Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 73 (1932)
- Issue
- Heft 30 (21.7.1932)
- Date
- 1932-07-21
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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i 1932 Strenge, ittlichen andelns cfc zu cht. t t auf ßt u„ö Deutung » daher n einer Denker- >lgt.) 21. Juli 1932 Der Israelit Nr. 30 Seite 3 yfe t -Logen Marke: if eilos, Regielß den- ' Hitler werben ßruppt enwär-;n nnb : hcrrt Prä' te und anordäsident s Sieg rschob, zu erunverd der Regie- : wer- Aristo endlich hr ge o darf Wir schlecht sind. Die Abkömmlinge der Aristokratie und die mächtigen Industriebarone mögen die Juden nicht mehr lieben als es Hitler .tut, aber sie sind zivilisierte Maschen, stolz auf die deutsche Kultur, stolz auf ihr eigenes Prestige, stolz auf den deutschen Namen vor der Welt. Sie waren ja schließlich die herrschende Klasse auch in jener Periode des deutschen Lebens, während deren die deutschen Juden in ganz Europa um. ihre Stellung beneidet wurden. So ist nicht daran zu denken, daß diese Leute ihr Deutschland den Händen von Säbelraßlern ausliefern und selber von der Szene verschwinden werden. Cs steht für sie zuviel auf dem Spiele, als daß sie Deutschland dem Leiter einer Volksmenge überlasten könnten, über die sehr leicht jede Kontrolle verloren geht. Cisersüchtig auf den guten Namen Deutschlands und ihrer eigenen Stellung in der Geschichte bewußt ist es nicht wahrscheinlich, daß sie die Juden den Nazis ausliefern werden. Wan darf vermuten, daß, während die Regierungsmaschinerie an Hitler übergeht, die wirkliche Wacht beim Adel bleibt und dieser wird sie im Sinne des alten Konservativismus ausüben. Cr wird nicht gleichgültig Zusehen, daß Deutschland in ein pogromland verwandelt wird." Soweit' das amerikanische Blatt. Daß die Reichstagswahlen Hitler eine absolute Wehrheit bringen werden, scheint uns heute, nach der Entwicklung der Dinge in Süööeutschlanö, unwahrscheinlicher als je; aber grade, wenn es zu Koalitionen des Nationalsozialismus mit anderen Parteien kommen sollte, gewinnen die von dem Bne Bris-Organ bervorgehobenen Gesichtspunkte eine nicht zu verkennende Bedeutung. Die Aerkifikalfrsge. Um die Verteilung der von der Palästina-Regierung zuletzt gewährten etwa 2000 Zertifikate für die Einwanderung mittelloser Ehaluzim ist in den zionistischen Reihen ein erbitterter Kampf entbrannt, der in manchen Ländern und insbesondere in polen zu weitreichenden, für die zionistische Organisation durchaus nicht bedeutungslosen innerpolitischen Auseinandersetzungen geführt hat. Cs ist an sich nicht unseres Amtes, zu diesen innerzionistischen Weinungsverschiedenheiten Stellung zu nehmen. Aber e i n Woment, das dabei zutage tritt, besitzt auch für die nichtzionistische Iudenheit, soweit sie ein brennendes religiöses Interesse an der Möglichkeit der Alijah hat, nicht geringe Bedeutung. Die Ursache jener Kämpfe liegt in der Verquickung von Parteiinteresse und vorgeschützter Sachlichkeit, die das Charakteristikum des gegenwärtig geltenden Zertifikat-Verteilungssystems bildet. Zertifikate sollen, nach dem willen der Mandatarmacht, und wie es aus dem Interesse der Sache heraus selbstverständlich wäre, diejenigen erhalten, die am besten qualifiziert sind, einerlei ob sie nun ihrer Gesinnung