Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 73 (1932)
- Issue
- Heft 16 (14.4.1932)
- Date
- 1932-04-14
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
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14. April 1932. Der Israelit Nr. 16 Seite 7 der Drohung beehrt worben, man werde den verantwortlichen Personen alle materielle Förderung abschneiden, wenn sie es wagen würden, sich an der Wiederbesetzung des unbequemen aschkenasifchen Rabbinates zu beteiligen. Daß auch die Rigaer Gemeinde alles aufbietet, um ihr allverehrtes geistiges Oberhaupt sich zu erhalten, darf nicht Wunder nehmen. Wir hoffen aber, daß weder die Zeichen des Hasses noch die der Liebe den Rigaer Raw veranlassen werden, das Amt abzulehnen, das ihm offensichtlich durch die mi’Vsr nmtpn bestimmt ist, und zu dessen Führung ihm der Segen des Heimgegangenen -vnn p-nx im vorhinein gesichert wurde. Die Levante-Messe eröffnet. Jerusalem, 7. April. Am Donnerstag, den 7. April, wurde in Tel-Awiw die „Levante-Messe 1 9 3 2 ", die fünfte Ausstellung und Messe der Produktion Palästinas und des Rahen Ostens, durch den High Commiffioner für Palästina, der das Protektorat über die Messe übernommen hat, eröffnet. Aus Anlaß der Messe-Eröffnung erließ der Ausschuß der Levante-Messe eine Proklamation an die Bevölke; rung Palästinas, in der es heißt: In dieser Zeit des Flugverkehrs und der schnellen Verbindungen zu Lande und zu Wasser kann sich kein Land vor der Welt abschließen und innerhalb der eigenen engen Grenzen verbleiben; jede individuelle wirtschaftliche Tätigkeit, jede individuelle Initiative gliedert sich als ein Teil in den Weltwirtschaftsorganismus ein, ist ein Ring in der Kette von Weltmarkt, Welthandel, Industrie, Landwirtschaft und Finanzen. Auch unser kleines Land Palästina, wirtschaftlich jung und wenig entwickelt, ist mit dem wirtschaftlichen Leben der Außenwelt eng verbunden und unterliegt dem Einfluß des allgemeinen Wirtschaftsverkehrs. Eine wesentliche Bedingung für den Fortschritt ist es, daß wir unsere Kräfte anspannen, um eine Kette zwischen unserem Handel und dem Welthandel zu schließen, und daß wir alle Entwicklungen und Neuerungen auf industriellem und aus landwirtschaftlichem Gebiete in den anderen Ländern verfolgen. Diesem Ziele soll die Levante-Messe dienen. Die Messe ist ein komerzieller Sammelpunkt für die Länder in Ost und West, ein Treffpunkt für Produzenten und Konsumenten aus so entlegenen Weltpunkten wie Newyork und Bagdad, ferner Orient und Osteuropa. Der hier hergestellte Kontakt wird zum Ergebnis haben, daß neue Märkte für die Produkte unseres Landes gefunden werden und unsere Industrie und unsere Landwirtschaft einen mächtigen Auftrieb bekommen. Fabrikanten, Handwerker und Landwirte in Palästina müssen dessen eingedenk sein, daß ihre Beteiligung an der Levante-Messe in ihrem eigensten Interesse liegt. Diese Messe bietet jedem Produzenten eine einzigartige Gelegnheit, vom anderen Produzenten zu lernen. So wird unter den Produzenten ein gesunder Geist des Wettbewerbs mit dem Ziele: Verbesserung der .Qualität und der Verkaufsmethoden und Reduzierung der Herstellungskosten geweckt. Eine nicht weniger große Bedeutung kommt der Messe vom Standpunkt der Gewinnung der großen konsumierenden Oeffentlichkeit zu. Die Hauptabteilungen der Levante-Messe und -Ausstellung sind die landwirtschaftliche Sektion, die allgemeine Industriesektion, die Sonderabteilungen für Industrie- Maschinen und elektrische Installation, für elektrische Motoren, der Radio-Salon, die Automobil-Halle, die Motorrad- und Zweiradabteilung, die Abteilung für chemische Industrien, die Schreib-, Näh, und Rechenmaschinenabteilung, die Textilabteilung und der Saal der musikalischen Instrumente. Die Levante-Messe illustriert den Fortschritt im Kulturleben Palästinas. Durch Diagramme, Modelle, Photographien und andere Objekte demonstriert sie, was in erzieherischer und sozialer Hinsicht in der Hygiene und im kooperativen Aufbau geleistet worden ist. Jerusalemer Brief. Jerusalem, 5. April. Es ist in der jüngsten Korrespondenz von der gewaltigen Beteiligung bei der Bestattung Rabbi Chajim Sonnenfelds berichtet worden, von der Trauer, die alle Gemeinden der Herligen Stadt und des heiligen Landes, der aschkenasifchen, wie der sefardischen in all ihren Observanzen erfaßt hatte. Auch die Chachamim unter Führung von Rabbi Jakob Meier waren alle vertreten. Um so mehr fiel es auf, daß der offizielle Oberrabbiner der Kneffes Israel, Rabbi Kuk, bei den Trauerfeierlichkeiten am Hause wie am Grabe, nicht zugegen war, woraus allerlei Schlüsse gezogen werden. Wir erachten es als Gebot der Wahrhaftigkeit, folgendes festzustellen: Als am Sonntag vormittag Rabbi Kuk die Nachricht vom Ableben Rabbi Chajim Sonnenfelds überbrachte, war er aufrichtig bestürzt und befahl, im Aufträge des Oberrabbinats auszurufen und die Bevölkerung zur Teilnahme an der "ii> aufzufordern. Leider aber stieß er mit dieser Anordnung auf die Opposition gewisser Eiferer in seinem Kreise, und deren Machenschaften gelang es, nicht nur die Maßnahmen ihres berufenen Rabbiners zu annullieren, sondern auch ihn selb st mähten. Der Wille war gut, aber die Kraft war, wie schon so oft, zu schwach, um gewissen Einflüssen Widerstand zu bieten. Freilich hängt dieses verwunderliche Verhalten des offiziellen Oberrabbinates mit einem Vorkommnis zusammen, für welches unsere Gesinnungsgenossen in Jerusalem nicht alle Verantwortung werden abwälzen können. Am vergangenen Purim verstiegen sich einige Jünglinge aus der Jerusalemer Aguda zu einer schweren Herabwürdigung des Rabbi Kuk, der, wie man auch zu seinem politischen Charakter steht, doch als anerkannter Talmid Chochom einige mmn Tias für sich in Anspruch nehmen kann. Unter dem auch anderswo beliebten Deckmantel des Purim führte man ein Theaterspiel auf, dessen Held, in der Maske des genannten Rabbiners, wegen einer Reche von Vergehen vor Gericht gezogen, 32/n ein cJi'ulijahrs [yOeicl oh ^JlcinclarLeii! So verlangt es die neuste Mode! Schneidern Sie sich dieses hübsche Nach mittags - Kleid selber nach sprechendem UUsteimSchnitt Es hat die große modischerasse, die man aus fertiger Woll spitze oder in Handarbeits* technik her stellen kann.Dieses und viele andere Modelle mit Handarbeitsverzierung finden Sie unter den neuen Frühjahrs t Modellen bei FRANKFURT A. M. rend der Bestattung im Hause festzuhal¬