Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 72 (1931)
- Issue
- Heft 43 (22.10.1931)
- Date
- 1931-10-22
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/2446951-2450652-2450694--78306-2536004- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
<verte ö vvc. 4s Der Israelit - 22, Oktober 1931 unter vier Augen zu besprechen. Ich habe, wie ich Ihnen hierdurch auf Ehrenwort versichere, daran einfach nicht gedacht, was Sie vielleicht entschuldigen werden, wenn Sie sich eine Vorstellung davon machen, in welchem Maße heute die zermürbenden Sorgen und Aufregungen in Gemeindeangelegenheiten neben allem anderen, das einen persönlich drückt, auf Seele und Gedächtnis einstürmen. Jedenfalls besteht die Tatsache, daß hier nicht, wie Sie etwa vermuten könnten, eine absichtliche Ausschaltung Ihrer Person oder gar der Wunsch, ein kait accompii zu schaffen, vorlag, sondern wirklich bloße Vergeßlichkeit. Ich habe mich jedenfalls für verpflichtet gehalten, Sie dieser Tatsache zu versichern, um Sie vor einem objektiv nicht gerechtfertigten Verdacht zu schützen. In der Sache selbst habe ich heute dem Herrn Rabbiner empfohlen, sich auf alle Fälle der Prüfung der Frage nicht zu entziehen, inwieweit eine technische Möglichkeit besteht, demni'w nrr i'^vaor-'Air Vi-'n durch Einzäunung der Felder zu entgehen. Empfangen Sie freundliche Grüße von Ihrem sehr ergebenen gez. Jacob Rosenheim. Eruw-Angelegenheit. Herrn Jacob Rosenheim, hier Königswarterstraße 11 Sehr geehrter Herr Rosenheim! Empfangen Sie herzlichen Dank für Ihren Brief vom 23. 9. 31. Der Inhalt zeigt mir, welche liebevolle Gesinnung Sie gegen mich hegen und ich glaube, daß ich bei einer solchen Persönlichkeit stolz darauf sein kann, daß dies der Fall ist. Selbstverständlich ist durch Ihre Mitteilung jede persönliche Verstimmung Ihnen gegenüber aufgehoben; ich glaube nicht, daß eine solche überhaupt vorhanden war, aber Sie scheinen den Eindruck gehabt zu haben und haben es verstanden, mit Ihrem Brief von vornherein alles zu beseitigen, was nach dieser Richtung hin bei mir etwa hätte aufkommen können. An der Sache selbst ändert dies natürlich nichts. Ich sehe keine Möglichkeit mehr, in obiger Sache noch mitzuwirken, nachdem meine Stellung gegenüber der Gegenseite durch die bekannte Predigt vollkommen diskreditiert ist. Welchen Lauf nun die Dinge nehmen werden, läßt sich im Voraus nicht sagen. Ich begrüße Sie mit herzlichen v"' nmv - Wünschen als Ihr treu ergebener Oscar Klau. Aus der Agudistifchen Frauen-Orlsgruppe. Am Montag, den 12. Oktober, fand im Hörfaal der I. R. G. die Eröffnung des Wintersemesters mit emem gemütlichen Teeabend der Agudistifchen Frauengruppe statt. Die Vorsitzende, Frau Meta Posen-Prins, begrüßte die zahlreich erschienenen Anwesenden und gab einen Rückblick auf das vergangene Sommersemester und teilte für den kommenden Winter das Programm mit. Es haben sich der Agudistifchen Frauen-Ortsgruppe wiederum hervorragende Redner und Rednerinnen von hier und auswärts zur Verfügung gestellt. Die Vorsitzende gab den Gefühlen des Dankes und der Anerkennung, welcher der Verein seinen Dozenten und Rednerinnen zollt, beredten Ausdruck. Mit großem Interesse wurde von der Tatsache Kenntnis genommen, daß in das Arbeitsprogramm des kommenden Winterhalbjahres auch die Gründung von Agudistifchen