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Der Israelit · 1931-10-08 · Heft 41 (8.10.1931) · page 8

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Journal
Der Israelit
Volume
72 (1931)
Issue
Heft 41 (8.10.1931)
Date
1931-10-08
Page
– (sequence 8)
Language
German
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Seite 8 Nr. 41 8. Oktober 1931 Der Israelit msnärbeiten, wie es nur selten unter Brüdern attzutreffen I Lebens, die er, zurückgezogen vom Geschäft, abwechselnd, ist. Im wahren Sinne des Psalmisten konnte man hier in Homburg und in Wiesbaden verbrachte, ganz, den den Posnk nn'll2ll->nnnoVll'NZnm2ivnsmn ausgesührt sehen, idealen Ausgaben der Religion und der jüdischen Wohl- Dieses brüderliche Zusammenwirken schuf hier in Stuttgart fahrt. Seine tiefe Liebe zu seinen Brüdern und SchwesternI ein Haus, in dem Jeder gerne weilte und aus dem Arm beseelte ihn Tag und Nacht -und machte ihn geradezu , und Reich befriedigt zogen. Unermüdlich in beruflicher ^erfinderisch'für neue-.Wege''der Hilfe. Der Plan, der Frankfurter Eruw-Angelegenheit. Pflicht, war Seligmann Kahn zu.jeder Zeit zu haben, ihm vorschwebte und bis zuletzt das Ideal seines Lebens Nachdem in einem anderen hiesigen jüdischen Blatt wenn jemand seines .Rates bedrnste. Täglich holte er-l-öMb ro^bie Gründung, einer L<nh Deutschland umin der vorigen Woche eine, längere Erklärung des Herrn Nichtallemdw rellgwnsfassenden A u s st euer lasse sur judrs ch e, M äd - Gemeinderabbiners Dr. Hosfmann zu den hinsichtlich des gesetzliche Pflicht des Gebens war hier selbstverständlich, ch e n, etwa m Anlehnung mn eme große Mi,che Orhiesigen Eruws bestehenden halachischen Meinungsver-!?u?ern die persönliche liebevolle Behandlung der Gaste ganyatwn. Zu diesem Behufe führte, er eine ausgedehnte! schiedenheiten veröffentlicht worden und damit diese an loste bei ihnen ein Gefühl aus, das man nicht zu schildern Korrespondenz mit allen jüdischen Wohlfahrtsinstanzen. M lokale Streitfrage vor das Forum der gesamtjüdivermag. Es gelang ihm auch, namhafte Persönlichkeiten für ein scheu Oeffentlichkeit gebracht worden ist, sehen wir uns Auch von vielen Nichtjuden wurde fein unerfchütter-! Komitee zu gewinnen. Aus fernen Briefen an seine Kinder I unserem eigenen Bedauern auch unsererseits genötigt, liches Bitochaun bewundert. Bei geschäftlichem Ungemach, und Freunde ist zu ersehen, wie glücklich ihn jeder Gewinn aus den Gegenstand einzugehen, obgleich die Zeit nicht bei Krankheiten, bei irgend einem Ereignis des Bangens an Terrain auf diesem Gebiete machte. Cr sollte leider dazu angetan ist, solche innere Differenzen in der Presse stand er felsenfest auf dem Boden des G'ttvertrauens. den Enderfolg des Planes nicht erleben, und es wäre eine erörtern. Mit seinem Grundsatz mm rnra riß er Zagende gute Tat der Pietät und der jüdischen Liebe, wenn die , Wohl nahezu ein Jahrhundert lang hat es in Frankstets mit. Freunde des Heimgegangenen die Idee ausgrisfen und das furt keinen Eruw gegeben. Der Eruw, den vor 17 Jah- Wer diese patriarchalische Gestalt beim Lernen sah, ^otze Werk zu Ende führten. ren, zufälligerweise mit Kriegsbeginn, Rabbiner Dr. Nomußte für ihn eingenommen sein. Mindestens drei Stun- Lob Lion kehrte heim im eigentlichen Sinne bei s. A. errichtete, unterlag von vorneherein den stärkden am Tage verbrachte er mit dem Studium der heiligen des Wortes. Von Wiesbaden, wo er zuletzt weilte, zog sten Anfechtungen, weil