Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 73 (1932)
- Issue
- Heft 17-18 (20.4.1932)
- Date
- 1932-04-20
- Page
- – (sequence 19)
- Language
- German
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20. April 1932 D er I s r a e I i t Nr. 17/18 Seite 3 ‘ der Bonner Philosoph iy großen Linken meisterhaft die Metaphysik des Mittelalters. Gegenüber dem Hochmut, mit dem man gemeiniglich diese ganze geistige Epoche als Scholastik abtut, wird hier dad Zeitalter von Augustin bis Wilhelm von Occham als bassaeculummetaphysicum kat' exochen dargestellt. Schon die Anwendung der modernen philosophischen Terminologie trägt zur Charakteristik jedes dieser Systeme Bedeutsames bei; aber auch durch die Klärung des Verhältnisses zwischen Spiritualität und politischer Kultur m jeder Epoche, die Erfassung der Verschiedenheiten aus der seelischen Struktur der Philosophen als Willens-Verstandes und Gefühlsmenschen werden die rationalen, realen und mystischen Strömungen als grbßartige Ausprägungen des Lebensgefühls und der historischen Vernunft in neues Licht gesetzt. Bedauerlich ist die Einseitigkeit, die die christliche Philosophie als die einzige des Mittelalters behandelk und die entscheidende Bedeutung eines 'Gabirol, Mäimonides und der Araber fast verleugnet. Das ist weder sachlich noch historisch für das Verständnis der wahren Zusammenhänge gerechtfertigt. Dr. E. Ueber die Fortschritte der Metaphysik. Von Julius Ebbinghaus. 1 9 3 1. I. C. B. Mohr (Paul Siebeck);a, übinge n. Der Rostocker Philosoph Ebbinghaus verteidigt . in seiner Antrittsrede Notwendigkeit und Ergebnisse echter Metaphysik als Wissenschaft. Er kennzeichnet mit seiner Ironie die Leiden der Philosophie, seitdem die Erfahrungswissenschasten ihr ihre höchste, Bestallung, jenseits alles Erfahrbaren zu forschen, streitig gemacht haben. Allgemein herrscht die Ileberzeugung von der objektiven Unzulänglichkeit aller bisherigen Erkenntnis. Aber Ebbinghaus sieht in dem Chaos, das der Verzicht auf Erkennen eines obersten Grunües unseres Seins und Sollens veranlaßt, nur die Sprödigkeit. gegen die. Anerkenntnis, daß die Tradition in der Metaphysik Recht habe. Das Vorurteil der Moderne, die alles selbsttätig entdecken zu können glaubt, ist ein Ballast, ein niindestens gleich unberechtigtes Apriori, wie die Gewißheit, daß es sine Wissenschaft der Metaphysik wirklich gibt. Schuld an dein Mißgeschick der Metaphysik war ihre Gründung aus die Ontologie, aus diejenigen Prinzipien, welche die Notwendigkeit unserer Erkenntnisse begründen sollen. Aber die Ontologie versagte, so in dem Beweis des ens realissimum, als in der Aufzeichnung der notwendigsten Eigenschaften einer möglichen Welt. Aber wie geschieht es, daß in all unsre Erkenntnis dennoch eine Notwendigkeit hineinkonnnt? Diese große Fragestellung Kants ist nach Ebbinghaus Meinung unüberfragbar, und wenigstens als' Frage betrachtet, unterliegt sie keiner Fortschrittsmögl-ichkeit, bedingt aber jede Möglichkeit für den Fortschritt der Metaphysik. Zu dieser Frage zurückkehren, heißt aber allen „Zufall" aus der Natur- und Rechtslchre, wie aus der Geschichte bannen und den Weg zur Erkenntnis der irdischen Bestimmung des Menschen bahnen. Die Weltzahl Pi. Von Dr. A'l sred Strauß. Leipzig 193 1. Richard Hummel Verlag. 