Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 72 (1931)
- Issue
- Heft 41 (8.10.1931)
- Date
- 1931-10-08
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
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Der Israelit Seite 2 Nr. 41 8. Oktober 1931 3cK jafife Jßnen 2 IHiifipnen rsJJ wenn Sie das §t?o|ie~£os gewinnen! 43'/°°/o aller Lose gewinnen. Sckon ein mittlerer Treffer bedeutet: Umwälzung Ihrer Existenz flocfi Waffen~loje frei. HaeKngkausen Ziehung schon am 20. u. 21. Okt. 1931 Staat!. Lotterie Einnehmer Zeil 26 (Nähe Amtsgericht) Tel.: 27732 sehen einem noch schwereren entgegen. Die Lehrer dieser Schulen griffen nicht zu Gewaltmitteln, zu Streik und Schulschließung, sondern taten unter Verzicht und Entbehrung unverdrossen ihre Pflicht. Ob ihre Kraft ausreicht, um auch den schweren Winter unter solchen Bedingungen durchzuhalten, ist fraglich. Und das ist eine Schicksalsfrage für das Thoravolk in Erez Jisroel. Wenn nur ein Cheder geschlossen wird, geht uns kostbares jüdisches Seelengut verloren. Das palästinensische Judentum darf nicht die Augen hilfesuchend nach den Bergen in Amerika und Europa erheben, daß von dort Hilfe komme. Es hat es gelernt, sich auch wirtschaftlich auf eigene Füße zu stellen, seitdem die Chalukagelder so gut wie ausbleiben. Es muß auch für seine geistigen und kulturellen Interessen selber Sorge tragen. Die Erziehung ist eine ureigene Angelegenheit eines jeden Vaters und zugleich eine Angelegenheit der jüdischen Gesamtheit. Es hat zunächst jeder für sich zu sorgen, denn sein Haus, sein Kind ist gefährdet. Man steht die Gefahren ein, auch in den von Vialik'schem Geiste bei Hawdolohkerze ohne innere Flamme. Diese Mittelchen werden in Schulen, in denen die Quellen des jüdischen Geistes nicht als g'ttgegeben gelten (Jesajas ein jüdischer Shakespeare), in denen Lehrer unterrichten, die kein Beispiel religiöser Lebensführung abgeben, noch viel weniger verschlagen. Uebrigens öffnet man im zionistischen Erziehungsprogramm auch diesen kleinen Neuerungen kein Pförtchen. Rabbi Raphael Kuk bekam auf der Konferenz zu hören, daß die Lehrpläne der zionistischen Schulen „definitiv festgelegt" seien und Neuerungen nicht mehr ausnehmen könnten. Das zionistische Erziehungsprogramm steht über dem Sinaigesetz, fest und unverrückbar, unausnahmefähig für Neuerungen wie etwa v'vw.-r p min und r>2w ntmp neben nrmD. Es wäre Zeit, daß die Führer des Misrachi einfehen, daß so geartete Schulen nicht als „ u ns e r e " Schulen angesxrochen werden können. Zigarren Wolf Zeit Tel. Hansa 27930 religio; en iireijen des Zionismus sieht man sic, was aber noch nicht das Beschreiten der Rettungswegs bedeuten Auf einer Konferenz der vereinigten zionistischen und misrach'stischen Lehrer und Erziehungskonnnissionen zum Kampfe gegen dis Missionsschulen sprach Rabbi Raphael Hakahen K u i (Bruder des Oberrabbiners) das wahre und mutige Wort aus: „Der freie Geist in unseren Schulen (er meint die zionistischen) gibt manchen Eltern Anlaß zu sagen, mit der Jüdischkeit stehe es auch da nicht besser, ergo können wir unsere Kinder auch grade so aut in die Missionsschulen schicken." Dieser indirekte Anteil und diese mittelbare Schuld des zionistischen Er- 2060 Sportler (eine Zeitung schrieb sogar 10 000) ziehungswerkes am verhältnismäßig großen Erhaben sich zur Teilnahme angemeldet. Ein R i e - folg der Fangarbeit der Mission, von vielen in-! s e n st a d i o n wird gebaut. Dr. Rosenseld, Pränerlich empfunden, wurde hier in klarer Forumj fiöent des Weltmakkabi, reist zur Propagierung lierung ausgesprochen. Aber die Mittel, die Rabbi i dieser Makkabiade durch Deutschland, England, Kuk zur Abstellung der Uebel vorschlug, scheuten! Amerika und Kanada. Der Auftakt war nicht durchaus