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Der Israelit · 1931-12-24 · Heft 52 (24.12.1931) · page 9

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Journal
Der Israelit
Volume
72 (1931)
Issue
Heft 52 (24.12.1931)
Date
1931-12-24
Page
– (sequence 9)
Language
German
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Rr. 52 IW Zerusalemer Geschichten?) D'i'e Süll d'e u rt'ö ihre Stra fe. i i ■ ■' *' > r f f i * * ■ ■ ■ Und es war irr jenen Tragen, da die zügellosen Söhne Jsmaels ny.ch Herren im heiligen Lande waren und miststopker Hand und, schrecklicher GrausnmkM Ä^rnels,-Hohne:bedrückten. Da geschah-, es.'eines Tages,. daß die Ismaeliten in ganz Jerusalem.den Befehl ergehen ließen, daß in Zukunft jede jüdische Leiche an ifjm- Moschee vorbeigetragen werden müsse, um sie mit Steinen zu bewerfen und sie nach Herzenslust zu schänden. Und es war eine Zeit der größten Not für das Haus Jakobs, denn nicht nllr/däß man dis Ehre seiner Toten entweihte, auch die Träger der Bahren wurden von dem Steinhagel/ der von allen Seiten auf sie herniederpvasselte, getroffen, und kehrten verwundet und zerschlügen nach Hause zurück, kaum daß sie mit dem Leben daoon kamen. Die Juden aber waren machtlos und konnten keine Hilfe finden, da der mächtige Feind triumphierte, und es gab doch d>amals nicht Recht und Gerechtigkeit. In jener Zeit konnte jeder tun, was ihm gefiel. Da starb eines Tages ein sehr frommer Inder als sie sich auch schon in ihrer Moschee versammelten ein jeder mit einer Tasche voll Steinen über der Schulter, um aus die vorüberziehende Leiche zu warten, und sie zu schänden. Als nun die Bahre an der Moschee vorbeikam, «da beugten-sich die Jsmaeliten aus den Fenstern, um den Toten mit-Steinen zu bewerfen, wie sie das immer zu tun pflegten. Da aber verdorrte ihre Hand und sie konnten sie nicht bewegen. Sie wollten ihr' Köpfe vom Fenster zurückziehen, da veven-gte sich der Fensterrahmen, und ihr Kopf schwoll an. Sie versuchten durch das Fenster ins Freie zu springen — aber ihre Füße waren an den Boden geheftet, und« sie konnten sich nicht vom Platze rühren. Mittlerweile störte sie. Die JschäMeN ^äb.ex^stande'n den ganzen' Tag wie SalzsWen ün.ihrem/ Platze.^nd ko^Mn 'sich nicht von tjer Sixlle. bewegen. ,;? Da Misten bie.BprnHchen dex .IM fielen dem 'WbM-.Me.Mhas/ Hecham -Schmueß. der damals Vorsteher der jüdischen Gemeinde war, zu Füßen und flehten ihn an, daß er . von G'tt Heilung für die Sünder erbitten solle. Und der Raw in der ,^ülle seih er Bescheidenheit willfahrte ihnest.H^^ st" Von diesem. Tage, an.hörten diese grausamen Verordnungen auf.. ' -i- II. Die Rücker st a t t u n g d e s v e r E o r e n-e n /.Besitzes. Es lebte -einst ein Jude in Jerusalem, der heiligen Stadt, ein einfacher, gerader Mann, g'ttesfürchtig und! gar bewandert im Thoralernen, Rabbi Abraham war fein Name. Rabbi Abraham war Tischler und verfertigte Tische unid allerlei sonstiges Hausgerät, denn er haßte die Hochstellung und liebte die Arbeit. Es segnete G'tt den Rabbi Abraham in allem, und die Einwohner Jerusalems besuchten fein Haus, ihm Arbeit zu übergeben. Rabbi Abraham hatte aber einen ismaelitifchen Nachbar; dieser war auch Tischler und hieß Abu-Ressim. Abu-Ressim war ein verstockter und hinterlistiger Mensch, er haßte die Arbeit und be'trgnk.sich'ständig. Die Leute wollten dem Abu- Ressim keille Ärlleit übergeben,: denn er betrog die Leute. Deshalb beneidete Abu-Ressim seineri jüdischen Nachbar, der in allem/ was er begann, so erfolgreich war, und verfolgte ihn stets/ Da war es leinmal an einem Crew Schabbath. Rabbi Abraham hatte schon am Nachmittag!.mit seiner Arbeit aufgehört