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Der Israelit · 1932-03-10 · Heft 11 (10.3.1932) · page 8

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Journal
Der Israelit
Volume
73 (1932)
Issue
Heft 11 (10.3.1932)
Date
1932-03-10
Page
– (sequence 8)
Language
German
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Seite 8 Nr. 11 Der Israelit IQ. März 1932 dern im Westen und mit Palästina zum Ausdruck, Herr venezianische Rabbiner Chija Meir und der be- Dr. Isaak Breuer entwickelte in kurzen, klar formulierten Gedankengängen ein Programm für die Palästinaarbeit der Aguda. Herr S. Schachnowitz dankte als Führer der Gruppe für alle Teilnehmer und sprach in herzlicher Weise von den Gefühlen, die sie begleiten und den Hoffnungen, die sie an die Reise knüpfen. Zum Schluß richtete Herr Manfred Neuberger als führender Teilnehmer und spezieller Abgesandter der A. J.-Jugendgruppe ein kräftiges Abschiedswort in hebräischer Sprache an die Chawerim und Chaweroth. Damit hatte die schlichte von Herzlichkeit getragene Abschiedsfeier ihr Ende erreicht. INazzosbesieüung. Die Synagogengemeinde „Israelitische Religionsgesellschaft" schreibt uns: Die Frist für die Mazzo-Bestellung ist bereits abgelaufen. Nachbestellungen können nur noch in den nächsten Tagen entgegengenomrnen werden. Wir bitten unsere Mitglieder dringend, uns ihre Bestellungen umgehend aufzugeben. Goethe-Veranstaltung in der Jüdischen Frauenvereinigung. Dem Goethejahr wurde man am Sonntag, den 28. Februar, in der Jüdischen Frauenvereinigung mit einem Lortrag des Herrn Redakteur S. Schachnowitz über das Thema „Goethe und das Frankfurter Ghetto" gerecht. Bor vollbesetztem Hause zeichnete der Redner die Beziehungen Goethes zu Juden und Judentum. Sein Verhältnis zu den Juden war bedingt von den Jugendeindrücken des Dichters in der Frankfurter Judengasse. Und nun entrollte er ein Blid von der damaligen Judengasse auf Grund der Aufzeichnungen Goethes in seiner „Dichtung und Wahrheit" und anderen Schriften, das das Auditorium im Banne hielt. Goethes Einstellung zum Judentum war getragen von seiner Einstellung zum Alten Testamente, das er im Urtexte beherrschte und über alles liebte und verehrte. Dafür wußte der Redner eine große Reihe von Belegen aus den an Sprache und Weltanschauung der Bibel anklingenden Dichtungen Goethes anzuführen. Der literarische und persönliche Kampf ,der gegen Goethe zum Teile unter Anführung von Menschen jüdischen Blutes, vorab Ludwig Börne, geführt wurde, wurde in seinem psychologischen und menschlichen Hintergründen beleuchtet. Für das Glückskind auf de? Sonnenseite des Lebens von der Wiege bis zum Grabe konnten sich die Freiheitskämpfer im Dienste der Menschheit, denen der Große in Weimar mehr war als ein Mensch, nicht begeistern. — Der Vortrag fand den ungeteilten Beifall des Damenpublikums. Man hatte im Goethejahre den Genius der deutschen Nation auch unter jüdischen Gesichtspunkten gefeiert. —n. Soncino-Gesellschaft. Julius Werner, der in seiner reichen Bibliothek wahre Schätze erlesener Drucke und kostbarer Ausgaben aufgespeichert hat, versammelte in seinem gastfrohen Hause jüngst eine kleine gewählte Gesellschaft, um sie auf die Soncino-Gesellschaft hinzuweisen. Diese Bereinigung, die mit dem Zentralsitz in Berlin gegenwärtig etwa 600 Mitglieder hat, will sich die Pflege des schönen jüdischen Buches angelegen sein lassen neugegründete Frankfurter Zweigabteilung umfaßt z. Zt 40 Mitglieder, wird aber hoffentlich bald recht regen und zahlreichen Zuspruch aus allen Kreisen und Schattierungen finden. Denn die Ziele der Soncino-Gesellschaft verdienen alle