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Der Israelit · 1932-04-07 · Heft 15 (7.4.1932) · page 14

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Journal
Der Israelit
Volume
73 (1932)
Issue
Heft 15 (7.4.1932)
Date
1932-04-07
Page
– (sequence 14)
Language
German
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Seite 14 Nr. 15 Israeli! 7. April 1932 Einstellung der jüdischen Frau zur Heutigen "Zeit" Frau Dr. Rost Boden heimer 'schilderte „Das Leben der Frau im Frankfurter Ghetto", Frl. Nellie C a h n „Zweck und We>en der Herlpädagogik". Wir danken all den Damen, die in liebenswürdiger Weise ihre Zeit und ihr Wissen uns zur 'Verfügung stellten, herzlichst für ihre mit großem Interesse auf genommenen Referate. Es besteht die 'Absicht, dle>e göiekltgen Zusammen fünfte durcy gemeuyame Waldspazdergänge im Sommer fortzusetzen, um die Zusammengehörigkeit zu stärken. Denn nur, wenn wir Zusammenhalten, bilden wir eine Macht und nur dann können wir wertvolle Leistungen voll bringen. Generalversammlung im Jüdischen Turnerbund E. V. Die diesjährige Generalversammlung findet am Sonntag, den 17. April, abends pünktlich um 8 Uhr im Jüdischen Heim, Langestraße 55, 1. statt. Anträge zur G.-V. sind bis spätestens 12. April d. I. an den 1. Vorsitzenden, Herrn Dr. med. Ernst Freimann, Hanauer landstraße 14 zu richten. Jsupa, Israelitische Suppenanslall, Frankfurt a. M. Pessach stellt an die Jsupa immer ganz besondere Ansprüche. Hunderte bedürftiger Menschen, die sich kei ilen eigenen Sedertisch richten können, hoffen auch in diesem Jahre in der Israelitischen Suppenanstalt einen festlich gedeckten Tisch und eine erhebende Feier zu sin, den. Aber auch während dre Festwoche muß mittags und abends warmes Essen für viele Hunderte bereitet werden. Darum: Gedenket zum Pessachfeste unserer bedürftigen Brüder und Schwestern und spendet der Jsupa eine Gabe. (Postscheckkonto 10273.) Mädchenklub. Zum ehrenden Andenken von Frau Oppenheimer Mandl rry, veranstaltete der Mädchenklub eine Trauerfeier, die einen würdigen Verlaus nahm und die allen Anwesenden einen tiefen Eindruck hinterließ. Im Mittelpunkt der Weihestunde stand eine warme tiefempfundene Rede von Frau Irene D a r m st ä d t e r, der Vorsitzenden des Mädchenklub, die noch einmal im Namen des Vorstandes die Verdienste der leider so früh Dahingegangenen hervorhob. Frau Oppenheimer b"-u. gehörte 30 Jahre dem Vorstand des Mädchenklubs an und hat mit seltener Liebe und feinem Verständnis die jungen Mitglieder mit Rat und Tat, Hilfe und Trost gestützt. Im Namen der Mitglieder sprachen Frau E l i a d i s und Frl. D a n k n e r Worte dankbaren Gedenkens. Mit innerer Wärme las Frau Selma Eisemann-Pappenheimer aus der Bibel vor. Umrahmt war die Feier von instrumentalen Darbietungen von Frau Würzburger und Herrn E l l b e r g e r, die in eindrucksvoller stilgerechter Wiedergabe die Violin-Sonate von Händel zu Gehör brachten. Herr B o r n st e i n sang mit klangvoller, gefühlswarmer Interpretation „Litanei" von Schubert und „Herr Hab' Erbarmen" aus Stradella. Musikalisch-deklamatorischer Abend in der S. R. Hirsch- Schule. Die vor 14 Tagen in diesen Blättern angekündigte Feier zugunsten der Schule fand Donnerstag, den 31. März, in der Aula der Anstalt statt. Vot das Programm teilweise Wiederholungen, so war der Rahmen durch diverse Zugaben doch erweitert, und jede Nummer wurde von den Besuchern, unter denen die Jugend auch in recht stattlicher Zahl vertreten war, mit Dank quittiert. So galt der Beifall zunächst der Untersekundanerin Irmgard Offenbacher, die mit Wärme und Pathos ein von einer ehemaligen Schülerin unter dem Titel „Zueignung" verfaßtes Gedicht vortrug, dann gefiel das zu Ehren von Haydns 200. 