nach radikalen, gemäßigten oder gar konservativ - zionistischen' Anschauungen huldigen. In Wirklichkeit aber — so behaupten in den zionistischen Reihen ernsthafte und beachtenswerte Stimmen — werden lediglich diejenigen berücksichtigt, die in den Augen der herrschenden radikalen Arbeiterpartei Gnade finden, und in deren Parteibuch die besten Noten eingetragen sind. Die tiefere Ursache für diesen Wißstand — und hier beginnt das Allgemeininteresse, hier beginnt das Interesse vor allem der gänzlich ausgesperrten organisierten Orthodoxie — liegt darin, daß die angeblich n i ch t z i o n 1 st i s ch e, vielmehr parteilose öffentlich - rechtlich anerkannte Icwish A g e n c v als ausführende Organe lediglich die rein zionistischen palästina-Aemter in den einzelnen Ländern der Diaspora kennt. Jeder vourteilslose Kenner der Dinge wird sagen müssen, daß hier geradezu eine politische Ungeheuerlichkeit vorliegt, deren Weiterbestand von der Mandatarmacht nicht geduldet werden dürfte. Ganz abgesehen von dem Einspruch der organisierten Orthodoxie auf gleichberechtigte Anerkennung ihrer Ansprüche auf freie Einwanderung nach Erez Iisroel, müßte von der Agency verlangt werden, daß sie die Verteilung ihrer Zertifikate durch solche Unterorgane vornimmt, die nach d e in gleichen Prinzip gebildet werden, wie sie selbst, d. h. zur Hälfte aus Zionisten, zur Hälfte aus Nichtzionistcn. Solange das nicht geschieht, kann der von uns ohne weiteres vorausgesetzte gute Wille der Icwish Agency selbst, bei der Verteilung der Zertifikate unparteiisch vorzugehen, sich in der rauhen Welt der Tatsachen niemals auswirken. Wollte beispielsweise die Agency in Jerusalem der Agudas Iisroel auf Grund der von ihr vorgelegten Listen 100 oder 200 Zertifikate bewilligen, so würde die weitere Entwicklung mit tödlicher Sicherheit sich so gestalten, daß sämtliche agudistischen Bewerber von Seiten der zionistischen Erez Iisroel-Aemter in der Diaspora als „nicht qualifiziert" festgestellt werden. Niemand wird bezweifeln, daß die Erlebnisse, welche heute der Wisrachi und alle anderen der radikalen Arbeiterpartei mißliebigen Gruppen im Zionismus zu verzeichnen haben, sich im vervielfachten Waße wiederholen würden, wenn es sich gar um die gefürchteten Agudisten handelte. Wir glauben, daß die Dinge nachgerade weit genug gediehen sind, um die Wanöatarmacht selber zu einem Eingreifen im Sinne von Recht und Billigkeit zu veranlassen. Zigarren Wolf Zeil “WV Tel. Hansa 27930 Zur Frage des jüdischen Weltkongresses. Zu den großen weltumspannenden Organisationen, die sich gegen den Stephen Wise'schcn Weltkongreß erklären und die Teilnahme an der sogenannten Genfer Vorkonferenz ablehnen, ist jetzt auch die Alliance I s r a e l i t e Universelle in Paris getreten. Die Alliance hat beschlossen, der Einladung des American Icwish Eongreß kein e Folge zu lcistcn. Demgemäß wird auch die A n g l o I e w i s h Association ablehnen, ebenso wie voraussichtlich der B o a r d o f D e p u t i e s in London. Dagegen hat der englische B n e B r i s - O r d e n beschlossen, Vertreter zur Weltkonferenz nach Genf zu schicken. -„Iewish Ehronicle" erklärt diese Stellungnahme damit, daß der Orden Bne Bris zwar auf dem Gebiete der Wohltätigkeit gewaltige Verdienste habe, daß seine Führer aber von politischen