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Der Israelit · 1932-11-10 · Heft 46 (10.11.1932) · page 2

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Journal
Der Israelit
Volume
73 (1932)
Issue
Heft 46 (10.11.1932)
Date
1932-11-10
Page
– (sequence 2)
Language
German
Belongs to
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Seite 2 Nr. 46 De r Israelit 10. November 1932 Milieu suchen Wohnung und Hunderte neue Einwanderer kommen jede Woche hinzu. Wir hatten dieselben Erscheinungen in früheren Jahren starker Einwanderung, 1924—1926. Die jetzige Alijah beruht jedoch auf ganz anderen Voraussetzungen, als die damalige, die aus meist mittellosen Einwanderern bestand, die bald nicht mehr in der Lage waren, die damaligen sehr hohen Wieten zu bezahlen. Die jetzt Cinwandernden bringen meist größere oder wenigstens einige Wittel mit, um sich gleich eine Existenz errichten zu können. Wan hat aus der damaligen Krise gelernt, so daß der heutige Aufbau auf solider, wohldurchdachter Basis erfolgt, wofür wir allerdings der englischen Politik dankbar sein müßten. Wenn ich nun einer größeren deutschen Einwanderung das Wort rede, so möchte ich aber den Wunsch zum Ausdruck bringen, daß die Einwanderung, der '"X 21V', nicht nur aus wirtschaftlichen, materiellen Gründen geschehen soll, sondern, daß die Liebe zu unserem heiligen Lande,' die Sehnsucht nach *?X2W' px recht viele deutsche »'X2' herführen möge. Nur in wenigen Fällen ist die Uebersteöelung unserer deutschen Brüder bisher rein aus überzeugter Zionsliebe geschehen; es mußte erst eine scharfe antisemitische orkanartige Wette kommen, um unsere Brüder daran zu erinnern, daß sie nicht nur ein Vaterland, sondern auch eine Wutter „Zion" haben, die sich nach ihnen sehnt, die sie aber in glücklicheren Zeiten vergessen hatten. In den westeuropäischen Ländern, wo der Antisemitismus sich noch nicht bemerkbar macht, oder n"2 noch nicht scharf genug eingesetzt hat, ich nenne nur England, Frankreich, polland sowie die nordischen Länder, scheint Crez Iisroel nicht einmal in der Touristen-Länderkarte vermerkt zu sein, denn selten einmal verirrt sich ein Glaubensbruder aus diesen Ländern und wenn auch nur als Tourist, nach hier. Wie war es doch selbst im Wittelaltcr anders, als eine Reise ins heilige Land eine Fahrt auf Tod und Leben bedeutete. Wänner, die zu den angesehen-- sten des Landes gehörten, die höchsten Stellungen einnahmen, den regierenden Häusern nahe standen gaben ohne Zwang und Rot ihre hervorragenden Stellungen auf, um unter Verzicht auf alle bisherigen irdischen Genüsse — unter Todesgefahr — nur die *?xiV' px ai»’ ms» erfüllen zu können. Ich möchte nur an die Ramen eines Iehuda halewi, Gbadja d. Bartenora, Ramban, Josef Karo erinnern. Diese Liste ließe sich noch sehr erweitern. Auch unser Zeitalter ist nicht arm an Glaubensgenossen, die sich in hervorragenden Stellungen befinden. Wohl sind schon mehrere nichtjüdische englische, polnische, tschechoslowakische u. a. Winister und Regierungschefs als Touristen hergekommen; ich erinnere mich aber nicht, daß schon einmal ein jüdischer Winister — mit Ausnahme von Lord Reading im vergangenen Jahr — der aber zur damaligen Zeit nicht Winister war, seinen Weg als Tourist hierher gefunden hätte. Cs ist natürlich ganz selbstverständlich, daß nicht alle Juden den Weg nach ^X2t?' px antreten können, da das Land in seinen