Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 73 (1932)
- Issue
- Heft 25 (16.6.1932)
- Date
- 1932-06-16
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 8 Nr. 25 Der Israelit 16. Juni 1932 fehlte. Dennoch ist das viel kleinere, anders geartete von Rothschild'sche Hospital nicht damit zu vergleichen. Es ist wie an einem kleinen Badeplatz, wo die Gäste des Hotels nach und nach eine Familie bilden und nicht kalt und formell aneinander Vorbeigehen. — Eine große Familie bilden die Patienten der 1., 2. und 3. Klaffe. Schon bei der Neuaufnahme wird man von dem liebenswürdigen Herrn Verwalter empfangen. Seine freundlichen Worte klingen so schmerzlindernd und tröstend: man fühlt sich geborgen. Man weiß, man ist in einem wahrhaft jüdisch geleiteten Krankenhaus. Daß für Schabbos, da doch leichte Patienten da sind und solche, die nicht die elektrische Klingel benützen wollen, vom Din aus in jeder Hinsicht einwandfreie Schabbosfchellen neben jedem Bette find, ist in einem solchen Krankenhaus Selbstverständlichkeit. Leider ruft am Schabbos auch die Schelle . . . Desto eifriger ist der Chefarzt. Sein Lieblingskind, fein Rothschild'sches Hospital, läßt ihn trotz ausgedehnter großer Privatpraxis fast den größten Teil des Tages im Spitale zubringen. All die großen und kleinen Nöte seiner Patienten sind seine Not, ihre Sorgen seine Sorgen. Ein echt jüdisches Rachmonusherz vom großen Ahn geerbt, schlägt in dieser Doktorsbrust. Wie oft des Tages flitzt er mit seinem Auto den Röderbergweg hinauf, um nach senen Patienten zu sehen. Der Assistenzarzt, Tag und Nacht im Spital, bringt schon rmiDi durch sein sympathisches Wesen. Auf der Bühne wirken dann noch erfahrene, fromme Schwestern, die alten Traditionen des Hauses getreulich wahrend, jeden religiösen Wunsch ihrer Patienten erfüllend. Sie sind mit Tallis und Tefillin ebenso vertraut, wie mit Zellstoff und Watte, Hinter den Kulissen, dem Auge des Patienten entrückt, aber dem Magen ziemlich nahe, tief unten im Souterrain, walten Bergwerksknappen gleich unsichtbaren Kräften vom frühen Morgen bis zum späten Abend, dem Geschmack und der Zuträglichkeit jedes Einzelnen Rechnung tragend. Wie peinlich genau wird jeder Salat belesen, jeder Din beachtet. Vor dem Umbau war sogar eine eigene gutausgestattete Synagoge im Hause, doch auch jetzt sieht man im Tagesraum Männer beten und lernen. Der Freitag-Abend findet Dutzende von Schabboskerzen in den einzelnen Patientenzimmern oder auf den Fluren und selbst der liebenswürdige Assistenzarzt nebst den Schwestern haben zu Ehren des Schabbos in Kleid und Herz ihre nnw rmm, zum wohltuenden Empfinden der Patienten zur Schau gestellt. So ist das von Rothschild'sche Hospital immer ein Segen für die Gemeinde gewesen. Möge es immer bleiben. Möge es wenig benutzt werden müssen, aber denen, die es benötigen, ein Heim und eine Stätte der Gesundung werden. Schomre Schabbos-Stellenvermittlung. Firmen, die ihren Angestellten, insbesondere Lehrlingen und Lehrmädchen, v"'-. mv frei geben, werden gebeten, bei Vakanzen sich an die Stellenvermittlung Schomre Schabbos, Schwanenftr. 12 (Tel. 47 324) zu wenden. Bewerber für Handwerk, wie Bäcker, Metzger, Schuster, Elektrotechniker können jederzeit empfohlen werden. Das Büro befindet sich Schwanenftr. 