Dingen nichts verständen und ihnen daher auch die Urteilskraft abgeht, um zu dem hier in Betracht kommenden schwerwiegenden Problem Stellung zu nehmen. Interessant ist der Beschluß, best die Repräsentantenversammlung der größten jüdischen Gemeinde des Kontinents, Warschau, zu dieser Frage gefaßt hat. Die zionistische Fraktion beantragte sofort, Delegierte zu entsenden und sie mit der positiven Instruktion zu versehen, daß die Delegierten in Genf für den jüdischen Weltkongreß zu stimmen und sich ferner dafür einzusetzen hätten, daß der Kongreß sich auch mit Palästina als dem Zentrum jüdischen Lebens befassen solle. Die agudistische Fraktion in der Repräsentanz steht dem Weltkongreß und der Konferenz im Einklang mit dem Beschluß der Agudas Iisroel-Erekutive natürlich völlig ablehnend gegenüber; da sie aber allein nicht die Wehrheit in der Repräsentanz besitzt und die parteilosen und mit der Agudo sonst verbündeten Gruppen.auf die der Konferenz zum Teil günstige Stimmung der breiten Waffen Rücksicht nehmen wollten, so mußte sich die Agudo zu einem Kompromißantrag entschließen. Cs wurde beschlossen, den Präsidenten der Gemeinde, Herrn Wazur, zu i n f o rm a t i v e n Zwecken als einzigen Delegierten nach Genf zu entsenden. „Iewish Ehronicle" nimmt in einem erneuten scharfen Leitartikel gegen die unglückselige Idee Stellung und faßt die Argumente, die dagegen sprechen, und die an dieser Stelle oft genug entwickelt worden sind, nochmals in eindrucksvoller Weise zusammen. jedem im zu Kelches m wir ls auch wn gevarum e Antbeherpfinöef et und echeud, m, uni in wir e nach i o erkomme Freiheit lilleto» Schach' rer 2. SBerlofl Druck' •(20, 12 13*703) Versuch einer Deutung. Von Dr. M. Ascher in Ber-les-Vains. (Fortsetzung.) Eine kleine Orientierung möge gegeben werden: Man hat nämlich viel sinnloses Zeug für und gegen die Wünschelrute zusammengereimt. Den ganzen Wust des Aberglaubens, welcher sich seit alter Zeit um die Wünschelrute rankte, hat man den „modernen Erben" derselben aufgebürdet. Die meisten Gegner sind gar nicht auf die Sache selbst eingegangen. Es möge genügen, daß sehr bedeutende Professoren, Ingenieure, Berg- und Wasserbaufachleute, auch der bedeutendste Geologe der Schweiz, Pros. Dr. Alb. Heim, sich für die Wünschelrute ausgesprochen haben und die Zahl der Gegner immer kleiner wird. Durch die Wünschelrute sind schon sehr viele Wasseradern gefunden worden. Alle Staaten, die Kolonien besitzen, schicken Rutengänger nach jenen Gegenden, wo katastrophaler Wassermangel herrscht. De Tätigkeit geschickter Rutengänger wurde für weite Gebiete zum großen Segen. Man kann heute mit 80 Proz. positivem Erfolg rechnen. Es läßt sich sogar bestimmen, in welcher Tiefe das Wasser vorgefunden wird. Solche Rutengängerei muß es schon in alten Zeiten gegeben haben: Schon im Dunkel der Vorzeit ist von dem „Zwiesel", dem gegabelten Zweig die Rede, der dazu diente, Wasser und Metalle zu entdecken. Im elften Jahrhundert heißt sie: „Wunseiligerta", d. i. Wünschelgerte von „Wunsch", d. i. altdeutsche Zauberei. Die Benutzung der Wünschelrute ist sicher ganz alten Glaubens. Die Tatsache, daß bloß ein geringer Prozentsatz der Menschen zur Rutengängerei veranlagt ist, hat natürlich auch dazu beigetragen, Eiferern die Sache als verdächtig erscheinen