das Rabbinat der orthodoxen Lehre. Ganz besonders meisterte er Tenach, so daß er es ihn plötzlich zurück nach der Heimatgemeinde Fürth. Gemeinde, deren Mitglieder zweifellos das größte Kones nicht notwendig hatte, irgend einen Posuk aus diesen Dort ordnete er, als müßte er sich für die letzte Fahrt tingent derer darsiellen, die überhaupt auf den nrrrn iivrr 24 Büchern nachzuschlagen. rüsten, seine Sachen, 'schloß die Augen und schlummerte in Frankfurt gewissenhaft achteten, gegen die halachischen «u Einaana von Simckas Tourob ilt Seliamann hinüber. ' Man wird ihm im großen Freundes- Grundlagen des neuen Eruw schwerwiegende Bedenken Kaim in die bessere Welt berufen worden Mit der M^se ein ehrendes Angedenken bewahren ander wird,! geltend machte und aus diesem Grunde die religions- Tauroh durfte er sein segensreiches Leben' beschließen I"'" h°^'en es, m seinem großen Werke weiterleben. | gesetzlich erforderliche Teilnahme am nixiaa ’sw vergerade an dem Tage, an dem er stets seinen Lernplan fürs ganze Jahr neu festlegte. Er lebt weiter in unserer Mitte. Sein Geist, sein Wirken gingen nicht nur aus seine Gattin, seinen Sohn, Schwiegersohn und seM Tochter über, sondern Biele, die zu seinem nächsten Kreise zählten, werden in seinem Sinne künftig handeln. Sprechsaat. Grotz-Gaglow. weigerte.' Auf die Art und Weife, in der man damals versuchte, die religiöse Rechtsgültigkeit des Eruw ungeachtet, dieser verweigerten Teilnahme einer großen Gemeinde aufrecht zu erhalten, soll im Interesse des Friedens nicht eingegangen werden. Das Rabbinat der Religionsgesellschaft veröffentlichte Zu unserem Artikel über „Groß-Gaglowund _ v. ..^,die Nationalsozialisten" macht uns der fchliehlich im Vorraum der Synagoge eine. Bekannt- Dre Wohltatlgkelt» die hier itt Stuttgart ausgeubt I..Reichsbund für jüdische Siedlung inDeutschland" daraus! machung, in der daraus hingewiesen wurde, daß der wird, wrrd stets mrt dem g ttgesegnetett Namen Seligaufmerksam, daß nicht der Reichsbund .jüdischer Front- Eruw nach Ansicht des Rabbinats religionsgesetzlich unmann Kahn verbunden bleiben. n'axjn. soldaten (R.s. F.), sondern der Reichsbunö für gültig fei, und daß daher der Jffur Hauzooh für den gemifoi , jüdische Siedlung (Ris) resp. dessen Siedlungswisfenhasen orthodoxen Juden in Frankfurt unverändert Michel ^acob,en gesellschaft die „Jüdische Landarbeit G. m. b. H." das Si?din Kraft stehe. Hamburg, 22. Sept. lungsgut Groß-Gaglow bei Cottbus erworben hat. Der Dieser Anschlag ist selbstverständlich niemals entfernt Die hiesige ni>np steht wieder an der Bahre eines l Siedlungsgedanke ist zwar seinerzeit vom Frontbund I^trd sein Inhalt blieb auch bei der ffebernahme ihrer Besten. Zur Stunde, da man Michel E. Flörsheim ausgegangen, aber finanziell war der Ris nie mit dem des Rabbinats durch den gegenwärtigen Inhaber in Kraft. zu Grabe trug. — den frommen Dulder, dessen ausdrückliche Verfügung jedes Wort der Würdigung verbietet — hauchte Michel Iacobsen, 63 jährig, seine reine Seele aus. Er war der Typ jenes Mischen der heute leider so selten geworden ist. Ein Mann von echter Frömmigkeit, wahrer vrri' und großem /maii», das er sich als Schüler des Plocker Raw und R. Ieschaja Wohlgemuths, als Schüler und vertrauter Freund R. R. j. F. liiert und ist von ihm vollkommen unabhängig. Vermischtes. Bemerkt sei übrigens, daß auch Rabbiner Dr. Breuer s. A. sich ausdrücklich mit der Anlage eines gemeinsamen Eruw