Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 73 (1932)
- Issue
- Heft 13 (24.3.1932)
- Date
- 1932-03-24
- Page
- – (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Seite 14 Nr. 13 Der Israelit angehört und spricht den Wunsch aus, es möge ihm vergönnt sein, in Gesundheit noch viele Jahre im Dienste von Eemillus Chcjed wirten zu können. Der Mitglicderbcitrag für 1932 wurde wieder auf 9.— Mk. festgesetzt. Bei der V-.-riosung der Aussteller 1. Klasse aus 1931, die 4000.— Mk. beträgt, wurde die S’imnmcr 140 gezogen. Dem Mitglied, das diese Brteiligung-iiummer besitzt, steht Vas Recht zu, den genannten Beirag als Mitgift einem Mädchen znziiweiseui das den satzungsgemäszeu B ed i n g u n g e n e >; 1 i r i 11} t. Ferner bat der Vorstand in seiner auch ani 15. d. M. stattgesundeiien Sitzung beschlossen, lieben Aussteuern 2 Klasse von [c 400.— Mi. am 24. Mai d. I. zur Vergebung zu bringen. Zur Bewerbung um diese Aussteuer 2. Klasse ist jedes jüdische Mädchen, das den Bedingungen der Satzung genügt, ohne irgend eilte Zahlung zugelassen. Anmeldungen haben von den Bewerberinnen bezw. ihren Eltern oder Vormündern bis zum 29.. April d. I. bei Herrn Wolfgang Äue.bach, Gervinusstr. 10, vorm. 8— 9 Uhr zu erfolgen. Der Verein iiioi auch hiermit zur Erneuerung bezw. Erwerbung der Mitgliedsschajt ein und bittet, ihin den 'Jahresbeitrag von 9.— Ml. auf fein Postscheckkonto Nr. 503 38 zu überweisen. Jedes Mitglied erhält mit der' Quittung über den Jahresbeitrag seine BellstignugSiiummer für die Verlosung der Aussteuer 1. Klasse aus 1532, die in der ordentlichen MltgliederversaniUlUiiig des nächsten Jahres erfolgen wird. Der Verein hofft, durch den Hinz,-tritt vieler neuer Mitglieder iu bei; Stand gefetz zu werden, die Beträge der Aussteuern noch weiter zu erhdheu. Immerhin dielet die Verlesung der Aussteuer 1. Klasse den Mitgliedern eine ganz besondere Lyance. Während nämlich bei jeder anderen Verlosung nur ein Teil der eingezahlLen Beträge os-iiojt wird, übersteigt der Betrag der Aussteuwe 1. Kia sie wes r.itlid) die Summe der Mitgliederbeitrage. da der Verein ei neu '»ffdenlenden Betrag aus den Zinsen jcuic- Kapita.vc^uögens hinzusügl Freilich erhall das gewinne rbe Mtigiit.'- nicht den Betrag der Aussteuer für sich fclo; , jouoccu nur das "Recht, ihn einem nnndervemn-cilen toi .scheu, das auch seine Tochter oder eine Verwandte' sein darf, als Mitgift zu überweisen. Den Vorstand bilde-! zur Zeit die Herren Alfred Schwarzschiid, Vor,ine.:l c■:. Wc-ljaang Auerbach, Ludwig Groedel. At.ral'.am H.vrovi Dr. Ernst K'.rchheini. Dr. Julius Sich.?!, Ma.r 'SRrn. Erempiare der Sau- :' werden auf Anfordern (Anschrift Geroi.insstr. 10) zu? ÄvM. Jutzd P.- edruifeier. Anläßlich bc . w. / •: . ......c: von R. Jakob S. Posen V"3T/ am Ost-': -1 nm-i; : 27. M ,r» lveranstallen seine Sah:!:: an . :n o: : nachm r.ags 5 llljr im Hermesw-w. : v J;. nN0n li. Zlvck, NN R. Jaivn c. Pv:.': Znout;' >tu ..zanrzeit-n'ciieir, zu dem abe Frennne --n- .:;:ev eingeiad?!: . sinn. Fe n e.F: aiä.snrt a M. vCm £ i r. •: -■; .1 , ■ 2-/. t’Jj.ii'i, 8.45 Ui;:', wird Kerr D. I Len n! N! -2. ch.äagr 5: einen Vvr-rug;<n ri! a;e ErffelüingS! redlemc der ft;-;;:!c ff -;; :i t:c;td) wililommea. n: R IN!) NNl. '! : •»> -;c:- I ra-el'Nischcn FrauenheiüN . . ' n ..:n 9. statt, wobei der 2' ■: Z -nrem. e:ich; über die Kurpeiio'c .!