Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 73 (1932)
- Issue
- Heft 14 (31.3.1932)
- Date
- 1932-03-31
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Seite 10 Nr. 14 Der Israelit 31. März 1932 Trauerkundgebung um Oberrabbiner Joseph Lyajim Sonnenseld Die Erekukive der Weltorganisation „ A g u d a s IisroeI " und der Borstand der Synagogengemeinde „Israelitische R e I i g i o n s g e s e l I s ch a ft " veranstalten ..am Sainstag abend 9 Uhr präzis in der Aula der Realschule, Am Tiergarten 8, eine Trau er kund - g e b u n g um O b e r r a b 'b i n e r CH a j i m Sonnenfeld V"xr Nach einer einleitenden Ansprache des Herrn G e m e'i n d e r a b b i n e r s wird Herr Rabbiner Jonathan H o r o v i c z aus Jerusalem t>so» sein und auf Grund seiner langjährigen persönlichen Beziehungen zu dem Heimgegangenen ein Bild seiner großen Per- Psönlichkeit zeichnen. Israelitische Bolksschule. Die am letzten Donnerstag stattgehabte Schlußf e i e r in Verbindung mit der Entlassung der abgehenden Schüler und Schülerinnen trug, obgleich äußerlich der gewohnte Rahmen der Veranstaltung nicht überschritten ward, einen besonders feierlichen Charakter. Galt es doch den 50. Jahrestag der Gründung der Schule zu begehen, dem in Ruhestand tretenden allverehrten Rektor Baruch Stern den Abschiedsgruß zu widmen und den neueruannten Rektor der Schule, Herrn Karl Ochse n m a n n , offiziell in sein Amt einzuführen. Naniens des Gemeindevorstandes hob Herr Jacob R o | e n I) c i ni diese drei Momente, um die sich die Feier gruppiere. hervor und teilte mit, daß nach den Beschlüssen der Verwaltungskörperschasten das 50jährige Jubiläum 'der Schule im Herbst zu Beginn des Wintersemesters in größerem Rahmen öffentlich begangen werden svile. Dem scheinenden Rektor widmet er warme Worte des Dankes und der Anerkennung für seine hervorragenden, in dem allseitig anerkannten Aufstieg der Schule zum Ausdruck kommenden Leistungen als Schulleiter, V e r w a l t u n g s m a n n , Pädagoge, Jude und M e n s ch. Im Namen der Schulverwaltung übergab er dem scheidenden Rektor als kleines Zeichen der Anerkennung ein werwolles wissenschaftliches Werk. Der Redner gab endlich der Zuversicht Ausdruck, daß in dem neu ernannten Rektor, Herrn O ch s e n m a n n , der .ja bereits 3 Jahrzehnte sich an der S. R. 'Hirsch-Schule glänzend bewährt habe, der rechte Mann gefunden sei, um die Errimgenschaften der Vergangenheit festzuhalten und in rüstige,n Fortfchreiten die Anftalt auf dem Boden ihrer Grundsätze weiter zu entwITkeln. Namens der Verwaltungskommission der Schule richtete, unter Wiederholung Des warmen Dankes 'für den scheidenden Rektor und der Begr'ützung des neu ernannten, Herr Jos. Offenbacher eindringliche Worte der Mahnung und Belehrung an die abgehenden Schüler und Schülerinnen, mdem er ihnen den Mann, der nächst dem Gründer der schule, Rabbiner S. R. Hirsch, am meisten zu ihrem Aufbau beigetragen, Selig Goldschmidt s. A., als leuchtendes Vorbild für die Verwirklichung jüdischer Lebensideale in allen Lagen und Gestaltungen des Daseins oorführte. Herr Rektor Stern dankte in bewegten Worten für die ihm gewordenen Ehrungen und widmete den Hauptinhalt seiner Rede alsdann den ihm ans Herz gewachsenen Schülern und Schülerinnen, die er ermahnte im Geiste des mznjr inox ’ario nns» mo die Lehren der Schule im Leben, allen Anfechtungen zum Trotz, sich als beste Gewähr ihres Glückes zu bewahren. Der neue Rektor, Herr O ch s e n m a n n , konzentrierte seine geistvolle