Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 72 (1931)
- Issue
- Heft 52 (24.12.1931)
- Date
- 1931-12-24
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 8 Nr. 52 Der Israelit 24. Dezember 1931' überhaupt. Sie definierte die Strafe als eitt i Mittel, Störungen zu befer izen, indem dem Störenfrieds ein körperlicher oder ein seelischer Schmerz zugefügt tvird, um ihn an der Wiederholung des Unrecht; zu hinderst. Wenn Gunsten und Pä)agogen drei Auffasiungen der Strafe unterscheiden,' nämlich Strafe als Vergeltung, als Abfchreckungs- und Be'serungsmittel, so lehnt die Referentin Strafe als Vergeltung von vorneherein als unmoralisch und unpädagogi'ch ab. Sie läßt für das normale Kind nur die Strafe gelten, die eine innere Umkehrung bewirkt, a'so zum Zwecke der Besserung erfolgt. Von diesem Gesichtspunkte aus wurde das Problem nach allen Seiten hin gründlich beleuchtet, die Konsequenzen der nicht zu Recht erfolgten Strafe erörtert und an Hand interessanter praktischer Beispiele dargetan, daß bezüglich der Strafe bei vielen Erziehern sowohl im Elternhaus als auch in der Schule sich noch vieles von Grund auf ändern muß, wenn man günstige Erziehungseifolge erzielen will. Als Grundvoraussetzung haben Güte und Vertrauen zu gelten, denn ohne Liebe zum Kinde und ohne Freundschaft zwischen Lehrer und Kind kann erzieherischer Einfluß nicht im rechten Sinne ausgeübt werden. Als erster Diskus wnsredner sprach Herr Kösterich von der Strafe im Elternhaus in ihrer Beziehung zur Schule. Wohl besteht für alle Instanzen, die Erziehungsarbeit zu leisten haben, das Ideal, sich von jeglicher Strafe als Hi'.fsmi tel vö.lig frei zu machen. Wenn vielleicht einzelne g't.begnadete Erzieher diesem unter günstigen Bedingungen, nahe kommen, so wird doch der Durch'chnitt aller Erzieher dieses Ideal nicht erreichen können. Aus dieser Erkenntnis ergibt sich, daß die Frage des Abends nicht heißen, könne: Simse oder keine Strafe, sondern: Wann und wie soll gestraft werden? Daß wir, d. h. Eltern und Lehrer nicht ohne Strafe auskommen, liege am Erzieher, am Kinde und an den augenblicklichen Verhältnissen. Vielen Erziehern fehle heute das nötige inncire Elcichgerricht. viele Kinder leiden nlcht wenig unter der Nervosität der Erzieher und die durch die schwierige Wirtschaftslage verursachten äußeren Verhältnisse erschweren die Arbeit der Eltern und Lehrer wesentlich. Wer wollte nicht glauben, daß die Arbeit des Erziehers in einer Sechszimmerwohnung unter geordneten Verhältnissen leichter ist als die in einem Zimmer, in dem vielleicht sechs Mensch:n unter ärmlichsten Verhältnissen leben? Und wer wollte bestreiten, daß die Arbeit des von Not und Sorgen freien Lehrers in einer Klasse von ri.llcicht 25 Schülern einfacher ist als die Arbeit des mit Sorgen vollbepäckten Lehrers bei 53 und mehr Schülern? Düse angedeuteten Schwierigkeiten bedingen die Eristenz der Strafe auch, wenn man ihr, aus theoretischen Gründen ablehnend gegenüber steht. Nach dieser Feststellung untersucht der Referent alle Fragen, die damit in Beziehung zu setzen sind, ausführlich und erblickt in der Zusammenarbeit zwischen Schule und Elternnhaus das beste Mittel zur Minderung und Mildung der Strafe. Nach einer Dlskus'ion, in der zustimmende und entgegenstehende Meinungen frei zum Ausdruck gebracht wurden, sprach Fräulein Cahn, Köln, über die Strafe beim