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Der Israelit · 1932-04-20 · Heft 17-18 (20.4.1932) · page 30

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Journal
Der Israelit
Volume
73 (1932)
Issue
Heft 17-18 (20.4.1932)
Date
1932-04-20
Page
– (sequence 30)
Language
German
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Seile 18 sJfr. 17 18 Der I s r a e 1 t t 20. April 1932 Mit der Agudas Israel in Palästina. II. An der W e st m a u e r. Kitt, der dre Steine zusammenhält. Die Tränen und Seufzer der Jahrhunderte haben sie zusammengeschweißt. Langsam, scheu und verschüchtert drängen sich halbnackte Gestalten mit ausgemergelten Gesichtern und hohlen Augen an uns heran und strecken lautlos die Hand aus. Wehe, wenn sie dabei ertappt werden! Die Eng- _ , länder, die den Schutt von diesem Platze abtrugen, Ka- Ein mariner Nachmittag. Die engen Gassen der Alt- 'nele und Esel samt ihren Treibern wenigstens während ftadt liegen ohne Sonne, düster und schwül da, grau der öefr Gebetzeiten von ihm fern halten, dabei aber nicht Boden und grau das Stückchen Himmel, das hie und da Glauben, daß eine Bank oder ein Sessel für die zusamaus der Ueb'erwölbung sichtbar wird; bunt die Menschen menbrechenden betenden Greise hier aufgestellt wird, sie in ihren Kaftans und Chalats, in ihren malerischen ^)aben kurzerhand auch die soziale Frage an der Mauer Lumpen, im roten Fez und in weißen Turbanbändern; .!5?c ~!en üordrschen Knoten mit dem Schwerte gelöst. Auf schillernd in allen Farben die ausgelegten Waren, die-^"aßenbettel steht Gefängnis! Die Gesetze sind englisch Orangen und Bananen, die hunderterlei Backwerke, vor ' geworden, aber die Gefängnisse sind türkisch geblieallem aber die roten, blumigen, schweren Teppiche, Ge- °en, und die armeit Menschen wissen, was das bedeutet, webe und Stickereien. Der ganze Weg zur heiligen ote 'betteln nur mit den Augen, mit leiser Handbewegung Mauer rechts und links e i n Kramladen, ein Basar, eine : höchstens, wenn gerade kein Polizist in Sicht ist . . . Markthalle, eine Kolonnade, darin alle Süßigkeiten und! Aber auf dem Rückwege von der Mauer wird man Kostbarkeiten des Morgenlandes aufgelegt sind. 3n an der ersten Ecke rechts vor einer Nische, schon beinahe Nischen sind die Kramläden untergebracht, in der Mitte emcr Hohle, angehalten. Dort ist die Bettlerbörse. Menm m t ~ - wogt aber treppauf treppab, in Enge, Halbdunkel und! ich^n, wie sie der Europäer noch nie in solcher Zerlumptheit j Nufe in die Gebetoersammlung vor der Mauer hinein- Geschrei, das Menschengewühl. Esel und Kamele drän-- gesehen, ein Jammerhäuflein von Weibern, Männern! zuschmettern. Die Fremden sahen und horchten auf, die gen sich zwischen den Passanten hindurch, ohne vom Tu- : und auch Kindern, strecken die Hand aus und wimmern I Einheimischen hörten und sahen nichts. Eine Weile schien ten eines Autos erschreckt zu werden, denn vor diesen! Almosen. Hier dürfen sie es nach altein Brauch und Ab-? es wie ein Wettsingen. Der Mohammedaner . trällerte schmalen Gassen der Veraanaenbeit hält das Rad der kommen. Sie sind hier versammelt, um all denen, die an mit Aufbietung aller Lungenkraft, der Chor unten sang ~ ~ ‘ 1 ' der Mauer aus irgend einem Anlaß mit Minjan beten - gekauft hatte, auf dem runden Hinterkops. Ueber die Schulter