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Der Israelit · 1932-07-21 · Heft 30 (21.7.1932) · page 10

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Journal
Der Israelit
Volume
73 (1932)
Issue
Heft 30 (21.7.1932)
Date
1932-07-21
Page
– (sequence 10)
Language
German
Belongs to
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Seite 10 Nr. BO Der Israelit 21. Juli 1932 man den Verstorbenen ernst oder gar traurig, immer war er guter Laune. Ein unbesiegbarer, beneidenswerter > Humor half ihm auch über schwere Tage hinweg, und j gar manchen hat sein ausgeglichenes heiteres Wesen aufj gerichtet. I Ein wahrhaft jüdisches Haus, in dem Gastfreundschaft! in großen Lettern zum Willkommen einlud, war das \ Haus Eisenmann. Wie mancher junge Mann, der fremd j und verlassen in unsere Stadt kam, hat dort einen weihevollen Freitagabend oder gar einen festlichen Jomtow verbracht! Nicht nur in Basel war Levi Eisenmann geehrt und beliebt, sein Ansehen ging weit über unsere Stadt hinaus; amtete er doch seit vielen Jahrzehnten als M o h e l, und zwar in der uneigennützigsten Weise. Weder von Arm noch Reich nahm er dafür eine Entschädigung an. Welch große Genugtuung ist es für den Verblichenen, daß er seinen ältesten Sohn in dieses Amt einführte und in ihm seinen Nachfolger sehen konnte! Es ist wohl nicht zu viel gesagt, zu betonen, daß Levi Eisenmann der bekannteste und auch weitaus beliebteste Jude in der Schweiz war. Wer von ihm sprach, tat es mit großer Verehrung und Hochachtung, und wenn man von einem wahrhaft frommen Manne im vollen Sinne des Wortes reden wollte, so wurde sein Name genannt. Die unter außergewöhnlich großer Beteiligung stattgefundene Beerdigung legte Zeugnis ab von der großen Beliebtheit des Verstorbenen. Von Grabreden mußte auf Wunsch des Heimgegangenen Abstand genommen werden. Dem -np wurde eine min nso. beigelegt, was zum ersten Male in Basel geschah und einen großen Eindruck hinterließ. (Weitere Personalien siehe Seite 15.) Wochenkalender vom 23. — 30. Juli 1932 om 19. — 26. Tammus 5692 ’»V ep 8HV> Samstag Juli 23 nun 19 XS Sonntag 24 20 12 Montag 25 21 ns Dienstag 26 22 13 Mittwoch 27 23 TD Donnerstag 28 24 ns Freitag 29 25 0310 2 Vinn •pmaö 'vvd niun Samstag 30 26 3 Mittwoch früh 6 Uhr 187,8 Min. Familiennachrichten. Verlobte: Erna Worms, Karlstadt a. Main, mit Max Strauß, Griesheim b. Darmstadt. Briefkasten. A. K. in München. 26. August 1856 gleich 12. i-i^u. S. Drechsler, Wien. Wir bitten um Angabe Ihrer neuen Adresse, da Zuschriften an Sie, als unbestellbar zurückkommen. Die Woche. Ausspracheabend über die politische Hage. Auf Veranlassung der Frankfurter Ortsgruppe des „Zentralvereins deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens" fand am 4. Juli in der Frankfurt-Loge ein stark besuchter Ausspracheabend über das Thema: „Was erfordert die politische Lage von uns?" statt, zu welchem die jüdischen Jugendverbände Frankfurts eingeladen waren. Der sozialdemokratische Abgeordnete Dr. Miere n d o r f f, Darmstadt schilderte als erster Referent die in Hessen begonnene und dort als erfolgreich erwiesene neuartige Form der Propaganda gegenüber dem Nationalsozialismus. Er forderte zur Unterstützung der Eisernen Front auf. Als zweiter Referent sprach Herr Dr. S. Ehr-! mann über die speziellen Aufgaben, die sich nach innen für die jüdische Gesamtheit aus der politischen Lage ergeben. Die Unterstützung der nicht-antisemitischen Parteien im Wahlkampf und bei der Reichstagswahl ist eine Selbstverständlichkeit. Darüber hinaus aber sei es vor allem wichtig, sich darüber klar zu werden, daß nur ein relativ geringer Prozentsatz der deutschen Juden soviel