nervösen Kind und wies an Hand von vier praktischen Beispielen nach, wie schwer ein solches Kind durch falsch angewandte Strafmittel geschädigt werden kann. Der nächste Elternabend wird voraussichtlich im Januar statlfinden. Da wird Herr Kösterich praktische Ünterrichtsbeijpiele vorführen, um zu zeigen, wer ein in moderner Weise erteilter Musikunterricht einer Volksschule erfolgt. Spi:lab:nd. Else Benjamin (Bratsche). Wenn man auch im Allgemeinen den Musizieren von „Dilettanten" mit Skepsis entgegentreten muß, da man ja begreiflicherweise an die selben nicht die Anforderungen, stellen kann und darf, die b.i be.ussmäßigen Künstlern als unbedingte Voraussetzung gelten, so muß erfreulicherweise doch festgbsteM werden, ldaß die Darbietungen und Leistungen der Ausführenden sich auf einem solchen Niveau bewegten, daß sie auch einer ernsthaften Kritik standhalten, und das umsomehr, als vor Allem den geistigen Ansprüchen der Kompost irncn volles Verständnis entgezengebracht wurde. Zwischen dem St eichquarlett in g-moll von Schubert, das mit Ausnahme des im Tempo etwas forcierten Andantino, restlos gefallen konnte, und dem Quartett in c-moll op. 18 von Beethoven, spielte Herr Benjamin mit bemertensierler Technik. „Prelude" in cis-moll von Rachmaninoff und dis g-moll Rapsodie von Brahms. Zum Schlüsse hört man eine feingeschliffene Wiedergabe der „Kleinen Nachtmusik" von Mozart. Dem künstlerischen Teil schloß sich ein geselliger an, bei dem ein von der Firma Ehrenfeld gesti,teter Koffsrapparat mit 3 Platten einen Erlös von Rm. 111.— erbrachte. Bei den nachher statlfindenben Eesellschaf ss islen dürfte noch manch» Summe dem guten Zweck zugeführt worben sein. Der Gesamterlös des Abends belief sich aus Rm. 453».—, der restlos den Schulzwecken zufließt. In den Erfolg des Abends teilen sich mit Frau Selma Goldschmidt, die „Vereinigung ehem. Schüler und Schülerinnen", die ihn veranstaltet haben. A. K. Entwickeln Kopieren . Vergrößern Abzüge 6X9 ’Mk 0.15 Abzüge 9X’2 Mk, y 20 SCHLESICKY KAISERSTRASSE 27 Der von der Jüdischen Frauenvereiningung für den 26. Dezember ungesagte Spielabend im Frankfurter Clube zu Gunsten der S. R. Hirsch-Schule mußte auf einige Zeit verschoben werden. Der neue Termin wird noch bekanntgegeben. Kammermusilabenb zu Gunsten der S. R. Hirsch - Schule. In dem von Frau Selma Goldschmidt in liebenswürdiger Wnse zur Verfügung gestellten Raum, fand zu Gunsten der S. R. Hirsch-Schule ein klassischer Kammermusikabend statt. Ausführende waren ehemalige Schüler und zwar die Herren Fritz M. Kutner (1. Violine),' Herr Erich Offenbacher (2. Violine), Herr Robert Sachs (Ecllo). Herr Bernhard Benjamin (Klavier) und Fräulein Frankfurter Vereinskalender. Verein Melor Chajim. Freitag abend nach Schul im Hörsaal: Mikro. Herr Bernhard Heidingsfelder. Sonntag abends 6 Uhr, Gefchtchtsvortrag des Herrn S. Schachnowitz, „Der Maharschoo und seine Zeit (zum 300 Todestage des Rabbi"). Sonntag morgens nach Schul (ebenso Mittwoch) am "n Herr Red. S. Schachnowitz. — vormittags 9.15 Uhr (ebenso Dienstag 6.30 Uhr) Gemoro. Herr R.