Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 73 (1932)
- Issue
- Heft 5 (28.1.1932)
- Date
- 1932-01-28
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 8 Nr. 5 Der Israelit 28. Januar 1932 Die Woche. Trauerkundgebung für Rabbiner Dr, Raphael Breuer b"* Der Mekor Chajim ließ es sich nicht nehmen, in einer größeren Veranstaltung Raphael Breuers ‘-r'sv dessen belehrendes Wort früher oft im Vereine gehört wurde, zu gedenken. Daß der Verein gut daran tat und damit einem viel empfundenen Bedürfnis entgegengekommen ist, bewies die gewaltige Beteiligung. Der Andrang der Teilnehmer war so groß, daß schon lange vor Beginn die Räume des Mekor Chajim sich als zu klein erwiesen. Hunderte saßen und standen und füllten jede Ecke und jeden Winkel der beiden Säle aus. Unzählige mußten zurück, da sie wegen Ueberfüllung keinen Einlaß mehr erhielten. Trotzdem konnte der Mekor Chajim, getreu seinen Traditionen, sich nicht entschließen, die Kundgebung in einen fremden größeren Saal zu verlegen. Feierliche Stille und Stimmung herrschte im Saale, dessen vorderste Reihen vor dem Katheder die Brüder und weiteren Familienangehörigen des Heimgegangenen, unser Gemeinderabbiner, Mitglieder des Vorstandes und der Verwaltung der Gemeinde, Direktor, Rektor und viele Mitglieder des Lehrerkollegiums unserer Schulen, die Dozenten des Mekor Chajim u. v.m. einnahmen. Als einziger Redner des Abends entwarf Herr Redakteur S. S ch a ch n o w i tz in großangelegter Rede ein Rundbild der Persönlichkeit und der Wirksamkeit Raphael Breuers als Schriftsteller, Rabbiner, Redner und Mensch. Das Elijahu-Hanavi-Lied, das sich für ihn, Redner, an jenem Sabbatausgang durch die Kunde aus Aschaffenburg in eine Trauerhymne verwandelte, diente ihm als Hintergrund für die Zeichnung des Mannes, der so plötzlich nn’nwn myoa, im Sturm uns entführt wurde und als 'ibvn in unserer Erinnerung fortleben wird. Wie König David, nach talmudischer Erzählung, wurde auch diesem begnadeten Sänger des G'ttespreises und Künder des G'tteswortes das vivo men zugerufen, und wie jener mußte er sich eilen, ganz früh anfangen und früh zu Ende kommen, mit all seinen Lehren und Liedren, ein Frühvollendeter. Redner gab einige Reminiszenzen aus seinem Verkehr mit dem Heimgegangenen bei der gemeinsamen Arbeit auf den Bezirktsagungen der Freien Vereinigung wieder, bei welcher Gelegenheit ihm das menschliche Wesen Raphael Breuers b"su so ganz aufging. In Anknüpfung an den letzten Frankfurter Vortrag des Heimgegangenen.- wenige Tage vor seinem Tode, wies der Redner auf das Unbewußte hin, aus dem Raphael Breuer wie aus geheimen Tiefen hinter den Zusammenhängen unseres Seins gerade in seinen letzten Schriften und Vorträgen, wie in Vorahnung nahender Zielsetzung, schöpfte. — Das große Auditorium hörte in tiefer Ergriffenheit die Gedenkworte bis zuletzt an. Ein elegisch klangvoller Vortrag des v'ök durch Herrn Oberkantor Peisfachowitfch beschloß die überaus würdige und wirkungsvolle Feierstunde. Gedenkfeier in der Rabbiner Hirsch-Gefellschaft. Die Rabbiner Hirsch-Gesellschaft veranstaltet am Donnerstag, den 4. Februar 1932 (27. Schwat 5692), abends 8.30 Uhr in der Frankfurt-Loge eine G e - denkfeier für Rabbiner Dr. Raphael Breuer Es werden sprechen über „Die Persönlichkeit" Herr Rabbiner Dr. P. K o h n, über „Rabbiner Raphael Breuer und die deutsche Orthodoxie" Herr Dr. Isaac Breuer. Gäste herzlich willkommen. Zur Deckung der Saal-Unkosten werden 30 Pfg. erhoben. Veranstaltung in der Israelitischen Volksschule. Nach mehreren gelungenen öffentlichen Ausspracheabenden