325 Seiten. Leinwandband Mk. 15 — Die Lektüre dieses umfangreichen seltsamen Buches ist für den einfachen Verstandesmenschen nicht ohne Mühe, findet jedoch überreiche Entlohnung im Schlußkapitel, wo zahlreiche TransmutaAonsrezepte angegeben werden d. h. Verfahren zur Herstellung von Gold, etwa aus „Quecksilber mit absolutem Alkohol durch langes Verreiben mit dem bloßen Finger" (S. 231) oder aus Blei mit Ammoniak (S. 234). Aber auch das Thallium, dieses „chemische Schnabeltier" ist hier recht brauchbar. Cs hat nämlich im periodischen System der Elemente die Nummer 31 und 1:31 ergibt die Periode 0,012345679, also „alle Zahlen (sollte heißen Ziffern) des dekadischen Systems bis auf die 8", die aber doch inuuerhin im Divisor 81 auftritt. „Was erzählt dem Mystiker und dem Alchimisten diese Reihe? 12, 34, 56, 79 — also kosmisch gelesen. Das heißt auf chemisch: Kohlenstoff (12), Schwefelwasserstoff oder Phosphorwafferstoss S H» (34) od. P Hz (34), Aetzkäli K O H (56) macht 79, also Gold", wobei freilich statt der wahren Atomgewichtzähl 197,2 dieses Elementes feine Ordnungszahl d. i. feine Kernladungszahl genommen ist. Schade nur, daß solche Transmutationen nicht schon vor zwölf Jahren bekannt waren. Deutschland hätte die ihm auserlegten Milliardenlasten inühelos mit jeder gewünschten Goldmenge schon längst abgetragen l Doch im Ernst gesprochen, muß man bedauern, daß der offenbar aus chemischem Gebiete noch am besten bewanderte Verfasser dem Mystizismus verfallen ist und >o den Grundfehler ferner magischen Mathematik gar nicht ernzusehen vermag. Alle feine Rechenoperationen, der denen er ausschließlich rationale ganze , Zahlen zuläßt, weil auch die alten Aegypter nur solche gebrauchten, — irrationale sind grundsätzlich verpönt — bestehen doch nur zu Recht auf. Grundlage des dekadischen Zahlensystems. Dieses seinerseits ist jedoch völlig willkürlich von uns gewählt, während noch viele andere mit ihm gleichberechtigt find. Mithin sind auch alle aus diesen Zahlen aufgebauten mystischen Ergebnisse ebenso willkürlich und deshalb ohne jede Bedeutung und höchstens als amüsante Spielerei zu werken. Einmal freilich kommen dem Verfasser selbst ernste Bedenken gegen seine' Methode und er bricht erfreulicherweise in die vorwurfsvollen Worte aus (S. 86): „Ja/ ist denn das nicht alles bloße Phantasterei, bloßes Hirngespinst, mag auch'Methode in diesem Wahnsinn stecken?" So nahe schon war der Verfasser der wahren Erkenntnis. Er hat sie jedoch leider fahren lassen und dieses dicke Buch'zu Ende geschrieben. Mystik kennt eben kein Gebot des kühlen Verstandes und tröstet sich, wenn ihr eine Ahnung der gemachten logischen Dummheiten aufgeht, mit dem lapidaren Satze: wenn es auch arithmetisch nicht stimmt, aber mystisch stimmt es doch (S. 59). Danach hat es weiter keinen Zweck, dem Verfasser in seine ägyptisch-kosmische Mathematik. oder in seine „Quadratur des Kreises", oder in seine „kosmische Zahlenlehre als Bild von Evolution und Involution der Seele" im einzelnen zu folgen. Verwirft er doch auch die höhere Mathematik als für ihn im Kosmischen nicht beweiskräftig" (S. 101), ja sogar ihre Ableitungen für e, die Basis der natürlichen Logarithmen, und für das bekannte rr. Dieses hat nach ihm nicht die Bedeutung einer Konstanten, es ist vielmehr eine Funktion, abhängig von der Ausgangszahl der „Methode der Berechnung" (S. 129). die seinige