-Ä. Gerson Posen. Montag (auch Donnerstag) nach Schul: Mischna Mitgliedeclernen. — abends 7 Uhr (auch Mittwoch) Gemoro. Herr Rabbiner Dr. Jos. Breuer. — abends 8.15 Uhr (auch Donnerstag) Gemoro Herr Dr- E. Posen Dienstag (auch Freitag) nach Schul: Mischna. Herr Dr. E. Posen. Bon Montag bis Freitag morgens nach Schul im Sitzungszimmer Gemoro. Herr Dr. S. Ehrmann. Sonntag, Dienstag und Mittwoch abends 8.15 Uhr im Vereinslokal Schahlernen. Herr Herz Holpern. Iahrze.tsftiftungen. Sonntag, 27. Dezember: Adolf Rosenbaum-Stkftnng. „ „ „ Sophie Lehmann-Stiftung. „ „ „ Gabriel Rosenberg-Stiftung. Aglldas Iisroel-Iugendgruppe e. B. Winterarbeit, a) Schiurim Hlichaus Schabbos. Dozent: Herr B. Rachelsohn, Zeit: Montag 20.30—22 Uhr in der Wohnung Zeit 2 Bawo Kamo (Gemaro). Dozent: Herr Dr. W. Hofmann, Zeit: Dienstaa 20-15—21 Uhr (Mauerung 34), Schabbos 14.30—15.15 Uhr im Heim. Schulchan Aruch. Dozent: Herr Leop. Oppenheimer, Zeit: Mittwoch 21—22 Uhr in der Wohnung Värenstr. 12 Mischna Seher Maued). Dozent: H:rr Gerson Schnerb, Zeit: Donnerstag 20.45—22 Uhr in der Wohnung Kantstraße 4. Schulchan Aruch. Dozent: Herr Louis Kahn, Zeit: Schabbos 11—12 Uhr im Heim. Schulchan Aruch. Dozent: Herr Th. Spiegel, Zeit: Schabbos 15.30—16.30 Uhr in der Wohnung Ostendftr. 11 Besondere Schiurim der Mädchengruppe: Melochim. Dozent: Herr Jul. Lewin, Zeit: Schabbos vorm, nach Schul im Heim. Thauro. Dozent: Herr Konrektor Hirschberg, Zeit: Schabbos 16-17 Uhr im Heim. Dinim. Dozent: Herr Konrektor Hirschberg, Zeit: Mittwoch 20.30—22 Uhr 14tägig im Heim. Schiurim des Herrn Herz Halpern in der'Ortsgruppe der Agudas Jisroel. Täglich 9—11 Uhr Lernen jeglicher Art. 11- 12 Uhr Gemoro wnvv. 12— 1 Uhr Das Jomi. Liwjakh Lhen. Samstag mittag nach Mincho im Horfäale Friedberger Anlage, „Vortrag des Herrn S.; Schachnowitz: „Kaddisch und Seelenfeier". , Agudiskifche Fraüengruppe. Montag, 28. Dezember Abends 8^/i'Uhr, spricht im Hörsaal, Friedberger Anlage, Herr Dr. S. EhrMann. Thema: „Orientierung über jüdische Gegenwartsfragen." Gäste, Damen, herzlich willkommen. Schiurim der Gemeinderabblnerr. Gemoroh für Jugendliche (nach vorheriger Anmeldung): Montag und Mittwoch 18—19 Uhr. Gemoroh für -Fortgeschrittene (o'nos): Dienstag, Donnerstag und nvv -o 20.30 Uhr. Aussprache für Jugendliche: Schabbos nachmittag nach Mincho (16.30 Uhr). Die Veranstaltungen finden sämtlich im Lernzimmer Fichtestraße 5 statt. Gebetzeiten. 'N'i rai? Freitag abend 4.05 Samstag nasffn 7.05 Samstag morg. 8.15 Samstag nachm. 1.00 u. 4.00 Samstag abend 5.20 Wochengottesdienst: Margens 7.05 Nachmittags 4.00 Tefillin-Legen am Morgen 7.05 5 amiliennachrichken. Barmizwo: Max Lichtenstein, Zögling.der Israelitischen Waisenanstalt, 'N'i rnv. Am 26. Dezember 1931, feiert seinen 76 Geburtstag, Gustav Ziemmt, Frankfurt a- Main, Windeckstrahe 58, 2. bei Frau Weinberger. Briefkasten. A. Si. Merlin. Am 21. Januar tmtr 's. Lehrer tz. in Ml. Ihr Abonnement ist jetzt bis 31.3. 1932 bezahlt. Am 1. Dezember eröffnete Herr Mar Goldsch m id t unter der Firma „SHihinstan;sehung Maingau" eine neuzcitiche einger'.chtete Schuhsohlcrer im Hause Hanauerlandstraße 27. Bei Verwendung von nur allerbestem eichenlohgegerbtrm Kern'.eder und eractester Verarbeitung berechnet Herr GoldschnnK nur mäßige, den heutigen wirtschaftlichen Verhältnissen angepaßte Presse, sodäß wir glauben, den sparsamen Hausfrauen mit diesem Hinweis dienlich zu sein Das Geschäft ist am Sabbath und allen jüdischen Feiertagen geschlossen '3 ' Es fei nochmals darauf hingewiesen, daß in Eann es- Cvte d^Azur eine Pension de l'Etoile von Sal. Wolf eröffnet wurde. 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