Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 73 (1932)
- Issue
- Heft 15 (7.4.1932)
- Date
- 1932-04-07
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
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7. April 1932 Der Israelit Nr. 15 Seite 5 tct in das andere Leben. Am Ende eines jeden Lebens erwächst jedem die Erkenntnis, daß wir Alenschen zusammengehören, daß wir aufeinander angewiesen sind, daß wir einander helfen müssen. - Wohl dem, dem diese Erkenntnis viel früher aufgeht, der schon in seiner Jugend wagt, jung zu sein, mit dem Kerzen zu denken und zu vertrauen. Ewige Jugend ist sein Lohn, denn ihm strahlt das Licht, das ihm leuchtet von einem Ende der Welt bis zum anderen. MrespoMMM « Kscdrtcdte«. Deutsches Reich. Preußischer Landesverband jüdischer Gemeinden. Berlin, 4. April. Am Sonntag und Montag fand der Verbandst a g im früheren Herrenhaus statt. Den Vorsitz führte Rechtsanwalt Heinrich Stern. Nach der Erstattung des Geschäftsberichtes durch Kammergerichtsrat Wolfs, der u. a. gegen das Vorgehen der Volkspartei in Sachen des Judengesetzes polemisierte, legte Dir. K a r e s k i den Haushaltsplan für 1932/33 vor, der in Einnahmen und Ausgaben mit Mk. 936.000 balanciert, wovon Mk. 235.000 Staatsbeihilfen find. Die Mitgliedgemeinden sollen Mk. 525.000 (8"/,,» vom Steuersoll) und nochmals 2"/,M als Noiftandsumlage beitragen. Die Hauptaussprache bot wenig Bemerkenswertes, obgleich von allen Parteien zwei Garnituren von Rednern zu Wort kamen. Rechtsanwalt H o r o v i tz , Frankfurt wandte sich gegen die Kürzung der Zuschüsse für Lehrerbildung, sowie auch gegen den Sturmlauf, den man gegen den Judengesetzentwurf veranstaltet habe. Dr. Jsmar Freund wies darauf hin, daß von 700 Mitgliedsgemeinden 100 einen Einkommensteuerzuschlag von 100 Proz. und noch mehr, 260 Gemeinden mehr als 60 Proz. erheben. Hier fei sofortige radikale Hilfe notwendig. In der Spezialdebatte über den Reichsverband zeigte sich, daß die Volkspartei das mit den Liberalen geschloffene Kompromiß au-f gegeben und einen Gegenentwurf eingebracht hat. Während man von volksparteilicher und konservativer Seite dem Verband den irreführenden Namen „Reichsverband der deutschen Juden" beilegen will, wollen die Liberalen der Firmenwahrheit die Ehre geben und den Verband „Reichsbund jüdischer Landesverbände" nennen. Der zweite Tag war der Spezialdebatte über den Etat gewidmet, wobei der Kampf hauptsächlich um die Fragen der Zuschüsse für Schulen und Lehrerbildung ging. Der Rat will diese Zuschüsse von Mk. 70.000 auf Mk. 18.000 herabsetzen und die Liberalen weiter auf Mk. 12.000. Die Abstimmungen werden im Laufe des heutigen Abends stattfinden. B e r l i n, 5. April. Bei der Etat-Beratung wies Rabbiner Dr. H o f f - m a n n, Frankfurt a. M. darauf hin, daß die Verbandsleitung sich zur dauernden Unterstützung des Jawne- Realgymnafiums Köln 1929 verpflichtet habe und daß die Staatsbehörde nur mit Rücksicht auf diese Zusage die I Die Woche. I Berlin. Der Hilfsverein der deutschen Juden hielt am 31. März seine Jahresversammlung ab, über die ausführlicher Bericht noch folgt. Karlsruhe. Der badische Landtag hat ein Gesetz über eine kirchliche Kopfsteuer, Kirch- 8 geld, nach dem Muster der preußischen Be- 8 stimmungen angenommen. Die Kopfsteuer 8 kommt auch für alle jüdischen Stadt- und 8 Landgemeinden in Frage. Paris. Wie Hias 8 mitteilt, hat Uruguay feine Grenzen für die 8 Einwanderung mit Ausnahme von qualifizier- 8 ten Arbeitern, die bereits Stellung haben, ge- . 8 sperrt. Budapest. Der bekannte Generaldirektor 8 «der Budapester Elektrizitätswerke, Ludwig 8 Deutsch, ist im Alter von 63 Jahren ge- 8 storben. Bukarest. In der rumänischen Kam- 8 mer entwickelte sich am 31. März wiederum 8 eine lebhafte Judendebatte. Prof. C u z a hielt 8 eine Brandrede für den Numerus clausus, die 8 von Schmähungen strotzte. — 100 Mitglieder 8 des rumänischen Parlaments reifen nach Pa- 8 läftina zur Frühlingsmesse in Tel-Awiw. Auch I der Führer der Eisernen Garde ist dabei. Mai- 8 laud. Oberrabbiner Da F a n o, von dem 8 fürtgft anläßlich seiner freundschaftlichen Audienz 8 bei seinem Jugendfreunde, dem Papst Pius, 8 die Rede war., feiert dieser Tage seinen 85. 8 Geburtstag. Warschau. Bereits über 10 000 8 Familien haben sich an die jüdische Gemeinde » um Pesach-Unterstützung gewandt. — Ein in- S teressantes Symptom dafür, welche Rolle die 8 Juden in der Musik spielen, ist die Tatsache. 8 daß bei der hier vorgenommenen Preisvertei- 8 lung im internationalen Chopin-Wettbewerb 8 I von 15 Preisen 14 an jüdische Pianisten fielen. 