des Vordermannes sieht er in das kleine Gebetbuch hinein. Bald aber hat er selbst eines in der Hand. Und näher und näher rückt er heran, der entfernte Bruder. Gegen Schluß steht er ganz dicht an der Mauer, und ein schneeweißes Taschentuch fährt über seine Augen. Es hat sich aus dem Schreine der Erinnerungen, der Jugenderlebnisse, in seinem Herzen etwas losgerissen und ist im Rollen ... Ein natürlicher Vorgang, den man an diesen heiligen Steinen tagtäglich, insbesondere an Sabbat und Festtagen, erleben kann. Nur eine kleine Disharmonie erlebten wir: Als mit der sinkenden Sonne da oben am nördlichen erhöhten Ende, wo der Posten am offenen Tore steht^ lebendig wurde und ein phantastisch verhüllter Mann erschien, der mit lauter, sogar gut geschulter Stimme ein paar Mal etwas zu rufen begann, wobei mehrmals das Wort Allah vorkam. Er rief die Gläubigen zum Gebete in die Omar-Mofchee, hatte es aber, wie wir alle deutlich wahrnehmen konnten, darauf abgesehen, seine lockenden neuen Kultur still. Andauernd und endlos ergießt sich der Menschenstrom in allen Trachten der Welt die dunklen Stufen hinunter. Cs ist wie eine ewige Wallfahrt, die schon ein paar Jahrtausende ohne Ziel, ohne Ende andauert . . . Wir würden so weiter gehen, immer weiter, ohne zu halten, ohne Zeitgefühl. Unser liebenswürdiger Führer — Herr Moses Glückmann-P orusch ist ein guter, fast unsichtbarer Führer, und wir gewinnen ihn vom ersten Tage an sehr lieb — deutet aber mit der Hand nach rechts. Wir schwenken ein, stehen in einer kleinen Sackgasse, lang und schmal, von grauen Mauern nach allen Seiten abgeschlossen. Es ist eine Art gepflasterter Hof, grau, hart, kahl und sauber. Die Mauerfront rechts ragt breit und hoch hinauf. Mauern, Steine, wie tausend andere in dieser Stadt der Steine, Mauern, Hügel und Geheimiiisse. Dann aber erfaßt es uns alle auf einmal wie ein Blitz: die K l a g e m a u e r! . . . Als wäre man nach vielen, vielen Jahren schweren Lebens zur alten Mutter wieder gekommen, man hatte sie nur im ersten Augenblick nicht erkannt . . . Nun haben wir sie, nun hat sie uns, die alte Mutter, die auf uns ach, fo lange, geniontpt * 6 wartet Der Riß, den wir in dieser unvergeßlichen Stunde an unserem Rocke-anbringen, geht bis ans .berz. Schon nach wenigen Minuten ertönen die ersten Schreie, das erste laute Schluchzen. Die Frauen haben zuerst das Wort in der Beklemmung gefunden und liegen schon vor den Steinen. Bei den Männern dauert es etwas länger. Aber einer nach dem andern rückt der Mauer näher, lehnt das Gesicht aus die kalten, harten Quadern Wie merkwürdig doch diese Steine gerade da in Manneshöhe sind, wo sie das Gesicht berührt! Hart und dennoch so mild und spiegelglatt, als würden sie von Meisterhand täglich gehobelt und gemeißelt. Weißlicher Ton schillert im grauen Felsen, wie weiße sonnendurchleuchtete Wölkchen im grauen Horizonte. Gesprenkelt und eingedellt sind die Steine an dieser Stelle, als hätten sie die Tränen der Jahrhunderte erweicht und durchlöchert. Wir sehen das alles im ersten Augenblicke gar nicht. Das Auge ist geschlossen und aus dem Herzen ergießt sich ein Strom von Gebeten, eigenen Gebeten, die in keinem Gebetbuche geschrieben stehen, die ein halbes Jahrhundert wohl im Untrgrunde des Herzens schlummerten und nur auf diesen Moment