lädt der Elternbeirat der Israelitischen Volksschule durch seinen Vorsitzenden Dr. med. Arnold Merzbach nunmehr zu einer öffentlichen Nachmittagsveranstaltung auf Sonntag den 31. Januar, 1 8 U h r pünktlich in der Aula der Schule Bärenstraße Ecke Röderbergweg, ein. Herr Lehrer Kösterich wird an Hand von praktischen Vorführungen mit Schulkindern das Thema „Moderner Musikunterricht in der jüdischen Schule" behandeln. Vorher findet eine Begrüßung des neuen Schulleiters, Herrn Rektor Ochsenmann, statt. Als Auftakt zu dem demnächstigen 50jährigen Jubiläum der Schule kommt dieser Veranstaltung besondere Bedeutung zu. Agudistische Frauen-Ortsgruppe. Wir machen nochmals darauf aufmerksam, daß am Montag abend, den 15. Februar, in der Aula der S. R. Hirsch-Schule um 8.30 Uhr ein Damenteeabend mit buntem heiteren Programm zu Gunsten der S. R. Hirsch-Schule stattfindet. Es ist allen Damen und jungen Mädchen Gelegenheit geboten, im Interesse unserer Schule bei niedrigem Preis einen netten, gemütlichen Abend zu verbringen. Karten zu Mk. 1.30 (inkl. Tee und Gebäck) können bei Frau Bertel Strauß, Schwanenstr. 9, bestellt werden. Telefon 41 067. Achawa. Am 20. Dezember v. Js. fand eine Verwaltungsausschußsitzung der Achawa statt. Der erste Vorsitzende, Herr Oberlehrer E. Gut, berichtete über die Vereinstätigkeit im abgelaufenen Geschäftsjahre. Es bedarf kaum der Erwähnung, daß diese Institution wie alle ähnlichen unter der Ungunst der Zeit schwer leidet. Trotz der im gegenwärtigen Zeitpunkt geringen Leistungsfähigkeit ist aber der Vorstand der Meinung, daß die Stiftung der Lehrerschaft erhalten bleiben soll. Herr Bankdirektor Emil Simon, der den Kassenbericht erstattete, gab bekannt, daß zur Ausschüttung der Jahresquoten der Betrag von Mk. 3000.— zur Verfügung stehe. Eine Reihe von Bezugsberechtigten haben in sehr dankenswerter Weise zugunsten der weniger gut Situierten auf einen Zuschuß verzichtet. Der Vorstand hofft, daß in Zukunft in noch weiter gehendem Maße von diesem edlen Recht Gebrauch gemacht wird. Die Höhe der Mitgliedsbeiträge wurde nicht geändert. Für Ehrenmitglieder beträgt der Mindestjahresbeitrag Mk. 6.—, für aktive Mitglieder Mk. 4.—. Letztere werden gebeten, ihren Beitrag für 1932 ohne weitere Aufforderung an das Postscheckkonto der Achawa, Pensions- und Hilfskasfe israelitischer Lehrer Deutschlands Nr. 47 452 Frankfurt (M) zu richten. — Anfragen beantwortet der Schriftführer der Achawa, Herr Studienrat Walther Rothschild, Frankfurt a. M., Hammanstraße 5. Zu Gunsten der jüdischen Rotstandsküche. Sonntag, den 14. Februar, nachm. 4 Uhr, veranstaltet der Jüdische Turnerbund E. V. in dem Festsaal der Herderschule, Wittelsbacherallee 6, ein Kinder-Vühnen- Schauturnen. Es wird der jüdischen Oeffentlichkeit hierbei von neuem bewiesen werden, wie sehr der Jüdische Turnerbund im Laufe der Jahre durch ernste Tätigkeit dazu beiträgt, die jüdische Jugend körperlich zu stählen und zu ertüchtigen. Jeder Besucher unserer Veranstaltung wird an der großen Schar unserer jugendlichen Turner und Turnerinnen seine wahre Freude haben. Wenn dieser Tage Ihnen eine Eintrittskarte mit Programm zu fünfzig Pfennigen von ueseren Mitgliedern und auch im Vorverkauf durch Plakate gekennzeichneten Verkaufsstellen angeboten werden, so sagen Sie nicht nein. Der Reinerlös ist für die Jüdische Notstandsküche bestimmt. Beschaffung billiger Rlazzoth. Die Ortsgruppe der „Vereinigung gesetzestreuer Juden in Deutschland, „Achduth", ist in der Lage, für Pessach an minderbemittelte Privatpersonen die in Frankfurt a. M. wohnen, Mazzoth und Mehl zu folgenden Preisen ab Mazzenbäckerei Heidestrtße 79 hier zu liefern. 