8 Saloniki. Hier begann der Prozeß gegen 11 8 Teilnehmer an den im Juli v. I. stattgehabten 8 antisemitischen Ausschreitungen, die zur Nieder- 8 brennung eines von Juden bewohnten Viertels 8 führten. Moskau. Nach offiziellen Mitteilun- 8 gen sollen rund 2000 Familien jüdischer Neu- 8 koloniften in den drei jüdischen Rayonen 8 Ukraine, Krim und Viro-Bidschan in den letz- 8 ten zwei Monaten eingetroffen -sein. Die sta- 8 tistische Abteilung beim Komzet teilt mit, daß 8 am 1. April in Rußland über 800 000 jüdische 8 Arbeiter vorhanden seien. Jerusalem. In Trans- 8 jordanien wurde ein Beduine verhaftet unter 8 dem Verdacht, der Mörder des Kolonisten 8 Burstein aus der Kolonie Balvuria zu sein. 8 — Die Bürgermeister der Städte und Dörfer 8 in Palästina sind zu einer Beratung über den 8 Entwurf eines neuen Verwaltungsgesetzes für 8 die Städte nach Jerusalem zusammenberufen 8 worden. — In den ersten 10 Tagen des Mo- 8 nats März wurden 180 000 Kisten Orangen 8 nach Europa verschifft. Im Februar waren es 8 während des ganzen Monats 215 000 Kisten. 8 Errichtung der Oberstufe genehmigte. Oberrabbiner A l tmann, Trier forderte die unmittelbare Zuleitung der für die Reichszentrale für Schächtangelegenh eiten bewilligten Mk. 3000 an diese Stelle. Dr. Ludwig Holländer drückte der Reichszentrale, insbesondere ihrem Leiter, warmen Dank und Anerkeunung für ihre überaus umfassende und segensreiche Arbeit aus. Ein großer Kampf wurde um die Verbands-Subvention für den H e ch a l u z geführt, der damit endete, daß die liberale Mehrheit den Hechaluz nur unter der Bedingung der Prüfung jedes Einzelfalles der Bedürftigkeit subventionieren will. Diesen Beschluß betrachtete die Volkspartei als Kampfsignal und brachte als Vergeltungsmahregel den Antrag des Rates, eine Krisenfonberumtags von ben Verbandsgcmeinden in Höhe von 2°/m, mit einem Erträgnis von Mk. 120.000 zu erheben, zu Fall. Für die Annahme dieses Antrages wäre nämlich eine -'/-.-Mehrheit notwendig gewesen, die ohne die Volkspartei nicht zustande zu bringen ist. Rache ist süß! Ein Antrag der Volkspartei, die jährliche Vergütung an den Natspräfidenten von Mk. 4400 und die Aufwandsentschädigung von Mk. 5500 angesichts der Zeitverhültniffe zu streichen, wurde von der liberalen Mehrheit abgelehnt. Die Ratsvorschläge über eine P e n s i o n s k a s s e für jüdische Beamte in Argvindung mit einem Vertrag zwischen dem Landesverband und der Versicherungsgesellschaft „Viktoria" wird mit Mehrheit dem engeren Rate zur Entscheidung überlassen. Der Vizepräsident des Zentralverei.rs, Herr Dr. Bruno W e i l l, legte eine einstimmig angenommene Resolution gegn den Antisemitismus vor. Einstimmig angenommen wurde auch die Bewilligung eines Beitrages von Mk. 1000 für den Weltverband Schomre Schabbos. Die Weiterbearbeitung der Frage des Reichsverbandes wird dem ständigen Ausschuß des Verbandstages zur endgültigen Entscheidung überwiesen. Vor fast leerem Hause fand daun noch eine sogenannte Wirtschaftsdebatte stak.. Der Rat ließ nach der Tagung noch verlautbaren, daß er in der Lage sein werde, trotz der durch die Volkspartei herbeigeführten Vereitelung der Notstandsumlage von Mk. 120 000 die P e r f o n a l a u s g a b e n des Verbandes zunächst ohne Unterbrechung weiter zu leisten. Abituricntenentlassung an der Jawne. Köln, 25. März. Am vorletzten Sonntagvormittag fand im großen Saale der Rheinlandloge die öffentliche Entlassungsfeier für die Abiturienten des Reformrealgymnasiums Jawiie vor einem ansehnlichen Publikum sowie vor Vertreterii der beiden Kölner Gemeinden und anderer Organisationen statt. Im Mittelpunkt dieser außerordentlich wohlgelungenen festlichen Stunde standen drei Vorträge von Abiturienten. Zunächst sprach Joseph D ü n n e r in einem r :! : ,”'LI | KOSCHER FÜR PESSACH ______ Zwei koschere Pflanzenfette ... so sparsam, so bequem! ros bv Tomor, hergesreih unter Aufsicht Seiner Ehr würden des Herrn Rabbiner Dr Wolr, ist reinste Mandelmilch-Margarine! Sie können sie als Brotaufstrich unter Fleischbelap verwenden und für Kuchen und Torten, die Sie unmittelbar noch der Mahlzeit reichen wollen. Tomor enthält keine tierischen Fette und darf daher zu allen Speisen ohne Unterschied gebraucht werden Palmin koscher besteht zu vollen 100°/o aus reinem Cocosfett. Beim Kochen,Braten,Backen — immer freuenSie sich über seine Ausgiebigkeit und seinen reinen Geschmack. Palmin koscher enthält keinen Tropfen Wasser — es spritzt daher nicht aus der Pfanne, das ganze verwendete Quantum wird voll ausgenützt. Und dabei istPalmin koscher so leicht verdaulich,daß es selbst dem empfindlichsten Magen aut bekommt. TOMOR TV2 PALMIN Mit diesen beiden Feiten gelingen die österlichen Speisen zu Ihrer vollsten Zufriedenheit KOSCHER