Frauenortsgruppen in der Umgebung Frankfurts geplant ist. Nun begann der Hauptteil des Abends mit einem Referat von Frau Hulda Posen-Falk „Was fordert die Zeit von der jüdischen Frau"? In plastischer Gegenüberstellung verstand es die Rednerin, verschiedene Frauentypen in ihrer Gegensätzlichkeit darzustellen. Ausgehend von dem Durchschnittsideal der äußerlich und innerlich emanzipierten modernen Frau zeigt sie den starken Kontrast zu dem geschichtlich feststehenden jüdischen Frauenideal in seiner oft- und westindischen Verkörperung. Rednerin brachte in überzeugender Weise den Nachweis, daß innerliches Glück und wahre Zufriedenheit nicht in den erfüllten Wünschen, sondern in erfüllter Pflicht liege. In ungeschminkten Farben wurde auch auf die Unvollkommenheiten im eigenen Kreise hingewiesen. Durch Darstellung der von der Thora festgelegten ebenbürtigen Stellung des Weibes neben dem Manne in ihrem Aufgabenkreise als Gattin und Mutter verstand es die Rednerin, ihr Publikum für ein jüdisches Frauenleben zu begeistern, welcher in unserer Zeit mehr denn je die Aufgabe zuteil wird, die jüdische Familie in ihrer Reinheit und Geschlossenheit zu erhalten. y Der Vortrag, welcher inhaltlich sowie rhetorisch formvollendet war, fand den.größten Beifall bei allen Anwesendem Winterarbeit-«der Agudas Jisroel-Iugendgruppe E. V. Die Agudas Jisroel-Jugendgruppe wird die eigentliche Arbeit des kommenden Winters in erster Linie in geschlossenen Schiürim, Arbeitsgemeinschaften und Zirkeln leisten. Die Teilnahme an diesen Kursen ist nur nach vorheriger Zulassung durch den Vorstand zulässig. Der Vorstand erteilt auf Anfrage schriftlich oder mündlich in der Vürostunde (jeweils Sonntag vorm. 10—13 Uhr Schwanenstr. 12) Auskunft über die bestehenden Schiurim und Kurse. An öffentlichen Arbeitsgemeinschaften wurde neu eingerichtet eine Arbeitsgemeinschaft über die Geschichte von Erez Jisroel (jeweils 14tägig Mauzoe Schabbos 21 Uhr im Heim Schwanenstrahe). An geschlossenen Arbeitsgemeinschaften wurde zunächst neu eingerichtet eine Sozialistische Arbeitsgemeinschaft unter Leitung von Erich Weill, ferner eine Arbeitsgemeinschaft über Die Einführung in das naturwissenschaftliche Denken unter Leitung von Emil Klein. Weitere Ankündigungen folgen. Interessenten wollen sich beim Vorstand anmelden. Geschichte von Erez Iisroel. Die unter diesem Namen von Herrn Schachnowitz in der A. J.-Jugendgruppe geleitete Arbeitsgemeinschaft kann erst n ä ch ft e n Samstag Uti rl abends 9 Uhr beginnen. Ausspracheabend der Agudas Jisroel-Mädchengruppe. Am Sonntag Abend, den 25. Oktober, 20.45 Uhr pünktlich findet im Heim (Schwanenstr. 12) ein Ausspracheabend der Mädchengruppe statt. Einleitend wird Leni Sänger über „Jugendbewegung" sprechen. Gäste sind willkommen. Aynagogalkonzert. Oberkantor Alter, Hannover wird, bevor er seine dritte Amerika-Tournee antritt, in den Großstädten Deutschlands mehrere Konzerte absolvieren. Das Konzert ' in Frankfurt findet unter Mitwirkung von Max Neumann am Sonntag, den 29. November, im großen Saal des Saalbaues statt. Näheres wird noch bekanntgegeben. Wenfa academia Judaica. Am 25. d. M. wird in den Räumen des Jugendheims Eschersheimerlandstr. 