warten, um in diese Ritzen und Grübchen der glatten, grauweißen tznd weichen Steine eingegraben zu werden ... Es find so viele Menschen an der Mauer, die nicht zu uns gehören, die wir schon antrafen oder nach uns kamen. Irgend jemand hinten ruft zum gemeinsamen Minchogebet. Wir sind noch nicht fertig. Ich höre jemand abwehrend sagen: „Juden aus der Fremde, zum ersten Mal bei der Kassel, laßt sie . . ." Aber wir 'armrte!» uns nachher dennoch zum gemeinsamen Minchogebete, denn es dunkelt schon. Jeder sucht sich seinen Standort ganz in der Nähe der Steine, und ein Brausen geht beim „stillen Gebet" über den Platz, ein verhaltenes Wogen rmd Weinen, wie am Jom Kippur, wenn die sinkende Sonne den Toresschluß kündet ... Erst nach dem Gebets sind wir mit uns selbst so weit im Klaren, um uns die Situation anzusehen. Dieser dachlose Hof vor der Mauer, das geweihteste Bethaus der Welt unter freiem Himmel, dürfte vielleicht dreißig Meterlang und knapp vier Meter breit sein, also Platz genug, um die Vertreter alter Teile Israels zur gleichen Zeit aufzunehmen. Wenn wir mit dem Gesichte zur Mauer stehen, sehen wir, daß der Platz rechts mit einem festen Steinbau aus einer Anhöhe abschließt, in dessen offenem Tore ein Wachtposten sitzt. Es ist dies der Weg nach dem Tempelplatz: das Haus mit dem Steintor, der islamitische Anbau als Fortsetzung der Omar-Moschee, der voriges Jahr soviel Streit hervorgerufen hat. Die Mauer selbst hat eine respektable Höhe. Wir zählen von unten bis oben über zwanzig Steinlagen. Die unteren Steine haben stark vorfpr.noende Flächen und ihre Ritze nehmen auch die schriftlichen Wünsche und Bitten der Gläubigen auf. Alle Zeiten, von der Salomonischen bis zur Herodianischen und weiter bis zur spät arabischen haben an dieser Mauer, die einmal, unser Heiligtum, den Moria, umfaßte, gearbeitet. Man sieht keinen Mörtel, keinen wollen, zur Hand zu sein. Sie verlangen gebieterisch ihren Tribut. Man versäume nicht, wenn man zur Mauer geht, das alte Rezept aus Othello zu beherzigen: „Tue Geld in deinen Beutel", viel kleines klingendes Geld. Unsere deutschen Münzen wurden zurückgewiesen. Die deutsche Währung notiert nicht auf der Jerusalemer Bettierborse. Wem mit dieser drakonischen Verordnung gegen die Wohltätigkeit gedient ist, ist nicht ersichtlich. Den Touristen am allerwenigsten. Früher konnte aus den erweichten jüdischen Herzen an der Mauer manches Kapital für bedürftige Gelehrte und Anstalten geschmiedet werden, heute wandern die Münzen an eine Zunft, die territoriale Vorrechte auf den einzig freigegebenen Posten Es ist nicht die einzige unergründliche Maßnahme des englischen Mandatsherrn. Am Freitag abend Noch einmal waren wir an der Heiligen Mauer, am Freitag abend. Die Höhle an der Ecke war leer und halb geschlossen. Die Bettler hatten sich in Prinzen und Fürsten verwandelt, und die Steine, ohne daß sich sichtlich etwas geändert hätte, trugen Sabbatschmuck. Es hefteten sich keine Tränen an das Gestein und gruben sich keine Wunschzettel in die Ritzen ein. Es streckte sich keine Hand aus ... Es trugen sich Gesänge hinauf und hinüber, über die Mauer, bis zur Stätte des Heiligsten, wo die Sdjedj'ma jetzt nach weilt und wartet. Und das gab der Mauer und dem Platz davor ein ganz anderes Gesicht. Hunderte waren mit dem sinkenden Tage