Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 73 (1932)
- Issue
- Heft 16 (14.4.1932)
- Date
- 1932-04-14
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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14. April 1932 Nr. 16 Frankfurt a. M., den 8. Mßan 5692 Der Israelit «(]]] Ein Centralorgan für das orthodoxe Judentum |[jffl) W I II DearÜndet von Dr. Lebmirnn ln Main». Ill i Begründet von Dr. Lehmann in Mainz. Abonnement ab Juli 1929: Deutschland ILO Mark monatlich; Ausland: Bterteltabrpretse (entsprechend dem deutschen Inlandspreis zuzüglich Kosten des Streifband-Bersandes) Deutsch-Lsterreich: Schilling 6.—; Amerika 1 Dollar; England 4 sh.; ab 1 Juli Frankreich 33 Fr.; Belgien ab 1.7.37. Belga 5. Holland 3 fl.; Italien ab 1.1:38.18 Lire; Fugo» slavien 35 Din.; Litauen 7L0 Lit.; Rumänien ab 1. 7. 37. 150 Lei; Polen 4 deutsche Toldmark zum Tageskurs oder 7 Zloty; Schweiz 5 Fr.; Tschecho-Slowakei 35 Kronen; Ungarn Pengö 5 ab 1. Juli 1937; Dänemark 3.50 Krön.; Norwegen 3.50 Krön.; Schweden 3.50 Krön. Einzelnummer vierzig Goldpfennige. Der Israelit erscheint teven Donnerstag. Inserate 50 Goldpf. für die stebengesp altene Nonpareille-Zeile. Abonnenten zahlen bet Stellengesuchen und Familienanzeigen nur 40 Pf. Die 76 mm breite Reklamezeile: letzte Textsette 3.— Mk.. vorletzte Textsette 350 Mk.; Thiffregebühr in Höhe eines dopp. Fernbriefportos. Rabatt nach Tarif. Bei laufenden Jnserataufträgen tarifm. Preiserhöhung federz. Vorbehalt. Jnseratenannahme durch den Verlag des Israelit T. m. b. H., Frankfurt a. M., Rechneigrabenstraße 7, Tel. Hansa 31084 sow. durch sämtl. Annoncen-Exped. d. In- und Auslands. Alleinige Jnferatenann. für Franks. Deschäftsanz.: Jul. Schmidt, OrtendÜraße 83 Tel. 46866. Platzvorfchr. ohne Berbindlichk. iahlungen direkt an den Verlag auf Postscheckkonto Frankfurt (Main) Nr. 19842. — Außerdem an: Postsparkasse Wien Nr.79805. — Postsparkassenaml Budapest Nr. 18424. —Postscheckkonto Sarfchau Nr. 190757.— Postscheckamt Zürich Nr. VIII7254. — Postscheckamt Amsterdam Nr. 34889 — Postscheckamt Prag Är. 79.080 — Rumänische Kreditbank Bukarest und ihre sämtl. Filialen Der Gerichtsstand für alle aus Abonnements oder aus Inseraten stch ergebenden Zahlungsverpflichtungen ist Frankfurt a. M. Vom Fortschritt der Weltgeschichte. pessach-Betrachtung. Von Oberrabbiner PH. Fischer in Sarospalak. rro^a *pon Vx-w nx rrnpn 7’ny 12 p nvrn rrinnai wtv nax iv'x rrm “t»X3W n>xrm 'fl ^mn nx nam Der auf doppelte Weife fchreibbare Buchstabe x ist der letzte der fünf Buchstaben ^222»' welche unsere Weisen als Merkzeichen der verschiedenen Erlösungsforinen Israels durch G'tt bezeichnen. Der Buchstabe x deutet auf diejenige Erlösung hin, mit der G'tt Israel am Ende des vierte n k ö n i greiches erlösen wird, wie es geschrieben steht: „Pflanze heißt er und von unten wachst er, und er wird den Tempel G'ttes aufbauen!" D3nx vnps 7lpS' „Ich habe Eurer gedacht!" war das Merkmal für die Erlösung aus Miz - r a j i m , deren Gedächtnis das P c f f a ch f e st uns verewigt. Jahrhunderte hindurch war das Volk unterdrückt. Inrmer tiefer versank es im Elend, immer höhnender wurde der Trotz feiner Dränger, immer finsterer die Rächt, die es umgab. Es schien bereits ganz verloren zu fein, da brach u r p l ö tz l i ch w i e ein Heller S 0 n n e n st r a h l a u s m i t t e r - n ä ch t i g e m Dunkel die Stunde seiner Erlösung heran, und es erklang am Meeresufer, aus tiefstem Herzen das unsterbliche Freiheitslied gen Simmel empor chx7w' •»am nwa tx In bezug ans das gegenwärtige, schon fast zwei Jahrtausende umspannende Golus aber lautet ein Anspruch der Weisen: "12^2 msntm V'HJE" „G'tt läßt g r 0 ß werde n die Hilfe seines Königs". — - „Die Befreiung dieser Nation," sagt Rabbi Iudan, „erfolgt nicht auf einmal, sondern nur s ch r 1 t t w e i s e. Und dies ist auch der Sinn der