und verschloß sein Haus, um mit seiner Frau und-seinen Kindern an die Kothel Hamaarawi zu gehen, dort den Schabbath zu empfangen und seine Gebete zu G'tt zu 'senden, wie er das immer Freitag abends-zu tun pflegte. Da schlich sich Ahu-Ressim heimlich, in das Haus /des Rabbi Abraham, 'stahl dessenganze Habe und entfloh. Als Rabbi Abraham und seine Familie von der Kothel zurückkamen, da sahen sie alles, was Abu-Ressim ihnen getan hatte. Da weinten sie sehr, denn sie waren ja all eillekn einzigen Tage vollständig verarmt. Nach Schabbath-suchten sie das gestohlene Gut in der ganzen Stadt, ohne es jedoch zu finden. Trotz allem sündigte Rabbi Abraham nicht mit den Lippen, vielmehr segnete er G'tt auch bei diesem Schlimmen, wäs Ihm widerfahren war, denn er sagte: „G'tt hat es gegeben und G'tt hat es wieder genommen'!" Es verging nicht viel Zeit, und Rabbi Abraham dachte gar nicht mehr an den gestohlenen Besitz und vergaß ihn vollständig, denn G'tt ersetzte das ihm Fehlende und vermehrte sein Hab und Gut aufs doppelte. .*'• Abu-Ressim rettete sich nach dem Dorfe En- Gedi bei Jerusalem, um dort den Diebstahl zu verstecken. Doch schon unterwegs traf ihn die Hand G'ttes. Er starb des Nachts auf der Straße und das gestohlene Gut war bei ihm. Als der-Morgen dämmerte, kam ein Winzer des Weges daher. Er wollte von En-Gedi nach Jerusalem zur Arbeit. Da fand Karni — das war der Name des Winzers — den Abu-Ressim. Als er sah, daß er einen Toten vor sich hatte, grub er ihm ein Grab. Seine Habe aber nahm Karni mit sich und brachte sie nach En-Gedi in sein Haus. Und kein Mensch erfuhr etwas von dem Geschehenen. Ein Engel G'ttesaber erschien dem Kärni 'im TrämW der Wacht und ftstÄch M isttm „WteMch? auf die Erde herab, wie ihresgleichen nie waren und wohl auch nimmer sein werden. Sie schwemmten viele Häuser fort, zerstörten Felder, verwandelten Gärten in Wüsteneien und. En-Gedi wurde zur Einöde. Als Karni nach Hause kam, . und die Verwüstung sah, da schlug er die Hände zusammen, denn der erlittene Schaden war. sehr groß. Als sich jedoch sein Schmerz etwas gelegt hatte, da gedachte er des Schatzes, den er. im Baume versteckt hatte und tröstete.sich, daß ihm ja genug geblieben sei, um das Zerstörte wieder aufzubauen. Karni kam in den Garten —Wer / Scksteck auf Schreck. Der- Gäbest 'war. zurMMM geworden, und der,Baum, in dem er den Schatz . verborgen hätte, stand/ nicht mehr an/ seinem! Platze/ der Mstd hatte 'ihn entwurzelt. Dieses Unglücktraf ihn schlimmer, als alle anderen,. Schläge/'ünd er brach, in Weinen aus. ' Der Wind aber schleifte den Baum immer weiter, bis er an die oberste Wasserleitung von Jerusalem fiel, dort fand ihn ein armer Fischer, zog ihn -aus dem Wasser und trug ihn in die Stadt, denn er sagte sich: „Ich rverde ihn einem Schreiner'berkauM,und' für den Erlös Brot für mich und meiste Familie beschaffen, das wird uns auf -einbt Tag genügen." Er zog den Baum noch mit sich fort, als er auf dem Wege, Abraham den Tischler, traf. 'Da bot der Fischer dem Rabbi den Baum zum Kaufe an, denn er wußte, daß Rabbi Abraham ihnnicht mit dem Preise betrügen werde. Rabbi Abraham sah, daß der Baum zum Verarbeiten geeignet sei und kaufte ihn von dem Fischer für fünfzig Silberstücke. Als der Rabbi Mch Häufe kam, spaltete er den Baum und fand in ihm den Schatz, den er alsbald als sein Eigentum erkannte. Rabbi Abraham erzählte seiner Frauunid sechen Kindern dieses große Wunder. Da freuten sich alle gar sehr und segneten G'tt mit den Worten: „Gesegnet Du, der verlorenes Gut feinem Eigentümer zurück gibt!" / v „. Ewige Zugend. *) Dem Hebräischen nacherzählt.!Rabdl Abrasillm mit Ntriüän.' DstM steh MsiM? 