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Der Israelit · 1932-05-19 · Heft 21 (19.5.1932) · page 9

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Journal
Der Israelit
Volume
73 (1932)
Issue
Heft 21 (19.5.1932)
Date
1932-05-19
Page
– (sequence 9)
Language
German
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Nr. 21 Seite 9 19. Mai 1932 Durch die „Mitteilungen", deren 25. Nummer dem-, nächst erscheinen wird, wird der Zusammenhalt unter den Mitgliedern, besonders unter den auswärtigen, gefördert. In Frankfurt trugen die Führungen durch Kultur- und Wirtschaftsinstitutionen, die großen' Anklang fanden, zur Belehrung und Geselligkeit bei. Veränstaltugnen> zum Zwecke der Förderung des Schul-Hilfsfonds hatten erfreuliche Ergebnisse. 'So bot der Jahresbericht der Vereinigung ein bei der allgemeinen Wirtschaftsnot besonders erfreuliches Bild des Aufstiegs und der vielfachen Tätigkeit zu Gunsten der schwer in ihrer Existenz bedrohten Schule. — Im anschließenden Wahlgang wurden die turnusmäßig ausscheidendeN Mitglieder des Vorstandes, die Herren Ludwig Strauß (der rührige Vorsitzende), Julius Werner und Dr. Markus H i r s ch, einstimmig wiedergewählt und. dem Vorstand der Dank für seine Arbeit zum Ausdruck gebracht. M. N. Aus der Arbeit der Agudistifchen Frauenortsgruppe. (Schluff.) Der Abend des 7. März war der Idee der Völkerverständigung gewidmet. Einleitend referierte Frau Olly Ritter in klaren werbenden Worten über den Sinn des Pazifismus, die Notwendigkeit, der von ihr ausgelösten Bewegung und die Verpflichtung dieser Bewegung in irgend einer Form anzugehören. Im zweiten Teil des Abends las die bekannte Rezitatorin Frau Selma Eisemann aus den verschiedensten den Krieg behandelnden Werken vom 17. Jahrhundert bis heute, vor. Rezitatorin verstand es durch ihren künstlerischen, ergreifenden Vortrag, der die Schrecknisse des Krieges nochmals erleben ließ, alle Anwesenden tief zu erschüttern. Die Worte von Frau Olly Ritter, gemeinsam mit dem Vortrag von Frau Selma Eisemann, veranlahten viele Anwesenden, am Schlüsse des Abends sich als Mitglied der Friedensliga einzuschreiben. Im Laufe des Winters sprach Herr Dr. Jsaac Breuer an drei Abenden über „Jüdische Erziehungsprobleme". Der Redner ging davon aus, daß zu allen Zeiten der Erfolg des jüdischen Erziehungsgeschäfts ein problematischer gewesen sei und als Gnade G'ttes aufgefaßt werden müsse. Schon die Erziehung des ersten Menschenkindes, Kajin, sei mißlungen, und die Geschichte der Stammväter zeige ihr Haus erfüllt von Erziehungstragödien. Gegenstand der.Erziehung sei eben nicht der Verstand, der durch Beweise, oder der Körper, der durch Macht utnerjochf werden könne, sondern die Persönlichkeit, die letzten Endes ein Geheimnis sei. Ihr Wesen wurzele im Ich, das in der Erkenntnis sich der ganzen Welt gegenüber in Freiheit behaupte, das aber im Fühlen von der Welt beherrscht werde. Die Freiheit durch Erkenntnis der vorgestellten Welt sei jedem Menschen gegeben. Von der erfühlten Welt müsse aber der jüdische Mensch sich selbst befreien. Fühlend sei der jüdische Mensch unfrei geboren, hemmungslos der Welt.hingegeben. Das Ziel der jüdischen Erziehung sei diese Selbstbefreiung des Willens des Ich, damit er nach den Freiheitsgesetzen der Th.ora die erfühlte Welt dem Willen G'ttes entsprechend gestalte. Nur dieser befreite Wille des Ich kann die Thora wirklich wollen. Man kann den G'tt der Thora nicht erkennen. Man kann ihn nur erwollen. Die Erziehung kann die Selbstbefreiung des jüdischen Menschen nur vorbereiten, nur fördern. Sie tut dies, indem sie zunächst an den unfreien Willen sich wendet und ihn vor allem durch das eigene Vorbild, dann aber auch durch Gewöhnung, durch Anhaltung zur Ausübung der Mizwoth und durch Unterricht langsam von den Impulsen der erfühlten Welt zu