'Geburtstag eingelegte Menuett des Komponisten, reicher Applaus lohnte die im Märchen Schneewittchen wiederum als Vermittlerin dienende Sprecherin, Frl. Lucie R o s n e r , die mit sinngemäßem und verständnisvollem Vortrag ihre Aufgabe meisterte, und kräftig beklatscht wurde der Tanz der „drei Unzertrennlichen" (Ilse B a e r, Edith S ch w a r z s ch i l d und Lea Lange aus der 4. U. Kl.). In dankenswerter Weise hatte sich Herr Max Federlein, ein in hiesigen Kreisen schon bestens eingeführter Rezitator, der guten Sache zur Verfügung gestellt, der sofort den gewünschteil Kontakt mit dem Publikum herzustellen verstand und, sehr gewaildt in Vortrag und Geste, die Anwesenden durch witzige Plaudereien und selbstverfaßte Humoristica erheiterte. Den Abschluß des Abends bildete das von Frau Else Mayer verfaßte Stück „Einst und Jetzt", das in teilweise ernster, teilweise heiterer Aufmachung die „neue" Schule der „alten" gegenüberstellte. Die handelnden Personen waren durch einen Stab geschickter Interpreten (an der Spitze die Verfasserin, die Damen Frl. Hilde Birnbaum, Frau Else Mayer, Frl. Ruth F r ante n t ß a. (, Frl. Ilse Ho.m.bu.ra,er, Hanna. B amb e r g e r , Frl. Henny Schächter, Walter Mayer, Frl. Lisel B l u m e n t h a 0 vertreten, die in Prosa, Gesang und Mimik ihr schauspielerisches Können offenbarten und mit Recht wiederholt vor die Rampe gerufen wurden. Das Ganze endete in einem Hymnus auf die S. R. Hirsch-Schule, der infolge der unermüdlichen Propaganda der Damen des Vergnügungs-Komitees auch durch diese Veranstaltung ein den Zeitläuften entsprechender, jedoch nicht unansehnlicher Betrag zufloß. . Frankfurter Vereinskalender. Verein Mekor Chajtm. Samstag morgen nach Schul im Hörsaal: Dintm, Herr Dr. E. Posen — nachmittags 2/4 Stunde vor Mincho im Vereinslokal Mikro, Herr Dr. W. Hofmann. — l Stunde vor Nacht (ebenso Sonntag 6.50 Uhr vorm.) im Dereinslokal Gömoro. Herr I. Soffer. — 8.30 Ne wiim, Herr Dr. Marcus Lange. Sonntag morgens nach Schul (ebenso Mittwoch) d-ih «n — vormittags 9.15 Uhr (ebenso Dienstag 6.30 Uhr) Gemoro. Hern Rabb-Ass. G. Posen. Montag (auch Donnerstag) nach Schul: Mifchnä Mit gliederlernen. — abends 7 Uhr (auch Mittwoch) Ge moro. Herr Rabbiner Dr. Jos. Breuer. — abends 8.15 Uhr (auch Donnerstag) Gemoro Herr Dr E. Posen Dienstag (auch Freitag) nach Schul: Mischna. Herr Dr E. Posen. Von Montag bis Freitag morgens nach Schul im Sitzungszimmer Gemoro. Herr Dr. S. Ehrmann. Sonntag, Dienstag und Mittwoch abends 8.15 Uhr im Vereinslokal Schaßlernen. Herr Herz Holpern. Jahrzeilsstiftungen. Montag, 11. April: Helene Apelt geb. Leucht-Stiftung. Montag, 11. April: Ester Swetizki-Stiftung. Dieusta, 12. April: Ernst Ascher-Stiftung. Donnerstag, 14. April: Salli Frankenthal-Stiftung. Lirvjalh Chen. Samstag mittag 43/4 Uhr im Hörsaale, Friedberger Anlage, Vortrag des Herrn S. Schachnowitz. Gebekzettesr jpun ms; Freitag abend 6.35 Samstag n?222?n 6.45 Samstag morg. 8.00, Samstag nachm. 1.00 u. 4.30 Samstag abend 7.55 Wochengottesdienst: Morgens 6.30 Nachmittags 6 30 Tefillin-Legen am Morgen 4.30 Briefkasten. A. K. a) 15. Ijar — 3. Mai 1920: 13. Mai b) 28. Juni 1920: 8. Juli pi-a 's- Vas Zion. Mk. 1.— für Spende eingegangen. Famiiiennachrichken. Geboren: Ein Sohn: Marcus Maier, dem Herrn Gazan-Hausdorff, Haag, Stationsplein 45. Barmizwo: Walter, Sohn des Herrn Max Glücktadt und Frau Klara geb. Halberstadt, Hamburg, Be neckestr. 24. am!