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Der Israelit · 1931-12-24 · Heft 52 (24.12.1931) · page 7

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Journal
Der Israelit
Volume
72 (1931)
Issue
Heft 52 (24.12.1931)
Date
1931-12-24
Page
– (sequence 7)
Language
German
Belongs to
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Nr. 52 Seite 7 24, Dezember 1931 Der Israelit stets hoch gehalten. nb 1^'»'» naam *px» V®' Mochten auch allenthalben sich Abfall und Gleichgültigkeit gegenüber den Anforderungen unsrer mm geltend Machen, für ihn gab es in seinem familiären und geschäftlichen Leben nur stets das eine: der min gemäß zu leben. Zu allen Veranstaltungen die in Frankfurt, der Metropole der deutschen Orthodoxie, oder in Darmstadt für die mm statt,inden, stets findet sich auch Daniel Latz ein, wo Gelegenheit ist zu lernen oder für Thorajudentum einzutreten. Wenn auch manchmal in den letzten Jahren gesundheitliche Storungen sich geltend machen wollen — wenn in Darmstadt ein Lehrerschiur stattfindet oder in Frankfurt in der Friedberger Anlage sich Gelegenheit bietet, an einem pp a"’ -G'ttesdienst teilzunehmen, dann ist Herr Latz gesund, dann hält ihn nichts zurück, der bim und mm dienend sich. hinzugeben. Er gehört zu den Juden, wie sie heute aus dem Lande leider immer seltener werden, die pattiarchengleich fest stehen auf dem granitenen Felsen altjüdischer Lebensgestaltung. Wer je Gelegenheit hat, nach Egelsbach zu kommen, versäumt nicht, den alten Herrn in seinem Heim auszusuchen, und wenn der Besucher gar mit mm mm aufzuwarten hat, dann findet er in Herrn Latz einen gar freudigen und dankbarem Hörer. So hat Herr Latz verstanden, sein Heim zu einem vxa ttnpa zu gestalten, in dem sich jüdisches Familienleben in prächtigster Weise entfalten konnte und ihm Linder erwuchsen, die im Sinne ihres Vaters leben. Es gibt wohl in unserem Lande kaum eine gesetzestreue Verlag des Israeli! u. Herrnon O. m. b. H. Frankfurt am Main Zum 28. Tewes, dem fünften Jahrzeitstage des verewigten Verfassers, erscheint: mmo nmfc Talmudische Studien Von Rabb. Dr. H. Ehrentreu H»":!» in München. Preis brosch. Mk. 3.50, geb. Mk. 4,50 Zu beziehen durch alle besseren Buchhandlungen sowie vom Verlage. Postscheckk. Frankfurt a. M. Nr. 39592 Verlag des Israelit und tiermon G.m.b.H. Frankfurt am Main, Rechneigrabenstr. 7 zu Juden und jedem Einzelnen der jüdischen Gesamthett erinnerte an die Erzählungen von Rabbi Levi Jizchok und anderen Chassttimgrößen. Ein langes Lrankenlager brachte ihm viele Qualen, konnte ihn aber nicht im mindesten vom Eifer im Lernen und G'ttdienen abbringen. Wenn Freunde ihn besuchten, verleugnete er die Leiden und Schmerzen, um die Gäste nicht zu bettüben. Es ist nicht zu viel gesagt, wenn man den Bialer Raw als „einzig in seiner Art" dahinstellt. Die Bestattung fand in Biala unter gewaltiger Beteiligung statt. Fast alle Rabbiner aus Warschau und Umgebung waren anwesend. j"v Nürnberg, 12. Dez. Am! nao 'a - natan nann als die Lichtlein unseres Ehanuka-Festes für Heuer zu Ende waren, ging auch das Lebenslicht unseres allseits verehrten und hochgeschätzten Joses Goldschmidt zu Ende, er schloß seine Augen im 77. Lebensjahre, tiefbettauert von seinen Lindern und tiefbeklagt von seinen vielen Freunden, und seine Freunde waren alle, die diesen frommen, gütigen Mann kannten. Seine Lebensführung war gekrönt von den den