vor der Mauer versammelt. Langbärtige Juden mit Schläfenlocken bis zur Schulter, kleine schmächtige Jemeniten mit kurzen Stoppelbärtchen, Marokkaner mit verbundenem Kopf, Perser in gestreiften Kaftanen, Bucharen in riesigen Bärmützen mit bunten Mänteln lose über die Schultern gehängt, Engländer in grauem Touristendreß mit weißen Tropenhelmen auf dem Kopfe, glattrasierte Amerikaner mit dem Bädecker in der Hand, einfach bürgerlich gekleidete Europäer, den Kopf in Glück und Wehmut zur Mauer gesenkt. Und die Mauer hatte Platz für alle. — „Wann hätte je eine Mutter gesagt, sie habe in ihrer Stube keinen Platz für ihre Kinder?" war eines der großen, stillen Worte Rabbi Chajims, — Gruppe an Gruppe standen sie vor der Mauer und verrichteten ihre gemeinsamen Gebete, jede Gruppe in ihrer eigenen Ansprache, nach ihren eigenen Bräuchen und in ihrer eigenen Melodei. Und so verschieden die Worte und Gesänge waren, schien mir doch, als träfen sie sich alle in der Luft zu einer Symphonie, wie ich sie harmonischer noch nie gehört habe, als trügen sie sich, ineinander verschlungen, über die Mauer hinüber zur Stätte der ewigen Heiligkeit, wo einstens die Leviten und Priester sangen. Wenn eine Gruppe von Chassidim ihr „Lecho däudll mit dem Rigun des Rebben im Chore singt und von der Nachbargruppe her, die schon viel weiter ist, ein Jemenite sein „Iitgadal wejitkaddasch" in den Chor hineinnäselt oder von dem Minjan rechts, das erst angefangen hat, eine schmelzende bucharische Weise hineinklingt, so gehören all die Worte und Weisen dazu. Man hatte noch nie wahrgenommen, daß eine Gemeinde die andere an der heiligen Mauer gestört hätte. Dem schauenden Auge entgeht manches ergreifende Bild nicht. Fremde, die zum ersten Male hier sind, können, trotz des Sabbats, -ihre Tränen nicht unterdrücken. Da steht ein gut ausgestatteter Tourist, aus England oder Amerika, mit einem etwas verwitterten, aber ener? gischen und ein wenig blasierten Gesicht. Bei seiner glänzenden Ausrüstung hatte er aber den Hut daheim, in England oder in Amerika oder nur im Hotel, gelassen. Er hält sich etwas im Hintergründe, lächelt und unterhält sich mit der neben ihm stehenden Dame. Er sieht sehr überlegen aus, steht kühl und kritisch zu all diesen Dingen. Aber wie merkwürdig! Mit dem Ansteigen der Gebetswellen verändert sich sein Gesicht, der sarkastische Zug weicht. Wie von ungefähr stöbert er in der Tasche herum, und bald sitzt ein kleines buntgesticktes Mützchen, das er vielleicht bei einem Araber vorher, der Kuriosität wegen, I! um so lauter: „Wehoju limschiso schausojich". Zu Schanden werden all deine Feinde und Schmäher! In diesem Gesänge ging der Ruf des Islam langsam unter. Bis der treue Diener Allahs das Unnütze seines Unterfangens einsah und den Kürzeren zog. Und wieder erhoben sich alle Golusmelodien, stiegen auf, suchten und fanden sich zu einem „Borochu", vorder „Heiligen Mauer", hinter der die Schechina nie gewichen ist ... Und damals stieg bei mir der Gedanke auf: Wie wäre es, wenn auch wir, die aus Deutschland und Frankfurt, mit unseren Worten, Weisen und Liedern, mit einem echten rechten Frankfurter „Lecho d a u d i " uns dort an der freien Ecke der Mauer postierten! Haben wir nicht genau so wie die andern, die Jemeniten, die Bucharen, die Perser, die Chassidim aus