zu lassen. Es hat keinen Sinn, hier die Ansichten der Anhänger sowohl als auch der Gegner darzulegen. Das verächtliche Lächeln über eine ungelöste Frage steht auf derselben Stufe wie blöder Aberglauben. Jedenfalls nehmen heute die Verwaltungen der größten Städte ihre Zuflucht ungeniert zu den Rutengängern, deren Erfolge ganz auffällig sind. Es ist heute eine wissenschaftliche Tatsache, daß es wirklich Menschen gibt, die ohne irgend welche Kenntnis der geologischen Beschaffenheit einer Gegend die Eigenschaft besitzen, mit Hilfe der Wünschelrute Wasser- oder Erzadern zu entdecken. Ein bestimmtes Gebiet wird nach allen Richtungen hin abgeschritten, indem man die Wünschelrute stets wagerecht vor sich hält. An der Stelle, wo ohne sichtbares Zutun des Trägers die Rute ausschlägt, befindet sich ein unterirdischer Wasserlauf oder ein Erzlager. „Die Rute schlägt aus" heißt, die Schlinge zwischen den Händen dreht sich mit großer Kraft abwärts und kehrt beinahe bis an die alte Stelle zurück. Der Ausschlag erfolgt mit solch großer Kraft, daß es nicht gelingt, denselben zu hindern, auch wenn die Rute am frei heraushängenden Ende von einem kräftigen Menschen festgeklcmmt wird. Vielleicht steht man erst am Anfang solcher Forschungen. Wie dem aber auch sein mag: es gibt unzweifelhaft Personen, die die Gabe besitzen, Wasseradern mit der sogenannten Wünschelrute aufzufinden. Von w'3i ns?»' dem Mann, der alle Tugenden und alle Eigenschaften, die Menschen auszeichnen, in höchster Potenz besaß, dessen Antlitz Strahlen aussandte, können wir ohne weiteres stillschweigend annehmen, daß sein Nervensystem so empfindlich war, alle Strahlungen zu spüren, die das „Wasser" aussendet. Der Stab würde dabei quasi als Antenne wirken. Dieser „Fühlhebel" würde die Ausstrahlungen auf den menschlichen Körper überleiten und dort einen gewissen Reizzustand Hervorrufen und den „Ausschlag" der Rute bezw. des Stabes veranlassen. Es versteht sich von selbst, dcck* der Stab ovo's zumindest auch die Wirkung auslöste, die ein WeideNrütlein verursacht. Worin auch immer die Eigenschaft bestehen mag, auf Zustände, wie sie in der Umgebung von Wasserläufen bestehen, zu reagieren: u»ai arm hat ganz sicher auch diese Fähigkeit besessen. Wenn 7v3i new den Felsen schlägt, daß die unter ihm oder hinter ihm verborgenen Wasser zum Vorschein kommen, so wirkt dies auf das Volk nicht archers, als daß der Wundermann nun mit seinen außerordentlichen Fähigkeiten zustande bringt, Wasser aus dem Stein zu zaubern. Damit wäre wohl der Glaube an nv»! erhöht aber nicht der Sache ge.dient, den Namen G'ttes zu verherrlichen — 'iv'ipni" Wir hätten also dem Sinne nach folgendermaßen zu verstehen: (XX, 8). „Nimm den Stab, versammle die Gemeinde, du und dein Bruder Aron und red,et vor ihren Augen wegen des Felsens, daß er sein Wasser gebe; so bringe ihnen Wasser aus dem Felsen hervor und gib der Gemeinde und ihrem Vieh zu trinken." Mag vVon 's in der direkten Apostrophierung immerhin bedeuten r’swi s?bon « ormn» so hat dies yi>on 's doch sicher auch die Bedeutung „wegen des Felsens" im Sinne von (14, 3 muff) 'Riff’ nsiD ibri „so wird Pharao von den Kindern Israels tknken" oder (I, 20, 13) mu ’b na« „Sage über mich (oder von mir): er ist mein Bruder." Dem Wörtlein ^>r käme also die Bedeutung