'mach «Eigentümer zürück/ damit'du dH'sticht vor G'tt versündigst." Als Karni morgens vom Schlafe erwachte, gedachte er der Worte des Traumes und sprach zu sich: ,-Die Träume reden Nichtiges," und er gab den, Diebstahl' nicht heraus. ' Nach einiger Zeit erkranktes. Karnis.. Vaters und als er fein Ende herannahen fühlte, ließ er feisten Söhn zu sich rufest. Da fürchtete.sich Karni, dest Schatz in' feinem. Haufe zu lassen, damit sticht des nachts ihn ein''Dieb aus dem verlassenen Hause stehlen kömst/' dÄhalb ' ging Karni ist seinen ^Oarterr^'sir-Me' und'"fand auch , einen hohlen Vaunt, in Nm'E den Schätz verbarg, verstopfte die Oeftstustg des Baumes Und machte sich auf, zu serneni Väter zu reisen. Nach einer Woche starb Karnis Väter, er begrub ihn mit großen Ehrest und trällertesieben Tage um ihn. Als die Tage der Trallör um seinen Vater vorbei waren, kehrte Karni nach En-Gedi Hu seinem Hause und seinem Weinberg zurück. Und G'tt hatte einen starken Sturmwind auf die Erde geschickt, der Berge entwurzelte und Felsen spaltete, und heftige Regengüsse rauschten Von D. <£. Dem wiedererscheinenden „Aufstieg" zum Gruß/ , In unserer kritischen Zeit fehlt so manchem an Jahren jungen! Verfechter unserer .heiligen Sache der Mut, ohne den große Dinge, nicht gelingen. Fehlschlage und -Absatzstockung haben längst auf: das geistige., Gebiet Mergegriffen und üke^^gAteä -Wllken lähmgele^t.' Einen ' Whreri ahssr, .an Iahten stns-alleni überlegenkemi'FMndsti-ü jngendheWgserischer. HeMsWeit^ .haststM Krankheit: gsst-« . : nleugtt und" keine 'Krise stMysttigi-, In jugenäUch uns. r Hezrgsaihem Mute gibt nach'steomrstlichst 'halbjährigst ' .Pause »unser nie, rastender! Nath'äü Birhbaunv seine Zeit-!!!' Mist. /Ausstieg/, .Wieder hergtzs. Pirnb auyi-. Hauptziele:! - - . Bchlandlichung und Angemeinde, also eine gesundere Berufsschichtuug der Juden und eine straffere Or'gaiiisatiosst Unserer ftabbinischen Behörden, sind ja auch unserem Leserkreise unstreitige Ideale. Sie werden, wenn die Zeitlage sich gradlinig in bisheriger Richtung weiterentwickelt, jedes Organ und jede Organisationdes gesetzeströuen ' Jüdeütums mehr und mehr interessieren müssen, zumal, wie .auch: im voxlieg.endem, Heft des Aufstieg mehrfach chelegt, auch. allgemeine .jüdische Bünde sich ' dieser Dinge anzu-. nehmen' beginnen: Diese ^iele werden sicher nicht auf schwierigeren / Wegenzu' streichen sein als' unsere änderen Ideale, Es, .ist auch zu hoffen, daß die durch den Mründer..der- „AulimV,. selbst verursachten Bedenken keine Mgen bleiben.,! Sy fteht ja hem l^edanfen der /Ällge-... . meinde"-ibÄ'Bltnbitüms eigne' gdmstndepolitische Stellung v ö r e r-sv im Megei Ebenso wird'es heutzutage schwierig sein, eine--konkurrenzfähige Landwirtschaft auf« jener völlig mdividualkapitalistischen Grundlage ^zu erstellen, an der -B, festhält, vom Atheismus , der Sozialisten angewidert. Mit dem Justamentstanopünkt als Erste schlutzzuniachen, — diese' Ansicht erhoffen wir doch früher von den Aulnä als. etwa von den Sozialisten. Wer so jugendfrisch und dabei besonnen wie N. Birnbaum in die Zeit schaut, wird,' wenngleich heute noch erst...spärlich, auch das Wort R. Israels Baalschemtobs bewahrheitet sehn: In lö'ttes Hand stehn lh^ute grade die /,-Durchförscher der Welt" ' (Marcus, Eassidismus, S. 3—4). Was wirklich neu und nicht als Erbe des atheistischen De.spotenjahrhunderts heute entsteht, das atmet schon Geist vom Geiste des kommenden Messias. Wenn unser Jahrhundert den Totentanz mit den Schatten des Vorvorigen geendigt haben, wenn Moskau der altpariser Parolen überdrüssig

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