ergibt z. B. einmal 77—4 (S. 90), was ihm oen Schmerzensschrei entlockt: es ist zum Verrücktwerden! Nein, es ist durchaus nrcht zum Verrücktwerden, man 'darf nur nicht so grobsinnlich irren und behaupten, „die Ilinsänge (von Kreis und Quadrat) müssen ja bei gleichen Inhalten gleich 'sein". Jeder Tertianer weiß vielmehr, daß der Kreis eine Fläche ist, die bei möglichst großem Inhalt kleinstmöglichen Ilmsang hat, daß also ein Quadrat von gleichgroßem Inhalt größeren Umfang als der Kreis haben muß. Ueber das Wesen der Irrationalität setzt sich Verfasser kaltblütig hinweg mit der Behauptung, sie sei nur als Ewigkeitssymbol begründet „als Mathematik des Weltgeschehens existiert sie nicht". (S. 117). Die vielfachen Berufungen aus das Alte Testament und die hebräische Sprache zeigen, daß der Verfasser hier aus zweiter oder noch entlegenerer Quelle geschöpft hat. Wenn er beispielsweise S. 82 erklärt, die hebräische Sprache besitze kein Wort für zehntausend, so kennt er (Lev. 26, 8; Deut. 32, 30. Juo. 20, 10; S 13 7; Ps 91 7) so wenig wie (Jon. 4, 11; Esr. 2, 64; Neh. 7, 66—72). Auch der Zahlenwert 182 für *m stimmt nicht, denn er beträgt ja nur 14. Wäre ich Adept, so würde ich dieses Wort mystisch lesen und in ihm das wahre rr finden — 314, weil es doch drei Buchstaben hat. In eine m Gedanken aber pflichte ich dem Verfasser doch bei und setzte ihn zum Schlüsse hierher (S. 106): „Wir haben es herrlich weit^ gebracht, wir Kulturmenschen!" Mit Feuerwasser und Schießpulver die „wilden", an den Brüsten der Natur uoch saugenden Völker ausgerottet und für die niederen Hündlergelüfte der „wetteifernden" Nationen das „Missionswesen" vorgeschoben, das dann den letzten arniseligen und degenerierten Rest „bekehrte" zum allein seligmachenden Glauben der Kulturvölker, die. wie Strindberg sagt: Tierschutzvercine gründen, um die Augen der Welt von Menschenschlüchtereien abzuhalten. Schmach und Schande der Menschheit..." E. F. Religion und Seclenleiden. Vorträge der 6. Sondertagung des Katholischen Akademiker-Verbandes. Augsburg 1931. H a a s u n d G r a b h e r r. 206 Seiten. Preis Mk. 7.— In verschiedenen Wissenssächern sind die Beziehungen zwischen Religion und Seelenleben seit kurzem analysierend angegangen worden, und das Gebiet der Religionspsychologie verspricht auch weiterhin aufschlußreiche Klärung. Das Krankhafte im religiösen Erleben des Einzelmenschcn grenzt sich immer faßbarer ab, sogar die Bedeutung des Abnormen für die Kulturgeschichte der Religionsschöpfungen läßt sich schon einigermaßen verfolgen — aber in diesem ganzen Neuland kommt der Religion nicht inohr zu als die Rolle des Unters u ch u ngs- Objektes. Religion als aktives Prinzip hingegen und als Fundament der Betrachtungsweise (wie immer man sich zu ihren einzelnen Formungen stellen mag), kurz: Religion als anerkannter Wert dringt erst langsam und nur in zagen Ansätzen wieder in die Gcmeinschasten wissenschaftlich Denkender ein, seitdem die Haltlosigkeit der Nachkriegszeit in vielen Einzelfällen des praktischen Lebens die Notwendigkeit eines historischen Verantwortungsbewußtseins neu hat ausdämmern lassen. Freilich' in der reinen Wissenschaft hat ein solches Wertdenken nur einen relativen Raum inne, aber so eben kam es, daß in der Psychotherapie, also in einer aufs Erzieherische gerichteten Strebung und somit schon