12 (Carolus 47 324). Sprechstunde: Montag 20—21, Mittwoch 11—13. Weltverband für Labbatschuh Schomre Schabbos. Zu unserem Berichte in der jüngsten Nummer über eine Frankfurter Versammlung des Weltverbandes „Schomre Schabbos", bei der u. a. Herr Dr. I. Stern vom Weltverband „Schomre Schabbos" über die rechtliche Lage des Sabbats referierte, legt der gen. Verband Wert darauf, zu betonen, daß es sich hier „um eine offizielle Veranstaltung des Konservativ-Jüdischen Gemeindevereins handelte, die Herrn Dr. Stern als Vertreter der Organisation, die auf breitester Basis und unter strengster Wahrung der politischen Neutralität praktische Sabbat-Arbeit leistet, zu einem öffentlichen Vortrag eingeladen hat." Berufsberatung und Arbeitsnachweis für Juden (£. B. Der Verein Berufsberatung und Arbeitsnachweis für Juden E. V., Frankfurt a. M., Langestraße 30, Telefon: 261 62 bittet seine Gönner, Beiträge und Spenden jeglicher Art nur an Personen mit ordnungsgemäßem Ausweis auszuhändigen. Altersjubilarin. Frau Johanna Schott-Mayersohn, hier, Sternstr. 12, feiert am 17. Juni ihren 7 5. Geburtst a g. Frau Schott arbeitet schon seit Bestehen der Jüdischen Frauenvereinigung in dieser Vereinigung mit und hat sich da besonders der Hortkinder angenommen. Im Jahresbericht dieser letzteren Institution, der auch im, „Israelit" erschien, war besonders „einer alten Freundin des Horts, die es sich trotz ihrer 70 Jahre nicht nehmen läßt, das ganze Jahr hindurch warme Jäckchen, Mützchen und Pullover für unsere Hortkinder zu häkeln und zu stricken" ehrend gedacht. Wir wünschen Frau Schott-Mayersohn einen recht heiteren Lebensabend in Arbeit und Gesundheit. B'-,«7J71 718« *737 Eine Neunzigjährige. Frau Marianne Ehrmann in Frankfurt a. M. feiert im 17. Juni in seltener körperlicher und geistiger Frische hren 90. Geburtstag. Die Greisin besucht regelmäßig noch heute jeden Sabbat die Synagoge und widmet sich eifrig allen religiösen Pflichten. Möge ihr ein froher weiter jugendfrischer Lebensabend beschieden sein. _ frankfurter Vereinskalender. Verein Mekor Chajim. Samstag morgen nach Schul im Hörsaal: Dinim, Herr Dr. E. Posen — nachmittags 3/4 Stunde vor Mincho im Vereinslokal Mikro, Herr Dr. W. Hofmann. — 4 Uhr (ebenso Sonntag 8.30 Uhr vorm.) im Vereinslokal Gemoro. Herr I. Soffer. Eine Stunde vor Nacht, Midrasch, Herr Dr. A. Merzbach. Sonntag morgens nach Schul (ebenso Mittwoch), Herr S. Schachnowitz, "n — vormittags 9.15 Uhr (ebenso Dienstag 6.30 Uhr) Gemoro. Hern Rabb.-Aff. G. Posen. Montag (auch Donnerstag) nach Schul: Mischna Mitgliederlernen. — abends 7 Uhr (auch Mittwoch) Gemoro. Herr Rabbiner Dr. Jos. Breuer. — abends 8.15 Uhr (auch Donnerstag) Gemoro Herr Dr- E. Posen Dienstag (auch Freitag) nach Schul: Mischna. Herr Dr. E. Posen. Von Montag bis Freitag morgens nach Schul im Sitzungszimmer Gemoro. Herr Dr. S. Ehrmann. Sonntag, Dienstag und Mittwoch abends 8.15 Uhr im Vereinslokal Schaßlernen. Herr Herz Holpern. Jahrzeitsstiftungen. Sonntag, 19. Juni: Nanette Isaak geb. Prager-Stiftung. Dienstag, 21. Juni: Falk Goldschmidt-Stiftung. Mittwoch, 22. Juni- Benjamin Roos-Stiftung. Donnerstag, 23. Juni: Moritz Golde-Stiftung. Agudar Jtsroel-Jugendgruppe e. V. Sommerarbeit. A. Iugendgruppe. 1. Schiurim. ä) öffentliche Bowo Kamo (Dr. W. Hoffmann). Schabbos (Louis Kahn). Schulchan Aruch Hilchoth Schabbos (B. Rachelsohn). Schulchan Aruch (Leopold Oppenheimer). Mischna Seder Maued (Gerson Schnerb). Mischna Seder Sanhedrin (Paul M. Aron). Schulchan Aruch (Th. Spiegel), b) geschlossene Bowo Kamo (Naftali Abrahams). Kiduschin (Hermann Bing). Bowo Mezio (Dr. Fritz Hamburger). Pesochim (Earl Zuntz). 2. Unterricht. Stenographie für Anfänger (Lehrer S. Adler). Französisch (Studienrat Josef Kaufmann). 35. Mädchengruppe. 1. Schirium. a) öffentliche Thauro (Konrektor A. Hirschberg).! Dinim (Konrektor A. Hirsch berg). , o'vw-7 (Julius Löwin). b) geschloffene Jeschajo (Studienrat Dr. Markus Lange). Schemuel (Manfred Neuberger). Agudistifche Frauenorksgruppe. Am Montag den 20. Juni, abends 3/49 Uhr, wird Herr Konrektor A. Hirschberg im Hause von Frau Heinr. Eisemann den Kurs über „Pirke Owaus" fortsetzen. Gaste, Damen willkommen. Agudistifche Schülergruppe (ASG.). In der Agudistischen Schülergruppe spricht am Schabbos den 18. Juni, nachmittags 5.30 Uhr Herr Dr. S. Adler über: „Motive der Chachomim bei Einführung rabbinifcher Vorschriften". (Schwanenftr. 