und insbesondere darauf hingewiesen, daß, wenn England die palästinensischen Orangen wirklich mit einem Einfuhrzoll belegt, dies der Entwicklung der Cytrus-Jndustrie Abbruch tun würde. Diese Angelegenheit werde auf der britischen Reichskonferenz in Ottawa zur Behandlung kommen. In den vergangenen sechs Monaten hat sich die wirtschaftliche Lage Palästinas weiter gebessert. Hierzu hat neben den guten für Orangen in der letzten Saison erzielten Preisen der Zufluß ausländischen Kapitals und der über Erwarten günstige Ausfall der Getreideernte in verschiedenen Teilen des Landes beigetragen, die dank der neuen Schutzzölle für Getreide auf in inländischen Märkten zu günstigen Preisen Absatz finden wird. Auch die lokalen Industrien haben trotz der Weltkrise sowohl für den heimischen Bedarf wie für den Export ihre Produkte in erhöhtem Umfange abzusetzen vermocht und die Zahl ihrer Arbeitskräfte steigern können. Die im Zusammenhang mit der jüdischen Einwanderung in den letzten Jahren in Palästina entstandenen Industrien haben sich vielfach in der letzten Zeit so entwickelt, daß re mit ihren Erzeugnissen an Stelle der bisherigen Einuhr treten konnten. So hat die Einfuhr von Eisschränken aus dem Ausland aufgehört, da in Tel-Awiw sich vier Werkstätten mit der Herstellung von Eisschränken beschäftigen. Tel-Awiw hat auch durch die Cold Storage u. Suppley Co. große und moderne Kühlräume erhalten. Auch die für die Kühlräume und Eisschränke erforderlichen Korkwände werden in einer neuen Korkfabrik in Tel-Awiw hergestellt. Die Einfuhr von Biskuits nach Palästina ist von Lft. 20.000 auf etwa 5000 Pfund zurückgegangen, da alle billigeren Sorten jetzt hier hergetellt.und im letzten Jahre sogar für 3000 Pfund in die umliegenden Länder ausgeführt werden. Eine Strumpf- und Strickwarenfabrik in Tel-Awiw beschäftigt heute 175 Arbeiter und stellt monatlich etwa 10 000 Dutzend Strümpfe her, von denen etwa zwei Fünftel im Inland und der Rest in den Nachbarländern, insbesondere in Syrien, verkauft werden. Der Erfolg der Levante-Messe hat zum Beschluß ihrer Wiederholung im Jahre 1934 geführt. Aus den Kreisen der diesjährigen Aussteller liegen bereits Zusagen stir Beteiligung in erweitertem Umfange vor. Die Einnahmen der Regierung an Zöllen und Verbrauchssteuern haben sich von 1.234.000 Pfund im Jahre 1930 auf 1.170.000 Pfund im Jahre 1931 vermindert. Dieser Rückgang ist durch das Sinken des Einfuhrwertes infolge des allgemeinen Preissturzes verursacht, während die Warenmenge einigermaßen stabil geblieben ist. Der Wert der Gesamteinfuhr Palästinas hat sich für 1931 auf 5.940.000 Pfund gegen 6.985.000 Pfund für 1930 gestellt. Hiervon gingen 3.056.000 Pfund durch den Jaffaer und 2.085.000 Pfund durch den Haifear Hafen gegen 3.585.000 bezw. 2.401.000 Pfund im Vorjahre. Dem Tonnengehalt nach entfielen hiervon auf Jaffa .044.000 und auf Haifa 764.000. Unter den anläßlich der Generalversammlung zur Annahme gelangten Resolutionen ist die über den mangelnden Ausgleich in den palästinensisch-russischen Handelsbeziehungen besonders bemerkenswert. Das Komitee 