Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 72 (1931)
- Issue
- Heft 44 (29.10.1931)
- Date
- 1931-10-29
- Page
- – (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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'M 29.7HktoH.ep 1931 D^eur Jis na’eül i 1 : lLll k e r Nr. 20 Seite 3 i - idavou strotzt der s Aufsytzli Ypn Edgar M. Stern ^ynihistMschen unh sachlichen UnriGigMM, aus Zzie Wr einzugehen -zu -mmti fahren. würde^Dddey- - lfalls -aber.M Me Form; m die che^x SterneIdjne Kritik, :Udex richtiger, gesagt- -feine < Polemik, Mseidet hat, auf das entschiedenste zu verurteilen. Eine solche Form ist nur geeignet, die Werbekrast der agudistischen Idee zu schwächen und die Thora, die den jüdischen Menschen nicht nur zu nim sondern ,--ich ZU erziehen.--will, dw .- erzieherischen Unzulänglichkeit zu zechen, / 'fr' IV. “ii'l! ■ Denjenigen jugendlichen Ägudisten, die immer noch des irrigen Glaubens sind, daß die Existenz der Agudäs Jisroel lediglich auf das Bestehen des Zionismus zurückzuführen ist, ist das Kattowitzer Referat zum Studium dringend ^3u^, empfehlen. Allerdings hätte Atzudas Jisrhe^öei.! der, Propagierung und Verwirklichung ihres Programms Nicht auf 'so viele ^Schwierigkeiten zu. stoßen gehabt, wenn sie auf,ihrem Wege den organisierten religiösen Hiberalissnus und «religiösen Nationalismus nicht vorgefundest hätte. Sie hätte viel- ^leicht diese Bewegungen überhaupt Nicht vorgefunden, wenn sie früher ins Leben getreten wäre. Agüdas Jisroel wäre dann die nationale Galuthorganisation des g e f a m t e n jüdischen Vol- ' kes geworden, welche, die jeweiligen Aufgaben dieses Volkes auf allen Gebieten des individuellen und gemeinschlilftlichen LebeNs zu lösen hätte. Wer vermöchte darin noch an der Daseinsberechtigung einer solchen Organisation eines durch Länder und Kulturen 'zerstreuten Volkes zu zweifeln! Durch Zionismus und Liberalismus ist Agudas Jisroel erst genötigt worden, ihr Programm auch ideologisch zu fundieren, um die historische Son- 'derart des durch die Thora konstituierten jüdischen Volkes, die bisweilen gar nicht in Frage gestellt wurde, von neuem zu proklamieren. Diese ideologische Fundierung hat die Agudas Jisroel erst in den Kampf gegen alle Pseudoideologien des Judentums gerufen. Aber es wäre verhängnisvoll und selbstmörderisch, etwa zu glauben, daß sich darin die historische Aufgabe der Agudas Jisroel völlig erschöpft. . Nicht einen Augenblick dürfen wir den positiven Zweck vergessen, der allein die Agudas Jisroel als Galuthorganifation des thoratreuen Volkes ins Leben gerufen hat. Nur derMangelan K e nntnisderagudistischen Literatur und vielleicht auch der Mangel an Selbstbescheidung der Jugend, die eigene Wege gehen will, auch wenn sie ' d i e a l t e ng a r n i ch t kennt, konnten Zweifel über den Weg und das Ziel der Agudas Jisroel entstehen lassen. So kam es, daß die einen in ihr einen Zweck- und die anderen einen Geistesverband sehen wollen, nur nicht dsts, was -sie ihrer historischen Movivierüng nach.sist. und sein muß:. ' .; :s-; ' ’; ö t e Orgänis;d;f i o n d,e S: d>ü r ch f e T Hora k o n st i tu i e r t e n ju d isch en V oil- 1 :t e