Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 73 (1932)
- Issue
- Heft 28 (7.7.1932)
- Date
- 1932-07-07
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 8 Nr. 28 Der Israelit 7. Juli 1932 Juli, aüsnds 7 Uhr, ein Programm „Das jüdische Volkslied" durchzuführen. Die zum Vortrag gelangenden jüdischen Volkslieder sind bearbeitet von Ludwig Finkel, Arno Nadel, Löw und Julius Kauffmann. — Herr Lieber hatte bereits im Januar mit schönem Erfolg synagogale Gesänge im Rundfunk Bero-Münster zu Gehör gebracht. Die Schweizerische Radio-Chronik der Neuen Züricher Zeitung schrieb seinerzeit: „Die melodische Eigenart dieser Psalmodien sowie der weiche und genaue Klang der ausgezeichnet geschulten Stimme des Kantors fesselten die Aufmerksamkeit." Bad kissingen, 3. Juli. Wir werden darauf aufmerksam gemacht, daß das Pensionshaus Villa Carola, früher H e r z f e l d , jetziger Besitzer Ed. Hahn in Bad Kissingen, einen christlichen Inhaber hat, und natürlich ganz u n r i t u e l l geführt wird. Personalien. Hamburg, 30. Juni. Große Anteilnahme löste innerhalb der Hamburger K'hilloh die Nachricht aus, daß Dr. Lipman Schlesinger '"2' nach einem jahrzehntelangen segensreichen Wirken in Hamburg seine Vaterstadt verläßt, und nur mit Wehmut lassen wir ihn von uns scheiden. Es erübrigt sich, zu schildern, wer Dr. Lipman Schlesinger ist, war doch der größte Teil der heute lebenden Generation seine Schüler. Sein immenses Wissen auf dem Gebiete der Mathematik und der Naturwissenschaften, welche Fächer er in der Hauptsache unterrichtete, und sein gütiges Wesen, gepaart mit großer Frömmigkeit und hervorragendem Taurohwissen, verschafften ihm stets Achtung und Verehrung seiner Schüler. In seiner übergroßen Bescheidenheit strebte er nie nach äußeren Ehren und glanzvollen Stellungen, er fand seine Befriedigung in der Tätigkeit an der hiesigen Talmud Thora-Schule, an der er bis zur Erreichung der Altersgrenze als Lehrer wirkte. Hier war er seinen Schülen nicht nur der Lehrer, sondern auch der Kamerad und kluge Berater. Jedoch beschränkte sich seine Tätigkeit nicht auf den Unterricht in der Schule. In zahlreichen Schiurim förderte er das Taurohlernen; als Mitglied des Delegiertenkollegiums des DJSV., dem er bis Ende vorigen Jahres angehörte, war er durch seinen Pflichteifer und seine Unerschrockenheit, mit der er für seine Ideale eintrat, ein Vorbild für die Arbeit zum Wohle des K'lal. Ein körperliches Gebrechen fesselte Dr. Schlesinger leider seit einiger Zeit ans Haus, aber mit derselben Schwungkraft wie in früheren Jahren hielt er seine Schiurim aufrecht, und allgemein ist es noch in Erinnerung, wie Dr. Schlesinger bei allen wichtigen Sitzungen des D. K. im vergangenen Jahre noch zugegen war, obwohl er buchstäblich in den Saal getragen werden mußte. Sein Fortzug aus Hamburg hinterlüßt eine Lücke, die sich nicht so schnell wieder schließen wird. Wir wünschen Dr. Schlesinger eine baldige Genesung und hoffen, daß es ihm vergönnt sein möge, an der Seite seiner Gattin noch lange Jahre in Gesundheit im Kreise seiner Kinder und Enkel in feinem neuen Wohnsitz zu verleben. Schönlanke. 