Förderung. Es ist nicht etwa an dem, daß man hier ästhetisch prunkvolle Editionen ohne tiefere Begründung und Bedeutung Herstellen will. Nein, man will unserem erhabenen jüdischen Schrifttum eine kritisch unanfechtbare Form und einen wohlgestalteten Leib schaffen, dem Geist den angemessenen harmonisch gestalteten Körper gesellen — ein Bestreben, dem man auch in dieser Zeit der schweren wirtschaftlichen Not sympathisch gegenüber stehen kann. Zur Introduktion des Abends hielt der erste Vorsitzende der hiesigen Soncino-Abteilung, der Stadtbibliothekar Professor Dr. F r e i m a n n einen außerordentlich interessanten und instruktiven Vortrag über einen Altvater der hebräischen Buchdruckerkunst: Daniel Bömberg. Dieser flandrische Edelmann, Nichtjude von Geburt, hat das unsterbliche Verdienst, daß er in seiner Druckerei in Venedig zwischen 1516 und 1549 mit einem Kostenaufwand von, wie man sagt, 4 Millionen Gulden, etwa 140 hebräische Werke herausbrachte, die sich durch eine unvergleichliche Klarheit und Schönheit des Drucks auszeichnen, die heute noch — der Redner zeigte einige Bücher als Proben — unverwüstlich sind. Die Seiteneinteilung des Talinud, wie sie jetzt noch in allen Ausgaben gang und gäbe ist, ist sein Werk, bezw. das Werk, seiner großen jüdischen Berater, von denen hier nur der rühmte Grammatiker Elia L e v i t a genannt seien. Die erste vollständige Ausgabe des babylonischen Talmud in 15 Bänden, die bekannte Rabbinische Bibel mit der ersten Veröffentlichung des Targuin zu Propheten und Hagiographen, Pentateuch- und Psalmenausgaben, die erste Ausgabe der Talmud Jerufchalmi stammen neben vielem anderen aus seiner Offizin und verbreiteten seinen Ruhm und den Ruhm ihres Inhaltes über alle Welt. Man , gewann bei der Betrachtung einiger Bände seiner Editionen den bestimmten Eindruck, innerlich und äußerlich gemeint: „Die unbegreiflich hohen Werke sind herrlich wie am ersten Tag!" Dem zweiten Vorsitzenden der Frankfurter Soncino-Gesellschaft, Julius Werner, muß man Dank für feine Aufnahme zollen. Agudistifche Frauen-Orlsgruppe. An den beiden nächsten Montagabenden findet kein Bortrag statt. Der Schlußvortrag des Herrn Dr. Jfac Breuer wurde auf einen späteren Termin verlegt, der noch bekanntgegeben wird. Jüdische Wohlfahrtspflege Frankfurt a. 2N. Am Samstag, den 19. ds., findet abends 11 Uhr im Neuen Theater eine „Gesellschaftliche Veranstaltung" der „Jüdischen Wohlfahrtspflege Frankfurt a. M." unter Mitwirkung hervorragender Künstler und Künstlerinnen sowie Damen und Herren der Gesellschaft statt. Karten erhältlich bei Lina Schott. Auskunft erteilt „Jüdische' Wohlfahrtspflege". Langestraße 30, Telefon 28249. Liwjath Chen. und Lebensgefährtin, den Kindern eine treubesorgte aufopfernde Mutter geworden! Sie war eine jener nippm, die es verstanden, auch unter schwierigen Umständen das i'»n 13/ das heilige Licht, im Hause zu entzünden und zu erhalten, daß via ,ii-^2 022' rrb, es auch in der Nacht nicht ausging. Einen blühenden Sohn mußten sie dem Moloch des Krieges opfern. Die Gatten klammerten sich in gesteigerter Liebe aneinander und trugen es gemeinsam. Ihr aber war es auch noch im Witwendasein auferlegt, schweres Leid allein zu tragen. Verlor sie doch einen Sohn, Vater eines Kindes. Sie trug es im Vertrauen zu G'tt, im Gedanken an den Gatten, der gewöhnt war, alles, was das Leben brachte, mit dem talmudischen 021»^ ir na/ hinzunehmen. Sie fand Trost an den Kindern, die die Mutter anbeteten und liebevoll für sie sorgten, an den Enkelchen, die sich an der Großmutter emporrankten, nicht minder bei den Freunden, die ihr mit unvergleichlicher Liebe