Ansprache auf die Würdigung der Bedeutung Goethes für das sittlich-religiöse Leben unserer Zeit, die, ungeachtet des weltanschaulichen Gegensatzes zwischen dem sinnenfrohen Heidentum des Olympiers und der ethischen Strenge des Judentums, auch für uns durchaus gegeben sei. Die Reden waren umrahmt von. stimmungsvollen Chören und von niedlichen deklamatorischen und szenischen Darbietungen der Kleinen und Kleinsten, die bei dem dankbaren Publikum Beifallssalven auslösten. Jur Mittelpunkt stand eine „Schulprüfung" und eine Dramatisierung der Purimgeschichte mit modernem Einschlag. Kinderhaus der weiblichen Fürsorge e. V., Frankfurt-M. Im verflossenen Jahre verpflegten wir 75 Kinder mit 12086 Pflegelagen. Die Einnahmen an Mitgliedsbeiträgen betrugen Mk. 2505.— (im Vorjahre Mk. 2809.—), die eingegangenen Spenden Mk. 2145.— (im Vorjahr Mk .8560.—). Diese Ziffern beweisen, wie die Verschlechterung der allgemeinen Wirtschaftslage auch unsere Institution benachteiligt und wie schwer uns die Llufrechterhaltung unserer Arbeit wird. Um unsere Einrichtungen besser auszunutzen, nehmen mir jetzt nicht allein Kinder bis zum 6. Lebensjahre, sondern Mädchen bis zum 10. Lebensjahre in Pflege. Dieselben werden mit gleicher Sorgfalt betreut wie die anderen Kinder, auch bei ihren Schulaufgaben beaufsichtigt. Auch sind mir bereit, Kinder zum vorübergehenden Aufenthalt auszunehmen z. B.,. wenn die Eltern verreisen müssen oder in allen anderen Fällen, wo Eltern ihre Kinder zeitweise in zuverlässige Bewahrung unterzubringen wünschen. Wir bitten Interessenten um gesl. Anfragen, die wir bereitwilligst beantworten werden. Jahresbericht der Jüdischen Frauenvereinigüng e. V. 'Not und Sorge in ungeahntem Ausmaße ist über die Menschheit gekommen. 'Alles seufzt unter dem Joch von Kummer und Bedrängnis. Wohin man blickt, versorgte Gesichter. Alt und Jung fühlt die Schwere der Zeit: leider auch die Jugend, deren Vorrecht sonst die harmlose Fröhlichketi war. Umsomehr liegt auf den Organen der Wohlfahrtspflege die Verantwortung und die Pflicht, in allergrößtem Mäßstab, soweit es die Finanzen erlauben, helfend einzugreifen. Die Jüdische Frauenverelnigung e. V. die auf dem Boden der überlieferten Tradition steht, deren eine Säule „Gemilus Chafodim" ist, empfindet in zwingendster Weise, diese Verpflichtung und hat sich aufrichtig bemüht, zu ihrem Teil allerorts, wo es Not tat, zu helfen. Wir find uns bewußt, daß unser Tun nur Stückwerk ist, daß wir nur kleine Löcher stopfen können, denn leider geht mit der großen Not ein Rückgang der Einnahmen Hand in Hand. Die Jahresbeiträge sind natürlicherweise ebenso wie die Spenden geringer geworden, und um den Anforderungen gerecht zu werden, mußten wir auf unsere Rücklagen zurückgreifen, trotzdem uns die Bridge-Büchsen-Aktion mehrfach mit guten Einnahmen aushalf. Dank der energischen Initiative einer unserer Damen hat sich diese Institution gut eingesührt und bestens bewährt und hat wesentlich dazu beigetragen, die Tätigkeit der Jüdischen Frauenvereinigung zu verbreitern und vieler Not zu steuern. In. unserer Ilnterstützungskommission mehrten sich von Woche zu Woche Fälle, die uns ans Herz griffen, in denen wir nur größere Summen geben konnten, um der Verzweiflung in besten Familien zu steuern. Wir wurden in diesem Liebeswerk durch die Winier-Noistands- Aktion der I. R. F. unterstützt, die Unsere güten Fälle mit Lebensmittel-Paketen versah. Daneben mußten wir kleinere Existenzen mit entsprechend geringeren Geldmitteln