lösen sucht. Der Sinn der Mizwoch ist Heiligung. Heiligung bedeutet Willensbefreiung. Auf die Erziehung der Eltern folgt die Selbsterziehung, die so lange währt, wie das. Leben. Der von der erfühlten Welt befreite Wille greift zur Thora als der Erfüllung all seiner Sehnsucht. Den Weg vom unfreien zum freien Willen vermittelt die jüdische Nation, die in den Mittelpunkt der Erziehung zu stellen ist. Allen Teilnehmerinnen dieser Vorträge werden diese Abende unvergeßlich bleiben. D e t,. Israelit Frau Frieda de Görter Im Alter von 63 Jahren verstarb Frau Frieda de Gorter^ Eine Tochter des hier unvergessenen Moses Sundheimer Vf,- brachte sie eine Summe von echten Fraueneigenschaften und viel npix-Sinn aus dem Elternhause in ihr eigenes Heim, das sie mit ihrem 1915 ihr in den Tod vorangegangenen Gatten in glücklicher Ehe teilte. Sie war eine wahre rwna 02 rniab* die, der Öffentlichkeit abhold, im Stillen Gutes tat und in stiller, schlichter Frömmigkeit des Lebens Freud und Leid hinnahm. Es waren ihr keine Kinderfreuden befchieden, sie kannte aber das Prophetenwort: nuani D’jan aio dp und lebte danach. Als stille Heldin trug sie auch die lange Krankheit, geduldig und g'ttergeben, bis ein sanfter Tod ihren Leiden ein Ende machte. Am->"x n"i kam sie auf dem Friedhofe der Israelitischen Religionsgesellschaft an der Seite des Gatten zur letzten Ruhe. Wir werden ihr ein ehrendes Angedenken bewahren. n-rmn. Der Hort für jüdische Mädchen. Der Hort für jüdische Mädchen ladt große und kleine Gäste zum Kasperl-Theater am Dienstag ein. Beginn 4 Uhr in der Turnhalle der Israelitischen Volksschule, Röderbergweg. Eintritt 20 Pfg. pro Person. Ausflug der Soncino-Gesellfchafl nach Mainz. Am Sontag, den 8. Mai, unternahm ' die kürzlich gegründete Frankfurter Ortsgruppe der „Soncino- G eselisch aft der Freunde des jüdischen Büches" unter Führung ihres ersten Vorsitzenden, Herrn Professor Dr. A. F r e i m a n n, ihren ersten Ausflug. Er galt dem Besuch einer der ältesten Kulturstädten Deutschlands am Rhein, der Stadt Mainz. Der Vormittag war der Besichtigung des Gutenbergmuseums gewidmet. Der Direktor dieses Museums, Herr Dr. Ruppel, hatte die Führung durch das Museum übernommen. Er begann sie damit, daß er in der Gutenbergstube in anschaulichster Weise die Erfindung der Buchdruckerkunst an dem Gießapparat und der Druckerpresse erläuterte. An die Führung durch das Museum selbst schloß sich eine solche durch die sehr interessante Ausstellung „Goethe und seine Verleger" unter Führung von Herrn Dr. Knies an. Der Nachmittag war der Besichtigung der jüdischen Sehenswürdigkeiten Mainz' gewidmet. Zuerst führte Herr Dr. Ladenburg durch das Jüdische Museum, dann Herr Rabbiner Dr. Levi durch den allen jüdischen Friedhof. An der Veranstaltung nahm eine große Anzahl von Mitgliedern und Gästen teil. Frankfurter Vereinskalender. Verein Mekor Chajtm. Samstag morgen nach Schul im Hörsaal: Dinim, Herr Dr. E. Posen — nachmittags % Stunde vor Mtncho im Vereinslokal Mikro, Herr Dr. W. Hofmann. — 4 Uhr (ebenso Sonntag 8.30 Uhr vorm.) im Vereinslokal Gemoro. Herr I. Soffer. Eine Stunde vor Nacht, Midrasch, Herr Lehrer M. Goldschmidt. Sonntag morgens nach Schul (ebenso Mittwoch), Herr S. Schachnowitz, airr "n — vormittags 9.15 Uhr (ebenso Dienstag 6.30 Uhr) Gemoro. Hern Rabb.