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Der Israelit · 1932-06-16 · Heft 25 (16.6.1932) · page 7

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Journal
Der Israelit
Volume
73 (1932)
Issue
Heft 25 (16.6.1932)
Date
1932-06-16
Page
– (sequence 7)
Language
German
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16. Juni 1932 D "e r Is r a e'l i t Nr. 25 Seite 7 Anspruch nahm und bei dessen Bau 600 jüdische und arabische Arbeiter beschäftigt waren, wurde am 10. Juni vom High Commissioner für Palästina, General Sir Arthur Wauchope, bei'Anwesenheit des Emirs Abdullah von Transjordanien, des britischen Residenten in Transjordanien Colonel Cox, zahlreicher hoher ^egierungsbeamter und Vertreter der großen jüdischen Körperschaften des Landes eröffnet. Die jetzige Betriebsanlage ist vorläufig zur Erzeugung von jährlich 12 Millionen Einheiten eingerichtet, es kann aber im Bedarfsfälle feine Leistung bis auf 65 Millionen Einheiten steigern. Ergebnis der Stadtratwahlen in Tel-Awirv. Jerusalem, 11. Juni. Die in Tel-Awiw stattgefunüenen Stadtratwahlen ergaben das folgende Resultat: Von den fünfzehn Stadtratsitzen errangen die Arbeiterpartei fünf, die vom Bürgermester Dizengoff geführte Bürgerliste drei, die Liste der polnischen Juden zwei Sitze, die Listen der Hausbesitzer, der Sephardim, des Misrachi, der Revisionisten und der Kleinhändler errangen je einen Sitz. Etwa ein Dutzend Listen standen zur Wahl. Der Hauptkampf spielte sich zwischen der Arbeiterpartei und der D i z e n g o f f - P a r t e i ab. In den letzten Tagen vor der Wahl wurden etwa 100 Wahlversammlungen abgehalten. Urteil im Mordprözeß Stahl-Zohar. Jerusalem, 11. Juni. Im Prozeß gegen die Mörder der zwei jungen Juden Johannan Stahl und Frl. Sala Zohar-Goldstein wurde das Urteil gesprochen. Der Aeltere der beiden Angeklagten, der 20jährige Raschid Abu Sulman, wurde wegen Teilnahme am Doppelmord zu 15 Jahren Gefängnis und zur Zahlung einer Entschädigung in Höhe von 50 Pfund an die Familie von Frl. Salia Zohar-Goldstein verurteilt. Die Familie des Johannan Stahl, die in Deutschland wohnt, erhob keinen Anspruch auf Entschädigung. Der zweite Angeklagte, der erst 17jährige Salib Abu Salman, wurde wegen Minderjährigkeit bei Begehung der Tat freigesprochen. Vermischtes. Bafel, 11. Juni. Am kommenden Sonntag wird das neue Israelitische Lehrhaus, welches an der Leimenstraße 45 nach den Plänen von Architekt Michael Hack errichtet worden ist, seiner Bestimmung übergeben. Dieser Tag bedeutet für die dem Beshamidrasch angeschlossenen Lernvereine den Abschluß einer Entwicklung von nahezu vier Jahrzehnten. Im Jahre 1896 wurde von dem verewigten Basler Rabbiner Dr. Arthur Cohn s. A. der S ch o m r e Thora-Verein begründet, dem sich zunächst eine kleine Schar von Jünglingen aus Basel und seiner nächsten Umgebung anschloß. Damit war in Basel zum ersten Male ein-Mittelpunkt für das Thorastudium geschaffen. Nach einjähriger Tätigkeit zählte der Verein bereits 32 Mitglieder. Während anfangs der Verein seine Sitzungen und Lernstunden im Hause von Rabbiner Dr. Cohn und'später, als die Zahl der Teilnehmer größer wurde, im Gemeindehaus der Israelitischen Gemeinde abhielt, wurde dann, als, man für mehrere Abende während der Woche regelmäßig einen besonderen Räum für die,Lernvorträge benötigte, ein Lokal am Schützengraben 48 gemietet. Dort befand sich während kurzer Zeit das erste Beshamidrasch. Am 1. Oktober 1897 siedelte das Beshamidrasch sodann in das Haus des Herrn Ditisheim am Heuberg 10 über, wo ein geräumiges Zimmer für die Zwecke des Beshamidrasch eingerichtet wurde. Nach einer weiteren Entwicklung von wenigen Jahren gelang es Herrn Rabbiner Dr. Cohn auf Grund einer