unzulänglich: Jugendg'ttesdienste, Sab-i sehr glücklich. Dr. Rosenfeld wurde in Berlin batunterhaltungen (statt glatter Sabbat h a l -' am kritischen Roschhaschono-Abend auf dem Kurtu ng). Wir kennen den Wert dieses mm? .tu? fürftendamm schwer verletzt. Er hatte vielleicht Erneuern Sie sofort beim Postboten die Bestellung auf den „Israelit“ für den Monat November Wird dies versäumt, so tritt eine Unterbrechung der Zusendung ein. ohne daß wir selbst Kenntnis davor erhalten. . . Für verspätete Bestellungen rechnet die Post einen Aufschlag von 20 Pfg Verlag des Israelit G.m.b.H., Frankfurt a.M. Inzwischen haben die Jugenderzreher Jahresabschluß etwas anderes zu tun. große Makkabiade wird für April vorbereitet (könnte richtiger „Olympiade ßen, denn Makkabiade gab und gibt es beim Eine 1932 Heini cht). dabei Gelegenheit, am eigenen Leibe zu erfahren, wohin ein sportlich gedrillter Uebernationalismus führen kann. Nicht in der Arena, wo mit Faust und Fuß und Ball gekämpft wird, liegt unsere Kraft rm rr^i sS Als einen Erfolg und sogar Sieg des Geistes in Palästina könnte man die Annahme des Sabbat s st a t u t s in Tel-Awiw buchen, wenn mcht der bittere Tropfen m diesem Sabbatkelche hieße: „Nationale Sabbatruhe". Läden und Werkstätten müssen am Sabbat geschlossen sein, nicht aber Sport- und Spielplätze, wenigstens von Gesetzeswegen nicht. Wenn sich die gesetzestreue Front gegen dieses Statut lange wehrte, so eben darum, weil man den Sabbat @’tt geheiligt, religiös gehalten und gesichert wissen wollte. Was nützt dis Sabbatruhe im Geschäftsbetrieb und in der Fabrik, wenn die Automobile sausen und die Zigarren dampfen, wenn der Sabbat zu einem europäischen Sonntag degradiert wird? Die bekannten Vorgänge der letzten Zeit zeigten aber zur Genüge, daß Jugend auch diese Sabbatgrenze nicht einhielt, viele Alte auch nicht; daß auch Geschäfte und Werkstätten am Sabbat die Arbeit aufnahmen. Unter dem Eindruck dieser Geschehniste muß sich die Orthodoxie auch mit diesem Minimum an Sabbatruhe bescheiden und die Annahme des Statutes, — es wird noch mancherlei Wandlung auf dem langen Instanzenweg erfahren, — als ein kleines Aktivum in der Rechnung des abgelaufenen Jahres anfehen. Ein eigenes Kapitel in der Geschichte des letzten Jahres bildet das Ausscheiden von Juden aus hohen Amtsstellen. Die Regierungsämter werden nach und nach. judenrei n. Nach Herbert 'Samuel und anderer verließ nun auch B e n t w i ch das Justizministerium und Palästina und wird nicht wiederkommen. Die arabischen hohen Beamten bleiben im Amte. Bentwich war bei den Arabern der bestgehaßte Mann.' Daß sein Rücktritt als eine Konzession an das Arabertum anzusehsn ist, wird verschleiert zugegeben. ' Dabei muh betont werden, daß das gesetzestreue Judentum keinen Grund hätte, - Bentwich eine Träne nachzuweinen. Selten konnte sich dieser begabte und einflußreiche Mann, wenn es um Religion ging, vom Engländer unib' Zionisten in sich befreien. Ihm ist es zuzuschreiben, daß die gesetzestreue Schechita eingestellt werden mußte, und wäre es stets nach seinem Willen gegangen, die Gesetzestreuen wären längst ganz im Schlepp- W&m Nachdenkliches und Anekdotisches zum Buche kohelet. Gesammelt und bearbeitet von M. Zinowch. i—i^np ’in — Eine Sammlung von Entäuschung e n . in Mehrzahl. In der Reget ist es so, daß, wenn ein Mensch in alten Tagen das Fazit seines Lebens zieht, er nur seine Unterbilanz sieht. Nur ihm, so meint er, sei alles fehlgeschlagen, allen anderen sei es besser gelungen. So denkt jeder, und der eine weiß nichts von dem andern. In Koyeleth sind daher die Enttäuschungen aller möglichen Menschentypen zusammengefaßt. Es zeigt sich, daß der eine vor dem anderen nichts voraus hat. Es gleicht einer Gruppe blinder Bettler, mit