Kenntnis des Judentums besitzt, um einerseits selber gegenüber den Angriffen gegen den ethischen Gehalt des Judentums wirksam auftreten zu können und andrerseits sich mit jenem Selbstvertrauen und der Gewißheit des endgültigen Siege? von Wahrheit und Recht wappnen zu können, welche unbedingt notwendig sind, um das seelische Gleichgewicht zu bewahren. Der Redner forderte daher auf, daß sich besonders die Jugend in ganz anderem Maße als bisher durch Kenntnis des Judentums an Hand seiner Quellenschriften wappne und dadurch eine neue Generation dem C. V. erzogen wird, die in der Lage sein wird, diejenigen Werte des Judentums sich selber zu gewinnen, die kein Antisemitismus zu rauben vermag. Nicht nur in den großen Gemeinden, sondern auch in den kleineren Landgemeinden gilt es, systematisch jenen Schutzwall wieder zu schaffen, den unsere Ahnen einstens zur Zeit der mittelalterlichen Judenverfolgung hatten, da sie wußten, wofür sie litten und unter dem Begriff Judesein mehr verstanden, als eine bloße Schicksalsgemeinschaft. Die lebhafte Diskussion, an welcher Vertreter verschiedener Richtungen zu Worte kamen, gab dem zweiten Referenten — der erste mußte frühzeitig die Versammlung verlassen — Gelegenheit, in sichtlich eindrucksvoller Weife die von zionistischer und kommunistischer Seite erhobenen Einwände gegen das Primat des religiösen Momentes bei der Selbsterziehung der Juaend zu entkräften, Für die Ieschiwo in Slonim. In Frankfurt weilt zur Zeit Herr Rabbiner Lassa n s k i im Auftrag der Slonimer Thorahochschule, die seit einem Jahrhundert von den hervorraaendsten Koryphäen des litauischen Judentums geleitet worden ist und die heute zu den größten Jeschiwos Polens zählt. Es besuchen die Anstalt mehr als 200 Thorajünger. Hoffentlich wird Herr Rabbiner Lassanski auch in unserer Stadt trotz der Vielfältigkeit der Ansprüche und der Schwere der Zeit ein geneigtes Ohr finden. Mädchenklub. Der Mädchenklub hielt am 6. Juli seine 30. Generalversammlung ab. Die Vorsitzende, Frau Irene Darmstädter, wies in den einleitenden Worten darauf hin, wie aus der Zeitlage heraus man es ermöglichen muß, das Leben der Jugendlichen zu bereichern, fei es durch körperliche Ertüchtigung, fei es durch Erweiterung und Vertiefung der Allgemeinbildung. Im Vordergrund stehe aber die Entfaltung des Gemeinschaftssinnes, der im Mädchenklub besonders ausgeprägt fei und der auch mithilft, die Not der Zeit zu ertragen. Sodann erstattete Frl. Henny W a l l e r st e i n als Leiterin den Jahresbericht und den Bericht der Unterrichtskommission, aus denen hervorging, wieviel Anregung allabendlich den Mitgliedern in behaglichen Räumen geboten wird. Besonderen Anreiz bietet das einfache, billige Abendessen. Sodann gibt Frau euem C r amer den Kassenbericht. Frau Darmstädter dankt sowohl der Leiterin für die unermüdliche, verdienstvolle Hingabe, mit der sie Abend für Abend die Mitglieder betreut, als auck' der Kassiererin für die mühe- und verantwortungsvolle Arbeit und erteilte ihr Entlastung. Daran anschließend führte sie aus, wie sehr wünschenswert es wäre, weitere Kreise für diese segensreiche Arbeit zu interessieren. Sodann wurden die verschiedenen Anträge besprochen, und es erfolgte die Neuwahl, bezw. Wiederwahl des Vorstandes. Daran schloß sich auf Anregung von Frl. Pappenheim eine kurze Aussprache über das Thema „Formen sind keine Formen". Man ist oft geneigt, Dinge, die einem unbequem sind, abzustreifen und zu sagen: das sind bloß Formsachen. Aber es gibt oft Formen, die man einhalten muß, und über die man gar nicht so schnell hinweggehen kann. Beispiele aus dem täglichen Leben ergänzte die angeregte Diskussion. Mit warmen Worten der Anerkennung allen Helfern und Freunden schloß die Vorsitzende die Generalversammlung und gab dem Wunsche Ausdruck, daß der Mädchenklub auch weiterhin nach besten Kräften zum Wohle aller Mitglieder und des gesamten Judentums wirken möge! Unter Aufsicht Sr. Ehrw. Herrn IW mJ Provinz.