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Der Israelit · 1932-05-04 · Heft 19 (4.5.1932) · page 8

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Journal
Der Israelit
Volume
73 (1932)
Issue
Heft 19 (4.5.1932)
Date
1932-05-04
Page
– (sequence 8)
Language
German
Belongs to
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Seite 8 Nr. 19 Der Israelit 4. Mai 1932 Berlin, Berlin N 54, Rofenthalerftraße 55, Telefon D 1, Norden 5514, gegründet worden. Aufgabe dieser Zentralstelle ist es, alle in Berlin und in Deutschland lebenden Staatenlosen zusammenfassen und ihre Interessen wahrzunehmen. Es soll der Versuch unternommen werden, Staatenlosen, die zu Unrecht staatenlos geworden sind, wieder die ehemaligen Saatsbürgerrechte zu beschaffenn. Die Organisierung einer Konferenz der Staatenlosen in Deutschland ist in Vorbereitung. Alle in Deutschland lebenden Staatenlosen und alle Ortsgruppen der Staatenlosen werden gebeten, sich unverzüglich mit uns in Verbinden zu setzten, um eine restlose Registrierung der Staatenlosen durchzuführen. Die Woche. Oeffentlicher Vortrag in der Vereinigung ehem. Schüler, mit anschließender Generalversammlung. Am Dienstag, den 10. Mai, abends 8.30 Uhr, spricht Herr S. Schachnowitz in der Aula der S. R. Hirsch- Schule über das Thema: „Wie wirkt sich das deutsche gesetzestreue Element in Erez I i s r o e l aus?" Mitglieder und Gäste (Damen und Herren) sind eingeladen. Anschließend an den Vortrag findet für die Mitglieder der Vereinigung die Ordentliche Mitgliederversammlung statt. Tagesordnung: Verlesung des Jahresberichtes, Besprechung etwaiger Anträge, Wahlen. Die Mitglieder werden gebeten, recht zahlreich zu erscheinen. Eindrücke von einer Erez-Iisroel-Reife. Am 1. Tag Pesfach sprach Herr Manfred Neuberger in der Agudas Jisroel-Jugendgruppe vor zahlreichem Publikum über feine Eindrücke als Teilnehmer an der Gesellschaftsreise der Palästina-Zentrale. Er schilderte zunächst die Landschaft des heiligen Landes mit ihren vielfachen Beziehungen zur Bibel und jüdischen Geschichte und ging dann in ausführlicher Weife auf die Probleme des Landes und seiner Bewohner ein. Der Redner behandelte die heihumstrittenen Fragen, wie hebräische Sprache, Sabbat, Erziehungsproblem, Siedlung usw, mit besonderer Objektivität und kritischem Sinn. Dem religiösen Besucher Palästinas, der Gelegenheit hat, alle Probleme in viel größerer Tiefe kennenzulernen als der fernstehende Beobachter, drängt sich geradezu die Ueberzeügung aus, daß nur durch eine Alijah moderner und orthodoxer junger Menschen, die in der Lage sind, ein einwandfreies jüdisches Milieu zu schaffen, und durch das Vorbild eines unabhängigen, echtjüdischen Aufbauwerkes das Land allmählich im Geist der Tauroh aufgebaut werden kann. Der Referent ging nach Schluß seines sachlichen und wirkungsvollen Berichts noch in ausführlicher Weise aus eine Anzahl Fragen ein, die aus der Versammlung heraus gestellt wurden. Manfred Neuberger sprach auch noch vor einer Zuhörerschaft von Schülern und Schülerinnen, die durch seinen Vortrag ein anschauliches Bild von dem jüdischen Leben im heiligen Lande erhielten. Der Erez Isroel-Vorkrag in der Frankfurt-Loge. Für Montag abend hatten die Palästinazentrale und die Ortsgruppe der Agudas Israel ihre Mitglieder nach der Frankfurt-Loge eingeladen, um den Bericht des Herrn Redakteur S. Schachn o w i tz über seine Erez Jsroel-Reise entgegenzunehmen. Schon lange vor Beginn des Vortrages war der große Saal bis zur letzten Ecke voll gefüllt. Herr Dr. S. E h r m a n n leitete den Abend mit einer kurzen