s zur Ü ösuii g d/e r j e w eil i g en Aus- '' gaben dieses Volke s. Zusammenschluß für Erez Zisroel. Der Vorschlag Dr. Ehrmanns. (Aus -dem holländischen Agüdo-Organ). / In einender letzten Nummern dieses Blattes hatten wir einen Artikel, von Dr. S. Ehrmann, Frankfurt ä. M., äufgenommen, worin dieser chen Wunsch ausfprach, zu einem Zusammenschluß ' aller Organisationen, Komitees und Gruppen, ,/die für Erez, Jisroel arbetzen und außerhalb der ' 'zionistischen und,-misrachistifchen Organisation Stehen, zu kommen, um so ein gemeinschaftliches /Arbeitskom.itpe zu bilden. Herr Dr. Ehrknann Hstennt dieses' „orthodoxe Jewish Agency". Man ' gestatte uns,' daß wir zuerst die Bemerkung votausschicken, daß wir diesen letzteren Namen nicht als glücklich gewählt finden. Unter Jewish Agency pflegt man eine Körperschaft zu verstehen, die als Vertretung der Juden auftritt bezw. behauptet, auftreten zu . dürfen. Ein gemeinschaftliches Komitee, wie Dr.,. Ehrmann es wünscht, ist doch anderes'^ M ein x e ine s-' A rch tz its'- jchodoxle. ist diese'Artzeit einß'der.vielen Aufgaben,?hje die >Drshoboxie bearbeitet"sehen-rbill. - Den st t t;g em e'i n e n' Vertrauenscharaktbe kann dieses Komitee infolge der Art seiner Arbeit darum nicht finden. Wenn wir uns dann weiter fragen, ob eine derartige Konzentration.chünschensWrt; ijt,;, 0^«=; best'-wir sagen zu können; daß diese in der^ .voxgeschlagenen Forrn bezweifelt werden muß. Wir fühlen wohl all das, was gegen eine Vergeudung von Kräften spricht und gegen düs,Änw^nden von unnötigen Summen für Spesen, und hergl. Aber der Antragsteller übersieht unseres Erachtens zu' sehr die Verschiedenheit des Charakters der m Betracht kommenden Organisationen. Das agudistifche Palästina-Schulwerk A. V. hat eine bestimmte Farbe und Richtung, die nicht ganz in einer Linie mit anderer Palästina-Arbeit, die fichMnz von jedet Politik fernhält, übereinstinpstt. .Auch, bezweifeln wir, ob andere Organisationen einer derartigen Kombination zujubelm werden. Wir glauben vielmehr, daß sie ängstlich sein werden aus Furcht, daß man sie in ein Terrain von Streit zieht, welchen sie lieber vermeiden wollen. ■ Es mag-wohl wahr sein, daß durch eine' Zusammenarbeit an Personal und Spesen gespart werden kann. Aber wir befürchten, daß dadurch ein Ausfall von Spenden und Beiträgen entsteht. Die Praxis lehrt, daß es leichter ist, eine Einzelperson dafür zu gewinnen, für verschiedene selbständige Organisationen zu spenden, auch dann, wenn diese verschiedenen Organisationen mehr oder weniger verwandte Ziele erstreben, als von derselben Person eine höhere Summe für eine Zntralstelle zu erhalten. Das ist eine psychische Massenerscheinung, der man in der Beurteilung von elementarer Kostenersparnis Rechnung tragen muß. Wir glauben trotzdem, daß mehr Zusammenarbeit zwischen den von Herrn Dr. Ehrmann gemeinten Erez Jisroel-Organisationen erwünscht ist. Doch wir würden diese lieber in einer Form von Arbeitsgemeinschaft gebildet sehen, wobei jede ihre Selbständigkeit behält. Periodische Konferenzen zur Prüfung und Besprechung des Arbeitsgebietes und der Methode der Propaganda, der Besteuerung und des Sammelns können sicherlich von Nutzen sein. Aber wir würden z. B. die Selbständigkeit unserer agudistischen Palästina-Arbeit nicht gerne preisgegeben sehen, insbesondere dann nicht, wenn durch bessere Fühlungnahme untereinander die Möglichkeit .zur 'Verbesserung gegeben ist,' ohne daß die IkstabhangigkeiLHuuMgeben wird.!!,.