65 die Mensa-Studentenspeisung wieder eröffnet. Schöne große Parterreräume mit Zentralheizung stehen für diesen Zweck zur Verfügung. Der Preis des Essens wird für Mittag 55 und 80 Pfg. und für Abend von 45 Pfg. an betragen. Der Termin einer offiziellen Eröffnungsfeier wird noch bekanntgegeben. Illusionistische Spende. Im Korrespondenzenteil unseres Blattes war vor kurzem in einem von der ITA. stammenden Berichte über die Hinterlassenschaft von Jakob H. Schiff zu lesen, daß er u. a. die Israelitische Waisenanstalt zu Frankfurt a. M. mit 25 000 Dollar bedacht hätte. Um Mißverständnisse auszuschalten, sei bemerkt, daß diese Spende vom Jahre 1919 datiert, die durch die Jnslationsjahre zu einem Nichts zusammengeschrumpft ist. Das tut der hochherzigen Munifizenz des Philantropen keinen Abbruch, aber die Waisenanstalt hat heute nichts davon. „ Zur Nachahmung empfohlen! Das Personal einer hiesigen Firma überreichte der Jüdischen Fraüenvereinigung einen Betrag mit der Bekanntgabe, es hätte ursprünglich die Absicht gehabt, einen) Nachruf aus ihren Heimgegangenen Senior-Chef in der Zeitung zu veröffentlichen, es betrachte es jedoch mehr im Sinne des Senior-Chefs, wenn es den dafür benötigten Betrag einem Wohltätigkeitszweck zuführe. Die Tat verdient Nachahmung. Frankfurter Vereinskalender. Verein Melor Chajim. Freitag abend nach Schul im Hörfaal: Mikro. Herr Lyzealoberlehrer Carl Ochsemann. Sonntag nachmittag 6 Uhr im Vereinslokal, „Aus der Agada des babyl. Talmuds", Herr Dr. Ehrmann. (Alle Schiürim wie üblich.) Jahrzeitsstiftungen. N2v, 24. Oktober':' Jsaac Heßdörfer-Stiftung. Dienstag, 27. Oktober: Eva Lob-Stiftung/ Freitag, 30. Oktober: Erich Hofmann-Stiftung. Llwjakh Ehen. Samstag mittag nach Mincha (41/4 Uhr) im Hörfaal Friedberger Anlage Vortrag des Herrn S. Schachnowitz. Jüdische Fraüenvereinigung. Sonntag abend 6 Uhr im Hörsyale Friedberger Anlage, Vortrag des Herrn Red. S. Schachnowitz, über „Der Sabbat in der Liturgie und der Dichtung der Weltliteratur". Agudistifche Frauengruppe. Am Montag, 26. Oktober, abends 83/4 Uhr.wird die Ärztin Frau Dr. Margot Rothenberger aus Gießen im Haufe von Frau Heinrich Eisemann, Friedberger Anlage 15, einen Vortrag halten über: „Die schöpferischen Pausen im Leben der Frau". Da die Referentin noch am selben Abend abreisen muß, wird der Vortrag sehr pünktlich anfangen. Jüdischer Turnerbund e. V. . Diesen Samstag, den 24. Oktober abends il$ Uhr, findet Heimeinweihung in der Langestraße 55 (Pension Rachelsohn) statt. Im Rahmen dieser Veranstaltung wird Herr Fr. Eisenhuth über seine Reise bis Afrika einen anschaulichen Vortrag halten. Wir bitten un zahlreiches Erscheinen. Verein für Hebräisch isyi DW* Die allwöchentlichen hebräischen Vorträge des Vereins 12S1 av finden ab übernächsten mt? wieder statt. Den ersten Vortrag am «ti nens wnp nav '«xi», hält Herr Dr. Leiboivitz, Bad Homburg, über: naVV niirm (Anmerkungen zum heutigen Chumischunterricht). Genaue Zeit und Lokal werden noch bekannt gegeben. Gäste, Damen und Herrn, sind willkommen. Gebelzelten. ' Freitag abend 4.50 Samstag 6.55 Samstag morg. 8.00 Samstag nachm. 1.00 u. 4.00 Samstag abend 6.05 Wochengottesdienst: Morgens 6.30 Nachmittags 5.00 Tefillin-Legen am Morgen 6.00 Briefkasten. W. K. in W. Wir sind leider nicht in der Lage, Ihnen den „Israelit" kostenlos zu liefern und Gratisinserate aufzunehmen. -F. H. in L. Besten Dank für die anerkennenden Worte bezüglich des Romanes. Das yin^ form? prr schließt nicht aus, daß nach dem vollzogenen Schächtschnitte das Blut in ein Gerät aufgefangen werden darf. Ar. W. W. in W. Direktor Dr. Deutsch, Köln a. Rh. Familiennachrichken. Geburt:, Ein Sohn Kantor W, Brünn und Frau Babette geb. Schenkolewski, Schlüchtern. Goldene Hochzeit: Abe Frankenthal und Frau Fanny geb. Mannheim, Lübeck, Lederstr. 