bei Basler und auswärtigen Freunden des Beshamidrasch durchgeführten Sammlung, im Juli 1899 die Stiftung „Israelitisches Lehrhaus" zu begründen, in welchem „die Schriften, die dem jüdischen Religionsgesetze zugrunde liegen, sowohl die der schriftlichen als die der mündlichen Lehre, im Sinne und Geiste des traditionell überlieferten Judentums gelehrt und verbreitet werden sollten." Es gelang dem Begründer, für dieses Lehrhaus einen Fond von etwa Fr. 25.000 zu beschaffen. Aus diesen Mitteln wurde dann per 1. Oktober 1899 die Liegenschaft Spalentorweg 32 erworben. Das Erd-, geschoß dieses Hauses wurde für die Zwecke des Beshamidrasch umgebaut. Die Gesamtkosten dieses Beshamidrasch stellten sich auf etwa Fr. 45.000. Die Bestrebungen von Rabbiner Dr. Cohn fanden ein besonders warmes Interesse bei dem bekannten Philantropen Baron Wilhelm von Rothschild s. A. in Frankfurt a. M., der die erste größere Summe für das Beshamidrasch beigesteuert hatte. Dieses Beshamidrasch wurde am 30. Dezember 1899 eingeweiht. Im Jahresbericht des Schomre Thora-Vereins vom Jahre 1899/1900 wird erwähnt, daß dieser Einweihungch tag ein Freudentag für die ganze Gemeinde war, welche „unseren Bestrebungen, ein Beshamidrasch zu bauen, in welchem unsere Thora gelehrt werden sollte, die herzlichste Sympathie entgegenbrachte." Seinen Prinzipien ist das Beshamidrasch in Basel bis zum heutigen Tage treu geblieben. Seit 33 Jahren wird jeden Abend im Beshamidrasch gelernt. In den ersten Jahren haben zumeist Studenten ihre Studien an der Baseler Universität mit der Lehrtätigkeit am Beshamidrasch verknüpft und die allabendlichen Lernoorträge übernommen, während .Herr Rabbiner Dr. Cohn selbst am Sabbat, Sonntag und Donnerstag seine Schiurim gab. Seit nahezu 20 Jahren wirkt Herr M. Schwarz als Lehrer am Beshamidrasch, welcher seit dem Heimgang von Rabbiner Dr. Cohn auch dessen Schiurim übernommen hat. In den Stistungsrat des Besharbidrasch waren im Jahre 1899 bei der Begründung außer Rabbiner Dr. Cohn die Herren Aron Rhein, Samuel Bloch-Bloch, Isaak Dreysus-Strauß, Charles Nordmann, Sally G u g g e n h e i m und S. T e p l i tz eingetreten. Das Präsidium der Stiftung führte in den ersten Jahren Herr Aron Rhein; nach dessen Heimgang wurde es von Herrn I. Dreyfus-Strauß übernommen, der bis heute dieses Amt inne hat. Anstelle des Herrn Teplitz, der bei seinem Wegzuge von Basel sein Amt niedergelegt hat, und anstelle der verewigten Mitglieder Aron Rhein s. A. und Samuel Bloch s. A. wurden im Jahre 1916 die Herren Emil Hey - mann, Alfred Boden heim er und Dr. Hermann Cohn kooptiert. Anstelle des Begründers der Stiftung wurde im Jahre 1926 dessen Sohn, Dr. Marcus Cohn, in den Stiftungsrat gewählt. Auch über die Stadt Basel hinaus ist das Beshamidrasch am Spalentorweg 32 zu/einem Zentralpunkt für die wichtigsten thoratreuen Bestrebungen der Schweiz geworden. So hat in diesem Beshamidrasch im Jahre 1907 die Begründung des Schweizer thoratreuen Zentralvereins stattgefunden: von hier sind die ersten Impulse zur Gründung der Schomre Schabbos-Stellenvermitlungszentrale, der Schweizer Chewras Schah und des Schweizerischen Komitees für Erez Jisroel ausgegangen. Auch vielen auswärtigen jüdischen Persönlichkeiten ist das Beshamidrasch am Spalentorweg in Basel zu einer vertrauten Stätte geworden. Führende jüdische Persönlichkeiten der Gegenwart haben in diesem Beshamidrasch als Gast geweilt und dort Vorträge gehalten. Seit vielen Jahren hatten sich die Räume am Spalentorweg 32 bereits als zu eng. erwiesen und man hat seit langem, da eine Vergrößerung des bisherigen Lehrhauses am Spalentorweg 32 nicht in Betracht kam, sich nach einem neuen geeigneten Hause umgesehen. Im Jahre 1930 