Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 72 (1931)
- Issue
- Heft 44 (29.10.1931)
- Date
- 1931-10-29
- Page
- – (sequence 16)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 4 Nr. 20 Jaffa. — Autofahrt über Mikwoh Israel, Moza nach Jerusalem. Gemeinsames Gebet an der Kofel Maarowl. Besuch Lei Herrn Dbevrabb. Chajim Sonnenseld, Deutscher Platz. 7. Tag: (Dienstag, den 16. Februar 1932 / 9. Adar I 5692) Fahrt nach Hebron. Auf dem Wege dahin Besuch des Grabes. Rahels, Beth Lechem, Teich Salomons, Hebron, die Höhle Machpela mit den Patriarchen - Gräbern, Abrahams Eiche, Gräber Osniel den Knas, Jschaj, Awner, Ruth. 8. Tag: (Mittwoch, den 17. Februar 1932 / 10. Adar I 5692) Ausflug nach Jericho. — Jericho (Ausgrabungen, welche das alte Jericho zutage gefördert haben.) Jordan, Elisaquelle, Totes Meer. (Ein Bad im Toten Meer ist sehr interessant.) Die Fahrt von Jerusalem über Beth Ania, Beth Cheduda, Wad el Kilt, (Nachal Krit). Links vom Toten Meer hervorragend schöne ■ Aussicht auf Beth Haschimon, Berg Nebo und Gebirge Moab. 9. Tag: (Donnerstag, den ^8. Februar 1932 / 11. Adar I 5692) Ausflug nach Tel- Awiw, Petach-Tikwah und jüdische Kolonien. 10. u. 11. T a g : (Freitag, den 19. und Samstag, den 20. Februar 1932 / 12. u. 13. Adar I 5692) (Schabbos Tzawe). Jerusalem. Sehenswürdigkeiten: Von den historischen Plätzen in und um Jerusalem seien erwähnt: Klagemauer. Der heilige Schauer, von dem man hier ergriffen wird, bleibt unauslöschlich. Tempelberg. Die historischen Tore, die zum Tempelplatz (Mekom Mikdasch) führen. Robinson-Bogen an der südwestlichen Mauer des Tempelberges. Aschentor. Altstadt. Palast der Königin Helene. Synagogen-Raban Jochanan ben Sakai, Rabbi Juda Hachassid und Tiferet Israel. Unterirdisches Bethaus der Karaim. Berg und Stadt Zion. Stadtviertel Bothe Machseh. (Deutscher Platz) Synagoge daselbst. Zionstor, Königsgräber, Davidsturm. Jad Abschalom, Beth Hachofschith (König Usija). Grab Secharja, Gräberstätten Har Hasethim, Prophetengräber, Grab Hulda. — Die historischen Täler Josaphat und Kidron, zwischen Moria und Oelberg. Ausgrabungen auf dem Hügel Ophel in der Davidstadt. Die Ausgrabungen in den letzten Jahren bieten eine sehr interessante Illustration zur dreitausendjährigen Geschichte des Heiligen Landes. Gichon, Silsah, Quellenbad Rabbi Jischmael Kohen Gadol, En Rogel, Bir Joab (Krönung Adonija) Hinomtal. — Zidkijahöhle, Grotte Jirmijahu, Grabstätte Königin Helene von Adiabene (Kalba Sewua). Simon Häzadik, Gräber der Synhedrion, Oelberg, Residenz des High Commissioners. — Prachtvolle Rundsicht in der klaren Luft des jüdischen Berglandes auf ganz Jerusalem, auf das 25 km weit entfernte Tote Meer und auf die moabitifchen Gebirge, Scopus Har Zofim. (Von hier aus erstürmte Titus Jerusalem und den Tempelberg.) — Ausflug nach Mozah, Ramah, Mizpah, Nebi Samuel (Grab des Propheten Samuel) Waisenhaus Diskin, Giwüth Saul. — Selbstverständlich werden außer den Hauptsehenswürdigkeiten während des mehrtägigen Aufenthaltes in Jerusalem auch die hier nicht angeführten Thoraanstalten und öffentlichen Institutionen besichtigt. 