der sich ein Spötter einen Späh erlaubte. Er ries: „Da habt ihr zehn Gulden!" Jeder der Blinden ist gewiß, daß sein Nachbar und Kollege die Gabe bekommen hat. Es hat sie aber in Wahrheit keiner. (Nach einem alten Gleichnis des Dubner Maggid). -kP« irs v'ni o’n irr D^Pin o’Pmn 7a „Alle Bäche und Ströme fließen in das große Meer, das große Meer wird aber nicht voll." Darin liegt von jeher die besondere Kraft des Originals. Es hat Platz für alle und es bleibt doch immer, was es war. Groß und mächtig ist das Meer auch ohne Zufluß aus den Teichen und Kanälen. Es wird durch diesen Zustrom nicht größer. Nicht der Große gewinnt durch den ihm folgenden Anhang, aber die Kleinen steigen und mehren sich, wenn sie dem Großen zufließen. * * Tipi nrri nirv ny> Iomtof Lipmann Zunz prägte in Anknüpfung an dieses Wort eine hübsche Anekdote. Wendet man die Buchstaben des Wortes .tisd um, so ergibt es oiri d. h. hebräischer Druck, und dieser gibt dem Besitzer allen Anlaß zur Klage. Bei Umstellung des Wortes .°npi gewinnt man aber put und dieses bedeutet Drucklegung von Büchern in fremder Sprache. Das bringt Freude und Gewinn, (npi: man kann tanzen). * * r-ir-ia sivvp siip Es ist leichter, ein Thora-, auch Mussarwort zu hören, als. in die Tasche zu greifen und zu gebe n. (Rabbi Jesajas Prager). pr?’P iP nn» n’Nt i'wxp sraenv Das Sattsein des Neichen läßt den Anderen, der weniger besitzt, aus Neid nicht schlafen (Chatam Sofer). * * iipiri an» man nn Der Tag des Todes beginnt schon mit dem der Geburt. Man stirbt langsam, mit jedenc Tage nähert man sich dem Grabe mehr (Olaloth Efrajim). 'rirrtr» t]P«a ins ata- Nimmt man tausend Menschen zusammen, so werden sie insgesamt einen vollkommenen Menschen ergeben. Jeder Hai seine Eigenschaften, aber auch seine Nachteile; der eine ist Thoragelehrter, der andere g'ttesfürchtig, der dritte wohltätig, der vierte demütig, wieder einer wahrheitsliebend, usw., usw. Man müßte schon tausend Eiemplare herbeiholen, um den einen vollkommenen Menschen zusammenzustellen, wie ihn G'tt haben möchte. (Binoh loithim). Xp pK nmn d’isd r,ws?- Drei Bücher, heißt es im Talmud, werden am Rosch Haschono aus dem Richtertische Glltes geöffnet, eines für die absolut Bösen, eines für die vollkommen Guten und ein drittes für die Mittleren. Mofchiach kann aber nur dann kommen, wenn die Menschen entweder vollkommen gut oder durchweg schlecht iPia 2"n ip-o ir»r 'M7 sind, mithin erst, wenn der himmlische Richter nur ein einziges Buch aufzuschlagen hat, der Guten oder der Bösen. Solange aber naiv a^irv mro es noch mehrere Bücher gibt, pp ist das Endziel nicht erreicht. (Älschich). -1V1V 11V Bei Festlegung des Titels iyi» no für den zweiten Teil der Mifchnaordnung dürste an die ursprüngliche Bedeutung des Wortes isi» als Zeitkreis, Periode, Cyklus, I. B. M. 1,14 gedacht worden sein. iyi» ns heißt demnach „Ordnung des Jahresumlaufs" in Beziehung auf bestimmte ausgezeichnete Tage, die ja nicht durchwegs als Feftzsiten im Sinne von Levit.-23,2 anzusprechen sind. In diesem Sinne wird auch das ntwvn ns» -isn» Deut. 31,5 von den Weisen Sota 41 ausgefaßt, indem sie erklären, daß die Vorlesung zwar n a ch Umlauf der Schmitah-Periode, aber nwvn also noch innerhalb des Festescyklus des siebenten Jahres, der mit Sukkoth schließt (Rosch haschanah st 1), also iym innerhalb des regelmäßigen Ablaufs, der Festordnung im S ch e m i t t a j a h r e, zu erfolgen hat. Nimmt man an, daß die Mischnalehrer das isiaP isnnn in Mischna 8, Abschn. V von Kethuboth auch in diesem Sinne von „Festcyklus" gebraucht haben, dann ist die Verwunderung behoben und es bedarf zum Verständnis nicht des Ausnahmefalles, woHpch nsi *Kj? Q’in mpna rsjv (Damit schließen wir die 'Aussprache über dieses Thema. Die Redaktion.) ,