Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 73 (1932)
- Issue
- Heft 31 (28.7.1932)
- Date
- 1932-07-28
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
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28.- Juli 1932 Der Israelit Nr. 31 Seite 7 nis seiner ehrlichen Absichten abzulegen im Stande wären: das jüdische Gemeindegesetz ist vereinheitlicht und demokratisiert worden, die sogenannten zarischen Rechtsbegrenzungen wurden im Wege eines Gesetzes abgeschafft, die antisemitischen Exzesse an den Universitäten sind energisch unterdrückt worden. Konnte man in Polen bei den gegebenen Verhältnissen unter einem anderen Regime mehr und in einem schnelleren Tempo erwarten? Wohl sind die wirtschaftlichen Lebensbedingungen drückend, fast unerträglich. Aber sind sie es heute dank einem spezifisch-antisemitischen Regierungskurs, oder sind sie es vielmehr nicht dank der fatalen Weltkonjunktur, die Agrarländer wie Polen besonders hart getroffen hat? Eine'lange Reihe von jüdischen Postulaten ist noch unerfüllt. Das Gesetz über die Zwangssonntag sr u h t, das dem Judentum schon unzählige Opfer abverlangt hat, besteht leider noch zu Recht. Das jüdische Schulwesen z. B. wird von Staatsgeldern nicht subventioniert und bricht zusammen. Aber es wäre falsch, daraus den Schluß zu ziehen, daß das polnische Judentum dem gegenwärtigen polnischen Regime feindlich gegenüberstehe. Würde heute eine Volksabstimmung in der polnischen Judenschaft durchgeführt werden, ob das gegenwärtige Regime den früheren rechten oder linken Regierungen vorzuziehen sei, eine ganz überwältigende Mehrheit des jüdischen Volkes hätte für Pilfudski votiert. Was sind also i He Ursachen der taktischen Diffe-> renzen der jüdischen Parlamentsrepräsentanz? Bemerkt muß werden, daß bei der Abstimmung über das Staatsbudget, die-vor Schluß der letzten parlamentarischen Session stattgefunden hat, die jüdischen Deputierten sich in drei Gruppen , teilten: der orthodoxe Abgeordnete der Hauptstadt Warschau und die 4 Mitglieder des Regierungsblocks stimmten für das Budget, die 2 kongreßpolnischen Zionisten stimmten gegen dasselbe und die 6 galizischen Zionisten haben sich der Abstimmung überhaupt entzogen. Dieser große Unterschied ist aber nicht auf die Verschiedenheit der Stimmungen in der jüdischen Bevölkerung zurückzuführen. Er wurzelt vielmehr in den Charakterzügen der einzelnen Parlamentsgruppen selbst. Wenn die agudistischen Abgeordneten und die mit ihnen verbündeten Vertreter der jüdischen Wirtschaftsorganisationen offen für die gegenwärtige Prystor-Regierung sich erklärten, so ist das eine Konsequenz ihrer einmal vor fünf Jahren eingeschlagenen Richtung. Sie gehen von der Ueberzeugung aus, daß ein besseres Regime für die polnische Judenschaft, als das gegenwärtige, vorläufig nicht denkbar ist. In logischer Folge soll es durch die jüdischen Parlamentarier offen gestützt werden, ohne natürlich darauf zu verzichten, daß bei jeder Gelegenheit die jüdischen Postulats der Oeffentlichkeit von der Sejm-Tribüne vorgeführt werden. Von den zwei oppositionellen Zionisten ließe sich schwerlich sagen, daß sie im Einklang sogar mit ihrer eigenen Wählermasse gehandelt haben. Sie würden vielleicht ebenfalls auf die Konsequenz Hinweisen können, mit der sie seit langer Zeit der Regierung das Vertrauen versagen. Aber merkwürdigerweise war unmittelbar nach dem Maiumsturz grade I. Grünbaum derjenige, der sich ganz ungestüm auf die Seite der Umsturzregierung stellte. Sollte er sich nun damals geirrt haben? Oder wäre es doch ein Mangel an Konsequenz? In der Wirklichkeit liegt die Ursache in der Stellung der polnischen linken Gruppen. Als Pilfudski die rechtsorientierte Witos-Regierung im Mai 1926 aus dem Sattel hob, wurde dies von den Sozialdemokraten und den radikalen Bauern wärmstens begrüßt. Sie sahen im Feuer der Revolution das Morgenrot ihrer eigenen Herrschaft aufgehen und ergingen sich daher im Sejm in Lobhymnen auf den siegreichen Führer. Und all die mehr oder minder graziösen Knickse und Verbeugungen WANZEN und deren Brut werden totsicher vernichtet durch das Radikalmittel W anzen-Erlösung macht keine Flecken auf Stoffe und Tapeten, ist ungiftig, riecht angenehm Ltr. 4.30 '/- Ltr. L.55 '/, Fl. 1.50 ‘/« Fl. 0.75 Nur zu haben bei: gegenüber dem Rathaus ST AND ARD-WERKE der falmudisch-rabbin. Literatur *rnn talm.Realrvörterbuch v.JizchakLamperonti, pns m j n Bde, komplett, ri-R (sehr selten) M 300.- Ü"3Q"1 gr. Ausg. m.Komment., Berditschew, 4 Ldbd. 25.- „ „ „ „ Berlin. 4 Hlbldbd ^40.- ar. Lemberger Ausgabe mit allen l1'" jn?w nya i« Kommentaren. 7 Hlbldbd.^ 160.- Ü'llv beste Ausgabe. Königsberg, 7 Lederbde. 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