3. Juli. Unsere Gemeinde wurde durch den Tod des Mazzenfabrikanten Julius Faß, der ein Alter von fast 79 Jahren erreicht hat, in tiefe Trauer versetzt. Der Verstorbene war Mitbegründer der bekannten Schönlanker und Filehner Mazzesfabriken. Mehr als 30 Jahre war er Repräsentant der hiesigen jüdischen Gemeinde, wo er auch noch außerdem in den verschiedenen Kommissionen wie Baukommission u. a. segensreich mitwirkte. Er hat sich bleibende Verdienste erworben. An seiner Vahre entwarf Herr Rabbiner Berlinger, Schönlanke ein getreues Lebensbild des Verstorbenen, mit beredten Worten schilderte er seine wahre Religiosität und felsenfestes G'ttvertrauen, das er noch auf seinem schweren Krankenlager bewahrte. Die sehr große Beteiligung aus allen Kreisen der Bevölkerung legte Zeugnis ab von der großen Beliebtheit und dem Ansehen de sVerstorbenen. — Möge G'tt den Hinterbliebenen Trost spenden. rrnnn. Mühlheim a. M., 1. Juli. Hier verschied im gesegneten Alter von 81 Jahren Metzgermeister David Stiefel. Durch seinen Heimgang hat die Gemeinde einen schmerzlichen Verlust erlitten, da er bis in sein hohes Alter hinein der beste und pünktlichste Synagogenbesucher war. Die Wertschätzung, die man ihm entgegenbrachte, zeigte sich dann auch an der enormen Beteiligung bei der 'nV, die auch von Seiten der nichtjüdischen Bevölkerung kam. Am Grabe schilderte Herr Rabb. Dr. D i e n e m a n n die Verdienste des Verewigten. Möge 'n den Trauernden seinen Trost spenden und unsere kleine Gemeinde vor weiterem Verlust bewahren. trasan- Wächlersbach, 3. Juli. Frau Kätchen Löbenberg, geb. Rothensies, feiert am 16. Juli s. G. w., in körperlicher und geistiger Frische ihren 8 7. Geburtstag. Tel-Awiw, 1. Juli. In Haifa verschied im Hause seines Schwiegersohnes, des Hoteliers Hermann Groß, Jakob P i n k a s. Das orthodoxe Judentum verliert mit ihm einen beschlagenen Kenner des talmudischen Schrifttums, eine Persönlichkeit, die mit ihrem ganzen Wollen der Verwirklichung des Thorageistes lebte und mit Aktivität und Energie stets für diese Aufgabe arbeitete, und einen feurigen Palästinafreund, der die Konsequenzen seiner Palästinaliebe gezogen hat. Geboren vor siebzig Jahren in der von seiner Familie vor 200 Jahren gegründeten jüdischen Gemeinde Mattersdorf, einer der besten Ungarns, erwarb sich Jakob Pinkas in vieljährigem Studium an den Jeschiwoth zu Preßburg, Zelem und Szardahely sein Wissen. An der Seite seiner ihm ebenbürtigen Frau erzog er in Wien seine Kinder zu bewußt orthodoxen Juden und nahm stets lebhaften Anteil an den Angelegenheiten der dortigen Orthodoxie, so als Vorsteher der Kultusgemeinde, als Präsident eines- Vereins zur Unterstützung von Talmudschülern und als Mitbegründer des Misrachi-Vereins. Vor sieben Jahren übersiedelte er mit dem größten Teil seiner erwachsenen Kinder nach Palästina und hatte dort die Freude, seinen ältesten Sohn als Direktor der Misrachibank und Anteilnehmer an allen Interessen der Orthodoie in seinem Sinne für den Aufbau tätig zu sehen. Sein Gesundheitszustand zwang ihn in den letzten Jahren, sich in Europa aufzuhalten. Er bat die Aerzte, ihn so herzustellen, daß er nach Palästina zurückkehren könne, um dort zu sterben. Der Allmächtige erfüllte diesen Wunsch. Am Montag, den 27. Juni wurde unter großen Ehren seine sterbliche Hülle in Tel-Awiw beigesetzt. S. G. Die lvocbe. Gmoroschiur. Herr Rabb. Mosche K a r p e l lernt im Beshamidrasch Ostendstraße jeden Tag (von Sonntag bis einschl. Donnerstag), mittags 12.30 Uhr, einen Gmoroschiur inna km mit Kommentaren, der sich reger Beteiligung erfreut. Weitere Teilnehmer willkommen. Briefkasten. K G. in S1. ffs. 50.