heutigen Grenzen bei weitem nicht ausreichen würde. Wer aber irgendwie in der Lage ist, diese große 'pxiw' px 21V' nur» zu erfüllen, sollte nicht erst warten, bis ihn eine antisemitische Welle nach hier fegt. Zunächst sollte jeder Iehudi, der sich noch in der materiellen Lage befindet, eine Auslandsreise antreten zu können, nicht nach der Schweiz, Riviera, Italien oder sonst wohin reisen, sondern seine Schritte nach px lenken. Cs gilt heute nicht mehr eine Reise auf Tod und Leben, wo man vorher sein Testament abfassen mußte. Dank dem Entgegenkommen der Schiffsgesellschaft des Lloyd Triestino ist heute eine Palästinareise zum höchsten Vergnügen geworden. Diese Gesellschaft ist trotz des sehr billigen Ueberfahrtpreises für alle religiösen Einrichtungen der jüdischen Reisenden besorgt. Cs ist nicht nur für koschere Beköstigung gesorgt, auch Räume zum täglichen Abhalten des G'ttesdienstes werden zugleich mit einer Sefer Thorarolle zur Verfügung gestellt. Sogar eine Laubhütte zum Laubhüttenfest wird für die religiös lebenden jüdischen Reisenden von der Schiffsgesellschaft errichtet. Diese Sukkoh wurde übrigens in diesem Jahre von nicht auf religiösem Boden stehenden jüdischen Reisenden so stark in'Anspruch genommen, daß es den auf nix» ,221V bedachten Reisenden schwer gefallen ist, für sich einen Platz zu erobern. Hat' man erst das Schiff verlassen und den heiligen Boden betreten, so wird jeder Tourist schnell zur Ueberzeugung gelangen, daß ihm etwas Schöneres, Ueberwältigenderes nicht geboten werden kann. Die deutschen Touristen glauben zwar, Neapel sei der schönste Punkt der Welt und rufen bei seinem Anblick aus: „Neapel sehen und sterben", kommet nach Palästina, besteiget den Karmel, der noch viel schöner ist und Euren Lippen wird sich der fromme Ausspruch entwinden: „Den Karmel sehen und leben, in diesem Lande leben zu dürfen." •0^121^ D'32 12V1 (Verfasser dieses Berichtes erklärt sich gern bereit, jede an ihn gerichtete Anfrage zu beantworten. Rückporto erbeten.) Wochenrundschau. Der Ausgang der Reichstags^ wählen. Die Nacht zu Wontag, dem 7. November, hat die Welt nicht aus den Fugen gehoben, am Wontag morgen sah das politische Bild nicht viel anders als vorher aus, im Ganzen gesprochen natürlich. Demv oie Nationalsozialisten bleiben mit 196 Sitzen an erster Stelle im Parlament, /nach ihnen die sogenannte „marxistische Front" mit 121 Sozialdemokraten und 100 K o in in u niste n. Zentrum bleibt bei einer Einbuße von' 6 Wandaten im Grunde was es war. Die sogenannte Pape n - F r o n t ist durch den Zuwachs, der deutschnationalen und volksparteilichen Wandate, insgesamt 16, nicht in dem Waße gestärkt, daß ihr die Durchführung des Wirtschaftsprogrammes oder gar ihrer verfassungsrechtlichen Reformpläne aus eigener Kraft auf gesetzlichem Wege möglich wäre. Wit dem Zentrum erleidet natürlich auch die Bayrische v o l k s p a r t e i eine kleine Abnahme. Zusammengenommen müssen die beiden katholischen Parteien ün Reiche und in Bayern ihre Verhandlungen mit der NSDAP, mit 9 Wandaten bezahlen. Dies das Gesamtbild. Cs hat sich im parlamentsleben nichts'Entscheidendes verschoben, alles bleibt hübsch auf seinem Platz. Im parteileben zeigen indes manche Wandlungen die Fieberkurve des politischen Thermometers und zugleich den Gesundheits- oder Krankheitsstand des Organismus deutlich an. Gravierend ist die Tatsache, daß die