und Verehrung zugetan waren. So ging das stille Leben dieser idealen Lehrersfrau, dieser Lehrerswitwe dahin, rührend und ergreifend, einer Matrone, von allen gleich verehrt. Sie fand die herrliche Alterskrone nach dem Worte in Mischte, auf dem Wege der Frömmigkeit und der Liebe npnx lila- Möge sie hpv mrbn sein für die Ihren und uns alle. n"2S37v Bertha Jfaac x\"V' Nahezu 75jährig ist Frau Bertha Jfaac geb. Michel, eine wahrhafte nvn dahingegangen. Aus einem frommen Elternhaus entstammend — ihr sel. Vater war viele Jahre »mp bvi in der Synagoge des Barons Wilhelm Während der Abwesenhe!. d« Dozenten. »««. i"«Ä Schachnowitz, findet der Vortrag weiter statt, nachdem sich Herr Dr. Ehrmann in dankenswerter Weife zur Verfügung gestellt hat. Tagesheim für erwerbslose jüdische Jugendliche. Das Heim befindet sich K ö n i g s w a r t e r ft r. 2 6 und -ist täglich nachmittags von 2 Uhr an geöffnet. Es wird Unterhaltung, Fortbildung und kostenlos Verpflegung geboten. Auskunft erteilt der Heimleiter Philipp Rochwerg, Rückertstraße 59, Tel. 45 434. Mitgliederversammlung der Agudas Iisroel-Jugendgruppe E. V. Der Vorstand der Agudas Jisroel-Jugend- und Mädchengruppe lädt hiermit die Mitglieder zu der am Sonntag, den 20. März, abends 20 Uhr präzise im Heim (Schwanenstraße 12) stattfindenden ordentlichen Mitgliederversammlung ein. Tagesordnung: Jahresbericht und Kassenbericht des Vorstandes, Entlastung des Vorstandes, Neuwahl. Es haben nur Mitglieder der Jugend- und Mädchengruppe zu der Mitgliederversammlung Zutritt. Der „Kaftan" in Frankfurt. Im Hoch'schen Konservatorium spielte am Sonntag abend das jüdische Kabarett „Der Kaftan" unter Leitung des Herrn Direktors Sakaschansky. Das Publikum, dem Herr Sakaschansky kein Fremdling mehr ist, hatte sich wieder zahlreich eingestellt und brachte das gleiche Verständnis mit wie bei den früheren Gastspielen, schied _ aber womöglich noch befriedigter von dannen. Es ist die '^bre! eigenartige Kunst Sakaschanskys, witzig sein Publikum - zu unterhalten, ohne in den Fehler der passionierten „Spaßmacher" und „Witzereißer" zu verfallen. Alles, was er bietet, ist heiter, liebenswürdig und geistvoll, ohne Zote und ohne jene beliebte Selbstverspottung, die auf Kosten der Selbstachtung geht. Der „Kaftan" hatte in Frankfurt wieder einen Erfolg zu verzeichnen. Stellenvermittlung. Man schreibt uns: Eine große Anzahl junger Mädchen, die Ostern die Schule.verlassen, bangt um die Möglichkeit, eine Lehrstelle zu finden. Wenn sich diese Hoffnung nicht erfüllt, geht ein ganzes Jahr der Berufsausbildung verloren. Die Unterbringung der Schulentlassenen ist darum eine der Hauptaufgaben des Unentgeltlichen Arbeitsnachweises der weiblichen Fürsorge Frankfurt a. M., Langestraße 3, Tel. 25 462. Jüdische Arbeitgeber! An wie ergeht unsere Bitte! Nehme Jeder, dem es irgend möglich ist, ein jüdisches Mädchen in die Lehre. Melden Sie uns bitte sofort Ihre Vakanz. Frau Ester Kösterich;i"y. Im Alter von 79 Jahren verstarb Frau K ö st e r i ch, die Witwe von Lehrer Kösterich In aller Erinnerung lebt noch Lehrer Kösterich, dieser g'ttbegnadete Ju-, gendbildner, der mit Takt und Humor, mit Liebe zu Kind und Kunst eine Generation für Thora und -px in großgzeogen hat. Und wie groß war der Anteil dieser Frau am Werke des Mannes. Wie war sie ihm treue Gattin in die eigene Häuslichkeit übernommen. An der Seite ihres 1911 verstorbenen Gatten, des unvergeßlichen Simon Jfaac W hat Bertha Jfaac ein Leben voll jiibü scher Pflichterfüllung geführt. Nach dem Hinscheiden ihres Mannes sah sie es als ihre vornehmste Aufgabe an, sich sozial zu betätigen, nicht laut und