• ' . :■;::uh -Üi.er den ungünstigen Verhä-> v 7'- za ur.H'ü, Es wurden rm Heim nnn m;n -e -• v.rpflegt, was eine Abnähme in n M'-n r! t -2 Ps-ieaten gegenüber den! Borjabr dec.. -et. : \ umuov ichwiergiec werdenden Verna nahe ann le ^'0- H-.im oov-ei.ta am 1. September qe>chi'.-?'e..-i a - r. oa. da . vff'iienten die Beträge, die sic für ci:• c f; t- :i!ii-i; Kur zu ei; trichtert versprochen lia1ivs2 e -ui; i iounre-.t. Es wurde daher deschlaffen, iii. . 1932 Patienten nur dann aufzunmn. mnin - ie ertgefetzs Beihilfe für die Kur- -perieae isit vor . .:•> uo-.i uändig bezahlt ist. Ter vh . in. 5. ttJicit d. I. wieder aufgenunnn^ n ,-N: en . > n-.nd der Hoffnung Ausdruck. daß -nun ick----. Lnu.vto . r on der wohltätigen Einricii;.•. a rn,- -.sä :nr-.ch^ n. .nn.i 7 dn-jder l , a g erstattet der Schatzmeister Berian i>die . .! iy:c. Der Fehlbetrag beläuft sich >:•■] i l.:.1ch. :Ui. / ) —. Es füll versucht werden, diesen Jce n .. n -g dnr S, tuen zu reduzieren, eventuell soll ein ff- . ,!i zur Festlegung dieser Schuld aufgenonunen weLni. e- »Wir daß die jüdische Gebesreudigkeit bei der Erimln ' n dieice s' u. die "Rettung oder Lebeusveclänger«ng so t'icict* Me> ischen unentbehrlichen Heimes nicht versagen narä. Rev.i Frlinensicuppe de s Isr. Hanswerkcrverrins. Vor zablreicheu Zu ichre rinnen und Zuhörern der Frauengruppe des isr. Handmerkervereins sprach Frau Irene Darinstadter ani 17. Mürz 1932 über „Müttergestalten der Bibel und Erziehungsprobleme von heute". Sie führte etwa folgendes aus: Mehr denn je braucht die Familie eine Stätte, eine Leüensordnung, eine Solidarität, - eine gegenseitige Verläßlichkeit. Dazu ist nötig, daß man : sich der jüdischen Vergangenheit bewußt bleiben muß, der durch die Jahrtausende hindurch getragenen ewigen Auf- - gaben des jüdifchenn Menschen. Wir blicken zurück auf die unendliche Kette leuchtender Gestalten, die die jüdische Geschichte hervorgebracht hat. Es ist der starke Einfluß ’ der jüdischen Frau und Mutter, der in der biblischen und nachbiblischen Zeit das jüdische Haus erhalten hat. — Wie steht es heute um den Einfluß der jüdischen Frau? Nur wo sich die Eltern des Wertes ihrer Tradition bewußt geblieben sind, ist die Grundlage für die Möglickkeit einer jüdischen Erziehung gegeben. Es muß eine wich- ' tige Aufgabe der Eitern sein, mit ihren Kindern den Slrom des modernen Geistesleben aufzunehmen, ihn aber durch bewußt jüdische Pädagogik zu durchleuchten. Reicher nachhaltiger Beifall lohnte die gedanklich liefen wertvollen Ausführungen. Sodann las Frau Selma Eisemann mit ihrer warmen modulationssähigen Stimme „Bilder aus Ser jüdischen Vergangenheit". Zuerst das Gebet der Hannah in der Buber Rosenzweig'schen Uebertragung sodann eine Legende von Else Cohn (Lotting) „Batseba". Der Albend bot den Erschienenen reiche Anregung. Stadt-Rund- und Fernfahrten des Verkehrsvereins. Die Stadtrundfahrten des Frankfurter Derkehrsvereins beginnen wieder, ebenso die von Einheimischen nsie von Fremden so hochgeschätzten Taunusrundfahrten über den Fcldberg und nach Bad Homburg. Es steht außer Frage, daß diese wegen' ihrer Reichhaltigkeit allseitig bekannten Fahrten das beste Mittel für den Fremden — und den Frankfurter — find, um Frankfurt, das alte und das neue, richtig kennen zu kernen. Die Stadt zeigt sich dabei von ihren besten Seiten, ohne das; dadurch ein falscher, einseitiger Eindruck beim Fremden, und besonders beim Ausländer