nicht mehr in einer Wissenschaft, von Kongreß zu Kongreß die Bedeutung der Religion für die seelische Bildung und die seelische Bindung immer von neuem und immer schärfer herausgestellt wurde: Besinnung!; Nur von solchem Wollen aus müssen auch die Bestrebungen des Katholischen A k a d e m i k e r v erbau d e s gesehen werden, wenn er in einer Gemeinschaft von Priestern, Aerzten und Erziehern immer wieder auf seinen Sondertagungen in Kevelaar das kulturell und individuell wichtige Thema: „Religion und S e e l enlei d e n " in das geistige Chaos der Umwelt hincintreibt, wie einen Pflock unerbittlich hineintreibt: vom Standpunkt einer religiös unerschütterlichen Weltanschauung aus. Nun liegt ein neuer Band dieses wichtigen, über die Zeiten hinwegschauenden Unternehmens vor: ein Zeugnis, aber auch eine Frage. In der geistigen Einheitsfront aller Kämpfer für ewige Wahrheiten muß auch der religiöse Jude das Entfalten solcher Fahne begrüßen, wenn auch sein Glaubensbegrifs ein anderer und auch das spezifisch Christologische ihm fremd ist. Themata wie: „Bedeutung der Phantasie für die gesunde und kranke Seele" (Dr. E. Kamnitzer, Schriftsteller. Berlin), „Zeitgeist und Literatur als Begünstiger jugendlicher Fehlentwicklungen" (Prof. Dr. Friedrich Schneider, Köln), „Die vollkommene Ehe" (Dr. med. van Ackeren, Eleve), „Medizin und Ethik" (Privatdozent Dr. R. Hoopmann, Köln) beschäftigen auch unsere Denker, und es bleibt stets aufschlußreich, zu vergleichen, wie ähnlich hier und dort erzieherische Fragen angegangen und gelöst werden, wenn natürlich auch die besondere Symbolik der christlichen Ethik und ihr Hineingestelltsein ins Ilebernatürliche einer Diesseitsreligion, wie sie das Judentum letzten Endes ja doch ist, nicht entspricht. Ällzu theoretisch, ja doktrinär und selbstbewußt, auch oft angreifbar, mutet in solchem Zusammenhang das an, was Dozent Dr. R. Allers, (Wien) über Psychotherapie der Psychopathen" vorbringt, und ein Kompendium ärztlichen Rüstzeuges, wie es Dr. med W. Hiusen (Münster) in seiner „Somatotherapie der Psychopathien" zusammenstellt,' gehört um so weniger vor einen nichtmedizinischen Kreis, als es sich nicht stets um gesicherte meoizinische Güter handelt. Hier nämlich scheidet sich die Einstellung des Referenten: es darf bezweifelt werden, ob es richtig ist, besondere nichtärztliche Psychopathen - Seelsorger heranzubilden, wie es katholische Führer beabsichtigen (siehe den Einleitungsvvrtrag von San.-Rat Bergmann. Cleve). Sehr oft hat sich die Verbrämung von religiösem — und gar kirchlichein — Erziehertum mit ärztlicher Psychotherapie als schädlich erwiesen, sehr oft hat der Laicn-Analytiker ohne Arzt schwer daneben gegriffen, und die psychiatrische Wissenschaft wie die Mehrheit der praktischen Nervenärzte hat es wiederholt abgelehnt, dieses Gebiet, wo jeder Gebildete glaubte initreden zu können, ihrer Kontrolle entziehen zu lassen. Muß man außerdem noch an gewisse Gefahren der katholischen Seelsorge erinnern, auch wenn ein Fall wie Professor Bernhnrdi heute nicht mehr vortcimc? Hier also müssen sich die Geister scheiden (so sehr man wünschte, daß auch unseren Rabbinen ein bißchen mehr Seelenkenutuis inuewohute. Der vorliegende Band beweist es bisweilen selbst: Man kann nicht „die gesunde" und „die kranke" ^eele gegenüberstellen, wie es der Schriftsteller