Begrüßung ein, worauf Her^ Schachnowitz in anderthalbstündigem, von glühender Chibas Hoorez erfüllten Referate vor einem in anhaltender Spannung verharrenden Publikum seine persönlichen Eindrücke wiedergab und die Dinge im Lande so schilderte, wie er sie fand und mit den Augen des gläubigen Juden, dem Palästina Erez Israel und nsmpn p« ist, sah. An eines der letzten Worte Rabbi Chajim Sonnenfelds das der Redner noch vernehmen durfte, anknüpfend, schilderte er zunächst mit plastischer Anschaulichkeit, was an Erhebendem und Erschütterndem auf den Touristen, der zum ersten Male das Land, dem er in einem ganzen Leben entgegengeträumt hat, betritt, einstürmt. Er fand zwei Erez Israel, ein altes und ein neues, zwischen denen die Verbindungswege leider nicht geebnet sind. Es sei aber grundfalsch, die Teilung nach „Churban" und „Binjan" oorzunehmen, etwa so, daß es im alten Jischuw nur heilige Ruinen und im neuen nur geistige Ruinen und Scherben gäbe. Bei der Gelegenheit schilderte er das gewaltige Aufbauwerk im alten Jischuw in seinen hervorragenden und musterhaften Institutionen, Erziehungs¬ und Wohlfahrtsanstalten. Der neue Jischuw enthalte mehr der gut jüdischen Elemente als man gemeiniglich ahnt. Tel-Äwiw, das Zentrum des neuen Städtejischuw, besitzt bei manch anderem, was weniger zusagt, eine große Anzahl von Synagogen und Lehrhäusern, die von Alt und Jung besucht sind. Von den drei Typen der jüdischen Niederlassung (Kwuzah, Moschaw und Moschawa) bietet die letztere, die Kolonie vom alten Typus, alle jüdischen Lebensmöglichkeiten mindestens in dem Maße wie die beste Kehilla in der Golah. Sorgenkind des neuen Jischuw ist der Sabbat, der wohl im ganzen Lande gehalten, aber von einem großen Teil der Jugend nicht geheiligt wird. Redner beleuchtet in besonders eindrucksvoller Weife die eminenten Gefahren des „nationalen Sabbat", von dem der Weg nach dem „heiligen Sabbat" der Thora vielleicht noch weiter sei, als von der Sabbatentweihung in der Diaspora. Er streift die zur Zeit geführten Verhandlungen des Präsidenten des Schomre Schabbos-Verbandes mit den Führern des Makkabi, und hofft, daß diese nicht ganz erfolglos verlaufen. Die jetzt mit Macht einsetzende neue Welle der Erez Jsroel-Liebe in den orthodoxen Kreisen, aus welchen Hintergründen sie auch immer kommt, müsse ausgenutzt werden, um die orthodoxen Positionen im alten und im neuen Jischuw zu stärken und zu vermehren. Auf die Frage, ob man, und wer hingehen soll, entwirft Redner ein Bild der politischen und der wirtschaftlichen Lage im Lande, wie sich dieses dem Touristen ausdrängt. Die politische und bürgerliche Sicherheit verursacht Keinem im Lande irgend welche Angst oder Sorge, obwohl man mit der englischen Verwaltung nichts weniger als zufrieden ist. Was die Wirtschaft betrifft, so befinde sich das Land in einem Aufbaurausch, so daß es schwer zu sagen sei, was an Beständigem dahinter steckt. Eines sei sicher: Menschen mit Kapital und Initiative, oder junge Menschen mit dem unverbrauchten Kapital ihrer Muskel- und Nervenkraft und mit dem Willen, Uebergangsleiden auf sich zu nehmen, werden dort rasch auf ihre Rechnung kommen. Auf die spezielle unaufschiebbare Aufgabe der Orthodoxie in Palästina übergehend, schilderte Redner im Einzelnen und im Ganzen das Schulwerk der Agudas I i s r o e l in Jerusalem, Liberias und anderswo. Quantitativ gewertet, nur ein Ansatz und ein Grundstock, aber so vielverheihend in seinen gesunden Keimen und in seinem Aufbau, daß uns darin eine frohe Hoffnung erblüht, freilich erwachse uns aber daraus auch eine