heroorgernfen würde. Dazu ist die Fahrt zu abwechslungsreich. Die Abfahrtszeiten ab Bahuhofsplah (Berkehrsverein) find: 9.30, 10.30, 11.30 und 15.30 Uhr. — Die Taunusrundfahrten und ebenso die Fahrten nach Bad Hvmbnrg und der Saalburg (mit Besich.igungen) gehen beide um 14.30 Uhr vom Bahuhofsplah 8 ab. An den beiden Osterfeiertagen werden außerdein noch zwei große Gesellschafts-Sonderfahrten veranstaltet: 1. nach M a i n z (Besichtigung des Domes ufw.) und Wiesbaden (Besichtigung des Kurhauses und der Kuranlagen), 2. durch das Lorsbachtal — Eppstein — Königshofen — Bad Schwalbach — Wispertal — Lorch a. Nh. — Aßmauushausen — Büdesheim — Eliwille — Wiesbaden — Schier stein — Frankfurt. A bf a h r t s z e i t für die crstere Fahrt 14.00 Uhr, für die letztere 10.00 Uhr vormittags ab Bahuhofsplatz 8. „Uicht Aufrüstung — Welkabrüsiung!" Ein tiefes Erleben war die Kundgebung, die in Frankfurt a. M. vor kurzem unter dem Ruf „Nicht Aufrüstung — Weltabrüstung!" von den konfessionellen Friedensbünden und anderen pazifistischen Organisationen verstallet wurde, eine Kundgebung, die auf so starkes Interesse der Massen stieß, daß eine zweite Parallelversammlnng abgehalten werden mußte, da ein Saal die Andrüngenden nicht faßte. In kürzeren Und längeren Referaten, die durchweg von einer beschwingten und warmen Begeisterung geuuaen waren und mit ebensolcher spontanen Begeistea. a r-nsoenommen wurden, sprachen Redner der verschiedensten Länder zum Friedensproblem; sprachen von iJ/tciT eigenen Erlebnissen in Krieg und Friedensarbeit, überbrachten die Grüße gleichgesinnter Friedenskämpfer ihrer Länder und betonten immer wieder die tiefinnere Friedensbereitschaft der großen Massen, — trotz Presse- Hetze und Kriegserinnerung. Für Deutschland sprachen die Herren Priv.-Doz. Lic. Laun, Gießen und Gen.-^ckr. des Friedensbundes Deutscher Katholiken Paulus Lenz, ferner Frau Stadtrat Alken, Frankjtirr a. M,. für England Miß Lilian Stephenson von der Exekutive des Internationalen Versöhnungsbundes und der Quäker Mister Corder Catchpool, für Frankreich sprachen Pastor Kretschmar von der Evangelisch-lutherischen Freikirche und dem Internationalen Versöhnungsbund sowie Monsieur Trocme, Pastor einer französischen Jndustriegemeinde; Belgien hatte zwei warntherzige Frauen entsandt: Mme. Poors- P c t e r s , Leiterin des Intern. Versöhnungsbundes und Mlle. B e t s i) Hollands, eine Journalistin, die in der belgischen und flämischen Jugendbewegung arbeitet, und Schweden schließlich war vertreten durch Herrn Superintendant Nenn der, einen Freund des unlängst verstorbenen Friedensvorkümpfers Söderbloem. Es war unendlich eindrucksvoll, wie alle diese bewährten Pazifisten jeder vom Aspekt seines eigenen Landes aus vortrugen, wie in ihren Gemeinschaften um menschliches gerechtes Verstehen dem andern Volksgenossen gegenüber und um Verwirklichung der Friedensideale gerungen werde. Ganz besondere Begeisterugn' fand die mit glühendem Feuer vorgetroaene Rede des französischen Pastors Trocme, der Beifall war so spontan und andauernd, daß Mr. Trocme noch einmal das Wort nahm und init sichlicher Rührung dankte für die warme Aufnahme, die man ihm bereitet habe, und von der er in Frankreich Kunde geben wolle. Aber nicht nur die Nationen als solche kamen zu Wort, — auch die Konfessionen bekannten sich zum Frieden; religiös verwurzelte Menschen können nicht anders