Kamnitzer tut; an ein jüdisches Wunder, wie das der Therese Neumann, die „mehr als 100 gelehrte Professoren" (!!) ZU Zeugen habe (S. 76), vermag selbst der gläubige jüdische 'Arzt nicht zu glauben, wie sein katholischer Kollege. Eine peinliche Verwechslung von invertiert und introvertiert (S. 62, Z. 19) ist wohl nur ein Druckfehler. Dr. med. Arnold Merzbach. Frankfurt a. M. Das Problem der Gstteserkennt-is in der Religiousphilosophic Mar Schelers. Von L i c. Johannes Heber. Leipzig 193 1. Dcichert'sche V e r l a g s b u ch h a n d I u n g. Ladenpr. Ai. 5.— Schelers Werk gehört heute der gesamten Philosophie und allen Religionen an. Spranger ist tief von ihm beeinflußt, katholische Theologen,' allen voran Przywara, haben ausführlich zu ihm Stellung genommen, protestantische Theologen und Religionsphilosophcn wie z. B. Tröltsch und Grützmacher haben sich eingehend mit ihm besaßt, und Jos. Wohlgemut!) läßt in der Rosen- Heim-Festschrift Vino größere Abhandlung erschienen, in der er Grundgedanken von schelers Religionsphilvsophie vom Standpunkt des gesetzestreuen Judentums einer kritischen Würdigung unterzeht. Einen Teil aus Schelers Werk, der für uns von besonderer Bedeutung ist, die Frage der G'tteskenntnis und des LLahrheitswertes der Religion behandelt Heber, zwar vom Standpunkt des Protestanten, aber in fo übersichtlicher und in die Tiefe dringender Weise, daß das Wert von Schelers religionsphilosophischer Arbeit auch für uns in die Augen springt: „daß seine natürliche Theologie das Gebiet der jenseits der konfessionellen Gegensätze stehenden systematisch philosophischen Beschäftigung der Religion umfaßt" und auf ihrem Boden „eine' natürliche G'tteserkenntnis erwachse, die die ihr zukoininende Ausgabe, eine Einung der verschiedenen Konfessionen, erfülle." Heber beschäftigt sich zunächst mit der grundlegenden Absicht Schelers, die ersten Fundamente des systematischen Baues einer natürlichen Theologie vorzulegen. Er verkennt nicht, daß Scheler vom Katholizismus ausgehe und daß seine Religions-Philosophie katholische Züge aufweise, aber er zeigt auch und beweist, daß die hinter der ganzen Konzeption stehenden Grundaussassnngen -keineswegs katholisch seien, wie auch Scheler seinen Weg oft sehr scharf von dem der katholischen Dogmatik abgrenzt. Und wenn Heber darauf hinweist, daß seine Philosophie vielfach in überraschender Klarheit evangelische Anschauungen zutage fördert, so kann der gesetzestreue Jude feststellen, daß auch er, wie Wohlgemut!) zeigt, und auch bei Heber deutlich wird, spezifisch biblischen und talmudischen, überhaupt jüdischen Gedankengängen in Fülle begegnet. Daß die religionsphilosophische Grundlegung, seine Heraushebung des' Sondercharakters der Welt des Religiösen, ihre Fundierung auf Schauen und Wissen in einem eigenen Sinn, aus Offenbarung und Wirklichkeit G'ttes vom gesetzestreuen Juden ohne weiteres angenommen -werden kann (nicht muß!), und von vielen begeistert ausgenommen worden ist, mag manche, die Scheler noch nicht kennen, ernmntern, die Monographie Hebers zu lesen. Er verkennt freilich auch nicht, daß Scheler in den letzten Jahren vor seinem Tode (1928) seine Grundanschauung von der Religion stark gewandelt hat, daß er vom ausgeprägt persoualistischeu Theismus immer mehr zu einem idealistisch-mystischen Pantheismus gelangt, ist.