RDrte: „Er läß: groß werden die Hilfe seines Königs." Die Hilfe wächst a l l m ä h l ich für Israel ... Daher wird auch die Erlösung der Kl 0 r g e n d ä m - m c r u n g verglichen, wie es geschrieben steht: „Dann wird, wie die Morgendämmerung dein Licht Hervorbrechen." Für die lange, bange Wanderung durch des Gachith bittre -Jahrhunderte und.Jahrtausende hat G'tt uns das Wort: nnx wx rr»nv „Und es wird fein jein'Mann» „Pflanze" ist sein Raine" als Kompaßz eichen mitgegeben, damit es in uns den Glauben an den langfanien, aber, ewig siegreichen Fortschritt des Geistigen inmitten 6ee Untergangs aller materiellen Größen befestige. DAS HOHELIED (Dn^n Hebr. Text mit Übersetzung, Einleitung und 'Kommentar von Oberrabbiner Dr. Joseph Carlebach in Altona Prachtausgabe auf Büttenpapier in gediegenem Leinwandband. Ladenpreis . . Mk. 10.— Endtermin für das Prämienangebot dieses Werkes für die Abonnentendes Israelit zum Ausnahmepreis Mk. 5.— zuzügl. Mk. —.40 Versandspesen innerhalb Deutschlands ist der 15. Nissan. Mit diesem Tage tritt der Ladenpreis allgemein wieder in Kraft Wir bitten daher etwaige Bestellungen rechtzeitig vor diesem Termin zu bewirken, da eine Verlängerung unmögl. ist. Ferner empfehlen wir zum Pessachfest: DIE SPEISEGESETZE Von Rabb. Dr. Wolf in Köln Preis Mk. 3.20 Verlag des Israelit und Hermon G. m.b. H. Frankfurt am Main, Rechneigrabenslrasse 7, Postscheckkonto Nr. 19802. Sehen denn wir nicht augenscheinlich, wie jüdische Gedanken und Wahrheiten allmächtig siegreich ihren Einzug in die menschlichen Geister und Gemüter halten? Welch ein Weg nach oben führt zum Beispiel von jenem Turmbau in Babel bis zum heutigen Tage! von jenem Turmbane bemerken unsere heiligen Weisen: „Wenn ein Mensch beim Bauen des Turmes verunglückte, so nahm man es gar nicht zum Herzen. Fiel aber ein Ziegel herunter, da setzten sie sich hin und klagten: „Wehe uns. Wann werden wir einen anderen heraufbekommen?!" In der 'Anschauungsweise eines Rimrod, eines Pharao, hatte das Dasein des Einzelnen weniger Wert als der den Turmbau ihres Größenwahnes und ihrer macht- und selbstsüchtigen Interessen fördernde Ziegel. Daher ist der lange Weg des geschichtlichen Entwicklungsprozesses von den Tagen jenes babylonischen Turmbaues bis zur Gegenwart mit den Tränen benetzt, die unschuldig ihres Lebensglückes und ihrer Lebensfreude Beraubte vergossen haben. Jener Verirrung des Altertums gegenüber lautet das Losungswort der Gegenwart: G l e i ch e s R e ch t für alle! Gleiches L e b e n s g l ü ck f ü r crl 1 e! Die Güter und Genüsse, die Freuden und Errungenschaften dicserErdcnwelt sollen fürderhin niäst mehr das Privilegium einzelner Bevorrechteter, und hingegen die Lasten und Leiden, das Los der großen Masten sein, sondern breiteste Volksschichten sollen Anteil an dem rosigen Lichte eines zufriedenen Daseins auf Erden gewinnen! Run, tnp» nxT Zt'SL'N „Wer hat solches in der Vorzeit verkündet?" Fürwahr, einzig und allein die Thora mit ihren g'ttgeoffenbarten Aussprüchen. „Ich bin der Ewige dein G'tt, d e r I ch d i ch aus d e m Lande .. M i z r a j i m " , Dich aus dem mimr wm „Sklavenhause" gerettet habe. Ich habe den Menschen vor allem zur Freiheit berufen, und dann zur gegenseitigen Liebe und Güte: „Liebe deinen Rebenmenschen, wie dich selbst!" — dies ist ein wichtiger Grundsatz in der Thora." Wohl dauert es Jahrtausende, bis einzelne Lichtstrahlen ans der Thora die dunkle ägyptische Finsternis egoistischer Engherzigkeit und Gefühllosigkeit durchbrechend, Eingang in weitere Kreise der Menschheit fanden, aber am Ende werden sie doch siegen müssen, so die Menschenwelt nicht am aV an „dem steinernen Herzen", am Felsgestein selbstsüchtiger Engherzigkeit zerschellen soll! Ja: „Und von unten wächst es empor!" Aber wie in dem jüdischen Festeskreis das F r e ih e i t s f e st durch die goldene Kette der Omertage