1. Mazzen in 5 und 10 Pfund-Rollen a 44 Pfg. per Pfund. 2. Mazzenmehl abgewogen in Paketen a 52 Pfg. per Pfund. Bedingung für die Lieferung ist, daß mindestens 5 Pfund Mazzen bezogen werden. Der Betrag für das bestellte Quantum ist gleichzeitig mit der Bestellung an Herrn S. Blanck, hier, Karl Fleschstraße 1 Postscheckkonto 33782 zu überweisen. Bestellungen sind bis spätestens 10. April 1932 erforderlich. Mädchenklub. Eine junge, ungemein talentierte Schriftstellerin, Frl. Dr. Sophie Kassel, Leipzig, sprach im Mädchenklub über moderne jüdische Dichtung. Sie verstand es in einer geschickten Einführung, diese Dichtungen den Hörern näherzubringen. Die in den Vortrag eingewobenen Beispiele oft- und westjüdischer Dichtung gewährten einen guten Ueberblick über die Schöpfungen zeitgenössischer Dichter. Ganz besonders gefielen die Gedichte von Zuckermann und Moris Rosenfeld. Es ist unverkennbar, daß die junge Künstlerin neben großem Einführungsvermögen auch die Gabe besitzt, die Worte plastisch vor den Hörern erstehen zu lassen. Dies trat ganz besonders bei den dramatischen Szenen aus dem Dybuck hervor; fast fühlte man sich vor die Bühne der Habimah versetzt. Das ergriffene Publikum dankte sehr herzlich für das Gebotene. Schallplatten von Margarethe Bach. Aus dem reichen Repertoire von Frl. Margarethe Bach-Wien, deren herrliche Vortragskunst uns von dem von der Schülervereinigung im vergangenen Winter in der Aula unserer Schule veranstalteten Abend noch in bester Erinnerung ist, sind nunmehr einige Stücke auf Schallplätten festgehalten worden und uns zu Gehör gekommen. In Ginkey's „Wglzer von Strauß" lächelt ihr urwüchsiger Wiener Humor, und in „Frühlingssonntag im alten Wien" vereinigen sich Strauß'sche Geigen und Schubert'sche Orgelmusik mit der tiefen Innigkeit ihrer Stimme. In „Maskir" (den Pogrom von Kischinew behandelnd) und „Juda" von Münchhausen erklingen uralte jüdische Weisen mit dem Kol Nidre-Motiv, und Margarethe Bachs mächtige Stimme, von der jedes Wort klar hörbar ist, erschüttert durch ihre Schwermut, und man ist erfüllt von ihrer großen Kunst. Wir wünschen, Margarethe Bach bald wieder in unserem Kreis zu hörein_^ Frankfurter Vereinskalender. Verein Mekor Chajim. Freitag abend nach Schul im Hörsaal: Mikro. Herr Gustav Kaufmann. Samstag morgen nach Schul im Hörsaal: Dinim, Herr Dr. E. Posen — nachmittags 3U Stunde vor Mincho im Vereinslokal Hw-in Herr Dr. W. Hofmann. — 1 Stunde vor Nacht (ebenso Sanntag 8.30 Uhr vorm.) im Vereinslokal Gemoro. Herr I. Soffer. — 8.30 Newiim, Herr Dr. Marcus Lange. Sonntag abend, 6 Uhr, im Vereinslokal. Langestraße 18, Vortrag des Herrn Rabbiner Dr. Merzbach, Darmstadt über: vv ^av nyin Sonntag morgens nach Schul (ebenso Mittwoch) a*m "n Herr Red. S. Schachnowitz. — vormittags 9.15 Uhr (ebenso Dienstag 6.30 Uhr) Gemoro. Montag (auch Donnerstag) nach Schul: Mischna Mitgliederlernen. — abends 7 Uhr (auch Mittwoch) Gemoro. Herr Rabbiner Dr. Jos. Breuer. — abends 8.15 Uhr (auch Donnerstag) Gemoro Herr Dr. E. Posen Dienstag (auch Freitag) nach Schul: Mischna. Herr Dr. E, Posen. Bon Montag bis Freitag morgens nach Schul im Sitzungszimmer Gemoro. Herr Dr. S. Ehrmann. Sonntag, Dienstag und Mittwoch abends 8.15 . Uhr im Vereins lokal Schaßlernen. Herr Herz Halpern. Jahrzeitsstiftungen. Dienstag, 2. Februar: Simon Altmann-Stistung. Mittwoch, 3. Februar: David Frankenthal-Stiftung. Donnerstag, 4. Februar: Sarah Rofenbaum-Stistung. Agudas Jisroel-Jugendgruppe e. V. Winterarbeit, a) Schiurim Hlichaus Schabbos. Dozent: Herr B. Rachelsohn, Zeit: Montag 20.30—22 Uhr in der Wohnung Zeil 2 Bawo Kamo (Gemaro). Dozent: Herr Dr. W. Hofmann, Zeit: Dienstag 2016—21 Uhr (Mauerweg 34), Schabbos 14.30—15.15 Uhr im Heim. Schulchan Aruch. Dozent: Herr Leop. Oppenheimer, Zeit: Mittwoch 21—22 Uhr in der Wohnung Bärenstr. 