>iim nav- Goldene Hochzeit: Herr Josef Vamberger und Frau Jeanette geb. Adler, am 19. April 1932, in Altenstadt (Oberh). Personalien. Berlin, 5. April. Am Q'bpv p"»x 1» schied von uns ein Mann im Greisenalter, der Typus des geraden, einfachen Juden der alten Zeit, Michaelis Jacobi. Aus dem Elternhaus übernahm er nx-rai nanxa m m nayV- Sein Vater hatte einen Kolonialwarenhandel in der Judenstrahe in Posen, vor der „Neuen Schul", neben dem Veth Hamidrasch von Rabbi Akiba Eger in einem Gewölbe, das in einem gewissen.Sinne historische Bedeutung hat. Nach einer Lokaltradition betrieb in diesem Gewölbe die Schwiegermutter des Meharscho ihr Geschäft, woinit sie ihn aushielt, damit er ungestört dem Tauroh- Studium sich hingeben konnte. Dafür nannte er sich nach seiner Schwiegermutter (Edel) Schmuel Edels. . Für das jrnsr der Eltern ein kleines, aber bezeichnendes Beispiel: Wenn Waren ausgewogen werden sollten, so wurde erst das Gewicht der Tüte abgeglichen, und dann die gewünschte Menge eingeschüttet und abgewogen. Diesem Vorbild lebte der Verblichene nach und zeigte in seinem Geschäftsleben die peinlichste Gewissenhaftigkeit ohne Rücksicht auf den in Frage kommenden Betrag. Mit gleicher Gewissenhaftigkeit strebte. er nach Kräften die nix» ipr-ipa zu erfüllen. Unbeschreibbar war sein NMIV; ängstlich vermied er, was irgendwie als ein Hervortreten hätte gedeutet werden können, so daß selbst seine nähere stmtzeduutz feinen wahren Wert, nicht voll erkennen konnte. Aber seine tief innerliche Menschenliebe konnte er nicht verbergen; sie zeigte sich in steter Hilfsbereitschaft und Rücksichtnahme auf andere, auch ganz Fremde. Und nicht nur in der Tat, sondern auch — imna iaT> il> - mit dem Wort. Stets suchte er mar tpb p zu sein; kein Hortes Urteil über den Andern vermochte er zu hören, zumal gegen den Raw durfte kein Wort vor ihm geredet werden. Neben dem dafür verheißenen d’«1 nanan — er erreichte das gesegnete Alter von 86 Jahren (ohne jemals krank gewesen zu sein) — wurde ihm und seiner ihm. würdigen Gattin vravss reicher Lohn durch gleiche treue Liebe der Kinder. Bescheiden und still hat er gewirkt, bescheiden und still hat er gelebt, bescheiden und still mußte er zu Grabe getragen werden. Sein Leben war ein ioi» für unsere Zeit, naiai» miar ■>m. Heilbronn a. 3t., 4. April. Einen ihrer rührigsten Mitarbeiter hat die hiesige Israelitische Religionsgesellschaft leider mit dem Hinscheiden ihres langjährigen 2. Vorsitzenden, Herrn Hermann W 0 l l e n b e r g e r . rry verloren. Im Verein mit den Gebrüdern Reis und noch einigen Gesinnungsgenossen war er vor zwei Jahrzehnten Mitbegründer dieser Vereinigung, die unter großen Opfern und mit anerkennenswerter-Energie die zum thoratreuen Leben notwendigen Institutionen schuf, und vip' Dna rn' irm i>a jeden, der mit ihnen in Berührung kam, von der heiligen Begeisterung für mxm min erfassen ließ. Dem Wunsche des Verblichenen gemäßhielt Herr Rabbiner Dr. Ansbacher, Wiesbaden, der ein Jahrzehnt geistiger Führer jenes Kreises war, einen warmempfundenen Hefped, in dem er besonders die Treue seines Charakters, den praktischen Blick in allen nötigen Beschlüssen und sein energisches Eintreten für die Interessen der orthodoxen Gemeinde betonte, und den Wunsch aussprach, daß sich immer Männer finden mögen,, die auch dem Nachwuchs die unter großen Opfern geschaffenen Institutionen erhalten werden. Als Vorsitzender der Israelitischen Religions-Gesellschaft dankte auch Herr Heinrich Scheuer dem Verblichenen für seine rührige Mitarbeit, woraus auch einer der Angestellten im Namen des Personals dem Chef für sein vorbildlich gerechtes Wesen dankte. maxan. Unter der Firma Posen & Posen Silberschmiede