verborgen, ukiser Kleiderdepot lieferte allwöchentlich Vielen Kleider, Wäsche, Schuhwerk. Kinderre,che Familien und Wöchnerinnen bekamen Milch; Kohlen wurden infolge der Länge des Winters sehr oft erbeten und bewilligt. Mit besonderer Freude wurde die Geschirr-Verteilung zu Pe- >ach von unseren Schützlingen begrüßt, die ihnen die großen Ausgaben zu bis dt» tragen half. In der K i n d e r f ü r s o r g e war es uns möglich, viele Kinder in die Heime Dürrheim, Hofheim, Kreuznach zu schicken und sie gckräftigt zurückkehrne zu sehen. Neben namhaften Spenden von Gönnern und den aus unserer Kasse hierfür bereitgestellten Mitteln haben wir diesen Zweig unserer Tätigkeit aus der Telegramm- und Blumenablösung bestritten, und wir möchten darum diese schöne Einrichtung unseren Mtgledern besonders warm ans Herz legen. (Schluß folgt.) EedSchtuisfei r für Arthur Talheim. Die Intendanz des Frankfurter Schauspielhauses widmete gemeinsam mit der Hermann Cohen-Loge dem früh verstorbenen Dramatiker und Dramaturgen Arthur Sakheim eine/ Erinnerungsfeier im Saal der Frankfurt-Loge. In jüdischen Kreisen ist Arthur Sakheim besonders durch sein Drama „Der Zaddik" bekannt geworden. Frankfurter Vereinskalender. Berein Mekor Chajfin. (Alle Schiurim wie üblich.) Jahrzeitsstiftungen. Sonntag, 3. April 1932: Rabb. Jfak Strauß-Stiftung. Montag, 4. Aprill 1932: Direktor Mendel Hirsch-Stiftung. Liwjakh Ehen. 2. April nachm. 4.45, im Hörsaal, Friedberger Anlage, Vortrag des Herrn Zahnarzt Dr. S. Ehrmann. Jüdischer Turnerbund e. B. Mit dem Wiederbeginn des Schulunterrichts werden auch unsere Kurse für alle Abteilungen wieder anfangen. Die Kurse bleiben vorerst wie seither bestehen, besonders der Damenkurs findet weiter in der Liebfrauenschule statt. Wir bitten unsere Mitglieder um, regelmäßigen Besuch der Kurse. Gehutzelte«. ■»rnw ms? Freitag abend 6.25 Samstag n»Dwn 6.45 Samstag morg. 8.00, Samstag nachm. 1.00 u. 4.30 Samstag abend 7.45 Wochengottesdienst: Morgens 6.30 Nachmittags 6 30 Tefillin-Legen am Morgen 4.45 Wochenkalender vom 2. — 9. April 1932 vom 25. Weadar bis 3. Nißan 5692 |! ’!SV tp Ennn panaa . ’J’iaBr Mauled: Mittwoch früh Samstag 2 25 5? 3 Uhr 22'/« Min. VINN OEHD Sonntag 3 26 V Montag 4 T7NT 27 np> j! Dienstag 5 28 ip Mittwoch 6 >29 TP 7t>p TSD DV Donnerstag ä 7 1 nP naipn enh »tn Freitag 5? 8 2 pp Samstag 9 |3 -P Die Firma B. 'N uß b a u m^ F r a n k f u r t a. M. 1 Fabrikant der beliebten (Weinbrände Stibowitz, ff. Tafellicöre usw.) macht darauf aufmerksam daß sw in diesem 'Jahre für nos außer dem im "Preis stark herabgesetzten Aepfelwein, auch alkoholfreien Aepfelmost („Süßer") liefert, und zur Neueinführung reinen Weinessig no2herftellt. Näheres siehe Inserat. Erholungsbedürftige Knaben finden rm an 'bester waldreicher Höhenlage gelegenen Hause von Lehrer W etz ler in König stein liebevolle Aufnahme und fürsorgliche Pflege. Realschule und Lyzeum am Platze. (Näheres siehe Inserat.) Wie in den letzten Jahren bringt die Ostend- Apotheke, Frankfurt a. M., für Pessach eine eigene Zahnpasta und neuerdings auch Mundwasser, flüssige Seife und Kinderpuder, alles unter Aufsicht der Israelitischen Religionsgesellschaft, Frankfurt a. M., heraus. Diese vorzüglichen eigenen Fabrikate der Ostendapotheke stehen in Bezug auf Preis und Güte nicht hinter den besten Martenfabrikaten zurück. (Siehe Inserat im Annoncenteil.) Moderne Augengläser Pelerssfr. 1 ftein Laden) Neuanfertigung u. Reparaturen in eig. 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