öffentlich, sondern — wie es ihrem edlen Wesen entsprach, — ganz in der Stille. So verlieren viele Hilfsbedürftige unserer Gemeinschaft eine gütige Helferin und Freundin. Ihr Andenken sei zum Segen! .i"27av. Wir haben besondere Veranlassung, auf die unter Aufsicht Sr. Ehrw. Herrn Nabb. Dr. Wolf Köln hergestellten erstklassigen Erzeugnisse der Cllvia- Oelwerke G. m. b. H. Cleve hinzuweisen. (Siehe Anzeige.) Pessach im Hotel Löwen st ein Bad Ems. Als Auftakt der kommenden Saison laden wir Sie zu einem Besuche über die Oster- und Pessachtage in dem schönen Bad Ems ein. Sie leben hier, fern von jeder politischen Strömung, frei auf. Frühling in Bad Ems. im schönen Lahntal gelegen, die schönste Zeit des Jahres, erfreut Sie durch das Aufblühen der Natur. Das Hotel Löwenstein in jeder Art modern und einwandfrei geführt, hat die Preise der Zeit entsprechend gesenkt und hofft auch in diesem Jahr seiner werten Kundschaft gerecht zu werden. Frühzeitige Anmeldung erwünscht'. Purim naht und wir Juden haben trotz der katastrophalen Wirtschaftslage erst recht das Bedürfnis einmal den Ernst des Lebens zu vergessen und uns für einige Stunden der Freude hinzugeben. Dazu gehört nicht zuletzt die Freude des Schenkens, die uns durch die vorteilhaften Angebote der Konditorei Jul. Grünebaum Frankfurt a. M., Hanauerlandstr. 4 (siehe Inserat) äußerst leicht gemacht wird. In jeder Preislage bietet diese schöne Torten. Kuchen und andere Backwaren, die durch ihre Ausstattung bestimmt Anklang finden. Die Qualität befrefsend, können wir alle Worte sparen, da diese längst für gut bekannt ist. Einer ist vom andern abhängig, leidet das Handwerk not. kann es nicht viel konsumieren und es leidet darunter der Kaufmannsstand. Es ist eine Kette, die uns alle umschlingt. Also darf uns keine falsche Sparsamkeit abhakten notwendige Arbeiten ausführen zu lassen. Selbstverständlich ist es unser eigener Vorteil, daß wir uns einen bewährten Fachmann auswähken hierfür. Die Leser unseres Blattes finden in jeder Ausgabe das Angebot der Firma Ludwig N ü ch t e r, Elektrotechnik, Hauauerlandstraße 7, die alles bietet was man heute noch mehr als sonst, von einer Neuanlage bezw. Reparatur oder Einkauf von Glühlampen usw. verlangt. Preiswerte, gediegene Arbeit, prompte Ausführung und freundliches Entgegenkommen "kennzeichnen das Unternehmen. Also daran denken: Für Umzug, Neuaisichafsungen für die Feiertage, sowie Neueinrichtungen und Reparaturen die.vielbewährte Firma mit erstklassigen Referenzen, Ludwig Nüchter, Elektrotechnik. (Siehe Inserat)! Neuerscheinung für das 3. Schuljahr: Mandelbaum,Aurosutauro m Teil II, 3. Teil d. hebr. Unterrichtsbücher für die _ H Grundschule, in Halbleinwand gebunden M 2.40 W | Verlag M. WJ88FMIII, Leipzig C. I “ Eine |nn loraalii" I Der anerkannt eins, prakt. Anzahl Jgy. „Jsraem fQtp.Gilrtel tis. geb. tls. ungeb. & Jl -.50 zu verkauf. Off. (£.51 Sinn- Büro Schmidt, Ostendstr. 83 für Schlüssel. 2 85 u. 3.25 JL Latz,Berltn,Oranienbgst.85 zuverlässig ->v2 zu M 15.— bis Jl 50 — i« schöner Schrift B. GRONEBAUM, iwo Kassel, Vahnhofilratze 7. , nöD hv nun, Ia Rheinwein Liter Mk.l.- exclus. Glas ND2N steht zur Verfügung J, Blumenthal Sandweg 89, Tel. 48207 ab 1. April Fichtestrasse 10' Zum Beginn öes neuen Schuljahres oder später ist an der hiesigen Israel. Volksschule eine Lehrer (innen) stelle zu besetzen. Thoratreue Lehrkräfte mit guter Bewährung auch in technischen Fächern wollen sich sofort mit Angabe von Referenzen und Zeugnisabschriften wenden an den Unterzeichneten Leiter der Israel. Schule Rabbiner Dr. Auerbach. 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