'ür Handel und Industrie wird darin aufgefordert, diese Frage unter dem Gesichtspunkt zu studieren, wie eine Gegenseitigkeit zu schaffen ist. Die Woche. Jüdische Auswandererberalung in Frankfurt a. M. Der Herr Reichsminister des Innern hat im Einvernehmen mit dem Auswärtigen Amt 'die jüdische Auswandererberatung Frankfurt a. M. mit dem Geltungsbereich für Hessen, Hessen-Nassau, Pfalz und Rheinprovinz, als gemeinnützig anerkannt. Die Leitung liegt in den Händen von Herrn Alex Benjamin, Frankfurt a. M. — Sprechstunden sind wochentags von 9—12 Uhr Frankfurt a. M., Langeftr. 30. Bei Beratungen von auswärts schriftliche Voranmeldung erwünscht. Vorsicht beim Sauf von Oel. Man schreibt uns: Man kann aus reiner Gedankenlosigkeit gegen das Kaschrusgesetz verstoßen. Wer aufmerksam die Zeitung liest, wird aus den amtlichen Statistiken über die Einfuhr von Rohmaterial für die Oel-Raffinerien ersehen, welch großer Anteil auf verbotene (trefene) Produkte entfällt. Z. B. las man im 2. Morgenblatt der Frankfurter Zeitung vom 13. 12. 31, daß ein bedeutender Teil der Einfuhr von Rohmaterial aus Tranöl (Walfischöl) besteht. Die modernen Methoden der Verarbeitung bringen es fertig, daß diese Herkunft nicht erkenntlich ist. Man soll also nicht, wie vielleicht bisher, sein Gewissen weiter damit beschwichtigen, daß man Oel überall kaufen kann, um so mehr, als man heute auch ganz enorm billig gutes Oel unter ritueller Aufsicht erhalten kann. Sie brauchen nicht umziehen, denn auch in Ihrer jetzigen Wohnung können Sie es sich gemütlich machen! 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Posen — nachmittags 3/4 Stunde vor Mincho im Vereinslokal Mikro, Herr- Dr. W. Hofmann. — 4 Uhr (ebenso Sonntag 8.30 Uhr vorm.) im Vereinslokal Gemoro. Herr I. Soffer. Montag (auch Donnerstag) nach Schul: Mischna Mitgliederlernen. — abends 7 Uhr (auch Mittwoch) Gemoro Herr Rabbiner Dr. Jos. Breuer. — abends 8.15 Uhr. (auch Donnerstag) Gemoro Herr Dr. E. Posen Dienstag (auch Freitag) nach Schul: Mischna. Herr Dr. E. Posen. Von Montag bis Freitag morgens nach Schul im Sitzungszimmer Gemoro. Herr Dr. S. Ehrmann. Sonntag, Dienstag und Mittwoch abends 8.15 Uhr, im Vereinslokal Schaßlernen. Herr Herz Halpern. Jahrzeitsstiftungen. Sonntag, 31. Juli: Josef Grünblatt-Stiftung. Montag, 1. August: Jettchen Stern geb. Stern-Stiftung. Donnerstag, 4. August: Moritz Lewin-Stiftung. Donnerstag, 4. August: Ludwig Zinkes-Stiftung. Freitag, 5. August: Gertrud Mofes-Stiftung. Freitag, 5. August: Julius Hirsch-Stiftung. Gebetzeiten. 'zw» rm» mw Freitag abend 7.30 Samstag naatpn 6.30 Samstag ntorg. 7.45 Samstag nachm. 1.00 u. 5.00 Samstag abend 9.10 Wochengottesdienst: Morgens 6.15 Nachmittags 7.15 Tefillin-Legen am Morgen 3.30 Wochenkalender. vom 38. Juli - 8. Aug. 1838 rom 36. Tammus - 4. Ab 5888 ’ttl’ rp noio Samstag Juli 30 26 a Sonntag 31 27 n Montag Aug. 1 28 n Dienstag 2 29 i Mittwoch 3 28 1 7 Donnerstag 4 2 N Freitag 5 3 v Samstag 6 4 ' VINN P2N2» 'Vvd rvtoB Mittwoch früh 6 Uhr 18y,s Min. VNN V82 P7N N2V 0*22*7

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