als sich für den Frieden entscheiden, sie bekennen sich zu G'tt, dem Vater aller Menschen, nicht aber zum heidnischen Kriegsg'tte Mars. In besonders schöner Weise _ _- _ 24. März 1932 brachte den jüdischen Standpunkt Herr Ernst Holzer, Vorstandsmitglied des Jüdischen Friedensbundes, Frankfurt a. M., zum Ausdruck; die Juden, die als erstes Volk die Einigkeit G'ttes ersaßt haben, sind heute — zerstreut unter die Völker — vor allem berufen, den Gedanken der Versöhnung zu verbreiten; er schloß mit dem jüdischen Grußwort „Scholaum alejchem" und erntete warmen und aufrichtigen Beifall. Die Juden im Saal spürten dankbar die Atmosphäre des guten Willens, die ihnen entgegenströmte, die ihren Ausdruck auch darin fand, daß vor und nach der Veranstaltung zwischen Christen und Juden-sich bewußt Ko - takt yerstellte. Eine geplante interkonfessionelle Arbeitsgemeinschaft der drei religiösen Friedensbünde soll diesen Kontakt vertiefen und erhalten helfen, soll beitragen, daß die gleichstrebenden Menschen der getrennten Lager sich kennen und verstehen lernen und die Atmosphäre entgiften. FamUiennachrichlen. Barmizwoh: Monek, Sohn der Frau Rosa Herschthal Frankfurt a. M., Augsburgerstraße 9. naw ’r»t7 's 2. April 1932. Synagoge Friedberger Anlage. Verlobte: Bertel Erüzspan, Martin Eoldberg, Frankfurt a. M., 26. März 1932. Vermählte: Josef Erlebacher und Bella geb. Ehrenreich-Höchberg. Würburg, 23. 3. 32, Hotel Katzmann. Geburtstag: Frau Rosa Herz Strauß geb. Neinhardt, Wachenbuchen bei Hanau, begeht ihren 36. Geburtstag am 1. April 1932. Frankfurker Vereinskalender. Verein Melor Chsjnn. Samstag morgen nach Schul im Hörsaal: Dinim, Herr Dr. E. Posen — nachmittags 3/4 Stunde vor Mincho im Vereinslokal Mikro, Herr Dr. W. Hofmann. — 1 Stunde vor Nacht (ebenso Sonntag 8.30 Uhr vorm.) im Vereinslokal Gemoro. Herr I. Soffer. — 8.30 Newiim, Herr Dr. Marcus Lange. Sonntag morgens nach Schul (ebenso Mittwoch) nix «n — vormittags 9.15 Uhr (ebenso Dienstag 6.30 Uhr) Gemoro. Montag (auch Donnerstag) nach Schul: Mischna Mitgliederlernen. — .abends 7 Uhr (auch Mittwoch) Gemoro. Herr Rabbiner Dr. Jos. Breuer. — abends 8.15 Uhr (auch Donnerstag) Gemoro Herr Dr. E. Posen Dienstag (auch Freitag) nach Schul: Mischna. Herr Dr. E. Posen. Lon Montag bis Freitag morgens nach Schul im Sitzungszimmer Gemoro. Herr. Dr. S. Ehrmann. Sonntag, Dienstag und Mittwoch abends 8.15. Uhr im Vereinslokal Schaßlernen. Herr Herz Holpern. Liwjalh Chen. Samstag nachm. 4.45, im Hörsaal, Friedberger Anlage, Vortrag des Herrn Zahnarzt Dr- S. Ehrmann. Ortsgruppe Frankfurt a. IN. des Jüdischen Frauenbundes. Donnerstag, 31. März, 10 Uhr vorm. Langestr. 3, Arbeitssitzung. Verband jüdischer Frauen für Palästina-Arbeit. Montag, den 11. April abends 8 30, Unterlindau 21: General-Versammlung- Gehetzeite«. is ra&* Freitag abend 6.15 Samstag naDvn 6.45 . Samstag morg. 8.00, Samstag nachm. 1.00 u. 4.30 Samstag abend 7.35 Wochengottesdienst: Morgens 6.30 Nachmittags 6 00 Tefillin-Legen am Morgen 5.05 ANNQNCEN-BÜRO JULIUS SCHMIDT FRANKFURT A. M. JETZT OSTENDSTR.83 öerantroortUd) für den allgemeinen Teil und das Feuilleton 5. Sch achnowitz, Frankfurt a. SR.; Inserate t. V.: S. Schach» nowitz, ebenda. — Für die pädagogische Beilage: Lehrer L. Kaufmann, in Sprendlingen (Kr. tffcnbach). — Verlag 'es Israelit und Hermon G. m. b. H., Frankfurt a. M. — Drum Hermon-Druckerei, Frankfurt a. M.