-Rabbiner Dr. Cahn, Fulda |a Kochkäse mit Rahm u. Butter sterelisiert In Dosen von 1 Pfund sowie sänallldie anderen Käsesorlen A.Mantheim,r^s,?RrteS;ie'?ieoS6 BERTHOLD STRAUSS und FRAU Bertel geb. Wertheim zeigen die glückliche Geburt einer Tochter an Shw“?.S.T9 A‘ M‘ "P"? TammUS 5692 2. Zt. Rothschild’sches Hospital Von der Reise zurück > Dr. med. A. Sopp Facharzt für innere Krankheiten, bes : Magen-, Darm- und Zuckerkranke Eschersheimer Landstr. 8 — Te!. 54272 Sprechst. Dienstag.“, Do, nerstags, Samstags 12—1 täglich 4—6 außer Mittwoch Zu allen Krankenkassen zugelassen Dr. med. 8. H. Fuchs V. Nervenarzt Auf der Körnerwiese 5 12—1 Uhr und nach Verabredung. Telefon 52424. Vornehme jiid. Zeitschrift religiöser Richtung sucht geeignetes künstlerisch auf derHöhe stehendes No vellenmaferial Angebote unter F. W. 232 durch Rudolf Mosse, Berlin SW. Ivv. Möbeltransport | L.HOFMANN fanlrfiiiftiMrftdieBlieimj Gegr. 1904 Telefon 94038 KURHESSENSTRASSE 12 Stadtumzüge und Fern-Transporte nur durch langjährig geschultes Personal u. pers. Leitung Spez.: PIANO-, FLÜGELu. Kassenschrank-Transporte Zur 6vho(ung angenehm. Garlenaufenlhall Eigene Kellerei Wmcf Raimundstraße 24 ilw» lÄli Straßenbahnlinie 34 Die freie Bezirksrabbinerstelle Burgpreppach mit dem Sitz i« Burgpreppach ist per 1. Oktober zu besetzen. Es wird ein jüngerer, streng konservativer, akademisch gebildeter Rabbiner gesucht, der außer seiner Rabbtnerfunktton auch der Leitung der Bürger- und Handelsschule, Talmud-Tora bevorzuftehen hat. Die Anstellung erfolgt gemäß der Beamten- und Besoldungsordnung des Verbandes Bayerischer Israelitischer Gemeinden. Bewerbungen stnd bis zum 7. August zu richten an Bezirksrabbinatsausfchutz zu Händen des Herrn Abraham Adler, Burgpreppach. Infolge Berufung eines unserer Lehrer in den Staatsdienst ist zum Oktober oder früher an der hiesigen Israelitischen Volksschule eine Lehrerstelle (evtl, auch Akademiker) zu besetzen. Thoratreue Lehrkräfte mit guter Bewährung auch in techntschen Fächern wollen sich sofort mit Angabe von Referenz, u. Zeugnisabschrift, wenden an die Administration der Israel. Schule. Halberstadl. Für die hohen Feiertage empfielt sich guter Chasen (auch Prediger) Ang. unt. 3869c an die Erp. Tüchtiges streng religiöses Mädchen für in die Schweiz gesucht. Off. uni. 3881c an die Erp. Ls ist ausschließlich Sache der Leser, die im 3nserakenteil enthaltenen Empfehlungen ritueller Waren oder sonstige Angaben religionsgesehlichen Lharakterr auf ihre Zuverlässigkeit zu prüfen. Orthodor. Rabbiner nimmt Ferienkinder mit in Wald-Kuraiifentlialt (Hunsrück) Tägl.Schiurim.ev.Nachhilfe Off. unt. 3874c an die Erv. Rasierpulver »Ephraim« Kg 1.50 Porto erlra „Kosmetica" Franks. a.M,Herderstr.83p. 2Zimmer leer oder möbl., evtl, mit rit. Pension zu vermieten. Herderstratze 4, 1. Welches junge Mädel beteiligt DnAinur ab ca. 10.8 sich an nalllvbl (2-3 Woch.) mit 20jähr. Studentin von Frankfurt a. M. aus. Unkosten ca. 12 JL pro Woche. Ang. unt. 3878c an die Erp. fe Gelegenheitskäufe ® Hirsch gef. Schriften 2. 3. i, ä M 8.25 ♦ dto. 1.5.6. vrrgr. ä ^10.- ♦ Hirsch Pentateuch wie neu 35.- ♦ Wtln. o~6r hlb.^eiW.- ♦ Königsberger d’*viö>7 Ledb.^// 96.- * v"v,7 Lederb., Balaban. Buchh. S. W. Waldmann Ffm., Ostendstraße 5 Hofmann & Komm Sanitäre Anlagen G. m. b. H. 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