heilige Verpflichtung. „Die Schule ist der Eukalyptus, mit dem wir die geistigen Sümpfe auszutrocknen vermögen". Herr Dr. Ehrmann dankte Redner und Publikum für die von der Liebe zu Erez Israel getragene Kundgebung und schloß den Abend mit dem Ausdruck der Hoffnung, daß sich diese Welle bald in Taten, besonders für das Aguda-Schulwerk in Erez Israel, auswirkt. E. Meldepflicht beim Arbeitsamt. Das Frankfurter Arbeitsamt befreite während der abgelaufenen Feiertage auf Antrag des Vorstandes der Israelitischen Religionsgesellschaft die Arbeitslosen von der Verpflichtung des Erscheinens zum Stempeln. Auch die Nichterhebung der Unterstützung an diesem Tage wurde nicht als Versäumung der Meldepflicht angerechnet. Agudiskische Frauenortsgruppe. Am Montag, den 9. Mai, abends 8.45 Uhr, wird Herr Konrektor A. Hirschberg im Hause von Frau Heinrich Eisemann, Friedbergeranlage 15, einen Kurs über Pirke Owaus beginnen. Gäste, Damen, herzlichst willkommen. Besichtigung des alten jüdischen Mainzer Friedhofes. Die hiesige Ortsgruppe der Soncino-Gefellfchaft zur Pflege des jüdischen Buches unternimmt am Sonntag, .den 8. Mai einen Ausflug nach Mainz zur Besichtigung der jüdischen Sehenswürdigkeiten unter Leitung von Herrn Rabb. Dr. Levi-Mainz, sowie der Sonderausstellung des Gutenbergmuseums „Goethe und seine Verleger" unter Führung des Dir. Dr. Ruppel. Abfahrt 9.27 nach Mainz-Kastel Eilzug. Gäste willkommen. Meldungen an den Schriftführer Ludwig Roos, Sandweg 14, erbeten. Weibliche Fürsorge. Die Weibliche Fürsorge lädt auf Deinstag, 10. Mai 1932, abends 20.30 Uhr in den Saal der Handelskammer, Börsenstraße zu einer Versammlung ein, die bei der drängenden Aktualität des Themas auf allseitiges Interesse rechnen kann. Herr Rabbiner Dr. Jacob Hoffmann und Herr Redakteur Dr. Heinrich Scharp werden über: „Gerechtigkeit und Frieden"' sprechen. Unkostenbeitrag 50 Pfg. Heim der erwerbslosen jüdischen Jugend. Tagesheim der erwerbslosen jüdischen Jugend, Königswarterstraße 26, Unterhaltung, Fortbildung, Verpflegung. Täglich nachmittags geöffnet. Auskunft bei dem Heimleiter Philipp Rochwerg, Rückertstraße 59, Tel. 45 434. Jüdische Irauenvereinigung E. V. Vorbildlich ist der soziale Sinn und die großzügige Wohltätigkeit der Firma Jurgens-Van den Bergh Margarine * Verkaufs - Union G. m. b. H. in Goch, die'uns zu Pesfach wiederum, ein größeres Quantum Tomor für unsere Schützlinge spendete. Auch auf diesem Wege unseren herzlichsten Dank! Jüdischer Turnerbund. Am 17. April fand die Generalversammlung des Turnerbundes statt. Ueber das Vereinsjahr erstattete der Vorsitzende, Herr Dr. E. Freimann, den Tätigkeitsbericht. Trotz der schwierigen Zeit ist es dem Verein gelungen, den Turnbetrieb in 8 Abteilungen mit 7 Lehrkräften aufrecht zu erhalten. Im Heim fanden regelmäße Versammlungen statt, wobei u. a. Herr F. Cksenhut über seine Reise nach Nordafrika und Dr. E. Freimann über Sport bei den Juden, Vortrüge hielten. Es wurden mehrere Ausflüge darunter einer mit Photowettbewerb veranstaltet. Im Februar fand in Anwesenheit vieler dem Verein nahestehender Eltern ein Kinderschauturnen statt, dessen Ueberschuß von über Mk. 100.— der Jüdischen Notstandsküche überwiesen wurde. Der Kassierer Herr B. Stern erstattete den Kassenbericht. Mit großer Mühe und Sparsamkeit und durch die Subvention der Israelitischen Gemeinde gelang es, den Etat zu balancieren und ein größeres Defizit zu vermeiden. In der daran anschließende Diskussion würden neben kritischen Bemerkungen über die bisherige Vereinstätigkeit, Vorschläge über die Ausgestaltung des Turn- und Sportbetriebes gemacht. Ein dazu eingelaufener Antrag wurde einstimmig angenommen. Von den ausscheidenden Dorstandmitglieder wurde Frau Br. Adler wiedergewählt und für die Herren Hackel und Buchbinder, die Herren A. Eschwege und Ludw. Vlumenthal. Herr Dr. 