-Aff. G. Posen. Montag (auch Donnerstag) nach Schul: Mischna Mitgliederlernen. — abends 7 Uhr (auch Mittwoch) Gemoro. Herr Rabbiner Dr. Jos. Breuer. — abends 8.15 Uhr (auch Donnerstag) Gemoro Herr Dr. E. Posen Dienstag (auch Freitag) nach Schul: Mischna. Herr Dr. E. Posen. Von Montag bis Freitag morgens nach Schul im Sitzungszimmer Gemoro. Herr Dr. S. Ehrmann. Sonntag, Dienstag und Mittwoch abends 8.15 Uhr im Vereinslokal Schaßlernen. Herr Herz Halpern. Jahrzeitsstiftungen. Montag, 23. Mai: Lazarus Seckel-Stiftung. Agudas Jisroel-Jugendgrnppe e. B. Jeden Schabbos im Anschluß an Das Jaumi Mussar» vortrag des Herrn Halpern. Im Gemoro-Schiur wird jetzt statt v'nos der'Traktat mvn vrrn gelernt. Liwjath Chen. Samstag mittags, 5*/* Uhr, im Hörsaal Friedberger Anlage, Vortrag des Herrn S. Schachnowitz über „An den Tanaim-Gräbern vor Tiberias und Safed (R. Meier baal Haneß und “laya in Miron)". Agudistische Frauen-Ortsgruppe Frankfurt a. M. Am Montag, 23. Mai, abends 83/4 Uhr wird Herr Konrektor W. Hirschberg im Hause von Frau Heinrich Eisemann seinen Kurs über Pirke Owaus fortsetzen. Gäste, Damen herzlichst willkommen. Jüdischer Turiierbund E. V. S 0 m m e r p r 0 g r a m m : Zerren: Sonntag: 8.30—13 Uhr vornr. Sport und Spiel Ostpark (kleine Wiese), Dienstag: 7—9 Uhr abends Sport und Spiel Ostpark (kleine Wiese Laufbahn), Donnerstag: 8.30—10 Uhr abends Turnen Annaschule Rechneigrabenstratze. Jugend: Dienstag: 5.30—7.30 abends Sport und Spiel . Ostpark (kleine Wiese Laufbahn). Damen: Donnerstag: 6.30—10 Uhr abends Gymnastik und Turnen Liebsrauenschule Schäsergasse. Frauen: Mittwoch: 7.30—9 Uhr abends Gesundheitsgymnastik S. R. Hirsch-Schule Am Tiergarten 6. Mädchen: Mittwoch: Gymnastik und Turnen Annaschule Rechneigrabenstraße Abteilung 1 (bis 8 Jahre): 4—5 Uhr, Abteilung 2 (8 bis 11 Jahre): 5—6.15 Uhr, Abteilung 3 (über 11 Jahre): 6.15—7.30 Uhr. Gemeinsame Veranstaltungen, Sonntag: Wanderungen, Radtouren, Schwinnnen, Dienstag: Rach dem Sport geselliges Beisammensein aller Mitglieder im Ostpark Käse. Verband jüdischer Frauen für Palästina-Arbeit. Ortsgruppe Frankfurt a. M. Gruppenzufammenkunft, Montag, 6.Juni, abends 20^ Uhr in den Club-Räumen von Groß-Frankfurt, 1. Stuck, Referat Frl. Dr. Ilse Lichtenstetter: „Frauenleben im alten und neuen Orient". Gäste, Damen und Herren, willkommen. Gebetzeiten. ■m narr. Freitag abend 7.35 Samstag 6.30 Samstag morg. 7.45 Samstag nachm. 1.00 u. 5.00 Samstag abend 9.10 Wochengottesdienst: Morgens 6.15 Nachmittags 7.15 Tefillin-Legen am Morgen 2.55 Bei einer achtbaren Familie auf dem Lande in schönster Gegend der Rhön, in herrlicher Waldumgebung, finden Kinder Ferienaufenthalt bei guter Verpflegung und Behandlung und mäßigen Preisen. Näheres bei der Redaktion zu erfahren. Fritz Weiß, Damen- und Herren-Frifeur, Rechneigrabenstr. 17, dessen Geschäft am Sabbat streng geschlossen ist, empfiehlt sich besonders für msn Alle Haararbeiten (auch Scheitel) in bester Ausführung. Berantwortlich für den allgemeinen Teil und das Feuilleton S. Schachnowitz, Frankfurt a. SR.,; Inserate 1. B.: S. Schachnowitz, ebenda. — Für die pädagogische Beilage: Lehrer L. Kaufmann, in Sprendlingen' - (Kr. Offenbach). — Verlag des Israelit und Hermon ©. m. b. H., Frankfurt a. M. — Druck: Heruron-Druckerei, Frankfurt a. M. steis Orthodoxer, junger Mann, 25 Jahre alt, mittelgroß, aus erster hochangesehener Familie, Teilhaber eines sehr großen Unternehmens und eigenes Prtvatvermög. in Höhe von 100 000 Mark wünstht stch mit einem sehr schönen, guterzogenen und gebildeten Mädchen Alter bis 23 Jahre, mit einem Vermögen von 80-100000*$ zu verehelichen. Ausf. Off. mit Einsendung einer Fotografie erbeten unter L. 2800 an die Exp. Zu Ehepaar, str. frommes zuverl. gesucht. Off.ü.Zgn.-Abschr. m. Gehaltsanspr. u. L. 0.45 an A. I. Hofmann, Buchhandlung, Frankfurt a. M. Fleißige, tücht., kinderliebe Stütze in orthod. Haus gesucht. Hausmädchen vorhanden. Guggenheim, Berlin NW. 87 Levetzowstr. 16, V, n. Jg. Mädel in bürgerlichen Haushalt gegen bescheidene Ansprüch. gesucht. Näheres Ostendstr. 83, 2. Für mein, streng rituellen Haushalt suche sch ein das auch kochen kann. Off. unter 3662a an die Exped. IHR INTERESSE! Junger, energischer, durchaus versiert Kaufmann, jahrel. als einz. Jude (orth). im groß. 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