jüdischen Lebensaufgaben arnvn oib'ar und mm »mm und der Verblichene hat diese Ziele in vorbildlicher Weise erreicht. Josef Eoldfchmivt b"t pflegte das Thorastudium sowohl für sich selbst, als auch nama und bis in sein höchstes Alter — solange es seine Lörperttäfte ihm erlaubten — versäumte er nicht, an t=pa-ia mm nach dem Morgengebet oder selbst in den späten Abendstunden sich zu beteiligen. Aber nicht nur sein eigenes Thorastudium lag dem Verblichenen am Herzen, sondern er förderte auch das Thoralernen, wo es ihm nur möglich war,- sei es durch Eintreten in materieller Hinsicht, sei es durch Förderung in persönlicher, opservoller Arbeit. In diesem Zusammenhang muh auch seines verdienstvollen Wirkens für den Leren Hatorah gedacht werden. Beherzigend schön war es auch, wenn man dem Verblichenen beim Ausüben der mm beobachten konnte, wie innig er sein Gebet verrichtete, mit welcher i-r? nnav nix»ausübte eine Verkörperung des Psalmenwortes iman l-p mizuV^.Auch für wirkte der Verblichene mit der ganzen Freude seines Herzens, und eiferte-, auch Andere aneifernd. Ebenso förderte er die religiösen und charitativen Institutionen von bunv sin mit der ihm eigenen Hingabe. Zahlreich war die Trauerversammlung, die dem lieben Freunde die letzte Ehre erwies. Herr Rabbiner Dr. Llein widmete dem Verblichenen, dem treuen langjährigen Mitglied und eifrigen Förderer der Adas Israel Nürnberg innige und herzliche Worte des Gedenkens und des Dankes für fein segensreiches Wirken. Amsterdam, 7. Dez. Oberrabbiner S. Dasberg in Leeuwarden ist zum Oberrabbiner von Groningen und des Bezirkes Friesland gewählt worden. In Groningen war früher Oberrabbiner Davids tätig, der als Nachfolger von Oberrabbiner Ritter nach Amsterdam kam. Würzburg, 22. Dez. Herr Benno Seckbach, Würzburg begeht am 14. Tebeth seinen 60. Geburtstag. Wer Herr Seckbach kennt, weiß, wie er als ehemaliger Schüler der Samson Raphael Hirsch-Schule es versteht, die Prinzipien seines großen Lehrers 4"xr» seinem Leben als Leitmotiv zu geben. Seine tiefe m vrri' und mmn nana» verbunden mit äußerster Lonsequenz, wenn es gilt, der mm das gebührende Recht zu verschaffen, haben ihm in- und außerhalb der Würzburger Gemeinde, in deren Dienst er schon Jahrzehnte steht, die ihm gebührende Achtung und Verehrung gezeigt. Wir wünschen ihm weiterhin am io und Lraft, für seine Familie, Gemeinde und den^ivbio segensreich zu arbeiten. e>"jnay- Vermischtes. renz jüdischer Kulturfunktionäre hat beschlossen,, eine. Aktion für Ersetzung des hebräischen Alphabets in der jiddischen Schrift durch das l a t e i n t fche Alphabet einzul?itsn und 1. sofort an die theoretische Bearbeitung der Lateinisierungsprobleme heranzugehen, 2. die Pro? paganda für das lateinische Alphabet im Jiddischen zu verstärken. 3. die Frage der Lateinisierung in das Arbeitsprogramm der Jüdischen Wissenschaftlichen Institute in Kiew, Minsk und Moskau auszunehmen. 