Ger und die Mussarleute aus Nowogrudok, das Recht, unsere Grüße, unsere Worte und unsere Melodien Mutter Zion zu bringen? . . . Später erhielt das Wort für mich eine mehr symbolische Bedeutung. Während alle Länder der Welt, soweit dort Juden und Judentum vorhanden sind, es verstanden haben, sich gewisse Positionen, sei es im alten oder im neuen Jischuw, zu sichern, hat das deutsche gesetzestreue Judentum nur zögernd versucht, festen Fuß in Erez Jisroel zu fassen. Bis auf einige Musteranstalten des älteren Jischuw und auf einige wundervolle Ansätze im städtischen Schulwesen, ist das deutsche gesetzestreue Element im Hintergründe. Wir haben es in Deutschland versäumt, unsere Melodien dahin zu tragen, wo alle anderen jüdischen Gruppen mit ihren Tränen und Taten ihren Platz haben. Das wirkte sich für uns und für das Land nicht zum Vorteile aus . . . —tz. (Fortsetzung folgt.) (Die G'ttesordnung der Gesellschaft.) „Die G'ttesordnung der Gesellschaft" war das Thema der außerordentlich eindrucksvoll verlaufenen jüdischen Friedenskundgebung, die am 15. März in Berlin stattfand. In seiner Eröffnungsansprache erinnerte Rabb. Dr. Emil Cohn an das Talmudwort, „daß der Friede dem Sauerteig vergleichbar sei, aus dem das Brot der Menschheit gebacken werde", und an den zweiten Ausspruch: „Auf drei Dingen steht die Welt: auf Friede, Recht und Wahrheit". Diese jüdische Grundanschauung hat sich eben jetzt anläßlich der entscheidenden politischen Vorgänge zum Heile des Landes und des Judentums wieder bewahrheitet. Dr. Alfred Nofsig wies als Leiter der Friedensschule auf die Momente hin, die trotz des Druckes der wirtschaftlichen Notlage gerade in diesem Jahre die Intensivierung der jüdischen Friedenstätigkeit ermöglicht haben. Prof. Georg Bernhard legte dar, daß das Judentum schon seit den Anfängen seines nationalen Bestandes den Frieden als Entwicklungsziel der Weltgeschichte erkannt hat. Der viel zitierte Ausspruch Hermann Cohens: „Der Krieg ist der Satan der Weltgeschichte" ist nur eine Widerspiegelung der Gedanken, die schon von David, Salomon, den Propheten, Maimonides und den Talmudgelehrten verkündet worden sind. Wie aber läßt sich der altjüdische Friedensgedanke realisieren? Die richtigste Antwort auf diese Frage haben die jüdischen Denker der hellenistischen Epoche gegeben: Der Krieg wird am wirksamsten durch ein oberstes gemeinsames Gesetz verhindert. Erfahrungen und Bernunftrewägungen bringen den Menschen von seinen Gewalttrieben nicht ab. Nur die Schaffung größerer Gemeinschaften, seien sie politischer oder wirtschaftlicher Natur, schaltet die Motive der Reibungen und Kämpfe aus. Dies könnte in Europa durch einen Staatenbund, aber auch schon durch einen Wirtschaftsbund erreicht werden. — Superintendent Ungnad beleuchtete die Momente, auf denen die wahre, g'ttgewollte Menschengemeinschaft sich aufbaut. Den Hauptgrund des Haffes und der Kämpfe zwischen Menschengruppen bildet deren Verschiedenheit. Nach dem Willen der Schöpfung aber bezweckt die Verschiedenheit die heilbringende schöpferische Ergänzung des Geschaffenen. Jede Gabe ist eine Aufgabe. Dies gilt von Einzelmenschen ebenso wie von Völkern. Kein Volk soll das andere beherrschen wollen. Jedes soll in Frieden der Gesamtheit dienen.

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