12. Tag: (Sonntag, den 21. Februar 1932 / 14. Adar I 5692). Purim Katan. Fahrt nach Galiläa. Besichtigung von Sichern, Josephs Grab/ die Berge Gerifim und Ebal, Merchavia. Ausflug nach Machaneh Jisroel, Klar Jeladim, Balfouria über Nazareth nach T i b e - r i a s. 13. Tag: (Montag, den 22. Februar 1932 / 15. Adar I 5692) Schuschan Purim Katan. Besichtigung der Thermalquellen, Deganja, Jordan, die Kolonie Kinereth, See Kinereth. (Das anmutigste Landschaftsbild Palästinas.) Rabbi Meir bal Hanes. Gräber von Rabbi Jochanan ben Sakai, Rabbi Akiba, Rabbi Ami, Rabbi Asi, Rambam, Kolonie Jema, Poria, Migdal, Mädchenschule der Aguda. Nachmittags Abreise von Liberias nach dem obergaliläischen Gebirge, über Rosch Pina nach S a f e d. 14. Tag: (Dienstag, den 23. Februar 1932 / 16. Adar I 5692) Besuch der agudistischen Mädchenschule in S a f e d. Jessod Hammaleh, Mirom See, Methula. Nachm. Abreise nach Haifa. 15. Tag: (Mittwoch, den 24, Februar 1932 / 17. Adar I 5692) Ausflug auf den Karmel. Aussicht über die Bucht von Acco, Gilboa und Emek Jesreel, Höhle Eliahus. — Ausflug nach Atlit D er Zsraelit Blatter 29. Oktober 1931 (Jüdische landwirtschaftliche. Versuchsanstalt). Besichtigung der Oelfabrik Schemen und der Mazzohsabrik, Ruthenbergwerke. Abfahrt von Haifa um 10 Uhr abends. 16., 17. u. 18. T a g : Seefahrt. 19. Tag: (Sonntag, den 28. Februar 1932 / 21. Adar - I 5692) Ankunft in Brindisi morgens 7 Uhr mit zweistündigem Aufenthalt. 20. Tag: (Montag, den 29. Februar 1932 / 22. Adar I 5692) 11 Uhr vorm. Ankunft in Triest. Aus der Bewegung. Warschau. In der Monatsschrift der Z e i r e A g u - das Jisroel von Polen veröffentlicht Jacob Landau -Frankfurt a. M. unter der Ueberschrift „Ein Arbeitsplan für Erez Jisroel" eine Anregung, die er der öffentlichen Diskussion unterbreitet. Er schlägt vor, daß die Zeire Agudas Jisroel-Gruppen und ebenso die Bnos Agudas Jisroel sich in den Dienst einer Aktion stellen, die bei jungen Leuten 25 Groschen (ca. 12 Psg.) monatlich einkassiert und diese Summe, ohne daß irgendwelche Spesen erwachsen, für Kolonisationszwecke zur Verfügung stellt. Es könnten in Polen dabei auf diesem Wege leicht 20 000 Beitragende gewonnen werden, was 5000 Zloty im Monat ausmacht, womit nach Ansicht des Anregers 20 agudistische junge Leute in Machane Jisroel angesiedelt und erhalten werden können, insbesondere wenn dazu noch die Eingänge des Keren Hajischuw aus Büchsen und periodischen Sammlungen treten. Brakislava. In ganz außergewöhnlich ernster Stimmung versammelten sich am 17. Elul die Delegierten der Agudas Jisroel-Jugendgruppe in der Slowakei in der orthodox-jüdischen Schule von Piestany zu ihrer diesjährigen Tagung. Die ganze Schwere der Verantwortung für alles, was im orthodoxen Judentum geschieht oder nicht geschieht, lastete auf dem Gemüte einer Jugend, die sich von der älteren Generation nicht genügend unterstützt sieht und dennoch das Bedürfnis empfindet, dem Banner der Thora tätig die Treue zu bewahren und die Wacht um dasselbe unverzagt zu halten, wie es die Aguda von ihr verlangt. Fünfundvierzig Delegierte und mehr als 100 Gäste aus allen Jugendgruppen waren anwesend, als Herr Max Weiß-Bratislava, die gespannt aushvrchende Versammlung eröffnete und mit einer das Wesen der Agudaarbeit und der Ausgabe unserer Jugend in ihr treffend Postscheck - Konto der Laaiesarganisatioa: Landesorganisation der „Agudas Jisroel“ in Deatschiand, Hamburg: No. 50204 Hamburg. und wirkungsvoll behandelnden Ansprache die Verhandlungen einleitete. In bewegten Worten gedachte er der Lücke,? die der verewigte Oberrabbiner Rabbi Aharon