G. m. b. H. haben die früheren Inhaber der Firma Laz. Posen Wwe, die Herren Philipp und Eli Posen, altbekannte Fachleute, ein Silberwaren- und Juwelengeschäft im Hause Kaiserstrahe 5 eröffnet. Die intim gehaltenen Verkaufsräume bliden den vornehmen Rahmen ür -die Erzeugnisse der Firma. Edles Silbergerät, Betecke, moderner Schmuck sowie Uhren sin din den Vitrinen und Schränken geschmackvoll ausgestellt. Von besonderem Interesse ist die reichhaltige Ausstellung von Kultusgegenständen für Synagoge und Haus, die eine besondere Spezialität des Hauses Posen & Posen bildet und viele neue Muster aufweist. Es gibt bestimmt nur wenige Menschen, für die die Gegenwart nicht schwer zu tragen ist. Und ob die Zukunft hell oder dunkel sein wird, das kann niemand wissen. Aber eines kann bestimmt ein jeder tun: Sich das Leben nicht noch schwerer machen als es ohnehin ist, im Gegenteil, es sich erhellen mit Heinrichs billigen Steh- und Hängelampen. Der Jomtow naht heran, ist auch alles schwer, so soll doch sein Schein, den wir mit möglichst viel Helle uns zu erhöhen bestreben, leuchten in kommende Tage. Unfern Lesern ist die Firma Ing. A. I. Heinrich, Hanauerlandstrahe 38, Tel. 26382, chon bekannt, welche in der kurzen Zeit ihres Bestehens ich bereits einen größeren Kundenkreis durch ihre preiswerte, gute Arbeit sowie prompte Erledigung ihrer Aufträge erworben hat. Die besten Referenzen stehew zur Verfügung, ein qutgeschultes Personal führt Ihre Arbeit zu Ihrer Zufriedenheit aus. Die Firma Johann Heil, Hanauerlandstr. 64, Tel. 456 37 macht noch einmal darauf aufmerksam, daß sie, wie jedes Jahr auch dieses,Peffachbleche billigst anfertigt. Wer Ritualiengeschenke zu den Feiertagen zu machen wünscht, sei auch darauf aufmerksam gemacht, daß die obige Firma Lulowständer in bester Ausführung an- 'ertigt. Was man wissen muß! — Gesundheit ist das höchste Gut — sie zu besitzen ist ein Reichtum, der leider nicht immer recht gewürdigt wird. Erst, wenn man sie nicht mehr hat, lernt man ihre überragende Bedeutung chätzen. Was soll man denn für seine Gesundheit tun? Das Nächstliegende — sich mit seiner Lebensweise entbrechend einstellen, denn die meisten Krankheiten haben ihren Ursprung in einer unrichtigen Ernährungsweise. Als Brotaufstrich, zum Kochen, Backen, Braten verwende man die nach gesundheitlichen Gesichtspunkten hergestellten koscheren Pflanzenmargarine-Marken und Kokosfett-Präparate der Pflanzenbutter-Vertriebs-Gesellschaft „ N i e d e r r h e i n " m. b. H., Düsseldorf. Sie ind nach einem besonderen Verfahren und unter Aufsicht der Ritualkommission der Israelitischen Gemeinde Frankfurt a. M. hergestellt. „Ruth" — die Spitzenqualität auf dem Gebiete der koscheren Pflanzenmargarine-Herstellung ist von überragender Güte, außerordentlich bekömmlich und leicht verdqulich. Wegen ihres hohen Nährwertes — denn sie enthält auch wichtige Aufbautoffe, Vitamin — wird sie besonders gern gekauft. Der Zreis ist den Zeitverhältnissen entsprechend, unter Berückichtigung ihrer besonderen Vorzüge, als niedrig bemessen anznfehen. Die Vertretung haben die Herren H. u. A. E t t i n - g e r, Frankfurt a. M., Langestr. 31, Telefon 24565. Auf die Anzeige in der heutigen Nummer dieses Mattes wird Bezug genommen. Bcrantwortlich für den allgemeinen Teil und das Feuilleton F.EL achnowitz, Frankfurt a. M.; Inserate i. V.: ®. Schachnowitz, ebenda. — Für die pädagogische Beilage: Lehrer L. Kaufmann, in Sprendlingen (Kr. Lffenbach). - Verlag des Israelit und Hermon G. m. b. H., Frankfurt a. M. — Druck: Hermon-Druckerei, Frankfurt a. M.

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