gelang es der Stiftung, die Liegenschaft Leimenstraße 45 zu erwerben, auf deren Gelände nun der Neubau des Israelitischen Lehrhauses auf Grund der Pläne von Architekt Michael Hack erstellt worden ist. Die feierliche Grundsteinlegung fand am 28. Juni 1931 statt, bei welcher Herr Rabbiner Dr. Weil die Grüße namens der Israelitischen Gemeinde überbrachte und bei welcher der Vereinslehrer, Herr M. Schwarz, die Festrede hielt. Der Neubau wird am kommenden Sonntag, den 19. Juni 1932, in einer feierlichen Einweihung seiner Bestimmung übergeben werden. Die Vollendung der seit manchen Jahren gehegten Pläne fällt in eine Zeit der besonderen Wirtschaftskrisis. Dies konnte aber den Stiftungsrat nicht davon abhalten, den einmal gefaßten Plan durchzuführen. Damit tritt in di?, Reihe, so mancher schöner jüdischen Jnstitutionen, welche im Layfe der letzten Jahrzehnte von der Israelitischen Gemeinde in Basel geschaffen worden sind, ein neues Werk, welches dem ganzen Schweizer Judentum zur Ehre gereichen wird. Es ist das erste für die besonderen Zwecke eine'-Lehrhauses errichtete Beshamidr,asch in der Schweiz. - Personalien. Basel, 15. Juni. Der bisherige Konsul von Jugoslavien, Sally Guggenheim in Basel, wurde vom König zum Generalkonsul ernannt. (Welkere Personalien und Vermischtes Seile 11.) Familiennachrichken. Hochzeit in Newyork: Claire Erlebacher, Baisingen, Leo Hahn, Hainchen (Oberh.), Newyork. Die Woche. Iubiläumsversammtung der Agudas, Iisroel-Gruppen. Im großen Saale des H o ch' s ch e n Konservatoriums hielt die Agudas Jisroel-Orts- und Jugendgruppe sowie die Agudistische Frauengruppe am Montag abend aus Anlaß der zwanzigsten Wiederkehr der Kattowitzer Tagung eine Versammlung ab. Die Veranstaltung war verbunden mit einer Trauerfeier für den Heimgegangenen langjährigen Präsidenten der Deutschen Landesorganisation der A. I., Rabbiner Dr. Auerbach in Halberstadt. Der Abend stand unter Vorsitz von Herrn. Jacob R o s e n h e i m, die Gedenkrede > hatte Herr Redakteur S. Sch ach now itz übernommen und das Referat über „Zwanzig Jahre agudistische Tätigkeit seit Kattowitz" hielt Herr Rabbiner Dr. P. Kohn, Wien. Herr Schachnowitz griff bei der Zeichnung des historischen Hintergrundes, auf-dem-sich die Persönlichkeit und die öffentliche Tätigkeit Dr. Isaak Auerbachs abhebt, zurück bis zur Zeit von Rabbi Abraham Auerbach und dessen Sohn des i>i3vs bv> Isaak Auerbach tat, als er in jungen Jahren berufen wurde, das heilige Erbe der Väter anzutreten, das was der biblische Isaak tat. ,vas omas 'v'3 man Ivrr jvma ns Iian'1 pN2' av'i Er setzte seine ganze Kraft und die ganze Liebe seines Herzens darein, die Brunnen, die die Väter gegraben, zu hüten, zu betreuen, zu vertiefen, in ihrer Reinheit zu erhalten und daraus für Gemeinde und Gemeinschaft zu schöpfen. An Hand der drei Brunnen Isaaks zeichnete er die dreifache Bedeutung und Berufung Auerbachs als Rabbiner seiner Gemeinde, als Führer der politischen Orthodoxie in Deutschland und als führender Mitarbeiter in der Agudas Jisroel-Weltorganisation. Wie er besonders den zweiten Brunnen hütete, wie er die „Halberstädter Verbände" leitete, zeigte Redner in anschaulichen Bildern. Der Mensch, der Lehrer und der Führer Auerbach trat dem andächtig lauschenden Auditorium noch einmal deutlich vor die Seele. Rabbiner Dr. Auerbach, sagte der Redner, war die Verkörperung der vierfachen Synthese der A. I., wie sie tm Kattowitzer Hauptreferate gezeichnet ist. Mit dem Werke der Aguda, das nach zwanzig Jahren erst recht zu leben beginnt, wird neben den anderen Baumeistern auch sein Name ewig verknüpft bleiben. Es folgte nun das Referat des Herrn Rabbiner Dr. P. Kohn, das in gehobenen Worten und einprägsamer