Katz in den Reihen der Agudaführer zurückgelassen hat, begrüßte herzlich den anwesenden Ehrw. Herrn Oberrabbiner Weber und verwies auf den in den „Jugendblättern" im Druck vorliegenden ausführlichen Tätigkeitsbericht. Oberrabbiner Weber dankte in freundlichen Worten für die Begrüßung und wünschte den Beratungen der agudistischen Jugend, in der er den Kern der zukünftigen Orthodoxie unseres Landes erblickt, guten Erfolg. Herr Leo Lettner begrüßt die Versammlung namens der Piestanyer Jugendgruppe. Ins Tagespräsidium wurden die Herren Wllhelm Stark-Nitra, Josef Weber-Piestany und Max Weiß-Bratislava, zu Schriftführern die Herren Eugen Friedmann-Topolcany und G. I. König-Bratislava gewählt. Rach Einsetzung von Kommissionen für Organisation, Chisuk Hadaß und Limmud Hathora, Aez Jisroel-Finanzen und Statuten und den Beratungen dieser Kommissionen wurde die Debatte in der Plenarsitzung eröffnet und am Schlüsse dem bisherigen Präsidium Absolutorium erteilt. Daran, schlossen sich die Referate und die zu ihnen gehörigen Kommissionsberichte mit der Annahme von verschiedenen Resolutionen an. Ueber Organisation referierten die Herren Max Weiß und Wilhelm Goldfinger-Presov. Ueber LiMmud - Hathora und Chisuk Hadaß referierte Herr A. Z. Kohn- Bratislaoa, über Erez Jisroel Herr Daniel Löw-Bratislava, über Finanzen Herr Wilhelm Stark-Nitra und über Statuten Herr G. I. König-Bratislava.. Die Referate zeichneten sich durch strenge Sachlichkeit und vollständige Beherrschung der Materie aus. In den Refo-. lutionen und den sonstigen Anträgen, die von den Versammelten angenommen wurden, kam der entschlossene Wille der Aguda zur ausdauernden und intensiven Arbeit auf allen.Gebieten des orthodoxen jüdischen Lebens, namentlich aber auf dem Gebiete der Selbsterziehung im Geiste der Thora zum begeisterten Ausdruck. Es wurde beschlossen, die Werbearbeit in den Kreisen der Jugend aller orthodoxen Gemeinden so umfassend wie möglich . zu gestalten, die „B"- und „C"-Gruppen für die jüngeren Jugendlichen im Alter von 8—10 Jahren besonders zu pflegen und die Schuljugend zum Besuch der Talmud . Thora anzuregen, Maßnahmen zur Hebung und Stärkung des orthodoxen Selbstbewuhtseins unter den Bachurim der Jeschiwos bei den Jeschiwaleitern in die Wege ' 1 zu leiten, die Gründung oiner agudistischen Ferienkolonie , in Aussicht zu nehmen, der Stellenvermittlung für Sabbathaltende fortgesetzt die größte Aufmerksamkeit zu widmen, Jeschiwa-Aktionen in Anschluß an alle Jugend- * gruppen aufrecht zu erhallen u. a. m. Die Wahlen ergaben folgendes Resultat: Landespräsidium: Emil Herczl, Ernst Ungar und Max Weiß-Bratislava, Davro Krojnik-! Topplcany und Wilhelm Stark-Nitra. Beirat: A. Z. Kohn, Emil Koth und Gerson I. König-Bratislava. Lan- . desausschuß: Daniel Löwy, A. Zimmermann-Bratislava, Israel Weiß-Nitra, Danie lGrünwald-Nove Zamky, T. Mannheimer-Pieftany, Wilhelm Goldfinger-Presov, A. Tauber-Surany, Eugen Friedmann-Topolcany, Bela Beck-Trnava u. a. Darauf schloß Herr Max Weiß die Tagung, die sich unter begeisterter Absingung des „Hikowzu"-Liedes stimmungsvoll auflöste. Wien. Gleichzeitig mit jungen Gesinnungsfreunden in Deutschland, Slowakei und Schweiz hielt auch die " österreichische, in der Agudas Jisroel zusammengeschlossene Jugend im Elul eine Gruppentagung ab. Wie die letzte Tagung vor zwei Jahren, so fand auch die diesjährige