4. dahin zu wirken, daß die jiddischen linguistischen Publikationen schon jetzt in lateinischer Schrift herausgegeben werden sollen. Die Konferenz bezeichnet in einer Entschließung das Wilnaer Jiddische Wissenschaftliche Institut und seine Abteilung in Berlin als „ausgesprochen reaktionär". Man kann sich mit der Tatsache, daß für die Blasphemien der Apikorsimpreffe nicht mehr die heiligen Buchstaben mißbraucht werden, durchaus einverstanden erklären. Türkei. Sabbat-Schulzwang für jüdische Schulen in der Türkei. Konstantinopel, 21. Dez. Das Kultusministerium hat den Leitungen aller Minderheitenschulen, auch der jüdischen, mitgeteilt, daß von jetzt ab die Schulen nicht mehr zwei Tage in der Woche geschlossen bleiben dürfen. Nur am Freitag, dem mohammedanischen Wochenseiertag, dürfen Schulen geschlossen sein, an anderen Tagen müsse der Unterricht normal vor sich gehen. Dieser Verordnung gemäß wird in den jüdischen Schulen, die bis jetzt an den Sabbattagen geschlossen waren, nunmehr auch am Sabbat der Unterricht Erteilt werden müssen. Ebenso werden die christlichen Schulen am Sonntag geöffnet sein. Die Fraktion der Volkspartei (Regierungspartei) im türkischen Parlament brachte einen Antrag ein, daß nun auch an den Minderheitenfchulen die türkische Sprache als Unterrichtssprache eingeführt werden solle. Konstantinopel, 15. Dez. An der medizinischen Fakultät der Konstantinopeler Universität erneuerten sich die Exzesse gegen die jüdischen Medizin-Studenten. Die Juden wurden von türkischen Nationalisten attackiert und zum Teil schwer verprügelt. Die jüdische Medizinstudierende des dritten Jahrgangs, Bala Ansel wurde aus der Universität hinausgeworfen. Die Professoren nahmen sich der bedrängten jüdschen Hörer an und stellten zum Protest gegen die nationalistischen Exzesse und gegen die schimpfliche Behandlung von Frl. Ansel die Vorlesungen im dritten Jahrgang der Fakultät auf einen Tag ein. (ITA.) Personalien. Rabbiner Dr. Ludwig Lazarus Memel, 20. Dez. Laum fünfundfünfzig Jahre alt, schied ganz plötzlich und unerwartet unser Gemeinderabbiner, Dr. Ludwig Lazarus, aus dem Leben, betrauert nicht allein von seiner Famisie, seiner Gemeinde und seinem großen Schülertteise, sondern auch von der gesamten Bevölkerung < der Stadt, die in ihm eine markante Persönlichkeit verliert. Rabbiner Dr. Lazarus kam, nachdem er in Ungarn die heimatliche Jeschiwoth besucht hatte, nach Berlin, wo er seine profanen und jüdischen Studien fortsetzte und am Hildesheimerschen Rabbinerseminar seine rabbinische Ausbildung abschloß. Er amtierte in ungarischen Gemeinden und kam dann nach Memel, wo er in schwerer Uebergangs- und Nachkriegszeit elf Jahre' lang segensreich wirkte. Der Religionsunterricht an den höheren Schulen, jettt Lieblingslind, erreichte unter seiner Leitung eine hohe Blüte. Ein tüchtiger tarn vnbn, suchte und fand er Anschluß an die Thoragelehrten, deren das Veth Hamidrasch in Memel heute noch eine ganz erhebliche Anzahl ausweist. Auf philantropischem Gebiete hatte er die. Tradition der Memeler Rabbiner fortgesetzt. Er war väterlicher Freund all seiner Mitglieder und jedem Bedürftigen Helfer in der Not. Der jähe Heimgang dieses Führers versetzte die Gemeinde in tiefste Bestürzung. Bei der Bestattung waren die Stadtbehörden, die Geistlichkeit und Lehrerschaft in der großen Trauergemeinde vertreten. Ergreifende Abschiedsreden hielten u. a. die Amtskollegen des Heimgegangenen, Rabbiner Dr. Abt aus Allenstein und Rabbiner Dr. R ö s e l aus Tilsit. Möge '"vn die verwaiste Gemeinde und die gebeugte- Familie trösten. .voxm- Egrlsbach bei Darmstadt, 20. Dez, Am 20. Teweth feiert Herr Daniel Latz seinen 70. Geburtstag. Herr Latz ist in dem Lreise der Gesetzestreuen kein Unbekannter, Schon von seiner frühesten Jugend an unbeirrbar und fest auf dem Boden, des gesetzestreuen Judentums stehend, hat er sein Lebensprinzip