■ Än däs Argument, daß hierdurch' ermöglicht sei/ die Teile des Misrachh'.die innerhalb des Zionismus nicht ''auf ihre Kästen kommen, leiDer Zu..gewinnen, glauben wir nicht, Wer. sich inner- Wb der zionistischen OrMnisation nscht wehr Hause fühst, wird den Weg zum Austritt und neuem Anschluß schließlich doch finden, auch dann, wen keine sehr starke Fusion der verschiedenen Palästina-Komitees, wie Dr. Ehrmann es sich denkt, geschaffen wird.' Für einen prinzipiell denkenden Menschen spielt'das keine Rolle,..und für Erez Jisroel kann man auch außerhalb des Zionismus im großen Maße feine PftW tun, Geld spenden und seine persönticheKraft hergeben, Zusammenfassend also haben wir zu sagen: Keine vollkommene Fusion, keine sogenannte orthodoxe Jewish Agency, hingegen ein allgemeines Streben nach größerer Zusammenarbeit und gegenseitigem Austausch von. Gedanken . . Line Aguda-Reise nach Marmaros. Von Kalman kahan in Berlin. Ich hatte letztens die Gelegenheit, das Gebiet Marmaros km Norden Rumäniens im Interesse der Aguda zu besuchen. Leider weilte ich dort nur ganz kurze Zeit und habe deswegen nur die größten Städte, dieses Gebietes, Sighet undVifeul de'fUs (Oberwischau), besucht. :' - S'üg hre t ist.---eine Stadt von 25 O0O‘>' Eirlwohüern, wovon. 60 Proz. Juden sind. Auf der Straße sieht man Äso ncüurgemäß fast nur Juden oder hie Und da Ballern aus u der Umgebimg. Die jüdische Bevölkerung,'-die immer ihrer Armut wegen bekannt war/leidet jetzt..sehrstark unter dev wirtschaftlichen Not. >Die Leute hier sind ganz anders wie in Polen, oder in der Slowakei. Die Jugend trägt sich fast ausschließlich europäisch gekleidet, aber ein weißer, Heller Hut oder gar eine Frisur, „Schopf", sind hier aufs schärfste verpönt. Es existieren hier zwei jüdische Gemeinden, eine „sephatdische" mit' Dr. Danziger an Äer Spitze, die' als die „liberale" Gemeinde gilt. Die „Sep'hardim" stammen aber gar nicht aus Spanien, den Namen tragen sie wegen des sephardischen Ritus; heute ist dieser auch schon in der zweitenviel größeren orthodoxen Gemeinde eingssührt. In der sephardischen Gemeinde gibt es aber gar keine ungesetzlichen Institutionen, und sie existiert bloß,-wie es scheint, der Tradition wegen. An der Spitze der orthodoxen Gemeinde stehen der junge^'kaum 20jährige Raw Teitelbaum, der Rosch-besdin Heller und der Gemeindepräsident Iossowitz. Der Letztgenannte ist auch Mitglied des Agudavorstandes. Es existiert dort eine Lehranstalt, geleitet vom Ortsdajen, dem „Berbeschter Raw", die eine ganz eigenartige Stellung unter allen Jeschiwoth einnimmt. Den halben 'Tag wird nämlich in der Jeschiwoh gelernt, in der anderen Hälfte des Tage^ wird in eistsr Weberei gearbeitet. 