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Der Israelit · 1932-01-21 · Heft 4 (21.1.1932) · page 7

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Journal
Der Israelit
Volume
73 (1932)
Issue
Heft 4 (21.1.1932)
Date
1932-01-21
Page
– (sequence 7)
Language
German
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21. Januar 1932 Der Israelit Nr. 4 Seite 7 träglich, daß im Magistrat einer Stadt, von deren Einwohnern -’/3 Juden sind, nur der Sitze von Juden besetzt ist, so daß man es begreifen kann, daß diese schließlich ihr Amt ganz niederlegten. Trotz alledem wird man vom Standpunkte der agudistischen Politik die radikale Lösung einer getrennten jüdischen Stadtverwaltung unmöglich befürworten können. Es muß unter allen Umständen dafür gesorgt werden, daß mindestens auf diesem neutralen Gebiete ein freundschaftliches Zusammenwirken zwischen Arabern und Juden hergestellt wird. Das kommunale Leben der heiligen Stadt ist in den letzten Monaten und Wochen durch bedauerliche Konflikte in der Jeschiwas Thauras Chajim und im Bikkur Cholim- Hofpital beunruhigt worden. In beiden Fällen scheint es, daß die Kämpfe zwischen Jeschiwoleuten und Verwaltung, bezw. Angestellten, Arbeitern und Hospitalverwaltung allmählich auf dem Wege der schiedsgerichtlichen Entscheidung zum Austrag kommen. Erfreulich ist, daß nach dem seit Jahren beklagten Verschwinden der Poale Agudas Jisroel-Organisation sich jetzt ein neuer Ansatz zur organisierten Zusammenfassung der orthodoxen Arbeiter durch eine Gruppe von „Poalim Charedim" gebildet hat, die ein Arbeitsbüro gegenüber dem Lokale der Agudas Jisroel eröffnet hat und praktisch zu arbeiten beginnt. Die Führer der Agudas Jisroel sind vorige Woche vom neuen High Commissioner in Audienz empfangen worden und hatten Gelegenheit, die für sie zur Zeit aktuelle Frage der Abänderung des Gemeindegesetzes auch dem High Commissioner gegenüber zur Sprache zu bringen. Auch Lord Neading hat eine Deputation der Agudas Jisroel empfangen und sich von ihr über die Stimmung und Wünsche der Orthodoxie informieren lassen. Außerordentlich prekär ist zur Zeit die Lage nicht nur der Jeschiwos im allgemeinen, sondern auch der agudistischen Talmud Thoraschulen. Die Not der Lehrer ist unbeschreiblich und die Gola sollte wirklich es als Ehren- Die Woche. Berlin. Am 14. Januar vormittags wurde am Eingang des jüdischen Friedhofs zu Herford eine scharfe Granate Kaliber 7,7 Zentimeter aufgefunden, die offenbar böswillig dorr hingelegt wurde. Die Nachforschungen nach der Herkunft des Geschosses blieben bis jetzt ergebnislos. — Der Reichsinnenmini st er, General Groener, hat das vom Berliner Polizeipräsidium ausgesprochene siebentägige Verbot der nationalsozialistischen Zeitung „Angriff" aufgehoben. Nachdem das preußische Innenministerium die Beschwerde des „Angriff" abgewiesen hat, hat der Reichsinnenminister ihr nunmehr stattgegeben. Das preußische Innenministerium wird, wie verlautet, von der nach der Notverordnung gegebenen Möglichkeit Gebrauch machen und die Entscheidung des Reichsgerichts anrufen. Amsterdam. Die Arbeitslosigkeit unter den Amsterdamer jüdischen Diamantarbeitern ist immer noch im Ansteigen. Augenblicklich sind etwa 3500 jüdische Diamantschleifer ohne Beschäftigung. Riga. Die Not unter den jüdischen Massenin Riga nimmt stetig zu. Vor einigen Tagen drangen etwa 300 jüdische Erwerbslose in das Gebäude der Jüdischen Gemeinde in Riga ein, riefen: „Wir hungern!" und forderten Brot. Die Vorsteher wurden von der erregten Menge bedroht. Polizei zerstreute die Demonstranten. Budapest. In Budapest verstarb im Alter von 65 Jahren der bekannte Industrielle und Philanthrop Dr. Wilhelm Grauer, der seit 25 Jahren ununterbrochen dem Vorstand der Pester Israelitischen Religionsgemeinde angehört und viele Jahre die Wohlfahrtssektion und die sozialpolitische Abteilung der Gemeinde geleitet hat. Jerusalem. Die Lehrerschaft an den hebräischen Schulen der Jewish Agency in Palästina trat am Donnerstag in den Streik, zwecks Durchsetzung gewisser finanzieller Forderungen. Pflicht empfinden, wenigstens auf diesem geheiligten Gebiete der Erziehung des jungen Geschlechtes der Agudas Jisroel, die um diese Erziehung einen heroischen Kampf kämpft, wirksam zu Hilfe zu kommen. Der verstorbene Herausgeber des Jewish Chronicle in London, Mr. L. I. Greenberg, hat seinen Leichnattl verbrennen lassen und letztwillig verfügt, man solle seine Aschenreste auf dem Scopus-Berg in Jerusalem beisetzen, was die Verwandten und Freunde dahin umdeuten, daß der Oelberg, also der eigentliche Begräbnisplatz, gemeint sei. Das Oberrabbinat hat nun, wie nicht anders zu erwarten war, die Genehmigung zur Ausführung dieser letztwilligen Verfügung versagt und auf eine ausdrückliche Anfrage, ob nicht im Interesse einer Persönlichkeit, die sich besonderes Verdienst um die jüdische Sache in Palästina erworben habe, eine Ausnahme gemacht werden könne, die Ablehnung bekräftigt. Briefkasten. A. I. in Aürlh. In dieser Form konnte der Aufruf ruhig erscheinen. Es kann keinen verstimmen, wenn verlangt wird, daß bei Erfüllung einer religiösen Pflicht auf den nap und diejenigen, die ihm Opfer bringen, Rücksicht genommen wird. K. K. in E. Die Barmizwoh findet mvv 's statt. W. W. Der 12. Schwat 5656. K. K. in K. Der 8. Schwat 5677. Höcrlehrer E. Z3. Mk. 3.— für Spende eingegangen. ZS. Dr. Ludwig W a l d e ck e r, Verfasser des bei Carl Heymanns Verlag, Berlin, erschienenen Werkes „Die Stellung der menschlichen Gesellschaft zum Völkerbund, Versuch einer Darstellung des Kampfes um die Weltorganisation", das wir in Nr. 39 des Jahrganges 1931 unserer Zeitschrift besprachen, hat, wie wir erfahren, um den Verwechslungen mit dem gleichnamigen Staatsrechts Professor in Breslau zu entgehen, sich inzwischen entschlossen, den Schriftstellernamen Burkhart Walde^cker anzunehmen: 9Avma Quaii4ä4a/n - vn. KIM. . cKlcm iWadxta «Uc tvct«lvytcKerwcl<m ct\vm«.n & Optik ».Photo sowie alle Zubehörteile bei HUI Up pn Töngesgasse43 ■ VI iVlw | Entwickeln u. Kopieren j Bei Üufißescfinierden <HngufusfcfMihu>evft jetzt Bethmannstraße 88 (Kaiserplatz) Eberhard Müller Söhne liMiiiiiii miiiiiHiii f in ui um Main-Trommel Groß-Dampfwaschansfalf LESER & MÜLLER Fra nkfurf a.M. 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