12). Liwjakh Ehen. Samstag mittags, 5*/4 Uhr, fällt diese Woche der Vorttag aus. Jüdischer Turnerbund E. V. Sommer Programm: Herren: Sonntag: 8.30—12 Uhr vorm. Sport und Spiel Ostpark (kleine Wiese), Dienstag: 7—9 Uhr abends Sport und Spiel Ostpark (kleine Wiese Laufbahn), Donnerstag: 8.30—10 Uhr abends Turnen Annaschule Rechneigrabensttaße. Jugend: Dienstag: 5.30—7.30 abends Sport und Spiel Ostpark (kleine Wiese Laufbahn). Damen: Donnerstag: 8.30—10 Uhr abends Gymnastik und Turnen Liebsrauenschule Schäfergaffe. Frauen: Mittwoch: 7.30—9 Uhr abends Gesundheitsgymnastik S. R. Hirsch-Schule Am Tiergarten 6. Mädchen: Mittwoch: Gymnastik und Turnen Annaschule Rechneigrabenstraße Abteilung 1 (bis 8 Jahre): 4—5 Uhr, Abteilung 2 (6 bis 11 Jahre): 5—6.15 Uhr, Abteilung 3 (über 11 Jahre): 6.15—7.30 Uhr. Gemeinsame Veranstaltungen, Sonntag: Wanderungen, Radtouren, Schwimmen, Dienstag: Nach dem Sport geselliges Beisammensein aller Mitglieder rm Ostpark-Kaffee. Am Samstag den 18. Juni findet eine Nachtwanderung nach dem Feldberg stakt. Treffpunkt 11.15 Uhr Hauptportal Haup-bahnhof. Gebetzeiten. xpi natp Freitag abend 7.45 Samstag naaffii 6.30 Samstag morg. 7.45 Samstag nachm. 1.00 u. 5.00 Samstag abend 9.40 Wochengottesdienst: Morgens 6.15 Nachmittags 7.15 Tefillin-Legen am Morgen 2.3Ö , Gepr. Wochenu. Säuglingsschwester sü'ch't Pflege in streng religiösem Hause bei zeitgemäß. Ansprüchen. Besorgt nebenbei Küche und Wäsche. Nimmt evtl. 2 erholungsbedürftige Kinder in gute Pflege aufs Lund. Offerten unter 3783c an die Expedition. Die Geburt einer gesunden Tochter zeigen hocherfreut an ARTHUR GANS KLÄRE GANS geb. Weyl Emden/ Ostfrsl 13. Ju-u >932 Kl. Faldernstr. 14 9. Siwan 5692 Trauung nnd Empfang, den 19. Juni 1932, 3 Uhr Frankfurt-Loge, Eschersheimer Landstr. 27 SIMSON STEINLAUF MALY STEINLAUF geb, 5ilbermann Strasbourg/Elsas Frankfurt a. M. Trauung und Empfang: Donnerstag, den 23. Juni 1932—19. Siwan 5692 2 Uhr Synagoge, Börneplatz. Telegrammadresse: Luftig—Krieger Frankfurtmain Frankfurtloge JACQUES KRIEGER ELSE KRIEGER geb. Luftig Österreich SEMMERING Tension Hirsch - Fiirstenhof Mod.Haus. Fließend.Wasser in allen _ Zimmern. Pension ab Schill. 13. 2 Aufsicht: Rabb. S. Fürst, Wien, Schiffschul. Pension Griinebaum Friedberg i. H. fbietet billige und .günst. Gelegenheit, ^da nur 10 Minuten von Bad Nauheim entfernt, dort Kur zu halten. Anfragen sind an obige Adresie zu richten. Telefon 4311. Selu efit junges Mann ca. 22 Jahre alt. für Holzgeschäft. unmittelbar. Nähe Frankfurt. In Frage komm, nur selbst. Herren v. regem Geist und ausgesprochener Gewtflenhaftigkeit. Tätigkeit: Buchhaltung u. Lager. Branchekenntniss.erwünscht aber nicht Bedingung. Off. unter 3781c an die Exp. Infolge Pensionierung unseres Lehrers und Kantors Herrn B. Klein ist bei der Israelitischen Religionsgesellschaft in Gießen, die <5 t c I l e eines Lehrers und Kantors der auch die SÄechito versehen kann, sofort neu zu besetzen. Die Besoldung erfolgt nach den Grundsätzen der staatlichen Regelung. Es kommt nur ein jüngerer Herr, der auf dem Boden des gesetzestreuen Judentums steht, die deutsche Staatsangehörigkeit besitzt, seminaristisch ausgebildet, sowie pädagogisch und musikalisch gut geschult sein muß, in Betracht. Schriftliche Bewerbungen unter genauer Darlegung des Lebenslaufes und der seitherigen Tätigkeit erbeten an den 1. Vorfitzenden Herrn A. Fröhlich, Gießen, Nordanlage. £* ist ausschließlich Sache der Leser, die im Inseralenleil enthaltenen Empfehlungen ritueller Daren oder sonstige Angaben rellgioasgesetzllchev Charakters auf ihre Zuverlässigkeit zu prüfen. ED. 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