'Dort kernen die Schüler theoretisch und praktisch dieses Fach. Die Zeire Agudas Jisroel, die vor ungefähr 9 Monaten dort gegründet wurde, entwickelt sich vorbildlich. Sie zählt heute 70 Mitglieder, tzeren größter Teil am Das jaumi-Schiur, der im Lokal'(2 Zimmer) allabendlich stüttfindet, teiknimmt. Es wurde dort auch letztens eine Ortsgruppe, die' schon hellte 100 Mitglieder zählt, gegründet. In drei «?-h» ->na wird morgens oder abends der Das jaumi gelernt. 1 Während meines Aufenthaltes dort habe ich dreimal gesprochen. Zweimal vor den Chawerim über „A u l i m" und über den Begriff des jüdischen Volkes und einmal bei einer öffentlichen Versammlung über Ziele und Wege der Agudoh. Außerdem besuchte ich Oberwischau. Diese Stadt zählt keine vollen 20 000 Einwohner, davon sind 40 Proz. Juden. Der Ortsraw, ein Sohn des Wisnitzer Rebbe, leitet dort eine große Ieschiwa mit-150 Bachurim. Ohne viel Aufsehen hat er letztens ein Internat für die Jeschiwohbachurim eingerichtet, in dem vorläufig 40 Leute Platz finden können. Seinen eigenen Garten hat der Raw auch der Jeschiwah zum Lernen im Sommer überlassen. Seine Arbeit, die er nur sehr schwer fortsetzen kann, verdient vollste Unterstützung. Mit Hilfe der Söhne vom Raw und einiger Zeirim aus der Umgebung gelang es uns, eine Orts- und Zeirimgruppe zu gründen, wobei der Löwenanteil der Leistung dem Raw zuzuschreiben ist. Erstens hat er durch seine Autorität die Erlaubnis zur Abhaltung der Versammlung erreicht. Wir wurden nämlich auf'diese Weise von den Zionisten gestört, daß sie unsere Versammlung als ungesetzliche bei der Polizei angezeigt haben. Zweitens hat der Raw persönlich zum Eintritt in die Agudah aufgesordert, welcher Forderung auch zahlreich Folge geleistet wurde. Am Tag darauf wurde mit dem Das jaumi-Lernen sowohl dort wie auch in Mittelwischau, wo ich noch am selben Abend gesprochen habe, angefangen. Die anderen Ortschaften, deren Delegierte bei meinen Reden in Oberwischau zugegen waren, bitte ich hierdurch um Entschuldigung, daß ich sie nicht besucht habe; aber wegen Mangels an.Zeit war es eben unmöglich. - - :*! —--- v - - > 1932 —i- 5892 Palästina-Gesellschaftsreisen veranstaltet von der Palästina-Zentrale der Agudas Jisroel Frankfurt a. Ist. Programm 1. Tag: (Mittwoch, den 10. Februar 1932 / 3. Adar I 5692) Zusammentreffen der Teilnehmer um II Uhr vormittags auf dem Dampfer der Pa- .^ lästina-Linie des L l o y d T r i e st i n o in Triest. Bei rechtzeitiger Vereinbarung findet erste Zusammenkunft in Triest schon Dienstag abend im Grand Hotel de la Bille statt/ — Auskünfte jeglicher Art über die Reise sind in Triest bei dem Büro des Lloyd Triestino (Lloyd Palays) zu erfragen. Abfahrt von T r i e st Mittwoch um 1 Uhr nachmittags. 2. Tag: (Donnerstag, den 11. Februar 1932 / 4. Adar I 5692). — Gegen Mittag Ankunft in B r i nd i s i. Aufenthalt zwei Stunden. 3. Tag: (Freitag, den 12. Februar- 1932 1 5'. Adar I 5692) Seefahrt um Cyperln. 4. Tag: (Schabbos Truma, den 13. Februar 1932 / 6. Adar I 5692) — Oeffentlicher G'ttesdienst Der Gesellschaftsraum in der II. Klasse — mit Thora im angebauten Aron Hakodesch — dient als Synagoge. 5. Tag: (Sonntag, den 14. Februar 1932 / 7. Adar I 5692) Seefahrt. 6. Tag: (Montag, den 15. Februar 1932 / 8. Adar I 5692) — Ankunft 5.30 Uhr morgens in!