'I.. Frank, der Leiter der G>. D. dankte den ausscheidenden Vorstands-- Mitglieder für die jahrelange bewährte Mitarbeit. „Alenfa-academica-judaica". Wie bekannt gegeben wird, wurde die Mensaacademica-judaica, Eschersheimerlandstraße 65, am 2. Mai 1932 eröffnet. Frankfurter Vereinskalender. Verein Mekor Chajim. Samstag morgen nach Schul im Hörfaal: Dlnim, Herr Dr. E. Posen — nachmittags % Stunde vor Mincho im Vereinslokal Mikro, Herr Dr. W. Hofmann. — 4 Uhr (ebenso Sonntag 8.30 Uhr vorm.) im Vereinslokal Gemoro. Herr I. Soffer. — Eine Stunde vor Nacht, Midrasch, Herr Leopold Oppenheimer. Sonntag morgens nach Schul (ebenso Mittwoch), Herr S. Schachnowitz, tm "n — vormittags 9.15 Uhr (ebenso Dienstag 6.30 Uhr) Gemoro. Hern Rabb.-Aff. G. Posen. Montag (auch Donnerstag) nach Schul: Mischna Mitgliederlernen. — abends 7 Uhr (auch Mittwoch) Gemoro. Herr Rabbiner Dr. Jos. Breuer. — abends 8.15 Uhr (auch Donnerstag) Gemoro Herr Dr. E. Posen Dienstag (auch Freitag) nach Schul: Mischna. Herr Dr. E. Posen. Von Montag- bis Freitag morgens nach Schul im Sitzungszimmer Gemoro. Herr Dr. S. Ehrmann. Sonntag, Dienstag und Mittwoch abends 8.16 Uhr im Vereinslokal Schaßlernen. Herr Herz Holpern. Jahrzeitsstistungen. Sonntag, 1. Mai: Frau Adelheid Schwab-Stiftung. Montag, 2. Mai: Josef Wallach-Stiftung. Dienstag, 3. Mai: Abraham Sender-Stiftung. Sonntag, 8. Mai: Jakob Katzenstein-Stiftung. Freitag, 13. Mai: Helene Mayer, geb. Bloch-Stiftung. Liwjakh Chen. Samstag mittags 51/4 Uhr Vortrag des Herrn Schachnowitz über: „Dreimal heilig" (Etwas über die Kdufcho) Vereinigung jüdischer Akademiker, Frankfurt a. M. Erste Versammlung der V. I. A. im Sommer-Semester - 1932. Diskussion über das Thema „Die rote Assimilation", einleitendes Referat Bbr. cand. phil. nat. Emil Klein, am Dienstag, 10. Mai 20l/2 Uhr c. tim Rest. Heß, Börsenplatz 7. Ortsgruppe Frankfurt a. TU. des Jüdischen Frauenbundes. Donnerstag, 12. Mal: 10 Uhr vorm. Arbeitssitzung, Langestraße 31. Dienstag, 31. Mai: 20y2 Uhr Abendzusammenkunft bei Frau Jda Wolff, Heinestraße 12, Referat von Herrn Syndikus Dr. Eugen Meyer. Gesellschaft für jüdische Volksbildung. Im Auftrag der Gesellschaft für jüdische Volksbildung spricht Herr Dr. Henric Landau am Montag, 9. Mai, und am Montag. 16. Mai, 8V2 Uhr Bockenheimer Landstraße 115 bei Stern über: Krisenepochen der jüdischen Geschichte. 1. Vortrag: Untergang des 1jüdischen Staates und die 1- Diaspora. 2. Vortrag: Untergang des 2. jüdischen Staates und Beginn der großen Diaspora. Gebetzeiten. Freitag abend 7.15 Samstag 6.30 Samstag morg. 7.45 Samstag nachm. 1.00 u. 5.00 Samstag abend 8.45 Wochengottesdienst: Morgens 6.15 Nachmittags 7.00 Tefillin-Legen am Morgen 3.30 FamMennachrichten. 'Geburten: Ein Sohn, Leo, Lehrer F. Weinstock und Frau Hedwig, geb. Kaufmann. Theilheim b. Schweinfurt. Barmizwoh: Meier, Sohn des Herrn Gabriel Eschwege, Fulda, nvrr viip mp- Verlobte: Klara Braunschweiger, Siegfried Nußbaum. Hünfeld. Zuckerkrank: Unter Hinweis auf mein Inserat empfehle ich Ihnen,'besonders zu beachten, daß die Bestandteile des Anabiogeen gänzlich den edelsten Pflanzen und dem Mineralreich entstammen, und für die streng religiös gesinnten Kreise keine Bedenken gegen die Benutzung meines Präparates Anabiogeen vorliegen.

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