einverstanden erklärt hatte unter der Bedingung, daß der Eruw auf die Grenzen der bewohnten Stadt beschränkt werde und die umfangreichen Saatflächen, die der Eruw jetzt umfaßt, ausgeschlossen bleiben müßten. Auf Ersuchen des Tikkun Schabbos-Bereins, der be- Landeshut, 5. Oktober. Zum Rofchhaschonofeste wurde, ... . . unsere Gemeinde von der Firma F. V. Grün seid durch Ider Träger der Eruw-Jnstltutron m unserer Jizchok I die Ueberweisung einer schönen Schulchcm-Decke sehr er- I Stadt ist, hat sich dann das neue Rabbinat der Relr- Halevis — dessen großes Werk a’awmn mn er freut. Prediger Falken st ein brachte den hochherzigen ^nsgsssllschaft eingehend mit der Prüfung der Frage fast auswendig beherrschte — erworben hatte. Spendern einen besonderen Mischeberach aus und erinnerte Ibesaßt, ob erstens durch kleinere Aend^rungen des Jede fre?e Minute dieses in aufreibendem Berufs- M*™, bf *«.'»nS “b" BammiÄ «t-chEaSÄ 'S ZumÄ shrigen ®^f. n°ut° Prüfung^d» S^chb-stand-- °inzutr°,-n. zw°ivon mm und ma iM engeren und weiteren Kreise. m cv r ob es möglich sei, trotz des vom Schulchan Aruch Lange noch, bevor die gesamte jüdische Oeffentlichkeit J£aii0ns* (SS ’ unö öer Mehrheit der mwn anerkannten Grundsatzes sich mit der Förderung der r>2v beschäftigte, war er |u ^ct k?3 Zentralkomitee des Schwerz, -^^r. Gememde- ^-,->-7,1 nrr v'srn die in dieser Hinsicht beim hiesieiner der Tüchtigsten im „Verband der Sabbatsreunde", ^^des emgeladen hatte, ubergab am Donnerstag, den Eruw angewandten on’fi’n gutzuheißen. gründete er die hiesige Schomre Schabbos-Stellenver- .^ptember, den vom Gemeindebund angekaustrn Das Rabbinat der Religionsgesellfchaft hat nach permittlung und leitete sie viele Jahre in rastloser Arbeit F^ed Hof in D avos Mer ^üigen Bestimmung. Isönlicher Besichtigung der örtlichen Verhältnisse und ein- und bewahrte so viele junge Menschen vor Sabbat- Der Fnedhos liegt m der Nahe des un ^ahre ^19 I e^en^ev Prüfung aller von Rabbiner Dr. Nobel s. A. entheiligung. Er war aber nicht nur ein rmn» sondern -"AEauften ^emeimn Frredhofs von Davos. Er um- Rabbiner Krieger s. A. oorgebrachten Argumente vor allem ein Q”pa nxa- In seinem eigenen großen Ge- ^^00 Quadratmeter und ist von einer med igen ^ie erste Frage bejaht, die zweite unte in mustergülttger Weise. 11. Elul d. I aber verneint. Es wurde dfchäft förderte er juv rm In der Ortsgruppe der Agudcrs Iisroel, deren stell-! den^Emaana au^9eri^^et ®ittc einfache I Seiten des Vorstandes der Religionsgesellschaft dem vettretender Vorsitzender er viele Jahre war und. wo er "710*-. .. . Tikkun Schabbos-Verein am 31. August die Entscheidung sich insbesondere die Fürsorge für den minn angelegen I Die Einweihungsseier begann etwas nach 10 tthr. lfe5 Rabbinats im Wortlaute mitgeteilt und gleichzeitig fein ließ, im Kuratorium'der hiesigen und im Dele-^' Landammann ^Vranger sprach^nn Namen der Anfrage an den Verein gerichtet, ob!Aussichtlbestehe, giertenkollegium des Synagogenverbandes wirkte der Un- Davo>er Gemeinden Und ihrer Behörden. Herr Saly durch Erfüllung der Anforderungen des Rabbinatsder ermüdliche mit ganzer Kraft bbsn rtaitsW die Leser M ay er (St. Gallen), Aktuar d^ EememdLbundes, eriReligionsgesellfchaft .den Eruw auch nach Ansicht! dieses 'bes „Israelit" werden sich seines Namens.'erinnern, denn ^rte kurz^-M dielüNU^ngm Bestrebungen, die yMte Rabbrnuts brauchbar zu machen. Diese Anforderungen trotz seiner wahren Bescheidenheit, wen,tz es galt, für °er ^nltmnve des Emieindebnndes, dank der Bebestehen darin, daß der Eruw entweder im Sinne des eine jüdische Sache einzustehen oder Auswüchsen entgegen- Legung von Seiten aller Gememdeiy ihre befriedigende von Rabbiner Dr. Breuer s. A. aufgestellten zutreten, da ttat er furchtlos, m Mott und Schrift mit Mlnng gefunden haben.