Mannheim
Compact Memory

Der Israelit · 1931-11-05 · Heft 45 (5.11.1931) · page 9

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Israelit
Volume
72 (1931)
Issue
Heft 45 (5.11.1931)
Date
1931-11-05
Page
– (sequence 9)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
93% known words query
IRI
…/2446951-2450652-2450696--78337-2536037
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

5. November 1931 Der Israelit Nr. 45 Seite 9 Von Nichtjuden, die in den bisherigen Parlamenten! bei Behandlung der Palästina-Frage eine Rolle spielten, wurden die Arbeiterparteiler Dr. Drummond S h i e l s und Oberst Kenworthynicht wiedergewählt, dagegen wurde der Arbeiterparteiler Oberst Josiah Wedgwood ohne Gegenkandidaten gewählt. Howard Bury, der stets gegen die zionistischen Interessen in Palästina sprach, kandidiert diesmal nicht. Palästina. B«lsch«wismus >m zionistischen Waa» Hachimich. Tel-Awiw, 1. November. In. einer' Versammlung des W a a d Hachinuch der Jewish Agency leistete sich der Vorsitzende des Waad Hatarbuth der Arbeiterpartei, Herr Jabnieli, in einer Polemik gegen ein Mitglied der Organisation der Landwirte u. a. folgende Redeblüten: „Es Lommt der Tag, , da wir euch, — zu dem Bauern gewendet die Felder und Plantagen wegnehmen und unter ditz-Arbeiter..».erteilen., Es kommt.- der Tag, da wir euch ,aus euren Häusern vertreiben und uns darin festfetzep. Und,, an diesem Tage der großen Abrechnung soll i.euch das heutige Verbrechen nicht übersehen werden." :• Das Verbrechen bestand darin, daß eine Schule für Arbeiterkinder, mit Rücksicht auf die allgemeine wirtschaftliche Not, fortan nur noch Schule für Kinder heißen soll. Das brgchte den,iVorsitzenden der Tarbuth-Kultur- und Erziehungskörperschast in Raserei, aus der jene. Worte geboren waren. Die Mitglieder der Erziehungskonferenz und der Jewish Agency nahmen die Worte still hin. Nur Frau Sosana Persitz fragte: „Bin ich in Tel-Awiw oder bei der Jewsektie zu Moskau?" Daß solche Aeußerungen dem Erziehungswesen der I. A. keinen Nutzen bringen, sieht man ein und man bemüht ch in der zionistischen Presse von Herrn Jabnieli abzurücken. Vor einem Kompromiß in der palästinensischen Schulkrisis.! Jerusalem 1. November. Wie die ITA. erfährt, hat sich die Exekutive der Jewish Agency in Palästina zwecks Ueberwindung der Schulkrise bereit erklärt, das Schulbudget statt um 20 000 Pfund um nur 16.000 Pfund zu kürzen, wobei der Jischuw weiter 0500 Pfund und die Lehrerschaft ihrerseits durch Verzicht auf ein Monatsgehalt 7000 Pfund zum Schulbudget beitragen sollen. Die Exekutive der Jewish Agency hat sich ferner bereit erklärt, einen Äorschlag, laut dem alle Mitglieder des Beamtenstabes der Jewish Agency und der zionistischen Fonds ein Monatsgehalt zugunsten der Schule opfern, in günstige Erwägung zu ziehen. Man hofft, durch Verwirklichung der vargeschlagenen Maßnahmen zu einer baldigen Beilegung der Schulkrise zu gelangen. , Einwanderungszerlifikake. Jerusalem, 2. November. Wie die ITA., erfährt, hat sich die Exekutive der Jewish Agency in Palästina an die Palästina-Regierung mit dem Ersuchen gewandt, ihr für das am 1. Oktober 1931 begonnene und am 31. März 1932 endende Halbjahr 1720 Arbeiter-Einwanderungszertifikate zur Verfügung