Nationalsozialisten in den drei Wonaten seit den letzten Wahlen weit über zwei Willionen Anhänger verloren haben. Cs ist leider nicht zu hoffen, daß diese zwei Willionen Deutsche beim Uebergang vom Sommer in den Herbst einer höheren Erleuchtung teilhaftig geworden wären und ihrem Judenhaß nun gänzlich abgeschworen hätten. Das Wehr von einer Willion Stimmen, das die D e u t s ch n a t i o n a l e n bei diesen Wahlen zu verzeichnen haben, macht sicherlich einen Teil des nationalsozialistischen Erbes aus. Ein paar Hunderttausend Stimmen aus dem rechtsradikalen Bestände mögen auch der Volkspar t e r zugefallen sein. "Der Rest, Witläufer, fand bei den Kommunisten Unterkunft. Somit würde sich der Profit für die gesunde Vernunft und Einsicht, auch der Profit für die jüdischen Staatsbürger bei der nationalsozialistischen Niederlage sehr stark reduzieren. Diese Betrachtungsweise setzt voraus, daß man bei der Nennung der Deutschnationalen gerade unbedingt an Hugenberg denken müsse, der sich im Iudenpunkte nicht viel von Hitler unterscheidet. Cs kann aber auch anders kommen. Wan hatte schon lange das Gefühl, daß der öeutschnationale Charakter der von Papen und von Gayl dem der'kultivierten früheren Konservativen aus der ' wilhelminischen Zeit viel ähnlicher sei, . als dem des grimmigen, bärbeißigen Ritters der Großindustrie. Uebrigens: das Kabinett Papen will arbeiten, und zwar mit dem Parlamente; sonst hätten diese Neuwahlen keinen Sinn gehabt. Ungefähr vier Willionen Wenschen haben sich mit ihrem wahlzettel direkt zunr Selbstlosigkeit. Von Rabbiner Dr. M. Lewin in Hamburg. Die Sidra zeigt Abram im Strahlenglanze edelsten reinsten Menschentums, ehe er auf G'ttes Geheiß sich das untilgbare Zeichen seiner Berufung zum Stammvater des vom Herrn zu erwählenden Volkes aufdrückt und diese seine Sendung in seinem Namen verankert wird, daß er aus anax zu nmas emporwächst und er, der sich als Vater und Führer seiner Familie so wunderbar bewährt hat, nun die Zusicherung erhält: pan ax pna tza’ij „Zum Vater einer Woge von Völkern habe ich dich bestimmt" Er, der edelste Mensch, der er geworden, soll nun der Same sein eines Volkes, in dem sich alle seine Tugenden verwurzeln, das dadurch würdig wird, als Sendbote G'ttes in den Kreis der Völker einzutreten, um ihnen das Himmlische und Heilige auf Erden zu verpflanzen. Das ists, was des Midrasch Weisen sagen: i-aab y-rx iV yn’x» na bov annax> n"apn iV jm ja’o „Zum Wahrzeichen hat es der Herr für Abraham best Ir.imt, daß er mit seinen Menschentugenden und seiner E ttrerbundenheit und Hingabe sich wiederholen wird in seinen Nachkommen und in dem Volke, dessen Ahn er werden sollte . . . Was das Abrahamsvolk tun muß, um G'ttes zu fein in Hingebung und Opferfreudigkeit und im Dienste an der Menschheit seine Kraft und Fähigkeit zu erproben und zu stählen, das ist ihm in seinem Ahn bereits vorgezeichnet, den das Heilswort auf seinen Weg hinausgeleitet: nana mm „Du sollst ein SegAi werden." Diese Weisung hat Abraham in allem und jedem bis zum höchsten erfüllt. Das untrüglichste Zeichen hierfür ist seine große Selbstlosigkeit, die er nicht nur bekundete, als er unbekümmert um sein persönliches Wohl, nicht achtend die Gefahren, denen er sich aussetzte, in den Kampf zog, um Lot zu retten, sondern auch und da vor allem, als er siegreich und ruhmgekrönt mit großer Vsute heimkehrte. Das ist gar