-^Er erwähnte besonders Herrn Postulats auf die Grenzen der bewohnten Stadt befeinem vollen Namen vor die Oeffentlichkeit. Mfaf Nom sek., den Sekretär des Hilfsverems, der lewer I sMänkt, oder aber daß alle in den Grenzen des Eruws Ms einer der b-tt-bt-st-n He& er sich 6«i melt^bÄ|mtef"^"?BwS'<»0llÄS“ÄaOT Sf« ^kmdlichen Saalfl-ich-n -ing-zäunt werden Erst nach «u-«bnng der n^n«n befandere Opftr de? NdW-n^VMimMn^Ä»--. von d« An8na§ sMaana »f uSifS Ä bfÄt °°lLkn° W " ®8W°ftS’ y für mLsm^anU dan-te -N«, L^n^nde/'Lrüw V ins A7g°'s7!s°n^"p°" r?^smbic^cr l°\ I ^r^iteftett^ die ihmihre^Müheiunb Kunst zugeroendet. I tage des Schabbos Schuwo, also ^nach etwa 3 Wochen, Berufsleben als Mujtn-1 Darauf. folgte die-Zeremonie der religiösen Eiiinicht erfolgt, und Vorbilo höchster Rechtschaffenheit wlttte, braucht micht ^,^ihung durch die Herren Rabbiner, die in der Hauptsache Unter diesen Umständen hielt sich Herr Gemeindegesagt zu werden. Auch seine nnhtjudischen Fachkollegen der, Umschreitung des ganzen Platzes unter Nezitätiop Irabbiner Horovitz nicht mehr für berechtigt, im Rahverehrten..und achteten -rhn wegen feiner Ehrlichke^^und ^on Psalmen bestand und in Gebeten, abwechselnd .von men d e r . a l l g e m e i n e n Selb st p r üfu n g, die Korrektheit. Niemals wurden Sitzungen oder Tagungen . ^bbinern oorgettag-en. Abschließend sprach nach alter Tradition an jedem Tschuwodes Fachverbandes de>sen Vorstand er angehorte^ Rabbiner Dr. Littmann m warmen' Worten über sab bat von der Kanzel h erab'erfolgt, zu angesetzt, ohne vorher den Mischen Kalender emzusehen, Bedeutung der Einweihungsfeier. Er dankte im Namen dem Eruwproblem länger zu schweigen, damit nur Michel ^acobsen bei diesen Beratungen nichtig schweizerischen.'Rabbiner für das neueste Werk, das! Die Form, in der Herr Rabbiner Horovitz dieser etwa feierragsyaioer fey«. ... . aus jüdischer Tatkraff und Liebestätigkeit entstanden ist, seiner Gewissenspflicht genügte, läßt keinen Zweifel dar- Möge E'tt uns allen, vor allem aber seiner treuen Iund bat um den Segen G'ttes, in dessen Namen wir uns über, daß es ihm keineswegs darauf ankam, eine Gattin^ und seinen in seinem Geiste exogenen Kindern versammelt haben. „Brandfackel zu schleudern" (wie die oben, erwähnte Vom Friedhof ging es zur Ethania und, einer Einöffentliche Erklärung liebevoll unterstellt),, sondern vielladung des Hilfsvereins fölgend, zum gemeinsamen Mittagmehr darauf, in der milde st en undz u r ü ckh a l - essen, düs in liebenswürdigster Weife von Herrn Verwalter!tendsten Form der Forderung seines eige- Fürth i. B., 7. Oktober. '~ '-m- -’*--’•”> Am Freitag, den 9. Oktober (28 ein Jahr her, daß Lob Lion, einer. von uns gegangen ist. Ein Mann von gediegenem , - --- , „ , ,. Wissen, tiefer Frömmigkeit und. regstem sozialem Emp- Gemeinschaft Davos den Dank des Gemeindebundes ausüber dessen Meinung und Gesrnnung zu finden, widmete er sich in den letzten Jahren seines'zusprechen. jlaffen. Auf unser Ersuchen hat uns Herr Rabbiner Trost schenken. Zum Andenken an Löb Lion

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