in Baden bei Wien statt und erhielt durch die Teilnahme des neuen Badener Oberrabomers Dr. Hartwig Carlebach ihr besonderes Gepräge. Gleich nach der Ankunft begaben sich die jungen -^gudisten zur Wohnung des Oberrabbiners, wo sie in freundlichster Weife bei einer im schönen Garten der Villa gedeckten Tafel empfangen wurden. In seiner Ansprache brachte Herr Dr. Carlebach zum Ausdruck, daß die Aguda-Jugend eine ganz andere fei, als die sonstige Jugend. Unsere Jugend unterstelle sich willig der Führung unserer Großen, und wir können stolz sein, daß an der Spitze unserer Organisation Gedaulim wie Chosez Chajim und R. Chajim Oser Grodzenski stehen. Nach einigen Ansprachen seitens des Verbandsvorsitzenden, ferner des Herrn Gremialrat Halpern, Medizinalrat Dr. Ko lieb usw. fand eine Besichtigung des Kriegswaisenhauses der Agudas Jisroel statt, das schon seit seinem Bestehen in großherziger Weise von Herrn I. I. Th umim geführt wird. Am Nachmittag fand die eigentliche Tagung stat. Nach einer Begrüßung durch den Gremialpräsidenten AntoN Stern, der die Gemeindestube für die Tagung bereitwilligst zur Verfügung gestellt hatte und sich als Förderer aller Bestrebungen der Orchodoxie deklarierte, hielt Herr Hermann B o n d i ein Referat über den „Stand der Jugendbewegungen in den - verschiedenen. Ländern", In kurz umrissenen Worten skizzierte er die Tätigkeit der Aguda-Jugend in der ganzen Welt und gab dadurch einen Ansporn zu weiterer intensiver Klall- Arbeit. Hierauf folgte das Referat des Herrn Rabb. M. Rothschild über die „Ethik des Schabbos", das anhcmd von Midraschim die Schönheit und Heiligkeit des jüdischen Ruhetages beleuchtete. Ein Referat des Herrn Schalste R a p p a p o r t über „Jugend und Tauroh" fand lebhaftes Interesse, ebenso die Ausführungen des Herrn < Siegmund Stern über „Die Notwendigkeit der Ju-.^ gendorganisation für die Provinz". Hierauf begrüßte Herr Oberrabbiner Dr. Carlebach die Versammlung in einer herrlichen Ansprache, in der er die Jugend als die Bausteine Zions und Jeruscholajims zeichnete. Ein Schüler,' Mannes .Wickler, begrüßte namens der Badener jüngsten Jugend die Versammlung und besonders den Raw, dem er im Namen der Jugend dafür dankte, daß er sofort nach seinem Amtsantritt sich der' Jugend angenommen hat und eine „Jeschiwo ketano" gründete. Nicht enden wollender Beifall folgte den schönen Worten des dankbaren Kindes. Nach einer kurzen Diskussion erfolgte die korporative Beteiligung an dem öffentlichen Schiur-Vortrag des Oberrabbiners. Es war für die auswärtige. Jugend eine besondere Freude, zu sehen, welch eine große Zuhörerschaft den Worten des Raw lauschte. Es waren Musiar-. worte, die in innigen Worten an Emes.und Scholaum. mahnten, es waren Mahnrufe, die von Herzen kamen' und in die Herzen drangen, es war eine Tauchocho, die deshalb ihre Wirkung nicht verfehlen konnte, weil es. Worte waren, die aus einem die Gemeinde und ganz * Jisroel liebenden Herzen kamen. Nach diesem Höhepunkts des Tages schloß der Gruppentag, der allem Teilnehmern eine ungeheure geistige Bereicherung geboten hat. Am Abend tagte noch der Verbandsvorstand und beschloß angesichts der allgemeinen Unzufriedenheit mit dev Leitung einen Delegiertentag einzuberufen, bei welchem über wirksame Mittel zu einer Intensivierung der Arbeit, beraten, .und. die.Leitung neu gewählt werden soll....