— für Abonnement eingegangen. ZI. ZI. ZZ. Die Angelegenheit haben wir selbstverständlich geprüft Hstjude. Gewiß ist es r>2v bibn, wenn man mit Schirm, Tasche und Paket am Sabbat promeniert. Die anderen Fragen sind nicht wesentlich und eignen sich nicht zur Beantwortung im Briefkasten. Familiennachrichken. Geburten: Ein Sohn, Max von der Walde und Frau Grete geb. de Beer 30. 6. 32. Varmizwoh: Josef, Sohn des Herrn Raphael Faust pba npn nnp 16. Juli Fürth/Bayern. — Kurt, Sohn des Herrn Sigmund Fleischmann Fürth pba npn nav. — Julius, Sohn des Herrn Fritz Knoller, Berlin N. W. 87 Lessingstr. 4, pbz npn rav. — Arthur, Sohn der Frau Kl. Gutwillig, Fürth pbinpnrav. Frankfurter Vereinskalender. Verein Meter Chajim. Eine Stunde vor Nacht, Midrasch, Herr Louis Cahn. Sonntag morgens nach Schul (ebenso Mittwoch), chk "n — vormittags 9.15 Uhr (ebenso Dienstag 6.30 Uhr) Gemoro. Herr Rabb.-Ass. G. Posen. (Alle anderen Schiurim wie üblich.) Jahrzeilsstiftimgen. Freitag, 15. Juli: Ludwig Bender-Stiftung. Agudas Jisroel-Jugendgruppe e. V. (Alle Schiurim wie üblich.) Liwjalh Chen. Samstag mittags, 51/4 Uhr, Vortrag des Herrn S. Schachnowitz im Hörsaal Friedberger Anlage' „Blüten am Stabe." Jüdischer Turnerbund E. V. Geschäftsstelle Hanauerlandstr. 14 (Dr. E. Freimann). Das Training sindet während der Sommerferien wie folgt statt: Knabenabt.: Dienstag: 5—6.30 Uhr Gymnastik u. Spiel Ostpark (kl. Wiese). Herrenabt.: Dienstag: 6.30—9 Uhr Leichtathletik Ostpark (kleine Wiese). Sonntag: 9—12 Uhr vorm. Handball u. Leichtathletik Ostp. (kl. W.) Das Hallentraining fällt während der Ferien aus. — Interessenten für das Deutsche Turnu Sportabzeichen wollen sich am Sonntag, den 10. Juli auf den Sandhöfer Wiesen 9 Uhr einfinden. Das Sportabzeichenbuch ist bis Freitag, den 8. Juli bei der Behörde Steinweg 6 zu besorgen. — Am Sonntag, den 10 Juli findet eine Tageswanderung für Knaben u. Mädchen statt. Treffpunkt 9 Uhr Stadtbibliothek. Führung Erna S t r a u ß u. Berth. Stern Gebelzeilen, mp mw Freitag abend 7.45 Samstag noDwn 6.30 Samstag morg. 7.45 Samstag nachm. 1.00 u. 5.00 Samstag abend 9.35 Wochengottesdienst: Morgens 6.15 Nachmittags 7.15 Tefillin-Legen am Morgen 2.55 ( Von der Reise zurück > \ Dr» G* Schnerb ) ED. LEJEUNE 5- | KOHLEN . I KOKS, GRUDEKOKS Gartenk.es | HOLZKOHLEN -—SCHÄFER GASSE 15 F.rMPr ,sa.24551 Oie Geburt eines Sohnes zeigen dankerfüllt a WILLI STRAUSS und FRAU Meta geb. Weinberg Röderbergweg 45,11 und laden gleichzeitig herzlichst zum MT ein Zu allen Krankenkassen zugelassen Zahnarzt Dr. L. Oschinsky Zeil 127 (Nass. Landesbank) Teleph. 53935 j Hotel Telefon äußerst billiger Pensionspreis Infolge Berufung eines unserer Lehrer in den Staatsdienst ist zum Oktober oder früher an der hiestgen Israelitischen Volksschule eine Üeßvevfteffe zu besetzen. Thoratreue Lehrkräfte mit guter Bewährung auch in technischen Fächern wollen sich sofort mit Angabe von Referenzen u. Zeugnisabschriften wenden an die Administration der Israel. Schule, Halberstadt. n"a AU. uns. Frankf.Verwandten, Freunden und Bekannten rufen wir anläßlich unseresWegzuges nur auf diesem Wege ein herzliches Lebewohl zu. Gailingen i.B„ 1. Juli 32 Em.Kaufmaima.Fraii Jizchak Kaufmann 2—3 schöne alte Mohelmesser oder komplette Molielgarnilur u kaufen gesucht. llugebote unt. 3850c a. Erp. Ferienaufenthalt 4 Wach, sucht geb. Frl geg. Betät. ov. kl. Geldentschäd. Off, unt. 3839c an die Exp. Für gemütskr.,sehr gutmüt. jung. Mann wird in d. Nähe von Nürnberg o. Würzburg rit, Pension mit gewissenh.Beaufstcht. in gut Haus, gesucht. Gelegenh. z. 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