zu stellen. Die Exekutive der Jewish Agency begründet ihr Ersuchen mit dem Hinweis darauf, daß der Arbeitsmarkt in Palästina seit einigen Monaten eine Entspannung aufweist. Im letzten Jahre wurden weitere 10.000 Dunam Brachland in Orangenhaine umgewandelt, nach bestehenden Plänen werden in diesem Jahre auf weiteren 4500 Dunam Boden Orangenplantagen angelegt werden. Diese Neuanlagen erfordern weitere 1000 jüdische Arbeiter. Es kommt hinzu, daß die jüdischen Plantagen im vergangenen Jahre um 25 Proz. mehr Frucht getragen haben als in dem vorausgegangenen Jahre. In mehreren jüdischen Kolonien herrscht bereits ein Mangel an Arbeiterhänden. Vermischtes. Berlin. 2. Nov. Das Stellenvermittlungsamt des B. I. A. (Rechtsanwalt Dr. Artur Katz, Berlin C. 2, Neue Promenade 3) weist darauf hin, daß für Aerzte, insbesondere Spezialärzte, günstige Niederlassungsmöglichkeiten in verschiedenen süddeutschen Badeorten bestehen. Für Zahnärzte werden noch immer Assistenzstellen gesucht. neuen ■Räuber unsere niriieri Daß man in Cannes gut und streng rituell essen kann, wird für Viele, die im Winter und Frühling in diesem französischen Paradies Heilung und Erholung suchen, freudige Ueberraschung sein. Die Pension de l' Eloile in Billa Pompadur (Inhaber S. Wolf) wird am 1. Dezember eröffnet. Näheres Inserat. Die Dame, die beim Friseur in jeder Hinsicht tadellos bedient sein will, wird den neueröffneten Damen- Friseur-Salon des Herrn Hans Koch, Grüneburgweg 8, man achte genau auf Hausnummer, besuchen. (Siehe Inserat). Außer Dauerwellen ufw. werden dort auch Scheitelarbeiten aus erstklassigem Material angefertigt. Die Arbeit des Herrn Koch wurde schon mehrfach mit goldenen Medaillen usw. ausgezeichnet. Ein Versuch und Sie bleiben dauernder Kunde.__ Die^Westdeutsche Aerztezeitung vom 16.10. 31 schreibt: Kefir. Man schreibt uns: Es dürfte noch nicht genügend bekannt sein, daß hier eine Frankfurter Kefir- Kuranstalt (Friedberger Anlage 14, Tel. 47 421) besteht, die einen vorzüglichen Kefir liefert. Je nach der Gärungsdauer (1—3 tägig) kommt dem Getränk eine leicht abführende, bezw. stopfende Wirkung zu. Neben dieser sehr erwünschten Möglichkeit, die Darmtätigkeit diätetisch zu beeinflussen, kommen dem Kefir alle Indikationen der Milch zu, d. h. wir haben hier ein Nährgetränk vor uns, das überall da am Platze ist, wo eine rein oder vorwiegend flüssige Nahrung geboten ist (fieberhafte Erkrankungen, Schluckstörungen, Rekonvaleszenz nach Operationen, Ablehnung fester Nahrung ufw. ufw. oder wo eine flüssige Zusatznahrung wünschenswert ist (Mastkuren). Der besondere Vorteil liegt darin, daß Kefir seines angenehm säuerlichen, infolge des Kohlensäuregehalts prikkelnden Geschmacks, der oft als fad schmeckend empfundenen Milch vorgezogen wird. Das hat sich auch in der Kinderpraxis, wie von autoritativer Seite bekundet wird, erwiesen. Ueberhaupt liegen zahlreiche lobende Stimmen aus der Frankfurter Aerzts- und Klinikerschäft vor, z. T. auf Grund von Erfahrungen bei Verwendung ad usum propr. Die Frankfurter Aerzte werden also sicherlich ihrer Klientel einen guten Diest tun, wenn sie dieses wertvolle Diätikum in ihr therapeutisches Rüstzeug mit ausnehmen. 4995

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.