Form uns die Stunde des Gedenkens an Kattowitz als Stunde der Gewissensprüfung schilderte. In den 20 Jahren seien all die Kattowitzer Erwartungen weit übertroffen worden. Spricht man von der Geschichte des Agudagedankens, so sei es ihr Verdienst, daß durch sie die Phrase „Religion ist Privatsache" endgültig zu Grabe getragen wurde. Die Jugend hat gelernt, auf alle Fragen des Lebens eine Antwort in der Thora zu suchen, den Begriff „Nation" nur im Sinne einer Verbundenheit mit der Thora zu deuten. Daß wir diese Auffassung heute vor der Welt und vor den Behörden vertreten dürfen, ist ein Erfolg der Agudas Jisroel. Fragt man nach den Taten der A. I., so sei schon die Organisation an sich eine welthistorische Tat. Und eine noch größere Tat bedeute es, daß in einer Zeit, die jede Autorität zerstörte, durch die Institution der mmn ’Vna nxyin, der Autoritätsgedanke in der Orthodoxie aufrecht erhalten werden konnte. Man müsse, um die Bedeutung der A. I. richtig einzuschätzen, auf Polen und P a l ä st i n a Hinschauen. Was aus den vier Millionen Brüdern in Polen bei all den Umwälzungen ohne A. I. geworden wäre, ist gar nicht auszudenken. Die A. I. hat auch die Menschen hervorgebracht, herangezogen und sie auf den richtigen Platz gestellt. Tritt die Aguda mit 20 Jahren, um mit der Sidra zu sprechen, „an die Front Israels", so wird sie, um im Bilde des Thorasatzes zu bleiben, sich mit dreißig Jahren vollends um nvi» i>ns, um das Heiligtum scharen. Als dritter Redner überbrachte Herr Rabbiner Mosche Blau einen Gruß von Erez Israel. Die Orthodoxie in Erez Israel habe bei ihrem schweren Kampf um ihre Selbständigkeit der A. I. sehr viel zu danken, umgekehrt aber habe die Aguda auch Erez Israel vieles zu danken mo' ps bv in*mKv Er deutet das Wort in dem Sinne, daß die Aguda erst dann voll ihren Zweck erreicht, wenn sie in ps. in Palästina ihren Mittelpunkt haben wird. Heute bleibe noch viel zu tun und zu wünschen in.-Palästina übrig. «rmi> on»? p. Er wünscht der zwanzigjährigen Aguda. insbesondere in ihrer Arbeit für Palästina, mehr Tempo. Viele Lichter werden dort angesteckt werden müssen, um das große Licht, das mit dem 2>ode, Rabbi Chajims erloschen wurde, nur annähernd zu ersetzen. Das Schlußwort hat Herr Jacob R o s e n h e i m. Die fünf Jahre bis zum „halben Jobel" müssen Jahre der Arbeit und des Aufbaus fein. 23 von den Männern, die den ersten Aufruf unterschrieben haben, weilen nicht mehr unter den Lebenden. Er verliest einen Brief, den der geniale Historiker Rabbi Jizchok Halevi V"xt, auf die erste Kunde von der Gründung der Aguda hin geschrieben hat, und knüpft daran ein paar tjefe Worte ehrenvoller Würdigung dieses großen Mitschopfers der orthodoxen Weltorganisation. In einer Zeit, da sich die Völker mit der Produktion von Geschossen und Giftgasen für das große Morden rüsteten, hatte uns G'tt in seiner -Gnade—?nni> nnp nrrian — mit der Agudas Jisroel -ausgerüstet. Die A. I. ist Sache der Jugend, Sache der Zukunft. Damit schloß der Vorsitzende die zweistündige Veranstaltung, die den Teilnehmern unvergeßlich bleiben wird. Im Rothschild-Hospital. Ein Freund des Rothschild'schen Spitals schreibt uns: Vor etlichen Wochen stand, gelegentlich der Renovierung des Georgine Sara von Rotlsichild-Hospitals, ein Artikel im „Israelit", der sich mehr, mit der chronolologisch-geschichtlichen und innenbaulichen Seite befaßte. Ich möchte heute versuchen, zu zeigen, weshalb gerade das Rothfchild'fche Hospital ein Wunschkind unserer Gemeinde war und ist und es auch immer bleiben wird. Nicht als ob es an modernen, mit allen Hilfsmitteln der Neuzeit ausgestatteten Krankenhäusern in Frankfurt

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