als pnx jna und treuer 'tim durchs Leben zu gehen, ohne Wanken Institution, für die Herr Latz nicht schon nach Lräften gesteuert. Wie Daniel Latz ion i>air zu üben versteht, dürfte nachfolgende Episode erzählen, die Schreiber dieses vor mehr als zwanzig Jahren erlebte. Er weilte gerade in einem oberhessischen jüdischen Hause, als ein armer Wanderer erschien. Als der Arme in diesem Hause gastfreundlich mit Speise und Trank bewirtet ward, ging ihm das Herz auf und er fing an zu reden: „Nicht überall werden wir Armen so behandelt. Aber einen Mann gibt es, bei dem ich auch vorige Woche gegessen und getrunken habe. Und als ich ihm einige Tage später in Frankfurt aus der Straße begegnete, kam er auf mich zu und reichte mir mit oa'i-r vi^-Gruß die Hand." „Das ist Daniel Latz aus Egelsbach!" „Jawohl, es ist Daniel Latz." So steht Herr Daniel Latz als Siebziger fest auf dem Boden des Thorajudentums. Möge ihm rn"*vn die 'or gewähren, noch lange Jahre in Gesundheit zu verbringen, zum Zeichen dessen, daß man auch auf dem Lande als Vereinzelter ein guter und treuer Jehudi sein kann. -ms? rrnvvi nun is- Der Bialer Raw, Rabbi Samuel Lob Sack Warschau, 22. Dez. In Otwotzk verstarb der Senior der polnischen Rabbiner, Rabbi Samuel Löb Sack, früher Rabbiner in Biala, ein Gaon von großem Formate und als Mensch einer der beliebtesten Persönlichkeiten der polnischen Judenheit. In den letzten Jahrzehnten seines Lebens führte er ein Leben in heiliger Muhe und widmete sich ganz dem Studium der Labbala, sodaß eV zu den größten Labbalisten unserer Zeit gehörte. Nebenbei galt aber sein Wort auf halachischem Gebiet zumeist als letzte Entscheidung. Selbst in thorafremden Lreisen konnte man dem greisen Rabbi, dessen Mund große Weisheiten aussttömte, die Achtung nicht versagen. Seine große Liebe Nürnberg, 14. Dez. Unter den kürzlich ausgezeicbneten drei Nürnberger Sanitätern befindet sich auch ein Mitglied unserer Gemeinde, der Kaufmann Josef Meth. Er steht seit vielen Jahren im aktiven Dienst der freiwilligen Sanitätskolonne und bekam, nachdem er schon Inhaber mehrerer in- und ausländischer Ehrenzeichen des Roten Kreuzes ist, in Anerkennung seiner Verdienste die Auszeichnungsborte mit einer vom Regierungspräsidenten Unterzeichneten Urkunde. Herr Josef Meth ist Mitglied der Adaß Jisroel, Nürnberg. Die Woche. Elternversammlung in der Israelitischen Volksschule. Der Elternbeirat der Israelitischen Volksschule hatte durch seinen 1. Vorsitzenden, Herrn Dr. Arnold Merzbach, zu einer Elternversammlung, in der über Schulsttafen gesprochen werden sollte, eingeladen. Herr Dr. Merzbach sprach einleitend über die Sparmaßnahmen, die infolge der preußischen Notverordnungen und aufgrund der besonderen Einschränkungen im Etat der Gemeinde erfolgt erfolgt sind und die außer den bereits erfolgten Gehaltsrednziernngen der Lehrer erhebliche Einschränkungen und Veränderungen im inneren Schulbetrieb bewirken werden. Die Eltern wurden aufgefordert, durch pünktliche Zahlung ihrer Beiträge das ihrige wenigstens dazu zu tun. die Volksschule leistungsfähig zu erhalten, damit die jüdische Volksschule, die einen wichttgen Faktor unserer gesamten kulturellen Entwicklung bildet, auch die schwersten Zeiten überdauern kann. Fräulein Mirjam Gottheimer erweiterte das ihr gestellte Thema „Schulstrafen" und sprach über Sttafeu

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