12 Mischna Seder Maued). Dozent: Herr Gerson Schnerb, Zeit: Donnerstag 20.45—22 Uhr in der Wohnung Kantstraße 4. Schulchan Aruch. Dozent: Herr Louis Kahn, Zeit: Schabbos 11—12 Uhr im Heim. Schulchan Aruch. Dozent: Herr Th. Spiegel, Zeit: Schabbos 15.30—16.30 Uhr in der Wohnung Ostendstr. 11 Besondere Schiurim der Mädchengruppe: Jehoschua. Dozent: Herr Jul. Lewin, Zeit: Schabbos vorm, nach Schul im Heim. Thauro. Dozent: Herr Konrektor Hirschberg, Zeit: Schabbos 16-17 Uhr im Heim. Dinim. Dozent: Herr Konrektor Hirschberg, Zeit: Mittwoch 20.30—22 Uhr 14tägig im Heim. Schiurim des Herrn Herz Halpern in der Ortsgruppe der Agudas Jisroel. Täglich 9—11 Uhr Lernen jeglicher Art. 11 — 12 Uhr Gemoro awas. 12—1 Uhr Daf Iomi. Samstag abend 9 Uhr, Arbeitsgemeinschaft des Herrn Schachnowitz: „Geschichte von Erez Jisroel." Liwjalh Chen. Samstag nachm. 4'/^ Uhr im Höcsaale Friedberger Anlage, Vortrag des Herrn S. Schachnowitz, „Zwischen den Zeilen der zehn Gebote." Hebräischer Vorkrag im Lchem Woewer. Am iiw 's 'p rav •’ssw findet im Anschluß an ein einleitendes Referat eine Aussprache über das Thema: aivva nir» ’aa statt. Beginn 8 Uhr pünktlich im Lokal des Mekor Chajim, Langestr. 18. Am kommenden 5?"» wird Herr Redakteur Schachnowitz über: rn'w^in avrenn sprechen. Jüdische Frauenvereinigung E. V. Dienstag, 2. Februar nachm. 4 Uhr, im Promenaden- Cafe Friedberger Anlage, Gemütliche Zusammenkunft. Referat, Frau Dr. Rost Bodenheimer über: „Das Leben der Frau im Frankfurter Ghetto." Agudistische Frauenortsgruppe Frankfurt a. 21t. Am Montag, 1. Februar abends 8^/4 Uhr, wird Herr cand. phil. Benedikt Kurzweil im Hause von Frau Dr. H. Brinkmann, Sandweg 9, einen Vortrag halten, über: Das „Interessante" und eine Übersteigerung in der zeitgenössischen Prosa. (Paradigmen: I. Wassermann, S. Zweig). Gäst, Damen herzlich willkommen. Gebekzeiten. *nrp mw Freitag abend 4.50 Samstag naDff.n 7.00 Samstag morg. 8.15, Samstag nachm. 1.00 u. 4.00 Samstag abend 6.05 Wochengottesdienst: Morgens 6.45 Nachmittags 5.00 Tefillin-Legen am Morgen 6.45 Das Chemische Laboratorium „ R a v i" , Victor Victor, Frankfurt a. M.-Fechenheim, dessen Rasierpulver und -Pasten als vorzüglich bekannt sind, bringt jetzt in Ergänzung zu diesen Produkten gemeinsam mit dem Chemischen Laboratorium Dr. Selig und Dr. Schnerb, Frankfurt a. M., ein Hautwasser „Ne ge dar" heraus. Der bisher an den enthaarten Hautstellen noch stundenlang festhaftende unangenehme Geruch wird durch dieses Hautwasser radikal entfernt. Es handelt sich bei dem Hautvasser „Negedor" um ein auf wissenschaftlicher Grundlage aufgebautes Präparat, welches die Haut nicht nur nicht angreift, sondern diese auch zart und geschmeidig macht. Mit der geruchentfernenden Eigenschaft verbindet „Negedor" den Vorzug, daß es auf die mit Enthaarungsmitteln behandelten Hautstellen gleichzeitig neutralisierend und desinfizierend wirkt. Den Enthaarungsmitteln bisher anhaftenden Mängeln wird somit durch „Negedor" in idealer Weise Abhilfe geschaffen. Gleichzeitig läßt sich auch vorteilhaft der Geruch aus den beim Rasieren mit Enthaarungsmitteln benutzten Schalen und Waschgefäßen mit „Negedor" entfernen. „Negedor" ist in allen bekannten Drogerien und Apotheken erhältlich.