bedeutsam und für abrahamitrsches Wesen entscheidend charakteristisch, was uns das G'tteswort erzählt: ib np vanni vsan 'b in anax bx ano “]Va nax'i „Der König von Sodom sprach zu Abram: Gib mir die Leute, die Habe nimm dir." Das ist sedomitischer Geist, der sich in diesen Worten kundgibt. jisan nnx tpn mn annaxv n\n maoa Wie das Volk, so ist sein König,-der es sich nicht vorstellen kann, daß aus reiner edler Menschenliebe, in Selbstlosigkeit. ohne persönliche Vorteile zu erstreben, jemand seine Ruhe opfert und sein Leben aufs Spiel setzt. Auf die Menschen freilich erhebt Sodoms König vollen bedingungslosen Anspruch, die braucht er, um sein Land zu bevölkern und sein Volkstum zu stärken. „Die Habe" erkennt er dem Sieger zu, der sie doch wohl für sich fordert ... pxi b’bp nap p'bs bp 'n b» »v mann ano n^>a bx anax nax‘-i Abram jedoch sprach zum König von Sedom: „Ich habe meine Hand erhoben zum Herrn, dem Hohen G'tt. dem Eigner von Himmel und Erde: anax ns wwyn ’ax naxn xpV npx baa npx axi bvaiinv nyi ama ax Nicht von Faden bis Schuhriemen nehme ich etwas von allem Deinigen! Du sollst nicht etwa sagen: Ich habe Abram reichgemacht. Swx niy mx ia^n nrm a’E’jxn pPi onyan i>ax nvx pn ’nyba apVn inp' an xnaai Nichts mir! Nur was die Leute verzehrten, und den Anteil der Männer, die mit mir gezogen sind, Aner, Efchkol und Mamre,'— die mögen ihren Anteil nehmen." Hier zeigt sich Abrams Seelengröße, insbesondere seine nicht zu überbietende Selbstlosigkeit in dem. was er zurückweist, wie in dem, was er für die anderen, die sich geplagt und gekämpft, beansprucht. Für seinen Teil verzichtet Abram voll. Er hat das Gute aus Liebe zum Guten vollbracht und weist jeden Gewinn zurück. Es wäre aber hart, die gleiche Zurückhaltung auch den anderen, die von ihrem Hab und Gut verzehrten, ibax nun? anran wie denen iabn nvx die aus reinem Wohlwollen mitzogen, zuzumuten. Was Abraham hier für seine Mannen gefordert, das, sagen unsere Lehrer, ist später von der nnm als Norm aufgestellt worden, als Forderung: myn pai xaxa a-’x-svn nanban 'vsin pa nipban nx mami „Teile die Beute zwischen denen, die den König ergriffen, die zur Heerschar ausfuhren, und der ganzen Gemeinschaft." Abrahams Selbstlosigkeit soll auch in denen, die sich nach seinem Namen nennen, die ihn als ihren Stammvater verehren, fortleben. Dazu will unser Judentum seine Bekenner erziehen. Unsere Lehrer deuten dies in sinniger Form an. mxa mv n'aab ima ->ax bya nyi tnna nnax nnx n^apn ib nax Du, so sprach G'tt zu Abraham, hast selbstlos allem entsagt. So selbstlos soll auch Israel werden. Darum habe ich zwei Gebote ihnen gegeben: n'2'x nixa» das Gebot der Schaufäden mxai und das Gebot von Ehalizo. Durch das erste Gebot wird unser Blick dem gelenkt, der im Himmel thront, der der Vastr aller Menschen ist. Verstehen wir diese Mahnung recht, dann werden wir selbstlos in Liebe und Hingebung überall da wirken, wo es gilt, denen zu helfen, die wie wir G'ttes Kinder sind. Und die Erfüllung des Gebotes von Ehalizoh mahnt, ^«nwa vnx av wpn<i 10.! IW 10 M Auch vcltsi gcsu'K ihrer 1 er h a seit (i & e m 111CIU1 o i n i Sann (55 3 -Aesieu fahr e fcn F kcdrsst 11 Paria Letsch fahr i ist im scheu |idi al G tcigezc So al Di sich Zr aber Liturg luntftl Am e llanze C r i c D ist die der 7 mit ih tuins, Frank abspie die W W eine $ fuhr wenn kennt. 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