1, am 27.10.31. Silberne Hochzeit: Herr Louis Dreifuß und Frau Helene geb. Daube, Königsbach i. Baden, am -24. Oktober 1931. > ,!. Mutige Arbeit ist notwendig, um über schwere Zeiten hinwegzukommen, aber zweckmäßige Arbeit kann es nur geben, wo Licht ist! Am Tage spendet es der freigebige Himmel, für den Abend will es Ihnen gern verschaffen die altbewährte elektrotechnische Firma Ing. A. I. Heinrich, Hanauerlandstr. 38. Für Neuanlagen von elektrischem Licht, Radio usw. werden Ihnen gerne kostenlos Voranschläge gemacht, Reparaturen werden sorgfältigst und billigst ausgeführt. (Siehe Inserat.) Orthop. Turnunterricht Schwedische Atem- und Heilgymnastik Meine Turnkurse beginnen am 3. November Anmeldungen SARAH LANDSBERG, Baumweq 35. I Eheanbahnungen und Ginfieirafen werden in diskreter Weise von gut eingeführtem Herrn vorgenommen. Ausfürliche Offerten mit Rückporto unter M. 28 an die Expedition dieses Blattes. feeres fcfiönes 3immer t tn Ostend sehr billig per sofort oder später zu vermieten. Offuni. 9T.21 at die Wilnaer 0"W mit ni“). 22 Büe., letzte Ausgabe'^«-,), gebrauht, gm rhalten. zu verkaufen. Off. nter 2953c an die Erped. Wilnaer und min nDO' fast neu billig abzugeben. Off, unt. 2982c an die Erp. Schön Timmtkr ,m ästend möbl LlUImCr an Jeschtwa-Bocher sofort zu vermieten. Ost. unt. 2?53c Jung. Mädchen in Küche u. Hausarb. bew. sucht Stelle in gut. HausH. bei niedrig. Lohn. Off. unt. 2959c Exp. Lehrling mit guter Schulbildung von hiesiger Export - Firma zu Ostern gesueftt. Offerten mit Zeugnisabschriftenunter 2951c an die Exped. Religiöser Schauchet, Religionslehr., Kantor lucht Aufteilung eventuell auch durch Einheirat. Off. unt. 2951c an die Exp. Studenten-Austausch Student, der in Frankfurt studieren will, findet in orthodoxem .Hause Kost und Wohnung gegen Gewährung des Gleichen ln anderer pr»uß. Universitätsstadt mit guter medizinischer Fakultät. Angeb. sofort unter 2949c a. d. Erp. Austausch! Wer ist bereit, einen 22sähr., tüchtigen, sung. Kaufmann zu beschäftigen, geg Aufnahme eines Studenten od. höheren Schülers in die Familie eines Beamten in westdtsch. Untverstt rtsstadt. Streng rituell verlangt und geboten. Offerten unter 2856 c an die Expedition In gebild., streng orthodox. Haushalt, südd. Großstadt, wo Kinder und langjährig. Kinderfräuletn vorhanden, wird Mädchen oder Knabe in Pension genommen bei liebevollster Aufnahme. Off. unt. 2955c an die Erp. OWHMnMMBa i 40-45 Jahre, in gestcheirter Position, für befreundete Akademikerin m. Vermögen ge sucht zw. Heirat Off. unt. 2957c an die Exp. Suche für meine Tochter einen jungen Mann, Ostj., ->V'N 1112 ibim nniP IMV, nicht unter 25 I., Mttg vorläuf 5000 Mk bar sowie ein stchergestellt. Guthaben von weiteren 5000 Mk. Außerdem Möbel und Wohnung im eignen Hause. Es ist auch Gelegenheit geboten für ein Geschäft. Wer seinen Lebenswandel tn diesem Sinne führt und weiterhin führen will, wolle mit mir in Verbindung treten unter 2960c an die Expedition. 1529155^19^1